Gemeinschaftliches Gärtnern in der Mengerstraße ermöglichen
N 4 · Fraktionsantrag · 14. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz
Zusammenfassung
KI GeneriertIn der Mengerstraße soll auf einer neu entstehenden Parkfläche gemeinschaftliches Gärtnern mit interessierten Bewohnerinnen und Bewohnern ermöglicht werden. Der Vorschlag knüpft an die Umgestaltung des Areals nach einer Umwidmung an und sieht eine Abstimmung mit dem Projektwerber sowie den zuständigen Ressorts für Grünangelegenheiten und Planung vor. Begründet wird das Vorhaben mit dem Wunsch nach einer vielfältig nutzbaren, öffentlich zugänglichen Grünfläche mit Mehrwert für Anrainer, Schulen und Kindergärten. Genannt werden als mögliche Formen Gemeinschaftsbeete, essbare Stadt-Elemente oder ein Natur-Lehrpfad; die Fläche soll dabei öffentlich bleiben und nicht exklusiv genutzt werden. Die Finanzierung allfälliger Kosten soll über Budgetumschichtungen erfolgen, der Vorschlag wurde jedoch mit Stimmenmehrheit abgelehnt.
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Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, liebe Frau Vizebürgermeisterin, wir empfinden diesen Antrag als zynisch. Zuerst helft ihr mit, ohne Notwendigkeit wichtiges Grünland und damit eine fruchtbare Fläche - wo die Morgentaugärten waren – zu zerstören und jetzt wollt ihr - aus unserer Sicht - ein Trostpflästerchen spendieren und so tun, als würdet ihr gemeinschaftliches Gärtnern fördern. Michael, ich kann mir diese Vorgehensweise nur aus einer gewissen katholischen Erziehung und Prägung in der ÖVP erklären, ich meine das ernst. Im katholischen Glauben - ich bin selber auch katholisch erzogen worden, habe mich aber zum Glück befreit – kann man jederzeit beichten und durch Ablasshandlungen vergangene Sünden wieder gut machen. Der Himmel bleibt damit erreichbar, doch die Zerstörung der Frischluftschneise und des fruchtbaren Bodens, sind mit ein paar Erdkisten sicher nicht wettzumachen. Abgesehen davon war dort eine echte kleine Landwirtschaft, ich weiß nicht ob du Menschen kennst, die das dort mitbetrieben haben. Ich kenne schon Leute, die dort auf 20 Quadratmetern richtig etwas erwirtschaftet, damit wurden Tiefkühltruhen gefüllt. Das hat zu einer gesunden biologischen Ernährung für ihre Familien beigetragen, das ist jetzt futsch. Das wird mit solchen Kisten oder Alibiaktionen nicht mehr kommen, deshalb gibt es von uns eine Enthaltung.
Vielen Dank, sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, lieber Lorenz, du hast es schon gesagt, es ist eine gewisse Ironie, das müsst ihr jetzt wirklich zugeben: Zuerst eine Umwidmung zu ermöglichen, damit die Grundlage für das Gemeinschaftsgärtnern zu entziehen und dann einen Antrag zum Gemeinschaftsgärtnern machen, das kann man machen, muss man aber nicht und ich würde es auch wirklich nicht machen. Nichtsdestotrotz geht es beim gemeinschaftlichen Gärtnern – du hast es vorher schon richtig gesagt – natürlich um die Einbindung interessierter Bürger*innen, das ist möglich und wird auch bei diesem Projekt möglich sein. Wir haben schon einmal kurz darüber geredet, ich sage es auch hier noch einmal im Gremium: Wenn es einen oder mehrere interessierte Bürger*innen gibt, dann besteht die Möglichkeit mit dem Geschäftsbereich Stadtgrün und Straßenbetreuung Kontakt aufzunehmen. Dort kann die Nutzung einer bestimmten öffentlichen Fläche angefragt werden. Wenn das sozusagen positiv beschieden wird, wird ein Vertrag mit der Stadt Linz abgeschlossen, genauer gesagt, erfolgt eine Vertragsunterfertigung durch den Geschäftsbereich Gebäudemanagement und Tiefbau. Die Kosten richten sich natürlich nach der Größe der in Anspruch genommenen Fläche. Es gibt gewisse Vorgaben, es darf z.B. keine erwerbsmäßige Nutzung auf dieser Fläche stattfinden, der Pflanzenschutz ist auf biologische, mechanische Maßnahmen beschränkt und so weiter und so fort. Dabei werden bodengebundene Systeme bevorzugt, also Gemeinschaftsbeete, die von den Bürgern dann auch einfach umgesetzt werden können. Sie müssen das entsprechende Stück Grünfläche umstechen und urbar machen. Sollte der Bedarf nach einiger Zeit nicht mehr gegeben sein, wird auf der Fläche wieder eine Rasen- oder Wiesenfläche hergestellt. Wenn es jetzt darum geht, dass ein neuer Park angelegt wird, der der Stadt übergeben wird, dann wird das sicherlich unter Berücksichtigung der dortigen Bedingungen passieren. Wenn es ein Wunsch der interessierten Bürger*innen ist, in der zukünftigen Parkanlage etwas einzurichten, dann wird das auch hier sicher sehr gerne umgesetzt werden. Daher werden wir uns enthalten.
