Machbarkeitsstudie Quartiersgarage Froschberg

L 8 · Fraktionsantrag · 21. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

KI Generiert

Gefordert wurde eine Machbarkeitsstudie für eine Quartiersgarage am Froschberg als Alternative zu mehreren geplanten Tiefgaragen im Zuge des Wohnprojekts Froschberg 2.0. Begründet wurde dies mit dem Schutz des gewachsenen Bodens, der Freiräume und der stadtklimatisch günstigen Grünflächen sowie mit der Möglichkeit, Oberflächenparker aus den engen Gassen zu verlagern. Als möglicher Standort wurde der Parkplatz vor der TipsArena an der Ziegeleistraße genannt, der sich für eine mehrfach genutzte Hoch- oder Sammelgarage mit Mobilitätspunkt eignen könnte. Zusätzlich wurde die Chance beschrieben, den versiegelten Parkplatz teilweise in eine parkähnliche Grünfläche mit Spiel- und Sportangeboten umzuwandeln. Der Antrag wurde mehrstimmig abgelehnt; die Kosten sollten laut Beschlussformel durch Umschichtung im Budget bedeckt werden.

Schlagwörter (10):quartiersgaragefroschbergtiefgaragenachverdichtungstadtklimagrünflächenmobilitätspunktoberflächenparkertipsarenaverkehr
AntragstextEinblendenAusblenden
Wir wechseln auf den Froschberg, liebe Kolleg*innen, lieber Herr Bürgermeister, am Froschberg ist ein großes Wohnprojekt mit insgesamt fast 800 Einheiten in Planung. In etwa die Hälfte ist Neubau und die andere Hälfte ist Sanierung. Das Projekt ist ungefähr so groß wie das Projekt ‚Grüne Mitte Linz‘, nur fürs Gefühl. Die WAG Wohnungsanlagen Gesellschaft m.b.H. (WAG) und die EBS Wohnungsanlagen Gesellschaft m.b.H Linz (EBS) planen, die ÖBB-Siedlung zu sanieren, aufzustocken und durch Neubauten zu ergänzen. Trotz eines geringen Stellplatzschlüssels, der irgendwo bei 05 oder 06 liegt, sind auch mehrere Tiefgaragen - drei Garagen für 400 Stellplätze – geplant. Diese hohe Nachverdichtung passiert nicht ohne Nebenwirkungen. Die Garagen versiegeln und beschädigen die Freiräume und den gewachsenen Boden, der aktuell noch sehr gut durchlüfteten, durchgrünten und auch stadtklimatisch hervorragenden Siedlung. Das ist ein großer Schwachpunkt - ich erinnere an das vorher beschlossene Klimaneutralitätskonzept - des sonst ökologisch, stadtentwicklerisch und architektonisch sehr ambitionierten Projektes. Doch eine Lösung bietet sich an. Anstatt des generell stadtklimatisch höchst kontraproduktiven Tiefgaragenbaus im Grünbereich, könnte für den Froschberg eine große Quartiersgarage errichtet werden. Als Standort - und das ist die große Chance dort - gäbe es ein Grundstück, dass sich eignen würde. Das ist der süd-östliche Teil des Parkplatzes vor der TipsArena, direkt an der Ziegeleistraße. So eine Quartiersgarage erfordert aber eine Zusammenarbeit vieler Player. Es ist kein einfaches Projekt. In Zusammenarbeit der Stadt mit der WAG, der TipsArena und anderen potenziellen Nutzern und Betreibern könnte eine mehrfach genutzte Hoch- und vielleicht auch Tiefgarage entstehen. Diese könnte einerseits den Neubau von Tiefgaragen im umliegenden, wertvollen Grünland vermeiden und andererseits die Möglichkeit bieten, Oberflächenparker im Viertel zu reduzieren. Mit so einer Garage bestünde sogar die Möglichkeit, den aktuell versiegelten und fast zwei Hektar großen Parkplatz der TipsArena zum Teil aufzulösen und in eine neue, parkähnliche Grünflache mit Spiel- und Sportplatz zu verwandeln. Vielleicht ist es auch noch interessant, dass die Entfernung dieser Quartiersgarage zum entferntesten Gebäude in der Froschbergsiedlung keine 300 Meter beträgt. Das ist zumutbar. Ich habe eine Grafik dazugegeben. Dieser gelb-strichlierte Kreis zeigt, wo diese 300 Meter verlaufen. Auf einer Grundfläche von ungefähr 7.500 Quadratmetern ist die Garage rot eingezeichnet, der Rest könnte dieser Park sein. Städtebaulich, das ist mir auch noch wichtig zu erwähnen, ist so eine Sammel- oder Quartiersgarage fast eine eierlegende Wollmilchsau, ich sehe eigentlich nur Vorteile. Einer davon ist zum Beispiel, dass der gewachsene Boden, wie erwähnt, nicht beschädigt wird. Zusätzlich sind die Stellplätze viel billiger, denn in einer Hochgarage kostet das Parken natürlich viel weniger als in einer Tiefgarage. Die Distanz zur Krone ist 170 Meter, das heißt, dass es zumutbar ist. Es wäre aber auch ein Vorteil in der Nutzung des öffentlichen Verkehrs, weil die Leute dadurch aus dem Haus gehen und nicht sofort in der Tiefgarage verschwinden. Wenn sie einmal zu Fuß losgehen, werden sie sich vielleicht auch eher für den ÖV entscheiden. Zumindest sind die internationalen Erfahrungen so. In dieser Garage könnte auch ein Mobilitätspunkt sein. Der Standort wäre perfekt dafür, dass alle möglichen Verkehrsmittel sowie ‚tim‘ zum Beispiel, unterkommen könnten. Ich habe auch schon die Möglichkeit erwähnt, dort einen neuen Park für das bessere Klima zu gestalten. Als letzten Punkt zeige ich auf, dass die Oberflächenparker, die dort zum Teil in den engen Gassen stören und die Lebensqualität reduzieren, in diese Garage wandern könnten. Konkret wäre diese Garage eine Chance das Projekt ‚Froschberg 2.0‘ in Hinblick auf Mobilität und Schutz der wertvollen Grünflächen verbessern zu können. Auch die Akzeptanz des Projekts könnte gesteigert werden. Ich weiß, es ist ein bisschen spät, aber eigentlich könnte damit das Projekt gestärkt werden, deshalb habe ich diesen Antrag eingebracht. Ich bitte im Sinne eines guten Nachverdichtungsprojekts um Zustimmung.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der zuständige Stadtrat für Mobilität möge die Idee einer Quartiersgarage für den Froschberg mit der WAG und anderen potenziellen Playern und Partnern besprechen und für dieses Projekt möglichst rasch eine Machbarkeitsstudie initiieren oder in Auftrag geben. Das Ergebnis möge, bevor es zur nötigen Bebauungsplan-Änderung beim Projekt Froschberg 2.0 kommt, im Ausschuss präsentiert werden. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.
Wortmeldungen (4)EinblendenAusblenden

