Englisch-Offensive im öffentlichen Raum

K 1 · Fraktionsantrag · 17. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:angenommen

Zusammenfassung

KI Generiert

Gefordert wird eine englischsprachige Offensive im öffentlichen Raum, um Linz für internationale Fachkräfte attraktiver zu machen und die Sichtbarkeit der Stadt im internationalen Wettbewerb zu erhöhen. Begründet wird das mit dem Bedarf exportorientierter Unternehmen, IT-Betriebe und Start-ups an englischsprachigen Angeboten sowie mit der erleichterten Orientierung und dem Onboarding von Zugewanderten, solange Deutsch noch nicht ausreichend beherrscht wird. Genannt werden als mögliche Maßnahmen mehr englischsprachige Kindergärten und englischsprachige Durchsagen im öffentlichen Verkehr. Der Wirtschaftsreferent soll dafür einen Maßnahmenkatalog erarbeiten und dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorlegen. Die Kosten sollen durch Umschichtungen im Budget gedeckt werden; der Antrag wurde angenommen.

Schlagwörter (10):englischsprachige angeboteöffentlicher raumfachkräftewirtschaftsstandortinternationalisierungintegrationöffentlicher verkehrkindergärtenbudgetumschichtungstandortattraktivität
AntragstextEinblendenAusblenden
Gemeinderat Gegenhuber berichtet über den von der SPÖ-Gemeinderatsfraktion eingebrachten Antrag und führt aus: Sehr geehrter Herr Bürgermeister, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher, wenn man mit IT-Unternehmen, mit Start-Ups und exportorientierten Unternehmen, die einen hohen Fachkräftebedarf haben, spricht, - wir haben heute auch schon vom Kollegen Hofer gehört, dass es sehr wichtig ist, dass wir für Fachkräfte attraktiv sind - hört man immer nur eines und das ist immer eine Frage: Was könnte die Stadt noch unternehmen, um englischsprachige Angebote im öffentlichen Raum auszubauen? Warum ist das für uns wichtig? Englisch ist für eine exportorientierte Stadt wie Linz, die eine wachsende Anzahl von englischsprachigen Fachkräften beheimatet und für internationale Fachkräfte attraktiv sein will, natürlich höchst relevant. Mehr Englisch hilft uns, die Attraktivität der Stadt zu steigern. Es erhöht die Wettbewerbsfähigkeit unserer örtlichen Wirtschaft und hat einen positiven Einfluss auf unsere Wirtschaft und unseren internationalen Ruf als Exportstadt. Es liegt natürlich auf der Hand und ist klar, dass Fachkräfte Deutsch lernen, wenn sie zu uns kommen. Aber Deutsch zu lernen dauert natürlich auch seine Zeit. Deswegen ist die Präsenz und Sichtbarkeit der englischen Sprache sehr wichtig. Es ist notwendig, Englisch sichtbarer zu machen, weil es natürlich auch das „Onboarding“ von internationalen englischsprachigen Fachkräften erleichtert. Deswegen stellen wir folgenden Antrag:
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der Gemeinderat beschließe: Der Gemeinderat der Stadt Linz begrüßt die Förderung der englischen Sprache, um die Attraktivität unserer Stadt für internationale Fachkräfte zu steigern und auch die Integration zu fördern. Der Wirtschaftsreferent der Stadt Linz, Bürgermeister Klaus Luger, wird ersucht, einen Maßnahmenkatalog für eine englischsprachige Offensive im öffentlichen Raum zu erarbeiten und diesen dem Gemeinderat zur Beschlusslage vorzulegen. Die Bedeckung eventuell anfallender Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen. Es geht darum mehrere Maßnahmen im Paket zu haben, sei es mehr englischsprachige Kindergärten oder englischsprachige Durchsagen im öffentlichen Verkehr.
Wortmeldungen (3)EinblendenAusblenden

