Kulturelle Belebung des Linzer Südens

I 7 · Fraktionsantrag · 23. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:ausschuss verwiesen

Zusammenfassung

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Geprüft werden soll ein speziell auf die Stadtteile des Linzer Südens abgestimmtes Kulturprogramm, um dort Open-Air-Veranstaltungen und kulturelle Angebote stärker zu verankern. Als mögliche Orte werden unter anderem der Landschaftspark Bindermichl, der Bellevue-Park, der Haidgattern-Park und der Lunaplatz in der solarCity genannt, weil dort Flächen und teils auch Infrastruktur vorhanden sind. Begründet wird das Vorhaben mit der starken Konzentration kultureller Veranstaltungen in der Innenstadt und an der Donaulände sowie mit dem Wunsch, auch ältere Menschen und andere Zielgruppen im Süden besser zu erreichen. Die Kosten sollen durch Umschichtung im Budget bedeckt werden. Die Zuweisung an den Ausschuss für Kultur, Tourismus und Märkte wurde einstimmig angenommen.

Schlagwörter (10):kulturprogrammlinzer südenstadtteilbelebungopen-air-veranstaltungenkulturförderungstadtteilekulturentwicklungveranstaltungsortebudgetumschichtungkulturpolitik
AntragstextEinblendenAusblenden
Danke Herr Bürgermeister, im Antrag I 7 geht es um die kulturelle Belebung des Linzer Südens. Linz hat sich in den letzten Jahrzehnten, kann man sagen, wirklich zur Open-Air-Stadt gemausert. Ich sage, andere Städte können neidvoll auf uns schauen, was sich in Linz Open Air alles tut. Heuer haben wir einen Rekord mit insgesamt 57 Open-Air-Konzertterminen im Sommer in der Innenstadt. Wir kennen und lieben diese Veranstaltungen alle. Das geht vom Pflasterspektakel über die traditionellen Blasmusikkonzerte bis zu den Aufführungen im Musikpavillon, zum Krone Fest, zur Klangzeit Altstadt und vielem, vielem mehr. Der Punkt, den wir heute ansprechen möchten, ist, dass sämtliche Veranstaltungen, so toll sie auch sind, in Wirklichkeit nur in der Innenstadt oder an der Donaulände stattfinden. Südlich der Unionkreuzung ist es eher trostlos, das heißt, da spielt sich mehr oder minder gar kein kulturelles Leben mehr ab. Jetzt kann man sagen, dass die Leute alle in die Stadt hereinfahren sollen. Oder man kann sich überlegen, den Süden kulturell zu beleben und auch Konzerte oder Auftritte von Bands im Linzer Süden zu ermöglichen. Die Stadtteile Bindermichl, Spallerhof bis hinaus zur Neuen Heimat würden sich riesig freuen, wenn sich einmal etwas tut. Wir haben es im Antrag auch aufgelistet, im Linzer Süden gäbe es genug Flächen, die man dafür nützen könnte. Besonders prädestiniert wäre für uns zum Beispiel der Landschaftspark Bindermichl, der Bellevue-Park, wo sich ältere Herrschaften vom Spallerhof bis zum Bindermichl treffen können. Für ältere Herrschaften ist es im Sommer und bei der Hitze nämlich extrem anstrengend in die Stadt zu fahren. Diese bräuchten damit nur kurz hinausgehen und könnten dort ein kulturelles Programm genießen. Im Linzer Süden gibt es zum Beispiel auch den Haidgattern-Park, der angenehm schattig ist. Dort kann man sich als älterer Mensch super hinsetzen und dort ist auch ein Kinderspielplatz. Es gibt auch eine befestigte Fläche, wo man locker eine Band auftreten lassen könnte. Es gibt Stromanschlüsse und Wasseranschlüsse, die Infrastruktur im Haidgattern-Park ist also vorhanden. Nicht zu vergessen ist auch der Lunaplatz in der solarCity, er ist optimal, um dort Veranstaltungen abzuhalten. Das heißt, man könnte wirklich alle Zielgruppen und Altersgruppen gut abholen und man müsste nicht ständig die Leute bitten ins Zentrum zu fahren. Kurzum, wir möchten den Linzer Süden kulturell beleben und ersuchen, diesem Antrag zuzustimmen.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der Gemeinderat beschließe: 'Das für Kultur zuständige Stadtratsmitglied Stadträtin Doris Lang-Mayrhofer wird ersucht, ein speziell auf die Stadtteile des Linzer Südens abgestimmtes Kulturprogramm zu erarbeiten und ehestmöglich umzusetzen. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.'
Wortmeldungen (3)EinblendenAusblenden

