Städtisches Zwangsarbeitslager Dornach-Auhof - Wie daran erinnern?
T 11 · Fraktionsantrag · 32. Sitzung
Zusammenfassung
KI GeneriertDie Erinnerung an das städtische Zwangsarbeitslager Dornach-Auhof soll angesichts neu aufgetauchter Fundamente und Artefakte neu entwickelt werden. Eine historische Untersuchung kommt zum Schluss, dass das Lager mit tausenden Zwangsarbeiterinnen und Sklavinnen ein bedeutender Ort der NS-Zwangsarbeit war und auch die Stadt Linz davon profitierte. Gefordert wird eine zeitgemäße, über eine einfache Tafel hinausgehende Form des Gedenkens, die die Funde einbezieht und den Gegenwartsbezug im öffentlichen Raum stärkt. Dafür sollen Stadtarchiv, Bundesdenkmalamt, Stadtplanung und externe Expertinnen eingebunden werden. Die Behandlung wurde an den Ausschuss für Kultur und Tourismus verwiesen; die Kosten sollen durch Umschichtung im Budget gedeckt werden.
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Meine sehr geehrten Damen und Herren, lieber Lorenz Potocnik, die Stadt Linz stellt sich natürlich ihrer Vergangenheit und arbeitet ihre Geschichte auch sehr gewissenhaft auf. Ich möchte dazu einige Beispiele nennen, bevor ich auf deinen Antrag eingehe, lieber Lorenz. Im Bereich der Zeitgeschichte sind zum Beispiel verschiedenste Kooperationsprojekte mit der Abteilung Kultur und Bildung, mit dem Tourismusverband Linz sowie dem Archiv der Stadt Linz umgesetzt worden. Es wurden beispielsweise Schulungen für die austriaguides zur zeitgeschichtlichen Führung im Luftschutzstollen Limonistollen umgesetzt. Dieses wichtige Format wurde mit speziellen Ausbildungsmodulen realisiert. Ein weiteres Beispiel sind die zuletzt errichteten Erinnerungsstelen im öffentlichen Raum, wo es ja auch um das Erinnern an unsere jüdischen Opfer des Nationalsozialismus (NS) geht. Ich möchte auch empfehlen, sich unbedingt die aktuelle Ausstellung im Nordico Stadtmuseum zum Thema ‚80 Jahre Kriegsende in Linz - 1945/2025‘ anzusehen. In der Stadt Linz widmet sich aber auch das ZeitgeschichteMUSEUM der voestalpine den NS-Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern. Auch da kann man sich mit unserer Geschichte und unserer Vergangenheit auseinandersetzen. Natürlich könnte ich jetzt noch viele weitere Beispiele nennen, aber ich komme jetzt zum Antrag. Lieber Lorenz, das Projekt in Linz-Dornach ist das eines privaten Bauträgers. Ich möchte auch erwähnen, dass sich bereits verschiedenste Gremien in der Stadt Linz - zum Beispiel der Gestaltungsbeirat - damit beschäftigt und auseinandergesetzt haben. Ich biete natürlich sehr gerne an, dass im Kulturausschuss darüber ausführlicher diskutiert wird. Es ist ja doch ein komplexes Thema und gerade dafür ist der Kulturausschuss ein Forum, in dem man das ausführlicher und wirklich angemessen ausdiskutieren kann. Diese angemessene Erinnerung an die NS-Zwangsarbeiter*innen soll daher auch unbedingt ermöglicht werden. Ich biete an, am besten dort zu bereden, wie und in welcher Form das genau in Umsetzung gehen kann. Somit stelle ich den Antrag zur Ausschusszuweisung. Vielen Dank.
Die Zuweisung ist genau das, was der Antrag wünscht. Wie wir das machen können, weiß ich auch nicht. Deswegen gibt es den Antrag. Es stimmt, das ist das Projekt einer Bauträgerin, der Breuerhof Privatstiftung, die gerade verkauft wurde. Insofern gibt es vielleicht eine Chance, in irgendeiner Form das Gespräch zu suchen. Die Baustelle selbst hat noch nicht begonnen, es ist also nicht zu spät. Ich war schon bei der Eröffnung der Ausstellung, die du angesprochen hast, Doris Lang-Mayerhofer. Du hast diesbezüglich zwei wichtige Dinge gesagt. Das eine war, mit der Geschichte den Gegenwartsbezug herzustellen, insbesondere im öffentlichen Raum und für die Jugend. Ich denke, das könnte so eine Art Motto für diesen Anlass sein. Ich freue mich auf die Diskussion.
Abstimmungsergebnis
Ergebnis: ausschuss verwiesen
Die Zuweisung des Antrages an den Ausschuss für Kultur und Tourismus wird einstimmig angenommen.