Baukultur: Transparenz bei wichtigen Linzer Projekten steigern
O 8 · Fraktionsantrag · 2. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz
Zusammenfassung
KI GeneriertGefordert wurde eine frühzeitige, transparente und offensive Kommunikation großer Linzer Bauprojekte mit Plänen und Bildern. Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere das Quadrill-Projekt bei der Tabakfabrik, die Donauinsel sowie das Donauparkstadion und das Stadion auf der Gugl. Begründet wurde das mit dem Mangel an öffentlicher Information, der zu weniger Beteiligung, sinkender Begeisterung und mehr Konflikten bei stark stadtprägenden Vorhaben führe. Als geeignete Partner wurden bestehende Institutionen wie das afo-Architekturforum Oberösterreich sowie Projektbetreiber, Eigentümerinnen und öffentliche Fördergeber genannt. Die Zuweisung an den Ausschuss für Planung und Liegenschaften wurde abgelehnt, ebenso der Inhalt des Vorstoßes.
AntragstextEinblendenAusblenden
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Wortmeldungen (5)EinblendenAusblenden
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, werte Kolleginnen und Kollegen, der Linzer Gemeinderat hat sich noch vor dem Sommer durch Beschluss der Linzer Stadtstrategie 2022 darauf verständigt, bei der Stadtentwicklung, bei der Erstellung von Flächenwidmungsplänen und Bebauungsplänen und bei großen Bauvorhaben die Linzer Bürgerinnen und Bürger umfassend zu beteiligen. Dieser Antrag - ich vermute, dass weitere noch folgen - wäre meines Erachtens eine Geringschätzung des Gemeinderates, aber auch der engagierten Arbeit der ArchitektInnen, der ExpertInnen und der BürgerInnen, die sich diese Strategie in einem intensiven Prozess erarbeitet und wichtige Anregungen geliefert haben. Nun geht es meines Erachtens um die gemeinsame Umsetzung dieser Strategie und um die Erarbeitung passender Werkzeuge dazu. Dazu braucht es keinen Antrag, wie den vorliegenden. Ich empfehle daher meiner Fraktion, aber auch dem gesamten Gemeinderat, diesem Antrag nicht näherzutreten.
Danke Herr Bürgermeister, als Klub der Linzer Volkspartei sind wir auch der Meinung, dass bei großen und besonders sensiblen Projekten die Bevölkerung im Vorfeld in den Planungs- und Entscheidungsprozess aktiv von der Stadt eingebunden werden soll. Ich erinnere daran, wir haben das am 4. März dieses Jahres auch schon einmal eingebracht, ein 3-Punkte-Reformpaket für die Linzer Stadtplanung. Ein Punkt davon war diese aktive Einbindung in Form eines digitalen Stadtmodells. Dies wurde damals dem Ausschuss für Infrastruktur, Stadtentwicklung und Wohnbau zugewiesen, ist dann aber nicht weiterbehandelt worden. Wir schlagen daher vor, dass das Thema in den Ausschuss für Planung und Liegenschaften kommt. Ich würde mich auch freuen, wenn wir mit Herrn Stadtrat Prammer darüber diskutieren.
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, als Architekt und Stadtplaner möchte ich ganz kurz etwas dazu sagen, weil mich das auch berührt. Ich kann die Argumentation von Herrn Potočnik natürlich schon nachvollziehen, weil es, glaube ich, wichtig ist, bei großen Projekten wirklich Transparenz walten zu lassen und die Bevölkerung rechtzeitig einzubinden. Schließlich haben wir enorme Auswirkungen in der Lebensqualität. Beim Quadrill oder Brucknertower sieht man, wie das sozusagen die Umgebung beeinflusst, nicht nur städtebaulich-architektonisch, sondern vor allem auch mobilitätsmäßig. Insofern wäre es ganz gut, dies als Informationsmedium zu benützen, um wirklich mehr Wissen in die Bevölkerung zu bringen und breiter zu diskutieren. Danke.
Ich freue mich, wenn ich dir, Dietmar, in deiner Argumentation folge, dass das zustande kommt. Wie, ist eigentlich egal, Hauptsache wir ändern und verbessern als Stadt und als Stadtpolitik unsere Baukultur. Herr Bürgermeister, Sie haben in der Rundschau am 18. Dezember, Seite 22, gesagt, wir werden in nächster Zeit die Informationen und Kommunikation über Projekte in der Stadt verbessern, um zumindest einen Teil der Konflikte zu minimieren. Ich nehme Sie beim Wort.
Ich darf mich nicht mehr zu Wort melden und missbrauche das Instrument der tatsächlichen Berichtigung nicht, denn Sie haben mich korrekt zitiert.
Abstimmungsergebnis
Ergebnis: abgelehnt
Die Zuweisung des Antrags an den Ausschuss für Planung und Liegenschaften wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen von SPÖ (22) und FPÖ (9) mit Stimmenmehrheit abgelehnt. Der Antrag wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen von SPÖ (21), ÖVP (9), FPÖ (9) und NEOS (2) abgelehnt.