Machbarkeitsstudie „Intelligente City-Logistik“

N 6 · Fraktionsantrag · 14. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz

Berichterstatter:

Ergebnis:ausschuss verwiesen

Zusammenfassung

KI Generiert

Geprüft werden soll eine Machbarkeitsstudie für eine ökologisch nachhaltige Stadtlogistik in Linz. Im Mittelpunkt stehen die letzte Meile, der wachsende innerstädtische Güterverkehr und zusätzliche logistische Mehrwertdienste für den Einzelhandel. Begründet wird das Vorhaben mit steigenden Paketmengen, mehr CO2-Emissionen, Umweltbelastungen und Flächenkonkurrenz im öffentlichen Raum sowie mit dem Druck auf den stationären Handel. Vorgesehen sind Konzepte wie Sammelzustellungen, Radbotendienste, Microdepots, Cityhubs, Lastenräder und digitale Serviceangebote für kleine Händler. Die Ausarbeitung soll gemeinsam mit Handel, Logistik sowie Expertinnen aus Wissenschaft und Umweltmanagement erfolgen; die Kosten sollen über das Budget und mögliche Förderungen gedeckt werden. Der Punkt wurde einstimmig den zuständigen Ausschüssen zugewiesen.

Schlagwörter (10):city-logistikletzte-meile-logistikstadtlogistikeinzelhandelhandellogistikmobilitätklimaemissionsreduktionstadtplanung
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Gemeinderat Mag. Seeber berichtet über den von der Grünen-Gemeinderatsfraktion eingebrachten Antrag N 6 Machbarkeitsstudie „Intelligente City-Logistik“ und führt aus: „Vielen Dank Frau Vizebürgermeisterin, werte Kolleg*innen, ich möchte heute den innerstädtischen Güterverkehr thematisieren, denn der wächst schnell. Wie ich im Antrag ausgeführt habe, werden bereits heute, alleine durch Onlinekäufe, durchschnittlich rund neun Pakete pro Haushalt im Monat zugestellt. Schätzungen der Expert*innen gehen davon aus, dass wir in den nächsten Jahren noch Zuwächse um 40 Prozent und darüber hinaus sehen werden. Dabei weist die Paketlogistik die größten Steigerungsraten auf. Der Vollständigkeit halber möchte ich noch sagen, dass es beim Begriff City-Logistik auch um weitere Verteil- und Sammelfunktionen geht. Wie ich schon sagte, geht es um Lieferdienste, Handwerksfahrten, Ver- und Entsorgungsverkehre für den Handel, um Industrie-, Baustellen- und Werksverkehr bis hin zum Umzugsverkehr, all das ist City-Logistik. In Summe bringt das natürlich eine erhöhte Nachfrage nach Verkehrsleistungen, was natürlich auch eine massive Zunahme an CO2-Emmissionen und Umweltbelastungen auslöst, zumindest solange die Logistik der letzten Meile fossil erfolgt. Es bedeutet aber auch, und das darf man nicht vergessen, eine zunehmende Flächenkonkurrenz im öffentlichen Raum. Zu dieser Geschichte gibt es aber auch noch einen weiteren, nicht unbedingt mit dem Umweltaspekt verbundenen Aspekt, nämlich den, dass das bequeme Onlineshoppen auch den stationären Handel belastet. Mit den bekannten internationalen Onlineversandhändlern können die kleinen Händler*innen in der Stadt oft nicht mithalten. Eine gute und effiziente City-Logistik muss also auch ein Angebot für den Linzer Handel beinhalten, seine Servicequalität für die Kunden zu verbessern und darf nicht nur eine Lösung für die von den Onlinehändlern induzierten Warenströme, bereitstellen. Wie kann das gehen? Beispiele dafür sind Sammelhauszustellungen durch Radbotendienste, Gratisöffitickets beim Einkauf in der Stadt oder zum Beispiel auch die Öffnung des digitalen Marktplatzes für kleine Händler*innen, die oft keinen eigenen Webshop haben. Es wäre doch ein tolles Angebot, wenn die Linzer*innen zu Hause auf der Couch in Linzer Geschäften Onlineshoppen können und dann die Produkte am gleichen Tag durch Radbot*innen zustellen lassen können. Es wäre doch fein in Linz einkaufen zu gehen und gratis mit den Öffis nach Hause zu fahren, weil man beim Einkauf an Stelle der Parkmünzen Öffitickets bekommt. Ideal wäre es auch, nach dem Einkauf weiter bummeln zu können und die eingekauften Produkte später in Sammelzentren oder Verteilzentren abholen zu können oder sich selbst mit einem ausgeborgten Lastenrad nach Hause zu bringen. Die Frage ist also, wie man ein gutes Mobilitätsmanagement auf der letzten Meile hinbekommt. Die gute Botschaft dabei ist, das Rad für die nachhaltige City-Logistik muss für Linz oder in Linz nicht neu erfunden werden. Ich möchte dabei aber schon auch erwähnen, dass es in Linz bereits Initiativen und Projekte gibt, die sich dem Thema angenommen haben. Es ist nicht so, dass hier gar