A26 Westring - Planungen für innerstädtische Verkehrsberuhigung jetzt starten - Resolution

K 22 · Fraktionsantrag · 6. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz

Berichterstatter:

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

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Gefordert wurde, die A26 Westring-Planungen zu überdenken und den Tunnel nach Fertigstellung der Brücke nur zweispurig als einfache Umfahrung der Innenstadt auszuführen. Begründet wurde dies mit den erwarteten Belastungen für Bahnhofsumfeld, Waldeggstraße, Froschberg und weitere Stadtteile sowie mit den Zielen einer klimafreundlichen und lebenswerten Stadt. Zugleich sollten die Planungen zur innerstädtischen Verkehrsberuhigung rund um Rudolfstraße, Nibelungenbrücke, Donaulände und Hopfengasse-Sandgasse-Waldeggstraße rasch starten und frühzeitig kommuniziert werden. Als Finanzierung wurden Budgetumschichtungen genannt. Die Resolution wurde abgelehnt.

Schlagwörter (10):a26 westringverkehrsberuhigunginnenstadtbahnhofsviertelnibelungenbrückedonauländestadtplanungmobilitätklimaschutzbudgetumschichtung
AntragstextEinblendenAusblenden
Gemeinderat Potočnik berichtet über den von der LinzPlus-Gemeinderatsfraktion eingebrachten Antrag K 22 A26 Westring - Planungen für innerstädtische Verkehrsberuhigung jetzt starten - Resolution und führt aus: „Sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrter Herr Vizebürgermeister Martin Hajart, ich versuch dir mit diesem Antrag interessante Arbeit zuzuschanzen. Es geht um den Westring, die A26, an der sich, wie wir wissen, die Geister scheiden. LinzPlus würde dieses Projekt am Liebsten zu Gunsten einer leistungsfähigen Mühlkreisbahn und des öffentlichen Verkehrs, kombiniert mit Park and Ride und so weiter und zu Gunsten eines ordentlichen Taktfahrplanes ins nordwestliche Mühlviertel stoppen. Aber die Brücke ist bald fertig und die Planung für den Tunnel und die Verbindung zur A7 laufen. Das sind die Fakten, die sind schwer zu negieren, aber dieser vierspurige Tunnel der Autobahnzubringer beim Bahnhof und an der Waldeggstraße werden verheerende Wirkungen auf diesen Stadtteil haben. Wir glauben, dass vielen LinzerInnen noch nicht bewusst ist, was da passiert, was für eine Wucht und zerstörerische Situation dort entstehen wird, sowohl für die Fußgänger und Radfahrer als auch für das ganze Viertel am Froschberg. Jeder der sich auf der Website der ASFINAG diese Videos und Bilder ansieht, bekommt eine Vorstellung was da passiert, nämlich eine Verkehrshölle mitten in der Stadt. Das ist noch nicht alles, vielmehr torpedieren wir mit diesem Projekt auch unsere eigenen Planungsprojekte oder eigenen Stadtteilprojekte, wie die Post City und auch unsere hehren Ziele einer Klimahauptstadt oder einer Lebensstadt. Es gibt also viele Gründe warum dieses Projekt eigentlich nicht gut ist. Daher würden wir in Anbetracht der Realitäten gerne ‚zwei Ideen, zwei Ziele verfolgen und hier zur Debatte und Entscheidung stellen. Erstens, eine Resolution an den Bund bzw. an die ASFINAG zu beschließen, den Tunnel auf zwei Spuren zu reduzieren und dadurch die positiven Effekte einer einfachen Umfahrung - so wie das normalerweise am Land irgendwo passiert, eine Umfahrung des Zentrums - zu nutzen. Es geht darum, den Tunnel schon zu bauen, aber zu reduzieren also keinen Autobahnzubringer in der Form, sondern eine durchaus positive Umfahrung des Zentrums zu schaffen. Zweitens, sollten wir jetzt damit beginnen, die Planungen für diese Entlastung einer Umfahrung, auf den Weg zu bringen. Die eigenen Planungen zur Verkehrsberuhigung der Innenstadt, konkret meine ich damit, die Rudolfstraße, sowie die Donaulände, die Hopfengasse-Sandgasse-Waldeggstraße, die ändert laufend ihren Namen, sowie natürlich der Nibelungenbrücke zu starten. Das ist die Arbeit die ich meine, Martin. Wir glauben, dass wir jetzt die Planungen starten sollen und frühzeitig kommunizieren sollen, damit wir, wenn dieser Tunnel fertig ist, sofort mit der Umsetzung beginnen können. Ich les ganz kurz noch einmal den Antragstext vor. Der Gemeinderat Stadt Linz beschließe folgende Resolution: ‚1. Die ASFINAG wird ersucht, die bestehenden Planungen des ‚Westrings‘ (A26) zu überdenken und nach Fertigstellung der Brücke den Tunnel nur zweispurig, praktisch als ‚einfache‘ Umfahrung der Innenstadt auszuführen. 2. Die zuständigen Referenten (Verkehr & Planung) mögen rasch mit den Planungen zur innerstädtischen Verkehrsberuhigung (vor allem Rudolfstraße, Nibelungenbrücke, Donaulände, Hopfengasse-Sandgasse-Waldeggstraße) im Zusammenhang mit dem ‚Westring‘ starten und die Ergebnisse in den Ausschüssen präsentieren. Bedeckungsvorschlag: Etwaige Kosten können durch Umschichtungen im Budget gedeckt werden.‘ Vielleicht noch ein Satz zum Abänderungsabtrag der Grünen, dem stimmen wir nicht zu, da enthalten wir uns der Stimme."
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der Gemeinderat beschließe folgende Resolution: ‚1. Die ASFINAG wird ersucht, die bestehenden Planungen des ‚Westrings‘ (A26) zu überdenken und nach Fertigstellung der Brücke den Tunnel nur zweispurig, praktisch als ‚einfache‘ Umfahrung der Innenstadt auszuführen. 2. Die zuständigen Referenten (Verkehr & Planung) mögen rasch mit den Planungen zur innerstädtischen Verkehrsberuhigung (vor allem Rudolfstraße, Nibelungenbrücke, Donaulände, Hopfengasse-Sandgasse-Waldeggstraße) im Zusammenhang mit dem ‚Westring‘ starten und die Ergebnisse in den Ausschüssen präsentieren. Bedeckungsvorschlag: Etwaige Kosten können durch Umschichtungen im Budget gedeckt werden.‘
Wortmeldungen (5)EinblendenAusblenden

