Changing Places für Linz

T 4 · Fraktionsantrag · 32. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:ausschuss verwiesen

Zusammenfassung

KI Generiert

In Linz soll im Stadtzentrum ein Changing Place als barrierefreie Sanitäranlage geschaffen werden. Die Einrichtung soll Menschen mit schweren Behinderungen, Pflegepersonen und auch Touristinnen den Zugang zum öffentlichen Raum erleichtern und mehr Teilhabe ermöglichen. Vorgesehen sind eine Toilette mit Haltegriffen, ein Deckenlifter-System, eine höhenverstellbare Liege und ein höhenverstellbarer Waschtisch sowie ausreichend Bewegungsfreiheit. Als möglicher Standort wurde im Verlauf der Wortmeldungen der Volksgarten beim inklusiven Spielplatz genannt; die Kosten sollen durch Umschichtung im Budget oder in künftigen Voranschlägen gedeckt werden. Die Zuweisung an den Ausschuss für Liegenschaften und Schulen wurde einstimmig angenommen.

Schlagwörter (10):barrierefreiheitchanging placessanitäranlageinklusionbehinderungöffentlicher raumstadtzentrumpflegevolksgartensoziale teilhabe
AntragstextEinblendenAusblenden
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, werte Kollegen und Kolleginnen, Zuseherinnen und Zuseher, der Gang auf die Toilette ist für viele von uns Routine. Für Menschen mit Beeinträchtigung kann die Verrichtung der Notdurft jedoch eine Herausforderung darstellen – insbesondere, wenn es darum geht, eine geeignete barrierefreie Toilette im öffentlichen Raum zu finden. Um das Angebot an entsprechend ausgestatteten WC-Anlagen im öffentlichen Raum zu verbessern, stehen in immer mehr Städten sogenannte Changing Places zur Verfügung. Dabei handelt es sich um speziell ausgestattete barrierefreie Sanitäranlagen, die zusätzlich zu einer Toilette mit Haltegriffen auch mit einem Deckenlifter-System, einer höhenverstellbaren Pflegeliege sowie einem höhenverstellbaren Waschtisch ausgestattet sind und genügend Bewegungsfreiheit für die Nutzer*innen sowie Pflegepersonen bieten. Genutzt werden diese Angebote zum Beispiel von Menschen mit Mehrfachbehinderungen, von Personen, die an Muskel- und Nervenerkrankungen oder an Querschnittslähmungen leiden. Darüber hinaus wären solche barrierefreien Einrichtungen auch für Tourist*innen von großem Vorteil. Linz zieht als Kulturstadt jedes Jahr viele Besucher*innen an, die durch ein solches Angebot nicht nur mehr Komfort, sondern auch ein starkes Signal der Offenheit und Inklusion erfahren würden. Während in Großbritannien bereits mehr als 1.000 Changing Places zur Verfügung stehen, ist in Österreich die Stadt Innsbruck Vorreiterin für diese barrierefreien Sanitäranlagen. In der Tiroler Landeshauptstadt steht so eine Einrichtung 24 Stunden zur Verfügung und sie ist mit einem EuroKey benutzbar. In unserer Stadt fehlt dieses Angebot hingegen noch. Um Menschen mit schweren Behinderungen sowie Pflegepersonen den Zugang zum öffentlichen Raum und somit die Teilhabe am öffentlichen Leben zu erleichtern, sollte auch in Linz ein derartiges Angebot geschaffen werden. Vielen Dank.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der Gemeinderat beschließe: Die für Liegenschaften und Soziales zuständigen Mitglieder der Stadtregierung werden ersucht, dafür Sorge zu tragen, dass im Linzer Stadtzentrum ein geeigneter Ort für einen Changing Place ausfindig gemacht und dieser entsprechend ausgestattet wird. Neben einer Toilette mit Haltegriffen soll die Einrichtung ein Deckenlifter-System, eine höhenverstellbare Liege sowie einen höhenverstellbaren Waschtisch umfassen und genügend Platz für die Nutzer*innen sowie Pflegepersonen bieten. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen beziehungsweise in kommenden Voranschlägen berücksichtigt werden.
Wortmeldungen (4)EinblendenAusblenden