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, werte Gemeinderäte, Englisch ist die internationale Sprache der Welt schlechthin, in diesem Sinne haben wir hier absolut nichts dagegen, wenn die englische Sprache im öffentlichen Raum in Linz gefördert wird. Allerdings ist die deutsche Sprache oder das Erlernen der deutschen Sprache das zentrale Element einer erfolgreichen Integration in unsere Gesellschaft, das muss man auch sagen. In diesem Sinne fragen wir uns schon, ob dieser Antrag nicht ein falsches Signal an die Neuzugewanderten ist, wenn man vermittelt, dass man mit englischer Sprache in Linz super durchkommt und Deutsch lernen ‚Ja, bei gutem Willen‘. Wir plädieren daher für eine Zuweisung an den Integrationsausschuss, damit man dort unter Beteiligung aller Fraktionen natürlich, dieses Maßnahmenpaket diskutieren und analysieren kann und eventuell auf einen gemeinsamen Nenner kommen und den Antrag dann vielleicht einstimmig beschließen kann. Vielen Dank.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren, lieber Kollege Thomas Gegenhuber, Sie laufen bei uns NEOS offene Türen ein. Man kann gar nicht oft genug betonen, wie wichtig es ist, Englisch zu beherrschen. Es ist wichtig, dass Gäste aus dem Ausland, die zu uns kommen und auch Expats, die hier arbeiten, verstanden werden und sich verständigen können, zumindest in Englisch, vor allem auch bei allen Amtswegen. Natürlich stimmen wir zu.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, die Ausführungen des Kollegen Malesevic sorgen bei mir dafür, dass ich mich zu Wort gemeldet habe, denn das ist eine absolute Themenverfehlung Herr Kollege. Hier geht es nicht um Integration, hier geht es knallhart auch um die Perspektiven des Wirtschaftsstandorts Linz. Man weiß, dass beispielsweise bei Unternehmen, wie Borealis, oder IT-Unternehmen, die Linz in den letzten Jahren massiv geprägt haben, teilweise schon Englisch als Unternehmenssprache geführt wird, beispielsweise bei Dynatrace. Man weiß, dass man bei der MIC Datenverarbeitungs GmbH ohne Englischkenntnisse schlichtweg nicht arbeiten kann, weil die Geschäftspartner weltweit Englisch sprechen. Wenn man weiß, dass es beispielsweise bei Borealis unheimlich wichtig ist, dass wir die Forschungsabteilung hier in Linz behalten, nämlich für den gesamten Konzern, dann ist es völlig klar, dass es sich hier nicht um eine Integrationsaufgabe handelt, sondern schlichtweg darum, dass für Menschen, die eine bestimmte Zeit in Linz sind und für unser Weiterkommen hier arbeiten, Englisch eine normale Umgangssprache ist. Es ist wichtig, dass wir auch – so heißt ja auch der Antrag – im öffentlichen Raum dazu ein Statement abgeben. Ich glaube, es wird in Österreich noch manchmal generell unterschätzt, in welcher Situation wir uns befinden. Die sogenannten Talente, die besser qualifizierten, gut qualifizierten und hochqualifizierten Arbeitskräfte, entscheiden für sich, wo sie arbeiten wollen und sie sehen ein Gesamtangebot. Das reicht von Freizeitqualität, von Sicherheit, von einer Gesellschaft, die offen und nicht bevormundend ist, bis eben auch dazu, wie sie für sich und ihre Kinder den Alltag hier gestalten können. Das heißt, es ist beispielsweise ein erbärmliches Zeichen, dass in der internationalen Schule im Auhof, in der Linz International School Auhof (LISA), jährlich lächerliche zwei Jahrgänge ausgebildet werden. Das heißt, wir sprechen hier von 50 Schülerinnen und Schülern in einer Stadt mit 212.000 Einwohnern und einer Region mit mehr als 400.000 Leuten. Da geht es um die Zukunft und nicht um Integration und um sonst überhaupt nichts und deshalb bitte ich hier wirklich um Zustimmung. Wir kämpfen gemeinsam mit den Unternehmen um jede qualifizierte Arbeitskraft und Linz hat hier, aus meiner Sicht, leider tatsächlich auch Aufholbedarf, was unsere internationale Visibility betrifft. Wenn man auf Dienstreisen ist, merkt man, dass vieles leider nicht so gesehen wird, wie es zum Teil ist oder dass wir selbst auch die Dinge noch nicht so scharf sehen, wie wir sie sehen sollten, deshalb bitte ich um Zustimmung.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: angenommen

Die Zuweisung des Antrages an den Ausschuss für Wirtschaft, Innovation und Verfassung wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen von SPÖ (21), ÖVP (11), Die Grünen (9), NEOS (2), MFG (2), KPÖ (2), LinzPlus (1) sowie Gemeinderat Brandstetter, WANDEL, mit Stimmenmehrheit abgelehnt. Der Antrag wird bei Stimmenthaltung der FPÖ-Fraktion (9) mit Stimmenmehrheit angenommen.