Wunderbar, es ist gut abgestimmt, vielen Dank. Wir danken für die Initiative, dass man die Entlastung und Verkehrsberuhigung in der Innenstadt wieder thematisiert. Wir haben in der letzten Gemeinderatssitzung schon Anträge dazu gehabt und im letzten Mobilitätsausschuss darüber diskutiert. Wir treten dem Antrag insofern näher, als wir dem Punkt zwei zustimmen werden, wenn auch mit dem gedanklichen Ersuchen, dass die Planungen zur Innerstädtischen Verkehrsberuhigung auch unabhängig von der A26 Fortschritt nehmen. Dem Punkt eins, der Resolution, treten wir nicht näher, da wir auch einer abgespeckten Variante des Freibergtunnels nicht zustimmen werden. Vielmehr ersuchen wir, das Projekt mit der Fertigstellung der Brücke und des Zufahrttunnels abzuschließen und die weiteren Etappen nicht umzusetzen. Der Grund bzw. die Haltung dahinter sind bekannt, wir wollen weder die Kosten noch die ökologischen Probleme mittragen, die durch den Bau und den laufenden Betrieb entstehen. Wir wollen die negativen Auswirkungen auf die Umwelt und Lebensqualität, das betrifft den Froschberg, Freinberg als auch die Innenstadt, das Bahnhofsgebiet usw., nicht mitverantworten. Unseren entsprechenden Abänderungsantrag ist eingegangen und ich bitte diesen ins Protokoll zu übernehmen. Der Gemeinderat beschließe folgende Resolution: ‚1. Die ASFINAG wird ersucht, die bestehenden Planungen des ‚Westrings‘ (A26) zu überdenken und nach Fertigstellung der neuen Donaubrücke inklusive Tunnelzufahrten für die Brücke auf die weiteren Abschnitte des Projekts- Abschnitt 2 (Bau Tunnel Freinberg inklusive Bahnhofknoten und Unterflurstraße Waldeggstraße) und Abschnitt 3 (Bau Westbrücke inklusive Lückenanschluss zur A7 Mühlkreisautobahn) – zu verzichten. 2. Die zuständigen Referenten (Verkehr & Planung) mögen rasch mit den Planungen zur innerstädtischen Verkehrsberuhigung (vor allem Rudolfstraße, Nibelungenbrücke, Donaulände, Hopfengasse-Sandgasse-Waldeggstraße) im Zusammenhang mit dem ‚Westring‘ starten und die Ergebnisse in den Ausschüssen präsentieren.‘ Ich bitte um Zustimmung zum Antrag in der Abgeänderten Form.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen, wir hätten ursprünglich eine getrennte Abstimmung verlangt und hätten uns beim ersten Punkt enthalten. Natürlich ist der zweispurige Tunnel besser als eine vierspurige Autobahn, mit allen Auswirkungen die dann der Ausläufer im Bahnhofsviertel und in der Bahnhofsgegend haben wird. Die KPÖ ist aber grundsätzlich schon immer gegen den sogenannten Westring gewesen und damit auch gegen den Tunnel. Ich möchte nochmal auf die Initiative gegen die Bahnhofsautobahn hinweisen, die gerade Unterschriften sammelt um die komplette Fertigstellung des Autobahnprojektes doch noch zu verhindern. Wie wir wissen, gibt es im Gemeinderat leider immer noch Mehrheiten für dieses Steinzeitvorhaben Westring, inklusive der großen finanziellen Auswirkungen für die Stadt, die dieses Projekt haben wird und schon hat. Da es aber jetzt den Abänderungsantrag der Grünen gibt, stimmen wir dem Abänderungsantrag zu und enthalten uns beim ursprünglichen Antrag. Ich glaube ganz wichtig ist, was im zweiten Punkt steht. Jetzt müssen schon jetzt die Planungen beginnen, damit die versprochenen Entlastungen wirklich umgesetzt werden. Davon ist immer die Rede, wenn der Westring fertig ist, gibt es Verkehrsberuhigung überall in der Stadt, dann wird alles besser. Ich glaube, dass jetzt begonnen werden muss, weil sonst diese ganzen Versprechungen, wie so oft in der Verkehrspolitik, wirklich nur leere Versprechungen sind und das sollte nicht sein! Danke.

