Bicibus - gemeinsam mit dem Fahrrad in die Schule

I 3 · Fraktionsantrag · 23. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

KI Generiert

Geprüft werden soll die Einführung von Bicibus-Projekten in Linz, bei denen Kinder und Eltern auf festgelegten Routen gemeinsam mit dem Fahrrad zur Schule fahren. Ziel ist mehr Sicherheit im Schulweg, mehr Bewegung, bessere Konzentration und weniger Autoverkehr im Schulumfeld. Vorgesehen sind eine Bedarfserhebung mit Radverkehrsorganisationen, Fahrradlehrerinnen, Schulen und Elternvereinen, ein Pilotprojekt an einer ausgewählten Schule sowie mittelfristig eine Servicestelle als zentrale Anlaufstelle. Die Finanzierung sollte durch Umschichtung im Budget erfolgen, der Vorstoß wurde jedoch mehrstimmig abgelehnt.

Schlagwörter (10):bicibusschulwegradverkehrschulwegsicherheitverkehrsberuhigunggesundheitmobilitätpilotprojektservicestellebudgetumschichtung
AntragstextEinblendenAusblenden
Vielen Dank, Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Zuschauer*innen, die Bicibusse - aus dem spanischen ‚Bicicleta‘ für Fahrrad - sind organisierte Fahrradfahrten, bei denen Kinder und Eltern zu festen Zeiten an Haltestellen entlang einer festgelegten Route starten, um sicher zur Schule zu fahren. Dabei lernen die Kinder vor allem ihren Schulweg sicher zu meistern. Jüngere Schüler*innen werden von freiwilligen Begleitpersonen unterstützt, während ältere nach bestandener Radfahrprüfung selbstständig fahren dürfen. Die Vorteile eines solchen Bicibusses liegen auf der Hand. Zum einen geht es um Sicherheit und um Gesundheit, es geht um regelmäßige Bewegung und es geht um die Konzentrationsfähigkeit der Schüler*innen. Dieses Modell reduziert zudem den Autoverkehr, was wiederum die Sicherheit im Schulumfeld erhöht. Der ‚Bus‘ fördert auch die Gemeinschaft, die Selbstständigkeit und das Selbstvertrauen der Kinder. Es geht auch um das Bewusstsein und in weiterer Folge um die Infrastruktur rund um die Schule. Es wird Bewusstsein für kindersichere Straßenräume mit separaten Radwegen und verkehrsberuhigten Bereichen geschaffen, um in weiterer Folge auch als Verkehrsplanung die Schulwegsituation langfristig zu verbessern. Jeder Bicibus ist einzigartig und flexibel gestaltbar. Manche finden einmal pro Monat, andere wöchentlich oder sogar täglich statt, je nach Bedarf und Verfügbarkeit der Beteiligten. Viele dieser ‚Busse‘ werden jetzt schon in der Praxis entweder durch Initiative von Eltern oder Schulen organisiert. Während in einigen Städten die Initiative von der Stadt gesetzt wurde. Ein erfolgreiches Beispiel ist unter anderem Barcelona, woher der Begriff, soweit ich weiß, ursprünglich kommt. Aber auch bei uns in Österreich gibt es in Wien, Graz und Innsbruck erfolgreiche Beispiele. In Graz wurde 2022 von der Stadt ein Pilotprojekt initiiert. Dort werden Wissen, Material und auch Vernetzung zur Verfügung gestellt. Aus diesem Grund möchte ich gerne einen Vorschlag für Linz erstellen, nämlich, dass die Stadt Linz in Zusammenarbeit mit Radverkehrsorganisationen, Fahrradlehrer*innen, Schulen und Elternvereinen den Bedarf für solche Projekte erhebt. Dann soll man, ähnlich wie in Graz, an einer ausgewählten Schule ein Pilotprojekt umsetzen, um einerseits Erfahrungen zu sammeln und andererseits die Akzeptanz zu testen. Mittelfristig sollte dann nach dem Vorbild in Graz eine Servicestelle eingerichtet werden, die als zentrale Anlaufstelle für Koordination, Unterstützung und Förderung von Bicibus-Projekten dient. Den detaillierten Beschluss bitte ich ins Protokoll zu übernehmen, anschließend bitte ich noch um Ihre Zustimmung.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der Gemeinderat ersucht den Mobilitätsreferenten, in Zusammenarbeit mit lokalen Radverkehrsorganisationen, Fahrradlehrer*innen, städtischen Schulen und Elternvereinen ein Konzept zur Implementierung von Bicibus-Projekten in Linz zu entwickeln. Im ersten Schritt soll ein Pilotprojekt an einer ausgewählten Schule durchgeführt werden. Dabei sollen die Erfahrungen und das Know-how der beteiligten Interessensgruppen umfassend berücksichtigt werden. Basierend auf den erfolgreichen Beispielen aus Städten wie Graz, wird vorgeschlagen, mittelfristig eine Servicestelle in Linz einzurichten. Diese soll als zentrale Anlaufstelle für die Koordination, Unterstützung und Förderung von Bicibus-Projekten dienen. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.
Wortmeldungen (2)EinblendenAusblenden