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Frau Straßer-Kreisel, wir haben eine gute Nachricht. Die Stadt Linz braucht sich nicht mehr auf die Suche nach dem richtigen Örtchen zu machen, denn wir haben es bereits gefunden. Der ideale Standort ist im Volksgarten beim inklusiven Spielplatz. Wie von meiner Kollegin Renate Pühringer bereits im März 2022 beim Bürger*innenantrag, den inklusiven Spielplatz betreffend, erwähnt wurde, kommen Kinder mit und ohne Behinderung, Eltern und Beeinträchtigte in den Volksgarten, um eine schöne Zeit zu haben. Genau dort braucht es eine solche WC-Anlage, die sauber, geräumig und auch warm ist. Der Changing Place gehört unseres Erachtens an diesen zentralen und gut erreichbaren Ort. Wir glauben auch, dass die bestehende WC-Anlage im Volksgarten ohne große Umstände und kostengünstig erweiterbar ist. Wir stimmen dem Antrag zu.

Sehr geehrte Damen und Herren, vielen Dank, wie meine Vorrednerinnen schon betont haben, ist diese Art einer allgemeinen Toilette - oder Toilette für alle - ein ganz wesentlicher Bestandteil einer großen Stadt. Die Idee für den Changing Place ist in Großbritannien - aus einem Bedarf von Betroffenen heraus artikuliert - bereits in den Neunzigerjahren entstanden. Wie erwähnt, wurde bereits sehr viel in diese Changing Places investiert. Es sind bis zu 1.800 solcher Orte vorgesehen. Die Mobilität behinderter Menschen hat sich in den letzten Jahren wesentlich verändert und verbessert. Sie sind im öffentlichen Raum unterwegs und das ist gut so. Allerdings sind die Aufenthalte zeitlich sehr begrenzt, wenn für die Bedürfnisse dieser Menschen keine entsprechenden Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. Eine Gestaltungsmöglichkeit der sozialen Teilhabe ist nicht möglich, weder für die Betroffenen noch für deren Begleitung und Betreuung. Wie meine Vorrednerin, die schon auf den für sie idealen Platz hingewiesen hat, denke ich persönlich sofort an Frauen, denen überwiegend die Care-Arbeit - auch für schwerstbehinderte Kinder, die sie pflegen und umsorgen - überantwortet wird. Auch diese Kinder werden Jugendliche, werden Erwachsene und werden schwerer. Aber ihre Bedürfnisse bleiben die eines Kleinkindes. Dieser Betreuung außer Haus nachzukommen ist daher ohne technische Hilfsmittel eine nicht zu bewältigende Aufgabe für die Mutter. Damit werden auch betreuende Angehörige in ihren sozialen Bedürfnissen nochmals eingeschränkt. Wie bereits erwähnt, gibt es seit April 2025 eine derartige Einrichtung in Innsbruck. Bei meiner weiteren Recherche konnte ich feststellen, dass es in München mit rund 1,6 Millionen Einwohnern 21 derartige Einrichtungen gibt. Im Hinblick auf die demografische Entwicklung, wodurch noch mehr Bedarf entsteht, ist eine ausführliche Auseinandersetzung mit diesem Thema sehr sinnvoll. Ich ersuche daher um Zuweisung zum Ausschuss für Liegenschaften.

Vielen Dank Herr Bürgermeister, liebe Lucia Straßer-Kreisel, ich weiß genau, was du meinst. Die Toiletten sind ein Problem, darum müssen wir etwas tun. Fangen wir genau damit an. Ich denke, wenn wir es schaffen, aus diesem Antrag heraus zumindest mehr behindertengerechte Toiletten im öffentlichen Raum in der Innenstadt zu errichten, dann wäre das ein sehr großer Erfolg für euch. Wir sind für die Zustimmung natürlich sofort zu haben.

Vielen Dank, danke für die bereits vielen schon sehr konkreten Ideen. Ich bedanke mich auch für die noch einmal umfangreicheren Erläuterungen, die ich mir in meinem Antragstext erspart habe. Wir haben jetzt noch einmal sehr gute Argumente gehört, um das wirklich rasch umzusetzen. Ich würde mich freuen, wenn es im Ausschuss Platz findet und dort nicht versandet, sondern wirklich umgesetzt wird. Danke.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: ausschuss verwiesen

Die Zuweisung des Antrages an den Ausschuss für Liegenschaften und Schulen wird einstimmig angenommen.