Lieber Lorenz, zur Zweiteilung deines Antrages: Ich bin mir nicht sicher, ob der erste Teil auch wirklich ernst gemeint ist. Wir sind ja längst über die Planungsphase des Westrings hinaus, er wird gebaut. Das ist glaube ich mittlerweile auch bei LinzPlus angekommen, insofern glaube ich, dass es nicht wirklich ernst gemeint ist. Aus diesem Grund enthalten wir uns klarerweise, das war nicht schwer zu erraten. Was den zweiten Teil des Antrages betrifft, erinnere ich an die letzte Sitzung des Ausschusses, ich weiß nicht genau wie lange das jetzt aus ist, aber ich glaube ca. zwei Wochen. Wir haben zwei Anträge genau zu dieser Thematik debattiert und alle waren im Wesentlichen der Meinung, dass es eine Entlastung und Verkehrsberuhigung der Innenstadt braucht. Dort habe ich auch gesagt, dass ich nicht daran denke alles auf die lange Bank zu schieben bis der Westring fertig ist. Es soll ein gewisses Stufenverfahren geben mit kurzfristigen Maßnahmen, die man sofort setzen kann und mittelfristige Zielsetzungen, aber auch langfristige Zielsetzungen – langfristig bedeutet mit Fertigstellung des Westrings – geben. Durch den Westring kommt es schon zu einer Entlastung der Innenstadt, das ist der Sinn und Zweck dieser Spange und der Grund warum man das in Angriff genommen hat und noch immer in Angriff nimmt. Dass diese Entlastung kommen wird, ist Faktum. Ich weiß, dass politisches Spiel betrieben wird und Ängste damit gestreut werden, das ist aus parteipolitischer Sicht völlig legitim, das kann man machen, aber zu einer Verkehrsentlastung wird es kommen und diese werden wir entsprechend nützen. Danke

Ich schließe mich dem Abstimmungsverhalten und der Argumentation vom Kollegen Schmida an und spare uns, meine Wortmeldung, Danke.

Danke für die Rückmeldungen. Den ersten Punkt Martin meine ich todernst. Ich glaube, es wäre wirklich eine gute Variante das Projekt abzuspecken und die Vorteile einer solchen Umfahrung zu nutzen und dann die Innenstadt tatsächlich zu entlasten. Ich glaube auch, dass es die Innenstadt entlastet, aber nur, wenn wir jetzt damit beginnen und das wirklich ernst meinen. Andernfalls, das beweisen zig Beispiele, das hat Michael Schmida schon vorhin gesagt, wenn man das nicht konsequent macht, rechtzeitig macht und gut kommuniziert, dann haben wir plötzlich beide Straßen. Es wird halt immer mehr und mehr, ich freue mich über eine Zustimmung.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Der Punkt 1 des Abänderungsantrags wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen SPÖ (21), ÖVP (11), FPÖ (9), NEOS (2), MFG (2) sowie LinzPlus (2) mit Stimmenmehrheit abgelehnt. Der Punkt 1 des Antrags wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen SPÖ (21), ÖVP (11), Die Grünen (10), FPÖ (9), NEOS (2), MFG (2), KPÖ (2) sowie Gemeinderat Brandstetter, WANDEL, mit Stimmenmehrheit abgelehnt. Der Punkt 2 des Antrags wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen SPÖ (21), ÖVP (11), FPÖ (9), NEOS (2) sowie MFG (2) mit Stimmenmehrheit abgelehnt.