Zurück zur Natur - Ein Waldspielplatz für unsere Kinder

K 1 · Fraktionsantrag · 31. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

KI Generiert

Ein Waldspielplatz im Linzer Norden sollte Kindern Naturerlebnis, Bewegung und motorische sowie soziale Entwicklung ermöglichen. Als möglicher Standort wurde St. Magdalena entlang der Pferdebahnpromenade genannt, als Ausgleich zur Gesundheits- und Sportstrategie und vor dem Hintergrund von viel Bildschirmzeit und Übergewicht bei Kindern. Gegen die Umsetzung wurden die Lage der Grundstücke in Privatbesitz, rechtliche und haftungsrechtliche Fragen, die steile Hanglage sowie geschätzte Mehrkosten von 50.000 Euro angeführt. Zusätzlich wurde auf den nahegelegenen bestehenden Spielplatz St. Magdalena und bereits vorhandene Waldspielplätze in Linz verwiesen. Die Schaffung des Waldspielplatzes wurde mehrheitlich abgelehnt.

Schlagwörter (10):waldspielplatzkinderspielplatznaturerlebniskindergesundheitbewegungsförderungprivatgrundstückverkehrssicherheitst. magdalenastadtplanungbudget
AntragstextEinblendenAusblenden
Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Bürgermeister, bei K 1 geht es um einen Antrag für unsere Kinder. Wenn man sich die Statistiken anschaut, verbringen unsere sechs- bis siebenjährigen Kinder in Österreich durchschnittlich 133 Minuten vor den Bildschirmen, also mehr als zwei Stunden täglich. Zudem sind 28 Prozent der Kinder im Alter von fünf bis neun Jahren übergewichtig. Deswegen haben wir die Idee gehabt, einen neuen Waldspielplatz im Linzer Norden einzuleiten. Quasi als Ausgleich zur Gesundheits- und Sportstrategie. Somit haben die Linzer Kinder die Möglichkeit, die Natur mit allen Sinnen zu erleben, spielerisch zu entdecken und sich dabei motorisch und sozial weiterzuentwickeln. Ein Waldspielplatz ist kein normaler Spielplatz, sondern er integriert die natürliche Umgebung und setzt auf kreative Spielstrukturen und natürliche Materialien. Ein konkreter und idealer Standort dafür könnte in St. Magdalena entlang der Pferdebahnpromenade sein. Deswegen soll der Gemeinderat heute Folgendes beschließen. Ich bitte um Zustimmung.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der für Liegenschaftsangelegenheiten zuständige Bürgermeister Prammer wird gemeinsam mit der für Spielplatzangelegenheiten zuständigen Vizebürgermeisterin Hörzing beauftragt, die nötigen Schritte zur Schaffung eines Waldspielplatzes in Linz zu setzen. Dafür soll mit dem Eigentümer der im Antragsvorspann genannten Grundstücke in Kontakt getreten werden, um die Möglichkeiten zur Umsetzung und Gestaltung des Waldspielplatzes zu prüfen sowie eine Realisierung einzuleiten. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.
Wortmeldungen (3)EinblendenAusblenden

Danke, sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Kollegen und Kolleginnen, natürlich sind wir grundsätzlich für Wald, für Spielplätze und auch für Waldspielplätze. Trotzdem sehen wir in der konkreten Umsetzung des Antrags ein Problem. Der Standort ist komplett in Privatbesitz ist. Genau das ist auch der Grund, warum wir uns enthalten.

Danke Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren, mehr Platz für Kinder zum Spielen in der Natur ist grundsätzlich eine gute Idee. Das ist auch der Grund, warum es in Linz schon zwei Waldspielplätze und auch diverse andere Spielplätze, die sich an Waldrändern befinden, gibt. Es müssen eben die Rahmenbedingungen passen, wenn man einen neuen Spielplatz errichten möchte. Dabei geht es natürlich auch sehr stark um die Sicherheit für unsere Kinder. Die vorgeschlagenen Grundstücke befinden sich, wie gerade erwähnt wurde, überwiegend in Privatbesitz. Das hat rechtliche Konsequenzen und führt zu potenziellen Konflikten. Die Stadt haftet für die Verkehrssicherheit auf den von ihr errichteten Spielplätzen. Sie kann aber umgekehrt auf Privatgrundstücken nicht für die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen sorgen, wenn etwa durch einen Sturm ein Baum beschädigt wird und dieser womöglich entfernt werden muss. Das birgt natürlich ein Gefahren- und Haftungspotenzial. Außerdem haben umgekehrt die Eigentümer*innen natürlich das Recht, ihr Grundstück zu nutzen, was wiederum - wenn auch nicht absichtlich - dazu führen kann, dass sie die Kinder dort, auf welche Art auch immer, gefährden. Des Weiteren handelt es sich bei den angeführten Grundstücken um jene, die eine sehr steile Hanglage mit 20 bis 30 Prozent Steigung aufweisen. Das ist nicht nur potenziell gefährlich, das hat auch geschätzte 50.000 Euro Mehrkosten bei der Errichtung zur Folge. Gerade in Zeiten, wo wir viel vom Sparen reden, ist das jetzt wahrscheinlich nicht das geeignete Grundstück. Außerdem befindet sich bereits nur zwei Minuten Fußweg entfernt ein bestehender Spielplatz - der Spielplatz St. Magdalena. Aus diesen Gründen werden auch wir uns hier enthalten. Danke.

Ehrlicherweise finde ich es ein bisschen schade, dass man den Antrag nicht einmal dem Ausschuss zuweist, um dort die Rahmenbedingungen zu diskutieren. Man kann sich die Möglichkeiten anschauen und mit diesen Grundstückseigentümer*innen in Kontakt treten. Ich glaube, die Idee an sich ist schon unterstützenswert, deswegen tut es mir leid, dass sich zwei Fraktionen einfach enthalten.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Der Antrag wird mehrheitlich abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (21), Die Grünen (8), NEOS (2), ehem. MFG (2), KPÖ (2), Gemeinderat Brandstetter