Politische Vielfalt des Gemeinderats im Stadtmagazin Lebendiges Linz abbilden

K 7 · Fraktionsantrag · 6. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz

Berichterstatter:

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

KI Generiert

Im Stadtmagazin „Lebendiges Linz“ sollte ein zweiseitiges Parteienforum eingerichtet werden, in dem Vertreterinnen und Vertreter aller im Gemeinderat vertretenen Parteien zu einem Thema ihrer Wahl Stellung beziehen. Begründet wurde dies mit dem Anspruch, die politische Vielfalt des direkt gewählten Gremiums sichtbar zu machen und die Stadtbevölkerung stärker über unterschiedliche Positionen zu informieren. Kritisiert wurde, dass das Magazin bisher vor allem die im Stadtsenat vertretenen Parteien abbilde und die Opposition ausblende. Die Kosten sollten durch Umschichtung im Budget gedeckt werden. Der Vorstoß wurde im Gemeinderat abgelehnt.

Schlagwörter (9):stadtmagazinlebendiges linzparteienforumpolitische vielfaltgemeinderatoppositionstadtpolitikkommunikationbudgetumschichtung
AntragstextEinblendenAusblenden
Gemeinderätin Mag.a Grünn berichtet über den von der KPÖ-Gemeinderatsfraktion eingebrachten Antrag K 7 Politische Vielfalt des Gemeinderats im Stadtmagazin Lebendiges Linz abbilden und führt aus: „Sehr geehrter Herr Bürgermeister, werte Kolleginnen und Kollegen, diejenigen unter euch, die in der letzten Funktionsperiode auch schon in diesem Haus waren, werden sich vielleicht an diesen Antrag mit dem Titel ‚Politische Vielfalt des Gemeinderats im Stadtmagazin Lebendiges Linz abbilden‘ erinnern. Tatsächlich war es so, dass dieser Antrag von mir gemeinsam mit der damaligen NEOS-Fraktion im März 2021 gestellt worden und mit Stimmenmehrheit dem Ausschuss zugewiesen worden ist. Dort ist er aber nicht enderledigt worden, weil die Funktionsperiode vorbei war, es hat einfach zu lange gedauert. Ich kann mich noch daran erinnern, dass sich der Bürgermeister in der damaligen Ausschusssitzung, in der das Thema diskutiert worden ist, sehr wohlwollend gegenüber diesem Ansinnen geäußert hat. Worum geht es jetzt? Es geht darum, dass Linz ein eigenes Stadtmagazin hat, das ‚Lebendige Linz‘. Momentan hört man, dass in der Bevölkerung Umfragen gemacht wurden, wie das ‚Lebendige Linz‘ in Zukunft gestaltet sein soll, da es neu ausgerichtet wird. Das ist auch ein Anliegen von unserer Seite, welches der Antrag zum Vorbild hat. Man sollte sich nämlich bewusst sein, dass Demokratie von der Vielfalt, aber auch von der Möglichkeit lebt, sich über unterschiedliche Meinungen und Positionen informieren zu können. Der Linzer Bevölkerung stehen diverse Möglichkeiten, Medien, Tages- und Wochenzeitungen zur Verfügung, um sich über das politische Tagesgeschehen zu informieren. Eine weitere Möglichkeit ist das von der Stadt Linz herausgegebene Stadtmagazin ‚Lebendiges Linz‘, das eine wichtige Informationsquelle für die Bevölkerung der Landeshauptstadt über die Stadtpolitik und die Leistungen von städtischen Einrichtungen und der Unternehmensgruppe der Stadt Linz darstellt. Obwohl der von der Bevölkerung gewählte Gemeinderat das wichtigste politische Gremium der Stadt ist, widerspiegelt sich das im ‚Lebendigen Linz‘ nicht. Die Berichterstattung beschränkt sich auf die Darstellung der im Stadtsenat vertretenen Parteien und blendet die Opposition aus. So findet sich etwa in der März-Nummer 2022 des Stadtmagazins ein Bericht über den Beschluss des Doppelbudgets im Gemeinderat, immerhin einer der wichtigsten Sitzungen im Jahr. Es geht dabei um das Geld und die Verteilungsfrage ist eine ganz zentrale, wie wir heute schon gehört haben. In diesem Bericht kommen aber nur die Stadtsenatsmitglieder zu Wort und die anderen im Gemeinderat vertretenen Parteien werden bis jetzt vom Stadtmagazin ignoriert, muss man fast sagen. Man darf nicht vergessen, dass der Gemeinderat seit dem letzten Mal im März 2021, wo dieser Antrag schon einmal gestellt worden ist, in seiner Vielfalt noch gewachsen ist. Damals war nur die NEOS-Fraktion und ich vertreten und jetzt sitzt eine viel breitere Palette von Fraktionen und Parteien im Gemeinderat. Die unterzeichneten Gemeinderäte stellen daher folgenden Antrag: Der Gemeinderat beschließe: ‚Im Stadtmagazin ‚Lebendiges Linz‘ wird ein zweiseitiges Parteienforum eingerichtet, in welchem Vertreterfirmen aller im Gemeinderat vertretenen Parteien zu einem Thema ihrer Wahl ihren Standpunkt darlegen. Damit soll sowohl das Interesse der Stadtbevölkerung an der Tätigkeit des Gemeinderates als dem von der Bevölkerung direkt gewähltem Gremium erhöht werden, als auch das gesamte politische Spektrum im Gemeinderat abgebildet werden.‘ Die Bedeckung anfallender Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen. Ich ersuche um Zustimmung. Danke.“
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der Gemeinderat beschließe: ‚Im Stadtmagazin ‚Lebendiges Linz‘ wird ein zweiseitiges Parteienforum eingerichtet, in welchem Vertreterfirmen aller im Gemeinderat vertretenen Parteien zu einem Thema ihrer Wahl ihren Standpunkt darlegen. Damit soll sowohl das Interesse der Stadtbevölkerung an der Tätigkeit des Gemeinderates als dem von der Bevölkerung direkt gewähltem Gremium erhöht werden, als auch das gesamte politische Spektrum im Gemeinderat abgebildet werden.‘ Die Bedeckung anfallender Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.
Wortmeldungen (6)EinblendenAusblenden

