Tastmodelle für Blinde und Sehbehinderte

J 13 · Fraktionsantrag · 10. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz

Berichterstatter:

Ergebnis:ausschuss verwiesen

Zusammenfassung

KI Generiert

Geprüft werden soll ein Konzept für Tastmodelle, mit denen die Gestalt und Topografie von Linz für blinde und sehbehinderte Menschen taktil erfahrbar werden. Vorgesehen ist die gemeinsame Entwicklung mit Vereinen für Blinde und Sehbehinderte, betroffenen Personen und dem Tourismusverband. Genannt werden ein mögliches Gesamtmodell der Stadt sowie barrierefrei zugängliche Modelle herausragender Bauwerke und touristischer Sehenswürdigkeiten, ergänzt durch QR-Codes und Audiodateien. Als Nutzen werden bessere Orientierung, ein Mehrwert auch für Sehende und eine mögliche touristische Bewerbung der Stadt angeführt. Die Zuweisung an den Ausschuss für Planung und Liegenschaften wurde einstimmig beschlossen.

Schlagwörter (10):barrierefreiheitsehbehinderungblindheittastmodellestadtmodelltopografietourismusinklusionplanungkultur
AntragstextEinblendenAusblenden
Gemeinderätin Pühringer berichtet über den von der LinzPLus-Gemeinderatsfraktion eingebrachten Antrag ## J 13 Tastmodelle für Blinde und Sehbehinderte und führt aus: „Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, liebe Bürgerinnen und Bürger im Saal und im Live-Stream, ich stelle einen Antrag auf Tastmodelle für Blinde und Sehbehinderte. Dazu möchte ich erläutern, Blinde und Sehbehinderte absolvieren. 704 ren Trainings im öffentlichen Raum um die Selbstständigkeit zu fördern und es gibt wirklich ganz, ganz super Erfolge für diese Menschen, das ist wirklich beachtenswert. Es geht aber um mehr im öffentlichen Raum und zwar geht es um das Erleben des öffentlichen Raumes und der Stadt. Es geht darum, dass den Blinden und Sehbehinderten die Gestalt und Topographie der Stadt und von Gebäuden und Landschaften vermittelt werden soll, z.B. wie liegt die Eisenbahnbrücke über der Donau oder wie erhebt sich der Pöstlingberg über die Stadt oder wie ist der Lauf der Donau durch die Stadt. Dafür gibt es auch schöne Beispiele in europäischen Städten oder auch in Österreich, in Graz und in Wien. Auch in Linz haben wir drei Tastmodelle und zwar beim AEC, beim Brucknerhaus und beim Lentos. Solche Tastmodelle aus Metall oder Kunststoff ermöglichen den Blinden und Sehbehinderten Gebäude und die Topographie der Stadt vor ihrem inneren Auge quasi entstehen zu lassen. Es wäre schön ein Modell der ganzen Stadt Linz z.B. im Alten Rathaus oder einer anderen zentralen Stelle zu haben. Wir sehen auch einen Mehrwert für Sehende, weil das Modell der Stadt Linz, das es z.B. im Neuen Rathaus gibt, nicht zum Betasten, sondern nur zum Anschauen ist. Es ist aber schon sehr eindrucksvoll, wenn man solche Tastmodelle mit QR-Codes ausstatten würde, über die man dann Audiodateien abrufen kann. Das wäre für alle interessant, auch für Touristen. Wir haben in den Antrag auch den Tourismusverband aufgenommen, denn man könnte die Stadt Linz ohne weiteres z. B. als taktil erlebbare Stadt bewerben, um neue Gruppen von Besucherinnen und Besuchern zu rekrutieren. Der Antragstext lautet: Der Gemeinderat beschließe: „Die ressortverantwortlichen Stadträt*innen mögen gemeinsam mit den in Linz ansässigen Vereinen für Blinde und Sehbehinderte und mit betroffenen Personen sowie dem Tourismusverband ein Konzept entwickeln und umsetzen, wie herausragende Bauwerke aber auch die Gestalt und Topografie Stadt Linz taktil erfahrbar gemacht werden kann. Insbesondere die touristischen Sehenswürdigkeiten der Stadt Linz mögen barrierefrei zugänglich als Tastmodelle gestaltet werden.“ Etwaige Kosten können durch Umschichtungen im Budget gedeckt werden. Ich bitte um Zustimmung.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
„Die ressortverantwortlichen Stadträt*innen mögen gemeinsam mit den in Linz ansässigen Vereinen für Blinde und Sehbehinderte und mit betroffenen Personen sowie dem Tourismusverband ein Konzept entwickeln und umsetzen, wie herausragende Bauwerke aber auch die Gestalt und Topografie Stadt Linz taktil erfahrbar gemacht werden kann. Insbesondere die touristischen Sehenswürdigkeiten der Stadt Linz mögen barrierefrei zugänglich als Tastmodelle gestaltet werden.“
Wortmeldungen (3)EinblendenAusblenden

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren im Linzer Gemeinderat, dieser Antrag hat partiell durchaus Substanz. Ich glaube nicht, dass es touristisch ein Thema ist, dass jetzt Blinde in eine Stadt reisen, weil sie dort etwas ertasten können. Es kann aber sehr wohl Sinn machen und deshalb werden wir eine Zuweisung in den Planungsausschuss beantragen. Man kann überlegen ein zentrales Modell der Stadt Linz und ihrer Topographie zu fertigen, um es an einer geeigneten Stelle aufzustellen. Wir werden die Zuweisung beantragen. Danke schön.

Vielen herzlichen Dank, ich möchte mich meinen Vorrednern anschließen, der Antrag ist ja grundsätzlich gut, aber wie immer wollte ich es genau wissen. Ich habe daher mit dem langjährigen Präsidenten des Blindenverbandes gesprochen, er ist auch bekannt als der blinde Richter, Alex Niederwimmer. Er sagt, es macht keinen Sinn touristische Highlights als Tastmodell anzubieten. Er sagt als Betroffener, dass ein Gesamtmodell der Stadt Sinn ma 705 chen würde, er kenne das aus Hamburg. Dadurch könnten sich die Sehbehinderten einen Überblick auch über die Größenverhältnisse einer Stadt machen. Daher stimmen wir der Zuweisung zum Ausschuss zu und bedanken uns bei Frau Pühringer für den Antrag.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, danke für die Wortmeldungen. Wir befürworten eine Zuweisung zum Ausschuss natürlich, dann kommen auch andere zu Wort, andere Blinde und Sehbehinderte, die zu mir gesagt haben, dass das alles ganz super wäre. Aber das können wir uns dann im Ausschuss genau anschauen. Danke.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: ausschuss verwiesen

Die Zuweisung des Antrags an den Ausschuss für Planung und Liegenschaften wird einstimmig beschlossen.