Lieber Lorenz Potocnik, ich melde mich in meiner Funktion als Vizebürgermeister für Mobilität und ich möchte unsere Stimmenthaltung argumentieren. Du kritisierst mit deinem Antrag zum einen das Projekt der WAG an der Ziegeleistraße und sagst dann andererseits, dass als Alternative eine Sammelgarage, eine Quartiersgarage am TipsArena Parkplatz situiert werden sollte. Ich kann deine Position, das Projekt der WAG betreffend, so nicht mittragen, weil ich das Projekt als gut empfinde. Es ist ein Projekt der Nachverdichtung auf der einen Seite und der nachträglichen Errichtung von Bewohnerparkgaragen auf der anderen Seite. Ehrlicherweise stelle ich mir das genauso vor. Das sind ältere Wohnung, die man wieder in Schuss bringt, auch für Leute, die später einziehen, wenn jemand älterer auszieht oder verstirbt, wie es auch sein kann. Wenn eine junge Familie einzieht, die ein Auto hat, braucht sie auch einen Stellplatz. Insofern macht eine nachträgliche Errichtung von Bewohnerparkgaragen Sinn, auch vor dem Hintergrund - und ich glaube die Intention teilst du ja - dass man den ruhenden Verkehr vom öffentlichen Gut, von der Straße, wegbringt. So viel zum Ersten. Ich teile deine zweite Zielsetzung Lorenz Potocnik, dass wir Quartiers- und Sammelgaragen errichten sollten, nur eben nicht, anstatt dieses WAG-Projektes - das ist meine Haltung. Ich habe daher den Auftrag an den Planungsdirektor gegeben, die Flächen zu eruieren und aufzulisten, wo Quartiersgaragen aus fachlicher Sicht Sinn machen. Sobald die Liste da ist, gehört politisch bewertet, ob man diese Sicht vertreten kann und wo man etwas realisieren kann? Das ist meine Herangehensweise, aber deine, Lorenz Potocnik, teile ich nicht und daher enthalten wir uns der Stimme.