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, werte Kolleginnen und Kollegen, geschätzte Besucherinnen und Besucher, Kollegin Gerlinde Grünn hat ganz richtig ausgeführt, dass dieser Antrag nicht ganz neu ist und auch schon im Ausschuss behandelt wurde. Tatsächlich war es, meinem Gefühl nach, nicht nur dem Ablauf der Funktionsperiode geschuldet, dass er dort inhaltlich nicht wirklich enderledigt werden konnte, sondern auch dem, dass wir offen gesagt noch keinen passenden Modus gefunden hatten. Ich halte es nicht für so ganz trivial, zu sagen, alle dürfen in einer offiziellen städtischen Publikation schreiben, was sie sich gerade denken. So etwas kann durchaus zu nicht gewünschten Effekten führen. Daher würde ich vorschlagen, dass wir die Arbeit fortsetzen, die wir in der Vorperiode begonnen haben, jetzt natürlich unter Einbeziehung der neuen Fraktionen in diesem Haus. Ich beantrage, wahrscheinlich zur Freude des Vorsitzenden, die Zuweisung an den Verfassungsausschuss.

Wir begrüßen den Antrag der Kollegin Grünn natürlich, wir verstehen, dass das Stadtmagazin die Arbeit des Stadtsenates widerspiegeln soll, aber auch die kleinen Fraktionen tragen dazu bei, dass Linz zu einer besseren Stadt wird, auch die pinke Macht. Daher stimmen wir dem Antrag bzw. der Zuweisung in den Ausschuss zu.

Ja, sehr geehrter Herr Kollege Svoboda, mich würde interessieren, was die nicht gewünschten Effekte genau und konkret sind.

Danke Herr Bürgermeister, nein Herr Kollege, ich habe eine gewisse Erfahrung aus der Österreichischen HochschülerInnenschaft. Die Diskussionen waren nicht ganz trivial, es geht um einfache redaktionelle Fragen wie z.B. Wie wird gegendert? Muss gegendert werden? Gibt es eine Vorgabe, wie der Platz aufgeteilt wird? Bekommen alle gleich viel Platz oder geht es nach einem Wahlergebnis? Kann man Fotos aufnehmen? Wann ist die Deadline? Gibt es noch einmal eine Korrekturphase und so weiter und so fort. Ich halte es für etwas schwierig zu sagen, wir machen zwei Seiten und alle sollen einen Text an den Geschäftsbereich Kommunikation und Marketing schicken. Wenn schon, müsste man sich genauer ausmachen, wie das funktionieren kann. Darum auch der Vorschlag im Ausschuss zu diskutieren und nicht einfach zu sagen, schauen wir einmal was passiert, weil ich fürchte das würde schiefgehen.

Ich bin mir ganz, ganz sicher, dass wir alle Schwierigkeiten meistern werden.

Danke schön für die Rückmeldungen, ich möchte noch darauf verweisen, dass es gar nicht so etwas Ungewöhnliches und Neues ist, dass es so ein Parteienforum gibt. Ich kann mich erinnern, als ich noch eine junge Frau war, hat es das im ‚Lebendigen Linz‘ damals noch gegeben und derzeit gibt es so ein Parteienforum auch im Landesblatt ‚Unser Oberösterreich‘. Es gibt also zahlreiche Erfahrungen, wie man so etwas managen kann und ich kann mit einer Ausschusszuweisung gut leben. Ich diskutiere das gerne weiter, weil es mir einfach wichtig ist und es auch so sein sollte, dass der Gemeinderat in seiner Gesamtvielfalt Darstellung findet. Das Stadtmagazin bietet neben seinen vielen wichtigen Informationen, die es jetzt zur Alltagsbewältigung und zur Unterhaltung und dergleichen mehr gibt, durchaus eine Möglichkeit, den politischen Diskurs vielfältiger zu gestalten, wie er in der Realität ja auch ist. Danke schön.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Die Zuweisung des Antrags an den Ausschuss für Wirtschaft, Innovation und Verfassung wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen SPÖ (21), ÖVP (11), FPÖ (9) sowie MFG (2) mit Stimmenmehrheit abgelehnt. Der Antrag wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen SPÖ (21), ÖVP (11), Die Grünen (10) sowie FPÖ (9) mit Stimmenmehrheit abgelehnt.