Erweiterung der Genehmigung der Förderungsrichtlinie: „Solidaritätsfonds mit Digitalisierungsbonus der Stadt Linz“ um den Punkt „Hagelschaden am 24. Juni 2021“
E 8 · Stadtsenatsantrag · 2. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz
Zusammenfassung
KI GeneriertGenehmigt wurde die Erweiterung des Solidaritätsfonds mit Digitalisierungsbonus der Stadt Linz um eine Einmalhilfe für Hagelschäden ab 24. Juni 2021. Die Richtlinie sieht den Ersatz oder teilweisen Ersatz von Schäden an Front- und Heckscheiben von PKW sowie an Fahrrädern und Lastenfahrrädern vor, wenn kein Versicherungsschutz besteht und die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind. Zugleich bleibt der Fonds für COVID-19-bedingte Einkommenseinbußen und Digitalisierungsaufwendungen bestehen; dafür gelten Einkommensgrenzen, Nachweispflichten und einmalige Zuschüsse in festgelegter Höhe. Das Gesamtvolumen der Förderungen beträgt maximal 1.000.000 Euro, die Verrechnung erfolgt für 2021 über die vorgesehene Finanzposition. Die Vorlage wurde mit Stimmenmehrheit angenommen, bei Stimmenthaltung von LinzPlus und MFG sowie einer Gegenstimme.
AntragstextEinblendenAusblenden
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Wortmeldungen (5)EinblendenAusblenden
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, ich habe das Bedürfnis, kurz zu erläutern, warum wir uns der Stimme enthalten. Wir sind der Meinung, dass es nicht Kernaufgabe der Stadt Linz ist, Hagelschäden abzudecken. Ich denke, schlauer und richtiger wäre - das hat die Stadt Linz auch schon gemacht - die Zusammenarbeit mit der Wetterzentrale, um dann die Garagen zu öffnen und rechtzeitig zu informieren. Ich denke, das wäre der richtige Weg. Schäden an Autos abzudecken, die noch dazu mitverantwortlich für den Klimawandel sind, halten wir für kontraproduktiv und wir finden, dass das auch schlicht und einfach nicht Kernaufgabe der Stadt ist.
Ich kann mich dem anschließen, was Lorenz Potočnik sagt. Ich glaube, dass wir die automobile Unkultur grundsätzlich durch alle möglichen Förderungen und Beihilfen und Infrastrukturausgaben zu stark subventionieren. Diesbezüglich hat man auch noch vielleicht hin und wieder den Eindruck gehabt, dass es sich dabei um einen Wahlkampfgag gehandelt hat. Darum lehnen wir den Antrag ab.
Ich glaube, dem ist nichts mehr hinzuzufügen, wir enthalten uns der Stimme.
Sie erlauben mir hier doch eine Anmerkung: Über ein Wahlkampf-Zuckerl zu sprechen, nachdem das alle vier Stadtregierungsparteien gemeinsam beschlossen haben, ist ein bisschen schwierig, da hat wahrscheinlich keiner wirklich etwas davon. Fakt ist auch, dass es selbst, wenn wir alle Garagen und Tiefgaragen, die es in dieser Stadt - egal in welchem Stadtteil - gäbe, öffnen würden, unmöglich ist, dass auch bei vorheriger Vorwarnung, alle PKW in Schutz zu bringen wären. Dritte Anmerkung, das hat seine Hintergründe ausnahmslos in sozialen Maßnahmen. Wenn Sie die Liste derjenigen, die nach unserem Beschluss auf diese Förderung Anspruch gehabt haben, gesehen haben, dann waren das Menschen, deren Autos nicht mehr in Voll- oder Teilkaskoversicherungssystemen waren, meistens ältere Fahrzeuge und Menschen, die dieses Fahrzeug auch aus beruflichen Gründen benötigt haben. Diese Menschen haben auch durch ihre Einkommensverhältnisse ordentlichen Druck in dieser Gesellschaft. Das war der Grund, warum wir uns dazu committed haben. Von den vier Parteien, die im Stadtsenat diese Vorgangsweise gemeinsam beschlossen haben, gibt es veritabel unterschiedliche Zugänge zum PKW-Verkehr. Ich nehme an, ohne deine Wortmeldung vorweg zu nehmen, dass das möglicherweise ein Erklärungspunkt von Frau Stadträtin Schobesberger sein wird. Es ist uns darum gegangen, hier rasch zu helfen. Dass ein Hagelschaden in ein Wahljahr fällt, dafür kann wirklich kein Mensch etwas. Ich vermute, wir hätten in der Stadtregierung auch nach den Wahlen nicht anders entschieden.
Ergänzend dazu vielleicht noch ganz kurz zwei Hinweise. Es ist dabei auch ganz bewusst die Entscheidung gefallen, nicht grundsätzlich eine Förderung für Hagelschäden einzuführen, sondern das ist ganz klar und ganz gezielt in diesem Corona-Ausnahmepaket enthalten, mit dem Hintergedanken, dass man jetzt speziell LinzerInnen und Familien, die durch die Mehrbelastungen durch Corona schon getroffen sind, jetzt noch einmal entlasten wollte. Ich möchte auch noch darauf hinweisen, dass es uns, als wir den ursprünglichen Beschluss gefasst haben, sehr wichtig war, dass das nicht nur für Autos, sondern auch für Lastenräder gilt, die durch Hagel schwer beschädigt und in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Wir haben auch darauf ein Augenmerk gelegt.
Abstimmungsergebnis
Ergebnis: angenommen
Der Antrag wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen von LinzPlus (2) und MFG (2) und bei Gegenstimme von Gemeinderat Brandstetter, WANDEL, mit Stimmenmehrheit angenommen.