Fahrradboxen im öffentlichen Raum

K 4 · Fraktionsantrag · 17. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:ausschuss verwiesen

Zusammenfassung

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Geprüft werden soll die Einführung mietbarer Fahrradboxen im öffentlichen Raum als wettergeschützte und diebstahlsichere Abstellmöglichkeit. Begründet wird das Vorhaben mit der gestiegenen Zahl der Radfahrenden in Linz, dem Bedarf an besserer Infrastruktur für nachhaltige Mobilität sowie mit Schwierigkeiten beim Fahrradparken in der Innenstadt, in Altbauten und an Verkehrsknotenpunkten. Als Vorbild wird ein Modell aus Salzburg genannt, wo seit Jahren zahlreiche Boxen mit hoher Auslastung betrieben werden. Die Mobilitätsplanung soll geeignete Standorte und ein Vermietungskonzept ausarbeiten und die Ergebnisse im Ausschuss für Mobilität und Verkehr berichten. Die Zuweisung wurde beschlossen; eine spätere Umsetzung eines Pilotprojekts an einem geeigneten Standort soll geprüft werden.

Schlagwörter (10):fahrradboxenfahrradparkenradmobilitätverkehrswendemobilitätsinfrastrukturdiebstahlschutzwetterschutzinnenstadtaltbautenpilotprojekt
AntragstextEinblendenAusblenden
Gemeinderat Mag. Langer, MA berichtet über den von der Grünen-Gemeinderatsfraktion eingebrachten Antrag und führt aus: „Vielen Dank, sehr geehrter Herr Bürgermeister, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Zuschauer*innen, laut der letzten Verkehrserhebung hat sich in Linz die Anzahl der Radfahrerinnen und Radfahrer erhöht, was auf ein wachsendes Bewusstsein für eine nachhaltige Mobilität hinweist und im Grunde sehr erfreulich ist. Für eine umfassende Verkehrswende ist auch klar, dass es allerdings mehr braucht. Daher liegt es auf der Hand, unter anderem diese Mobilitätsart zu fördern so gut es geht und dabei geht es vor allem um die Infrastruktur. Im Mittelpunkt des vorliegenden Antrages steht die Errichtung von konkret ausgestalteten Fahrradabstellanlagen, bei denen es um drei zentrale Aspekte geht. Zum einen geht es um den Wetterschutz, der dazu dient, die Lebensdauer der Geräte zu verlängern und damit Kosten zu sparen und zum anderen um den Diebstahlschutz, der das verbreitete Problem von Fahrraddiebstählen bekämpft. Natürlich geht es auch um eine strategische Positionierung mit zwei Subaspekten. Wir kennen die Situation vor allem aus dem Innenstadtbereich und aus den Altbauten, wo Fahrradabstellanlagen nicht vorhanden oder nur sehr schwer zugänglich sind und auch von Verkehrsknotenpunkten, wo man Anwendungsfälle für Pendlerinnen und Pendler aus dem Umland hat und natürlich auch für den Freizeitverkehr. Wir möchten daher ein Modell von mietbaren Fahrradboxen im öffentlichen Raum anregen, das durchaus an das Modell der Stadt Salzburg angelehnt sein kann. Dort gibt es, mittlerweile schon seit 20 Jahren, 600 solche Boxen mit einer Auslastung von über 92 Prozent. Ich denke, das spricht für sich und stellt eine sinnvolle Maßnahme dar, vorausgesetzt man überlegt sich natürlich die Verteilung über den verfügbaren Platz in der Stadt sehr gut. Wir haben mittlerweile im Mobilitätsausschuss auch schon einen Bericht zur in Ausarbeitung befindlichen Fahrradstrategie bekommen, in dem dieses Konzept - das Modell von Fahrradboxen - auch als Best Practice angeführt und auch zu Recht Bestandteil ist. Das ist sehr erfreulich. Aus diesen Gründen stellen wir folgenden Antrag:“
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der Gemeinderat beschließe: Die Mobilitätsplanung wird beauftragt, ein Konzept zur Einführung von Fahrradboxen im öffentlichen Raum zu prüfen. Dabei sollen geeignete Standorte im Stadtgebiet identifiziert und ein Konzept für die Vermietung der Boxen entwickelt werden. Das Ergebnis der Prüfung soll im Ausschuss für Mobilität und Verkehr berichtet und in weiterer Folge die Umsetzung eines Pilotprojekts an einem geeigneten Standort in Betracht gezogen werden. 617 Die Bedeckung eventuell anfallender Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen bzw. in kommenden Voranschlägen berücksichtigt werden.¹ Ich bitte um Zustimmung.
Wortmeldungen (3)EinblendenAusblenden