nichts passiert. Es braucht aber ein konzeptionelles Ganzes, dass sich diese Einzelinitiativen zusammenfügen. Dafür braucht es die passenden Rahmenbedingungen und dafür ist letztendlich die Stadt zuständig. Viele Städte und Unternehmen haben sich damit schon beschäftigt, sie haben geforscht, probiert und Projekte umgesetzt. Ich möchte jetzt keine Unternehmen nennen, es ist ja keine Werbeveranstaltung, sondern nur die Städte und welche Themen hier auch umgesetzt wurden. Zum Beispiel wurde in Monaco ein Konsolidierungszentrum am Stadtrand errichtet, das zur Warenannahme und zur Feinverteilung mit Elektrofahrzeugen dient, letztendlich auch zur Rücksendungsaufnahme. In Heidelberg, in Berlin, in Graz zum Beispiel wurden Cityhubs und Microdepots errichtet, von dort wird mittels Elektrolastenrädern die letzte Meile bedient. In Berlin geht es über den Paketversand bzw. über die Paketlogistik hinaus. In einem Projekt wurden innerstädtische Lieferungen mittels Elektro-LKW´s zugestellt, was sehr erfolgreich war. In Wien gibt es übrigens mittlerweile eine emissionsfreie Sammelzustellung, Zwischenlagerung und Retourenabholung, wo sich ein Startup sehr gut damit beschäftigt und hier ein Projekt mit Wien gemacht hat. Es gibt zahlreiche Erfahrungswerte, es gibt ein breites Expert*innenwissen, auf das man zurückgreifen kann und zwar in Oberösterreich, an der Fachhochschule Steyr gibt es das MobiLab 2.0 oder es gibt auch den Verein Verkehrsclub Österreich (VCÖ) - Mobilität mit Zukunft. Abschließend möchte ich noch sagen, dass es eine europäische Initiative, genannt Eltis gibt, die den Wissensaustausch in europäischen Städten fördert und Ansätze und Strategien für die Umsetzung einer nachhaltigen Mobilität und Logistik integriert. Auf all das kann man zurückgreifen. Ich möchte zusammenfassen: Es geht um gute praktikable und erfolgreiche Ideen, das gesammelte Knowhow auch für Linz zu sammeln und im Rahmen einer Machbarkeitsstudie einen gesamtheitlichen Plan für eine nachhaltige urbane Logistik zu entwickeln. Letztendlich ist es dabei auch wichtig die Logistikanbieter*innen und die Linzer Händler*innen mit ins Boot zu holen, um eine effiziente, emissionsfreie, innerstädtische Logistik umzusetzen und den Linzer Handel zu fördern. Der Gemeinderat beschließe: ‚Der Bürgermeister als Wirtschaftsreferent wird ersucht, gemeinsam mit den Referenten für Stadtplanung und Mobilität die Umsetzung einer Machbarkeitsstudie zur Entwicklung einer ökologisch, nachhaltigen Stadtlogistik und zur Entwicklung nachhaltiger logistischer Mehrwertdienste für den Einzelhandel auszuarbeiten, mit dem Ziel den durch die Warenströme der ‚letzten-Meile-Logistik‘ ausgelösten Kraftverkehr in der Stadt einzugrenzen, zu vermeiden, zu ersetzen und die digitalen, logistischen Service-Kompetenzen des städtischen Einzelhandelsangebotes auszubauen und zu verbessern. Dafür sollen die relevanten Stakeholder, insbesondere aus den Bereichen Handel und Logistik und Expert*innen/Wissenschaftler*innen aus den Bereichen Logistik und Umweltmanagement mit einbezogen werden. Die Bedeckung anfallender Kosten soll unter Berücksichtigung möglicher Förderungen durch die Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen bzw. in kommenden Voranschlägen berücksichtigt werden.‘ Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit und bitte um Diskussion.“
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Der Bürgermeister als Wirtschaftsreferent wird ersucht, gemeinsam mit den Referenten für Stadtplanung und Mobilität die Umsetzung einer Machbarkeitsstudie zur Entwicklung einer ökologisch, nachhaltigen Stadtlogistik und zur Entwicklung nachhaltiger logistischer Mehrwertdienste für den Einzelhandel auszuarbeiten, mit dem Ziel den durch die Warenströme der ‚letzten-Meile-Logistik‘ ausgelösten Kraftverkehr in der Stadt einzugrenzen, zu vermeiden, zu ersetzen und die digitalen, logistischen Service-Kompetenzen des städtischen Einzelhandelsangebotes auszubauen und zu verbessern. Dafür sollen die relevanten Stakeholder, insbesondere aus den Bereichen Handel und Logistik und Expert*innen/Wissenschaftler*innen aus den Bereichen Logistik und Umweltmanagement mit einbezogen werden. Die Bedeckung anfallender Kosten soll unter Berücksichtigung möglicher Förderungen durch die Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen bzw. in kommenden Voranschlägen berücksichtigt werden.
Wortmeldungen (3)EinblendenAusblenden

