Inklusiven Spielplatz am Volksgarten sicherer machen

R 11 · Fraktionsantrag · 24. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

KI Generiert

Gefordert wurde eine zusätzliche Einzäunung des inklusiven Spielplatzes im Volksgarten zur Volksgartenstraße hin, damit Kinder besser vor dem Straßenverkehr geschützt werden. Anlass waren Berichte über gefährliche Situationen, weil Kinder rasch vom Spielbereich auf die Straße gelangen können und dies für Begleitpersonen besonders belastend ist, vor allem bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung. Als Lösung wurde ein Zaun in Zusammenarbeit mit betroffenen Eltern sowie eine Finanzierung durch Umschichtung im Budget vorgeschlagen. Bereits im Vorfeld waren laut Wortmeldungen natürliche Barrieren und eine Bepflanzung als Abgrenzung vorgesehen. Der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt.

Schlagwörter (9):volksgarteninklusiver spielplatzkindersicherheitverkehrssicherheitautismusbarrierezaunbepflanzungbudgetumschichtung
AntragstextEinblendenAusblenden
„Sehr geehrte Interessierte im Livestream und im Saal, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrter Herr Vizebürgermeister, im Volksgarten ist nach einem Bürgerantrag, den LinzPlus eingebracht hat, ein toller inklusiver Spielplatz errichtet worden. Seit der Eröffnung im Frühling dieses Jahres wird der Spielplatz gut angenommen und für die Gestaltung auch gelobt. Nur ein Problem trübt die Freude: Kinder haben noch kein Sensorium für Gefahren. Verschärft wird diese Problematik, wenn Kinder eine Autismus-Spektrum-Störung aufweisen. Wenn sie loslaufen, gelangen sie vom Spielplatz innerhalb von wenigen Sekunden auf die Volksgartenstraße. Selbst wenn Eltern sehr aufmerksam sind, kommt es dadurch zu gefährlichen Situationen. Wenn Aufsichtspersonen allein mit mehreren Kindern am Spielplatz sind, bedeutet es ungemeinen Stress, alle Kinder gleichzeitig zu beaufsichtigen. Um die Kinder vor den Gefahren des Verkehrs auf der Volksgartenstraße wirksam zu schützen und den Begleitpersonen eine entspanntere Zeit am inklusiven Spielplatz zu ermöglichen, braucht es einen geeigneten Zaun rund um diesen Spielbereich. Eine Gruppe von Linzerinnen und Linzern hat für dieses Anliegen Unterschriften gesammelt und sich an uns gewendet. Die Linz Plus-Gemeinderatsfraktion bringt für diese engagierten Bürgerinnen und Bürger der Stadt Linz folgenden Antrag ein:
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der Gemeinderat beschließe: 'Die geschäftsführende Vizebürgermeisterin Hörzing wird ersucht, den inklusiven Spielplatz im Volksgarten zeitnah und in Zusammenarbeit mit den betroffenen Eltern mittels eines Zaunes zur Straße hin für Kinder sicherer gestalten zu lassen. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.'
Wortmeldungen (3)EinblendenAusblenden

Danke, wir werden uns bei diesem Antrag enthalten. Es ist nicht recht vorstellbar, dass man nur entlang der Straße einen Zaun macht. Wo endet dieser? Muss man den ganzen Spielplatz einzäunen? Ich glaube, dass das ziemlich unpraktikabel ist. Ich kann auch aus eigener Erfahrung berichten. Ich war jahrelang mit meinen Kindern immer wieder auf diesem Spielplatz - damals war es zwar noch kein inklusiver Spielplatz, sondern ein normaler Kinderspielplatz - und ich habe nie erlebt, dass ein derartiges Problem bestanden hätte und Kinder auf die Straße gelaufen wären. Vielleicht ist das bei Kindern mit Autismusstörungen anders. Ich glaube aber, dass es relativ schwierig ist, diesen Vorschlag ohne gestalterisches Problem umsetzen zu können. Außerdem sollte die Benützungsfreundlichkeit des Spielplatzes zum Park hin gewährleistet bleibt.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, werte Mitglieder des Gemeinderates, im Vorfeld der Planung dieses inklusiven Spielplatzes beim Volksgarten wurden natürlich auch Expertinnen und Experten eingebunden. Man hat sich auch mit dem Thema beschäftigt wie, sozusagen, eine Abgrenzung passieren kann. Der Kompromiss in diesem Bereich war, das mit natürlichen Barrieren zu machen. Es wurde vereinbart Sträucher zu pflanzen. Bepflanzungen und Verdichtungen können aber witterungsbedingt erst im Herbst erfolgen. Meines Wissens wurde der Rankzaun bereits aufgestellt und in Kürze wird auch die Bepflanzung vorgenommen, um eine gewisse Verbesserung zu erreichen. Aber eines ist Fakt, in welcher Form auch immer, der Zaun oder wie auch immer man das nennen möchte, ausgestaltet ist, er wird eine Aufsichtspflicht nicht ersetzen. In diesem Sinne werden wir uns enthalten.

Danke für das Wort, ich muss gerade überlegen, wie ich das formuliere, weil ich jetzt wirklich wütend bin. Es geht überhaupt nicht darum, dass irgendjemand seine Aufsichtspflicht nicht wahrnimmt oder nicht wahrnehmen möchte oder dergleichen. Ich habe das Problem gut dargestellt und die Sorgen der Eltern, insbesondere der Eltern von Kindern mit Behinderung, wurden auch medial gut dargestellt. Herr Kollege Rabengruber, wenn du das Problem nicht kennst, dann bitte, sei froh, dass deine Kinder keine Autisten sind. Sei froh, wenn du das Problem mit Wahrnehmungsstörungen und dass Kinder einfach aus dem Nichts heraus loslaufen, nicht kennst. Sei einfach froh, aber da hast du das Thema vielleicht nicht verstanden. Zum Thema Aufsichtspflicht ist den Eltern im Vorfeld schon gesagt worden, dass sie ganz einfach nicht so viel aufs Handy schauen sollen. Ich möchte schon sagen: Wir gehen mit Eltern von behinderten Kindern um, als würden sie irgendetwas vernachlässigen oder als würden sie das Elternsein nicht schaffen! Das ist eigentlich skandalös! Ich bitte noch einmal um Zustimmung zu diesem Antrag.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Der Antrag wird mehrheitlich abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (20), Die Grünen (10), NEOS (2), Gemeinderätin Schachner/MFG, KPÖ (2)