Lieber Herr Klubobmann, du hast es richtig angesprochen, wir sind gerade dabei die Fahrradstrategie zu erarbeiten. In der letzten Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr ist der Entwurf ausgeteilt bzw. erstmals vorgestellt worden. Darin ist auch das Fahrradparken enthalten inklusive der Thematik der Fahrradboxen. Wir sind hier in der Stadt Linz noch nicht soweit, dass wir das zum aktuellen Zeitpunkt auch errichten, aber wir haben es vor. Ich würde sagen 600 Fahrradboxen, so wie in Salzburg, ist sehr hoch gegriffen und sehr ambitioniert. Das werden wir nicht auf Anhieb schaffen, das sage ich auch gleich, aber wir werden auch in diese Richtung gehen und das Thema auch entsprechend behandeln. Ich schlage eine Zuweisung an den Ausschuss für Mobilität und Verkehr vor und beantrage diese hiermit auch. Danke schön.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Kolleg*innen, lieber Helge, gut, dass wichtige Ideen wie diese immer wieder hier im Gemeinderat auf dem Tisch landen. Ich habe im Oktober 2018, also vor fünf Jahren, einen vergleichbaren Antrag eingebracht, der leider an Blau und Rot gescheitert ist. Dabei ist der Nutzen, so wie von dir gerade angesprochen, in den Altbauten offensichtlich, wo es keine Lagerplätze oder Räume gibt, um Fahrräder abzustellen. Räder sind teuer und eine trockene Aufbewahrung ist sowieso vorteilhaft, insofern sind diese Radboxen auch ein Hebel um die Radmobilität, die Alltagsmobilität und den Modal Split zu verändern. Ich kenne es von Salzburg nicht, aber auf meiner Reise nach Brüssel und Antwerpen dieses Jahr habe ich gesehen, dass diese Boxen dort an jeder Ecke stehen. Sie sehen auch gut aus, dass sind fesche Kisten, die dort stehen, wo sie hingehören – also dort in Brüssel und Antwerpen – nämlich im Bereich des ruhenden Verkehrs in den Straßen. Volle Zustimmung von uns und ich hoffe, dass dieses Mal etwas weitergeht.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, unabhängig von unserem inhaltlichen Standpunkt zu diesem Thema, sehen wir den Antrag schon aus formellen Gründen kritisch. Der Beschlusstext sieht vor, dass ein Konzept geprüft und erarbeitet wird und im Ausschuss lediglich darüber berichtet wird. Wenn man sich aber jetzt ansieht, was vor allem in den vergangenen Monaten im Mobilitätsbereich in der Innenstadt geschehen ist, sehen wir es sehr kritisch, dass der Planungsreferent einfach wieder irgendwelche Dinge umsetzen kann, die nicht der Mehrheitsmeinung entsprechen, ohne den Gemeinderat einzubinden. Es ist nämlich über zahlreiche Interessen ‚Drübergefahren‘ worden, Parkplätze sind gestrichen worden und die öffentlichen Busse können teilweise auf Grund unterschiedlichster Maßnahmen nicht mehr fahren. An dieser Stelle - ich kann es mir nicht ganz verkneifen - muss ich dir, lieber Herr Vizebürgermeister, ganz ehrlich sagen, dass das, was du heute bei deiner Anfragebeantwortung gemacht hast, ein bisschen feig war. Ohne konkrete Bemühungen aufzuweisen, die Zahlen, die wir gerne gewusst hätten, vorzuweisen, hast du einfach auf einen Vorgänger, auf irgendwelche Berichte oder irgendein Schrifttum verwiesen. In Wahrheit warst du es, Herr Vizebürgermeister, der in den letzten Monaten diese ganzen Streichungen vorgenommen hat. Wir befürchten, dass in diesem Fall wahrscheinlich wieder genau dasselbe passieren wird und rücksichtslos Parkplätze gestrichen oder andere Dinge vorgenommen werden, die den Geschäftstreibenden und betroffenen Anrainern wirklich sauer aufstoßen. Deshalb werden uns wir bei diesem Antrag der Stimme enthalten.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: ausschuss verwiesen

Die Zuweisung des Antrages an den Ausschuss für Mobilität und Verkehr wird bei Stimmenthaltung der FPÖ-Fraktion (9) mit Stimmenmehrheit angenommen.