Schulstartpaket für Linzer Schüler*innen

K 6 · Fraktionsantrag · 31. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:ausschuss verwiesen

Zusammenfassung

KI Generiert

Gefordert wird ein Schulstartpaket für Linzer Schülerinnen für das Schuljahr 2025/26, nachdem die Stadt bereits im Vorjahr einen einmaligen Gutschein von 100 Euro für Kinder von sechs bis zehn Jahren gewährt hatte. Begründet wird die Maßnahme mit den weiterhin hohen finanziellen Belastungen für Familien mit geringen Einkommen und dem Ziel, Chancengleichheit zum Schulbeginn zu stärken. Zugleich wird auf die hohe Nachfrage und die nahezu vollständige Abholung des bisherigen Pakets verwiesen, während auch Verbesserungen bei Antragstellung, Mehrsprachigkeit und Beteiligung kleinerer Händler angesprochen werden. Die Kosten sollen budgetär umgeschichtet werden; die Zuweisung an den Ausschuss für Finanzen und Integration wurde einstimmig angenommen, jene an den Ausschuss für Generationen, Soziales und Sport mehrheitlich abgelehnt.

Schlagwörter (10):schulstartpaketschulbeginnfamilienförderungchancengleichheitsoziale unterstützungeinkommensschwache haushaltegutscheinsystembudgetumschichtungförderabwicklungeinzelhandel
AntragstextEinblendenAusblenden
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, werte Kollegen und Kolleginnen, morgen ist Schulschluss. In diesem Antrag geht es aber schon wieder um den Schulstart. Wie vergangenes Jahr gibt es wieder einen Aufruf an unsere Vizebürgermeisterin Karin Hörzing, ein Schulstartpaket für Linzer Schüler*innen für das kommende Schuljahr zur Verfügung zu stellen. Warum ist das so? Die Stadt Linz gewährte im Rahmen des Antiteuerungspaketes 2023 und auch auf Antrag der KPÖ 2024 einen einmaligen Zuschuss für unterrichtspflichtige Kinder der Altersgruppe sechs bis zehn Jahre für das Schuljahr 2024/2025 in Form eines Gutscheins in der Höhe von 100 Euro. Ziel war es, finanzielle Belastungen durch die durch den Schulstart erhöhten Haushaltsabgaben abzufedern. In einer Presseaussendung vom 16. August 2024 betonte Vizebürgermeisterin Karin Hörzing die Bedeutung dieser Maßnahme: „Besonders in herausfordernden Zeiten ist es wichtig, dass die Stadt den Linzer Familien zur Seite steht. Mit dem Schulstartpaket setzen wir ein starkes Zeichen der Unterstützung und Solidarität. Es ist unser Ziel, allen Kindern einen sorgenfreien Start ins neue Schuljahr zu ermöglichen und die finanziellen Belastungen der Eltern zu reduzieren.“ Auch 2024 gab es eine starke Nachfrage mit einer hohen Abholrate von annähernd 100 Prozent. Das Schulstartpaket hat sich bewährt. Auch an den durch den Schulbeginn zusätzlichen finanziellen Belastungen für Familien mit geringen Einkommen hat sich nichts verbessert. Daher ist die Wiederauflage des Schulstartpakets für das kommende Schuljahr als Instrument zur Schaffung von Chancengleichheit notwendig. Darüber hinaus wäre auch die Übernahme dieser sozialen Maßnahme in den Regelbetrieb der freiwilligen sozialen Leistungen der Stadt sinnvoll. Ich ersuche um Annahme.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Frau Vizebürgermeisterin Karin Hörzing wird ersucht für das Schuljahr 2025/26 wieder ein Schulstartpaket für Linzer Schüler*innen bereitzustellen. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen. Antragsformular sollen in mehreren Sprachen verfügbar und benutzerfreundlicher sein. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dieser zehnstufige Online-Prozess auch nicht für alle zu bewältigen ist. Des Weiteren fordern wir, dass die City-Gutscheine auch kleineren und nicht so zentral liegenden Händlern zugutekommen und sie an dieser Aktion teilnehmen können sollen. Wir sehen darin sogar eine rechtlich bedenkliche Ungleichstellung. Deshalb stellen wir einen Antrag auf Zuweisung und plädieren erneut für eine bessere Treffsicherheit und Evaluierung der Fördermittel.
Wortmeldungen (4)EinblendenAusblenden