Sehr geehrter Bürgermeister, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, ich habe wegen der geographischen Verortung des Linzer Südens ein bisschen schmunzeln müssen, als ich diesen Antrag gelesen habe. Da verschieben sich bei mir im Kopf Grenzen, die nicht ganz stimmen können, aber das ist eine Randnotiz. Zu deiner Wortmeldung, Kollegin Klitsch, muss ich sagen, dass ich diese Diskrepanz zwischen neidlos auf Linz blickend und Trostlosigkeit südlich der Unionkreuzung nicht ganz verstehe und es stimmt auch nicht. Die inhaltlichen Details wird uns Frau Kulturstadträtin Lang-Mayerhofer liefern. Ich möchte mich wegen der fortgeschrittenen Zeit nicht auslassen, aber ich verwehre mich gegen die These. Das stimmt einfach nicht. In den Stadtteilen tut sich sehr viel. Die vielen Kulturschaffenden des Linzer Südens, wo immer der auch sein mag, haben es sich nicht verdient, als ‚trostlos‘ bezeichnet zu werden. Das kommt im Antrag so herüber. Da würde ich mir ein bisschen mehr Sachlichkeit wünschen, weil das wirklich in keiner Weise der Wahrheit entspricht. Nur ganz kurz: Ich habe erfahren, dass die dritte Auflage des Kulturentwicklungsplans in Ausarbeitung ist. Noch ein inhaltlicher Zugang: Man darf bei dem Ganzen nicht vergessen, dass sich in den letzten 20 Jahren auch die Identitäten in den Stadtteilen verändert haben. Das heißt, selbst in Stadtteilen wie Kleinmünchen oder Ebelsberg, die früher Gemeinden waren, ist diese Bindung zum Stadtteil nicht mehr so gegeben wie früher. Wir haben, wenn du willst, in Linz eine große Fluktuation von 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung. Das muss man auch mitbedenken. In diesem Sinne beantragen wir die Zuweisung zum Ausschuss für Kultur, Tourismus und Märkte, danke.

Liebe Ute Klitsch, eigentlich muss man danke sagen für die lobenden Worte in diesem Antrag. Da ist auch sehr viel erwähnt, was kulturell gut läuft in unserer Stadt, Gott sei Dank. Das freut mich auch sehr. Daran sieht man, was wirklich alles stattfindet - du hast ja auch einiges aufgezählt. Ich sehe es auch so, dass wir in den Stadtteilen noch mehr machen können. Wir können gerne im Ausschuss darüber diskutieren, auch wenn ich trotzdem inhaltlich ein bisschen darauf eingehen möchte. Es gibt ja, du hast sie auch erwähnt, die Blasmusikkonzerte. Aber es gibt sie nicht nur in der Innenstadt. Es gibt dazu sogar einen Folder, wo man auch sieht, dass da sehr viel in den Stadtteilen passiert. Es gibt unsere Kinderkulturwoche - nur als ein Beispiel von vielen -, wo viele institutionen eben gerade in den Stadtteilen mit dabei sind, auch immer im Linzer Süden, muss ich dazusagen. Es gibt einen neuen Tanzraum, SILK Fluegge KLISCOPE, in der Glimpfingerstraße im Linzer Süden. Die sind sehr engagiert, da passiert viel, dort werden auch viele Veranstaltungen durchgeführt. Uns ging es auch darum, zu unterstützen, dass sich dieser Tanzraum dort ansiedeln kann, damit auch dort Stadtteilbelebung stattfinden kann. Es gibt das Sonderförderprogramm 'LinzKultur/4', das für Stadtteilbelebungen eingerichtet wurde, damit sich auch Vereine, Künstlerinnen und Künstler dafür einsetzen können, dass in ihren Stadtteilen viel gemacht werden kann. Das fördern und unterstützen wir. Ich möchte noch einmal auf den Kulturentwicklungsplan eingehen, da laufen derzeit auch erste Interviews. Wir wollen diesen Prozess, das habe ich schon mehrmals erwähnt, auch sehr offen und partizipativ gestalten, da kann sich jeder gerne einbringen, natürlich auch mit solchen Ideen. Die Stadtteile werden beim Kulturentwicklungsplan sicher auch eine große Rolle spielen. Davon bin ich überzeugt, das ist ein wichtiges Anliegen. Aber nicht nur der Linzer Süden, sondern auch der Linzer Norden, auch der Linzer Westen, hier werden natürlich alle Stadtteile berücksichtigt werden. Im Herbst wird dann die erste Veranstaltung zum Kulturentwicklungsplan stattfinden. Deswegen reden wir gerne im Ausschuss, wo wir dann auch noch näher darauf eingehen und diskutieren können.

Danke, Herr Bürgermeister, liebe Doris Lang-Mayerhofer, das Lob der Open Airs gibt es nicht erst seit heute, sondern das betonen wir immer. Wir bekennen uns zum Open Air, das sagen wir immer, predigen wir immer, trommeln wir immer, daran rütteln wir nicht herum. Gemeinderat Kühn findet das alles zum Schmunzeln. Also nein, das finden wir ganz und gar nicht. Wir sprechen sehr, sehr viel mit der Bevölkerung im Linzer Süden. Und die Bevölkerung empfindet das auch so. Die Leute sagen, sie müssen ins Zentrum, sie müssen zur Donaulände fahren. Sie müssen, auch wenn sie körperlich nicht mehr gut beisammen sind, die langen Wege mit den Öffis in Kauf nehmen. Das ist für die Leute nicht wirklich lustig. Sie freuen sich, wenn sie Open-Air-Konzerte direkt vor der Haustür haben. Im Stadtkulturbeirat ist das Thema oft angesprochen worden. Das kommt auch nicht von heute und fällt auch nicht heute erst vom Himmel, sondern wir kennen diese ganze Thematik. Das heißt, die Linzer Bevölkerung im Süden, von der Unionkreuzung bis hinaus nach Pichling und in die solarCity, freut sich, dass wir mit der Bevölkerung reden. Ihr redet anscheinend weniger, keine Ahnung. Sie freuen sich, dass sie die FPÖ da draußen haben und dass wir starke Ortsgruppen haben. Wie gesagt, wir sprechen so weiter. Nichtsdestotrotz diskutieren wir gerne im Kulturausschuss weiter und freuen uns zumindest einmal über die Zuweisung.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: ausschuss verwiesen

Die Zuweisung des Antrages an den Ausschuss für Kultur, Tourismus und Märkte wird einstimmig angenommen.