Freifahrt für Schüler*innen in den Ferien

L 2 · Fraktionsantrag · 21. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

KI Generiert

Gefordert wird ein Konzept für eine Freifahrt von Schülerinnen in den Ferien nach Wiener Vorbild. Kinder und Jugendliche sollen dadurch leichter öffentliche Verkehrsmittel nutzen und früh für nachhaltige Mobilität gewonnen werden. Als Begründung wird auf das Wiener Modell sowie auf das bestehende Jugendticket-Netz in Oberösterreich verwiesen, das bereits günstige Jahresnutzung ermöglicht. Die Kosten sollen durch Umschichtung im Budget bedeckt werden. Der Vorschlag wurde samt Zuweisung an den Mobilitätsausschuss mehrstimmig abgelehnt.

Schlagwörter (9):öffentlicher verkehrschülerfreifahrtferienregelungnachhaltige mobilitätjugendticketmobilitätsförderungverkehrstarifebudgetumschichtungwiener modell
AntragstextEinblendenAusblenden
Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, sehr geehrte Damen und Herren, vielen Dank. Der vorliegende Antrag soll einen Beitrag dazu leisten, Kinder und Jugendliche für die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zu begeistern und gleichzeitig die Hürden dafür zu senken. Dies soll helfen, nachhaltige Mobilität als Instrument für die Zukunft vorzubereiten. Es geht dabei um die Freifahrt für Schüler*innen in den Ferien. In Oberösterreich gibt es bereits das OÖVV Jugendticket-Netz für rund 80 Euro im Jahr. Das ist eine super Sache. Wir haben uns allerdings auch Wien angeschaut, das hier einen Schritt weiter geht. Dort dürfen nämlich unter anderem Kinder bis zum 15. Geburtstag in den Schulferien, an Sonn- und Feiertagen sowie am 2. November und am Landesfeiertag kostenlos mit den Wiener Linien unterwegs sein. Das gleiche Angebot gilt für ältere Schüler*innen bis zum 24. Geburtstag, vorausgesetzt, sie besuchen eine Schule mit Öffentlichkeitsrecht in Österreich. Das ist ein sehr schönes Modell, daher stellen wir den vorliegenden Antrag.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der Gemeinderat beschließe: Das für Mobilität zuständige Stadtsenatsmitglied wird ersucht, ein Konzept für ‚Freifahrt für Schüler*innen in den Ferien‘ nach dem Beispiel Wiens zu erarbeiten und dieses dann dem Ausschuss für Mobilität zur Diskussion vorzulegen. In weiterer Folge soll dann mit den LINZ LINIEN und dem Oberösterreichischen Verkehrsverbund an einer möglichen Umsetzung gearbeitet werden. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.
Wortmeldungen (5)EinblendenAusblenden

Sehr geehrte Frau Vizebürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren, der Vorschlag klingt aufs Erste relativ plausibel. Es gibt allerdings etliche Wenn und Abers. Ich glaube es ist vernünftig, wenn wir diesen Antrag dem Ausschuss für Mobilität und Verkehr zuweisen.

Vera Schachnerehem. MFG-Mitgl.

Danke, sehr geehrte Frau Bürgermeisterin, meine Damen und Herren, wie man schon seit längerem aus allen Medien entnehmen kann, herrscht unter Jugendlichen Bewegungsmangel. In Österreich sind vor allem junge Menschen betroffen und das mit dramatischen gesundheitlichen Folgen. Bewegung ist gesund! Durch mangelnde Bewegung werden die Menschen – vor allem junge Menschen - unter anderem Herzkrankheiten, Fettleibigkeit, Diabetes, Depressionen und Demenz entwickeln. Dieser Bewegungsmangel sollte nicht noch zusätzlich in den Ferien gefördert werden. Geben wir unseren Kindern deshalb möglichst viel Raum und Zeit, sich ausgiebig zu bewegen. Bewegung schult die Wahrnehmung der Kinder. Dabei werden vor allen Dingen die Raumerfahrung, das Körperbewusstsein, das Koordinationsvermögen und der Gleichgewichtssinn gefördert und entwickelt. Ich werde diesen Antrag ablehnen. Danke.

Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, die SPÖ-Fraktion wird sich bei diesem Antrag enthalten und ich möchte ganz kurz erklären warum. Wir sind auch der Meinung, dass die Zukunft der Mobilität im öffentlichen Verkehr liegt, wie im Antrag dargelegt wird. Kurz zum zitierten Wiener Modell, das schon viele Jahrzehnte alt ist und aus einer Zeit stammt, bevor es spezielle Tarifmodelle für junge Leute, wie in Wien zum Beispiel das Top-Jugendticket oder in Oberösterreich das Jugendticket-Netz, die auch Kollege Langer genannt hat. Das Jugendticket-Netz bietet für Schüler*innen, für Berufsschüler*innen, für Lehrlinge und über die Schüler- und Lehrlingsfreifahrt hinausgehend, die Nutzung des gesamten öffentlichen Verkehrsliniennetzes. Das oberösterreichische Jugendticket-Netz kostet 82 Euro im Jahr und ist somit die günstigste Variante in ganz Österreich. Es ist vom 1. September eines Jahres bis 30. September des nächsten Jahres gültig und ermöglicht die völlige Nutzung. Dieses Ticket ist bei den Verbundlinien im gesamten Verbundraum, bei der Pöstlingbergbahn, bei allen Stadt- und Ortsverkehren sowie bei Rufbusverkehren uneingeschränkt als Netzkarte gültig. Es wird weit über 100.000-mal ausgestellt. Wir sehen daher einen Bedarf in dieser Form nicht und werden uns enthalten. Danke.

Ich schließe mich meinen Vorrednerinnen und Vorrednern im Wesentlichen an. Die Intention des Antrages ist gut, die teile ich auch. Wir werden uns allerdings auch der Stimme enthalten, weil es - wie Kollege Koppler ausgeführt hat - unter anderem das Jugendticket-Netz in Oberösterreich zum Preis von 82 Euro im Jahr gibt. Mit diesem Ticket kann man mit allen Linien in Oberösterreich fahren. Ich teile die Meinung nicht, dass der Bewegungsmangel durch ein Streichen der guten Angebote im Öffi-Bereich aufgewogen werden kann. Auch ich bin der Meinung, dass sich die Jugend bewegen soll, wobei das nicht nur für die Jugend, sondern auch die Erwachsenen gilt. Man wird das Problem des Bewegungsmangels allerdings nicht damit lösen, dass man die Öffis killt. Von uns gibt es deshalb eine Stimmenthaltung. Danke schön.

Vielen Dank für die Rückmeldungen, ich denke es war einen Versuch wert. Einerseits bezeichnet die SPÖ Linz immer gerne als soziale Musterstadt und andererseits haben wir heute ein Klimaneutralitätskonzept beschlossen. Wir bekennen uns weitgehend dazu, unter anderem im Bereich der Mobilität, die Nutzung des öffentlichen Verkehrs und darüber hinaus natürlich auch des Fuß- und Radverkehrs zu fördern. Es wäre natürlich auf jeden Fall ein kleines Investment, es kostet nicht nichts. Aber es wäre ein Investment in die Zukunft, um Kindern und Jugendlichen noch weniger Hürden in den Weg zu legen auch in der Zukunft die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Ich nehme zur Kenntnis, dass das nicht ankommt, aber ein Versuch war es. Danke schön.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Die Zuweisung des Antrages an den Ausschuss für Mobilität und Verkehr wird mehrstimmig abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (21), ÖVP (11), Gemeinderat DI Dr. Obermayr/MFG Der Antrag wird mehrstimmig abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (21), ÖVP (11), FPÖ (9), NEOS (2), Gemeinderat DI Dr. Obermayr/MFG Gegenstimme: Gemeinderätin Schachner/MFG