Vielen Dank Herr Bürgermeister, meine Damen und Herren, lieber Kollege Bernhard Seeber, du triffst einen sehr wichtigen Punkt, die letzte Meile der Stadt hat viel Potenzial der Effizienzsteigerung. Dabei ist es aber wichtig, dass der Handel und Warenfluss nicht behindert wird, sondern in zukunftsweisende Bahnen gelenkt wird. Es muss Spaß machen in Linz zu handeln und Waren zu verkaufen, schnell, effizient und grün. Die von dir geforderte Studie ist wirklich überfällig. Lernen wir von Best Practice Beispielen, natürlich auch international. Wir stimmen diesem Antrag natürlich zu.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen, lieber Zuseher*innen und Zuhörer*innen, ich kann vieles was im Antrag steht und auch was meine Vorredner gesagt haben, nachvollziehen, manches davon auch unterstreichen. Die Unterschiedlichkeit an Lösungsmöglichkeiten, die aber schon im Antrag stehen und auch die Zuständigkeit von mehreren Referent*innen, wie auch die Einbeziehungen von Expert*innen und Wissenschaftler*innen, zeigt gleichzeitig auch, dass es hier vertiefenden Gesprächsbedarf gibt. Das würden wir gerne tun, weswegen ich für meine Fraktion die Zuweisung zu den Ausschüssen für Wirtschaft, Innovation und Verfassung sowie Planung und Liegenschaften wie auch Mobilität und Verkehr vorschlage. Ich ersuche dem zuzustimmen. Vielen Dank.

Ich nehme auf Grund des avisierten Stimmverhalten an, dass wir eine Zuweisung bekommen werden. Ich freue mich darauf in den Ausschüssen darüber zu diskutieren. Es ist ein komplexes Thema, das ist richtig, die Umsetzung wird nicht ganz so schnell kommen. Ich erhoffe mir aber in den Diskussionen letztendlich ein breites Verständnis für die Notwendigkeit, dass etwas getan werden muss und dass wir hier nicht ins Hintertreffen kommen. Ich bedanke mich für die Zuweisungen und freue mich auf die Diskussionen.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: ausschuss verwiesen

Der Antrag wird einstimmig dem Ausschuss für Wirtschaft, Innovation und Verfassung und dem Ausschuss für Mobilität und Verkehr sowie dem Ausschuss für Planung und Liegenschaften zugewiesen.