Pilotprojekt „School Nurses“ zur Gesundheitsförderung an Linzer Schulen
N 10 · Fraktionsantrag · 26. Sitzung
Zusammenfassung
KI GeneriertGeprüft werden soll ein Pilotprojekt mit School Nurses an ausgewählten Linzer Schulen. Die speziell ausgebildeten Gesundheits- und Krankenpflegepersonen sollen Erste Hilfe leisten, chronisch kranke Kinder betreuen, gesundheitliche Beschwerden früh erkennen und präventiv wirken. Damit sollen Lehrkräfte entlastet, die Sicherheit im Schulalltag erhöht und die Gesundheitsförderung von Schülerinnen und Schülern gestärkt werden. Das Projekt soll gemeinsam mit dem Gesundheits- und Bildungsministerium initiiert und evaluiert werden, um eine spätere flächendeckende Einführung vorzubereiten. Die Kosten sollen durch Umschichtung im Budget bedeckt werden; der Vorschlag wurde mehrheitlich angenommen.
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Wortmeldungen (4)EinblendenAusblenden
Sehr geehrter Herr Vizebürgermeister, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, lieber Stefan, danke für diesen großartigen Antrag und den ausführlichen erklärenden Text. Als Pflegeperson möchte ich noch zwei Aspekte einbringen. Erstens: Pflege ist ein Beruf, der Menschen in allen Altersstufen und in allen Lebenssituationen unterstützt und begleitet. Dass es School Health Nursing und eine entsprechende Ausbildung gibt, wissen nur wenige, zu wenige sind leider mittlerweile in der Pflege. Ich hoffe also, dass sich genug Kolleginnen und Kollegen für diese Stellen als School Nurses finden werden. Gerade weil der demografische Wandel immer mehr Pflegeleistungen bei alten Menschen notwendig macht, ist es wichtig, dass wir am anderen Ende des Lebens ansetzen, um Kinder und Jugendliche gesund zu halten beziehungsweise gesund aufwachsen zu lassen. Pflegebedürftigkeit kann dann vielleicht im Leben weiter nach hinten verschoben oder reduziert werden. Das ist also ein sehr guter Ansatz, der sich auch in der Berufsbezeichnung der Pflegerinnen und Pfleger abbildet. Wir sind nämlich laut Berufsgesetz „Gesundheits- und Krankenpfleger*innen“. Wenn für die Stellen der School Nurses nun Gesundheits- und Krankenpfleger*innen mit der Spezialisierung Kinder- und Jugendlichen-Pflege gewonnen werden könnten, wäre das natürlich hervorragend. Ganz kurz ein zweiter Aspekt: Neugeborene und Kinder bis fünf Jahre sind im Rahmen des Eltern-Kind-Passes in die Gesundheitsvorsorge eingebunden. Ab dann geht eine Lücke auf, die bei jungen Männern erst bei den ärztlichen Untersuchungen im Rahmen der Stellung im Militärwesen unterbrochen wird. Insofern ist ein Begleiten der Kinder durch School Nurses ab dem Schulantritt absolut sinnvoll. Wir stimmen sehr gerne zu.
Sehr geehrter Herr Vizebürgermeister, werte Kolleginnen und Kollegen, wir haben im Bildungsbereich aufgrund der unterschiedlichen Zuständigkeiten sowohl in personeller wie auch in organisatorischer Hinsicht ein wenig praktikables System. Für den eigentlichen Lehrbetrieb sowie für Schulpsycholog*innen ist die Bildungsdirektion zuständig. Für das Schulärztewesen ist aber je nach Schule entweder der Bund, das Land oder die Gemeinde zuständig. Diese unterschiedlichen Standards führen natürlich auf den Ebenen des Recruitings und der Durchführung der schulärztlichen Aufgaben zu großen Problemen. Für den Freizeitbereich ist wieder der Schulerhalter zuständig und, und, und. Deswegen haben wir im Dezember 2023 eine Resolution zur Vereinheitlichung der Zuständigkeit des Schulärztewesens verabschiedet. Dieser Antrag wurde mehrheitlich, auch mit Stimmen der NEOS, beschlossen. Ich glaube, dass es notwendig ist, das Schulärztewesen auf neue Beine zu stellen und dass das der richtige Ansatz ist. Bei den School Nurses, Frau Gemeinderätin Pühringer hat das schon ausgeführt, ist es durchaus denkbar und sehr wahrscheinlich auch möglich, dass wir dann einen Verdrängungswettbewerb haben. Wir haben für die ältere Generation jetzt schon das Problem, dass das Personal im Krankenhausbereich und im Pflegebereich sehr knapp ist und deswegen auch schwierig zu bekommen ist. Wir werden uns daher enthalten, weil es nicht um einen Abtausch in dieser Richtung gehen soll. Ich darf noch erwähnen, dass es School Nurses als Pilotprojekt in Wien gegeben hat - soweit zumindest meine Recherche - allerdings unter dem Sonderprojekt ‚Community Nurses‘, das mit EU-Geld finanziert war. Ich empfehle meiner Fraktion, sich bei diesem Antrag zu enthalten.
Danke, Frau Vizebürgermeisterin, ich glaube nicht, dass es zu einer Kannibalisierung im Altenpflege- und Kinderpflegebereich kommt. Pflegepersonen, die sich für Kinder und Jugendliche einsetzen wollen, wollen sich eben für diese Gruppe einsetzen und nicht so sehr für alte und kranke Leute. Ich glaube, dass das nicht das Problem ist, sondern der generelle Mangel an Pflegepersonen.
Vielen Dank Renate, vielen Dank für deine Worte und auch für die zusätzlichen Erklärungen. Sie waren sehr aufschlussreich. Frau Vizebürgermeisterin, wie Sie angesprochen haben, ist das Projekt in Wien gestartet, wo andere Landes- und Gemeindekompetenzen gelten. Daher war die Bitte des Antrages mit allen Stakeholder*innen Gespräche zu führen. Man könnte es so machen wie damals bei den Community Nurses, die am Anfang von der EU finanziert wurden. Es gibt das EU4Health programme 2021-2027. Man könnte anfragen, ob dieses Projekt am Anfang vielleicht wieder gefördert wird. Wenn es sich, ähnlich wie bei den Community Nurses, als Erfolg herausstellt, könnte es die Stadt weiterfinanzieren. Dieser Antrag war einfach die Bitte in Gespräche zu geht. Danke schön.
Abstimmungsergebnis
Ergebnis: angenommen
Der Antrag wird mehrheitlich angenommen. Enthaltung: SPÖ (21), KPÖ (2)