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, grundsätzlich erkennen wir die Intention, Familien zum Schulbeginn finanziell zu unterstützen, an. Allerdings gibt es mittlerweile mehrere bestehende Unterstützungsleistungen von Bund und Land. Es gilt, eine Doppelförderung zu vermeiden und sicherzustellen, dass städtische Mittel gezielt dort ankommen, wo sie wirklich gebraucht werden. In der Vergangenheit wurde der Linzer Schulstartbonus trotz ähnlicher Zeitknappheit immer rechtzeitig mit Frist bis Ende Oktober abgewickelt. Daher können wir darüber auch im Herbst noch diskutieren. Zudem möchten wir im Ausschuss über die Ausgestaltung der Einkommensgrenzen diskutieren, da frühere Regelungen in ihrer Treffsicherheit verbesserungswürdig waren. Nur wenn wir zielgerichtet fördern, wirkt eine Maßnahme auch sozial gerecht. Daher ersuchen wir um Zuweisung des Antrags in den Ausschuss für Finanzen und Integration zur inhaltlichen und finanziellen Beratung. Vielen Dank.

Wir begrüßen die Intention natürlich grundsätzlich, gerade weil gewisse Maßnahmen ausgelaufen sind, wie zum Beispiel der Arbeiterkammer (AK)-Schulbonus. Das war nur eine Einmalleistung, die natürlich auch geholfen hat. Ich verstehe auch die AK, dass man das Klientel abwechseln möchte. Wir sind aber der Meinung, wie schon angesprochen wurde, dass es zur genauen Treffsicherheit eine Analyse der Zielgruppen, die die Maßnahme in Anspruch genommen haben, braucht. Wir haben natürlich auch nichts dagegen, wenn das Paket leichter zu beantragen wird. Ich glaube, der ideale Ort, um das zu diskutieren, wäre der Sozialausschuss. Deshalb beantrage ich die Zuweisung zum Ausschuss für Generationen, Soziales und Sport.

Vielen Dank, liebe Kolleginnen und Kollegen, das Schulstartpaket war in den letzten Jahren eine gute Unterstützung für Familien. Deshalb unterstützen wir dieses als Linzer Volks- und Familienpartei auch. Wenn es nach uns geht, soll die Aktion auch verlängert werden. Ich habe im Antrag aber nicht gesehen, was das Projekt kostet. Deshalb habe ich ein bisschen recherchiert. Ich glaube, es sind rund 500.000 Euro pro Jahr. Wir haben ja schon viel über die künftige finanzielle Entwicklung der Stadt gesprochen. Worüber wir noch 114 nicht gesprochen haben, ist die heurige finanzielle Situation. Wenn man sich die Entwicklung vom vergangenen auf das heurige Jahr anschaut, ist das schon besorgniserregend. Das gehört somit berücksichtigt. Vergangenes Jahr haben wir laut Rechnungsabschluss - über den wir heute schon gesprochen haben und der beschlossen worden ist - ein Defizit von 50 Millionen Euro gemacht. Laut Mittelfristplanung wächst das Ganze heuer auf 121 Millionen Euro. Das ist also mehr als eine Verdoppelung oder ein Plus von 240 Prozent. Wie wir erfahren durften, reicht das nicht. Es dürfte sich noch größer werden. Daher ist unsere Position klar. Wir unterstützen das Schulstartpaket und finden die Initiative gut. Aber wir wollen zuerst einen Kassasturz und Klarheit, ob wir es uns leisten können, oder ob wir das Geld brauchen, um am Ende des Tages andere Löcher zu stopfen. Daher unterstützen wir die Zuweisung zum Ausschuss für Finanzen und Integration.

Danke für die Rückmeldungen. Gegen Verbesserungen und Evaluierungen spricht nichts. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass die hohe Abholrate - man weiß ganz genau, wie viele Kinder dazu berechtigt sind - schon dafür spricht, dass die Formalitäten im Großen und Ganzen in Ordnung sein dürften und es relativ niedrigschwellig funktioniert. Aber man kann immer etwas verbessern. Wenn es zu einer Zuweisung kommt, wäre es mir schon recht wichtig, dass im Herbst auch ein Paket zur Verfügung steht. Wenn es für die Kinder in die Schule geht, sollten sie das haben, damit der Schulstart gut funktioniert. Mit einer Zuweisung bin ich auch einverstanden. Es gibt zwei Möglichkeiten, Ausschuss für Finanzen und Integration oder Ausschuss für Generationen, Soziales und Sport. Vielleicht werden es beide, das haben wir auch schon gehabt. Danke.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: ausschuss verwiesen

Die Zuweisung des Antrages an den Ausschuss für Generationen, Soziales und Sport wird mehrheitlich abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (21), ÖVP (11), Die Grünen (8), NEOS (2), Gemeinderat DI Dr. Obermayr/ehem. MFG, Gemeinderat Brandstetter Die Zuweisung des Antrages an den Ausschuss für Finanzen und Integration wird einstimmig angenommen.