Sehr geehrte Damen und Herren, wir begrüßen die Initiative eigentlich, weil sie einen wichtigen Beitrag zur Förderung des Radverkehrs leistet. Aber wir müssen endlich weg von der ‚All-inclusive-Gesellschaft‘ und der ‚Vollkasko-Mentalität‘, in der gefordert wird, das von der öffentlichen Hand alles organisiert wird. Wir fordern daher mehr Grundinitiative von den Eltern und Elternvereinen, weil das Verkehrsressort schon sehr vieles macht. Es gibt das Paket zur Schulwegsicherheit, den Sprechtag für einen sicheren Schulweg, oder auch Schulweg-Pläne. Die ersten Schulstraßen wurden ja auch schon umgesetzt. Auf der Homepage der Radlobby ist zu lesen, wie man mit der Initiative starten sollte. Da gibt es einen Handlungsleitfaden. Dort ist sehr wohl von Eigeninitiative die Rede, wo Eltern gefragt sind, wo der Elternverein oder Familienmitglieder, Großeltern, eingebunden werden sollten. Zur Unterstützung kann dann auch die Radlobby kontaktiert werden. Da ist am Anfang noch nicht von der öffentlichen Hand die Rede, die alles vororganisieren sollte. Wir werden uns bei diesem Punkt enthalten.

Vielen Dank, lieber Kollege Thomas Fuchshuber - ganz so ist es nicht. ‚Vollkasko-Mentalität‘ ist es nicht, wenn die öffentliche Hand ein sinnvolles Projekt gestaltet. Man könnte auch sagen, die Zurverfügungstellung von Wasserspielplätzen wäre ein Beispiel für eine ‚All-inclusive-Mentalität‘. Ich sehe das nicht so. Ich habe auch mit einigen Stakeholder*innen gesprochen, ich habe mit der Stadt Graz gesprochen und natürlich auch mit den Radverkehrsorganisationen und mit praktizierenden Fahrradlehrer*innen. Der Bedarf ist vorhanden. Diejenigen, die in diesem Bereich an den Schulen unterwegs sind, wissen, dass es Bedarf und Interesse gibt. Es stimmt, es gibt in Linz noch keine sehr aktive Elterngruppe, die so etwas initiieren möchte, aber der grundsätzliche Bedarf ist da. Ich denke, es wäre schon möglich, dass man als Stadt vorangeht, eben wie Graz. Graz ist, wie ich glaube, auch keine ‚All-inclusive-Mentalität‘-Stadt. Aber die Stadt geht auf die Interessensvertreter*innen zu und bietet Koordinierung und Support. Das wäre der Plan gewesen, also ein Spiel mehrerer Beteiligter, bei dem die Stadt unterstützt. Es ist, glaube ich, eine gute Sache, daher bitte ich nach wie vor um Zustimmung.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Der Antrag wird mehrstimmig abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (22), ÖVP (10), FPÖ (9), MFG (1)