Sehr geehrte Damen und Herren, im Wesentlichen haben meine Vorredner das gesagt, was ich auch sagen wollte, auf Grund des zynischen Charakters – ich weiß nicht, ob man so etwas beichten kann – werden wir diesen Antrag ablehnen.
Danke, sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, liebe Damen und Herren, ich halte die Umwidmung in der Mengerstraße, die trotz sehr vieler Einwände umgesetzt wurde, für eine absolute Katastrophe. Die ÖVP - das wiederhole ich jetzt nicht, ich muss nur auf Lorenz Potočnik oder Herrn Langer verweisen - kommt jetzt und glaubt man kann das zum Teil wiedergutmachen, das geht nicht mehr. Auf der anderen Seite muss ich sagen, wenn man weiß, welch großen Wert das Gärtnern für manche Menschen hat, dann ist es eine 0,5 prozentige Wiedergutmachung des damals angerichteten Schadens und ich stimme dem trotzdem zu.
Danke für die erklärenden Worte. Zynisch ist es meines Erachtens nicht, denn der Vertrag mit den Morgentaugärten war schon vorher gekündigt. Der Eigentümer eines Feldes hat natürlich das Recht ein Feld zu verpachten oder eben eine Pacht auch zu beenden. Natürlich war das im Hinblick auf eine Umwidmung, aber das war nicht ursächlich, sondern mit den Betreibern der Morgentaugärten war dieser Zeitraum schon im Vorfeld abgesprochen, deswegen auch die rasche Umsiedlung in Richtung Pleschingersee. Ich denke mir, eine Entscheidung ist eine Entscheidung und nachher kann man selbstverständlich auch auf Wünsche und gestalterische Elemente eingehen. Ich werde deshalb auch keine Beichte ablegen müssen. Im letzten Gemeinderat habe ich recht deutlich erklärt, warum wir dieser Umwidmung - trotz vieler Bedenken - zugestimmt haben. Das kann man nachlesen, es ist uns auch nicht leichtgefallen. Ich bin dort auf dem Feld gestanden, lieber Lorenz, einige der dortigen Teilhaber sind sogar in meiner Verwandtschaft. Sie haben dort angebaut und ich bin mit einigen der dort ‚Gartelnden‘ immer wieder im Gespräch gewesen, denn ich habe mir das tatsächlich vor Ort angesehen. Ja, so etwas ist schön, keine Frage. Eine Stadt die wächst, braucht aber auch Erweiterungsflächen und diejenigen, die eine derartige Fläche anbieten können, sind natürlich irgendwo auch in der Poleposition. Ich hoffe, dass dieses Angebot aus dem Grünen-Stadtressort dann auch umgesetzt wird. Ich bin überzeugt, dass die Anwohner*innen die sich auch an mich gewandt haben, dem auch nähertreten werden. Es geht tatsächlich um eine Chance der Umsetzung und da werden wir sicher noch in informellen Gesprächen weiterkommen.
Abstimmungsergebnis
Ergebnis: abgelehnt
Der Antrag wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen von SPÖ (22), Die Grünen (10), NEOS (2), KPÖ (2) und LinzPlus (2) sowie bei Gegenstimme von Gemeinderat Brandstetter, WANDEL mit Stimmenmehrheit abgelehnt.