Danke, Herr Bürgermeister. Wir sehen das ein bisschen anders als Herr Vizebürgermeister Hajart. Unserer Meinung nach sollte die Quartiersgarage am Froschberg anstatt der Tiefgaragen entstehen und nicht als Zusatz. Wir werden sonst bestimmte Ziele, die wir uns setzen, nicht hinkriegen. Ein Ziel heißt einfach, dass wir versuchen den motorisierten Individualverkehr auf 23 Prozent zu senken. Wie soll das gehen, wenn wir überall mehr Parkplätze bauen und versprechen, dass es zu jeder Wohnung am Froschberg auch einen Parkplatz gibt? Quartiersgaragen sind gut, Lorenz Potocnik hat die Potentiale angesprochen. Ich denke, dass das eine moderate Lösung ist, um mit den Stellflächen umzugehen und ich denke auch, dass die Stadt diese Möglichkeit prüfen sollte. Deswegen werden wir auch zustimmen. Danke.

Ich glaube, die Vorstellungen darüber, wie die Zukunft aussieht bzw. die Mobilität der Zukunft aussieht, sind unterschiedlich. Michael Roth-Schmida, du hast den Ansatz, die Leute sollen kein Auto mehr besitzen, um beispielsweise die Klimaziele zu erreichen. Ich sehe das anders. Ich glaube, die Menschen werden auch in Zukunft Autos haben, aber sie werden multimodaler und das Auto bleibt öfter und länger stehen. Die Leute werden aber trotzdem ein Auto haben, um beispielsweise einmal in der Woche einen größeren Einkauf zu tätigen und ein anderes Mal vielleicht am Wochenende einen Ausflug zu machen. Insofern glaube ich, dass die Leute auch in Zukunft Autos haben werden, auch wenn sie vielleicht elektrisch motorisiert sein werden. Damit stellt sich die Frage, wo diese Autos geparkt werden. Soll man sie weiterhin im öffentlichen Raum parken, wenn keine Tiefgaragen bestehen, oder schafft man unterirdische Stellplätze? Das ist die Grundfrage, mit der man sich auseinandersetzen muss und da unterscheiden wir uns.

Danke, ich habe das Gefühl, Martin Hajart, dass du da absichtlich ein bisschen an der Sache vorbeiredest. In der Garage könnten vielleicht sogar mehr Stellplätze sein, weil es einfacher ist. Darum geht es nicht, sondern es geht darum, dass der gewachsene Boden geschont wird. Außerdem geht es um die ganzen anderen Vorteile einer Sammelgarage. Zu deinem Argument, dass die Leute ein Auto besitzen: Es geht, so wie du richtig sagst, darum, in Zukunft kurze Wege weniger mit dem eigenen Auto zurückzulegen. Da bin ich ganz deiner Meinung. Wenn aber das Auto öfter steht, spricht das noch mehr für eine Sammelgarage, dann baue ich die Parkplätze nicht unmittelbar unter der Wohnung. Ich verstehe schon, dass es eine Verbindung zur WAG gibt, aber wir sind hier da, um Stadtentwicklung im Sinne des öffentlichen Interesses zu machen. Diese Sammelgarage, ist – das ist glaube ich, beweisbar - im öffentlichen Interesse. Deswegen würde ich dich Martin Hajart bitten, dir einen Ruck zu geben und dieses Thema zumindest im Ausschuss zu behandeln.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Der Antrag wird mehrstimmig abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (21), ÖVP (11), FPÖ (9), NEOS (2)