Tierfutterzuschuss für Aktivpassbesitzer
K 6 · Fraktionsantrag · 6. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz
Zusammenfassung
KI GeneriertEin Tierfutterzuschuss für Inhaber des Linzer Aktivpasses soll als neues Unterstützungsangebot für Menschen mit geringem Einkommen geschaffen werden. Begründet wird dies mit der Teuerungswelle und damit, dass Haustiere für alleinstehende Mindestpensionistinnen und Mindestpensionisten oft einen wichtigen Lebensmittelpunkt darstellen. Vorgesehen ist ein Gutscheinsystem für Tierfutter, das über Tierhandlungen oder Handelsketten in Linz eingelöst werden könnte; der Tiernachweis soll über Registrierungs-, Chip-, Impf- oder Kastrationsbestätigungen erfolgen. Die Maßnahme wurde als sozialpolitische Ergänzung des Aktivpasses diskutiert, zugleich wurde auf dessen bisherige Zielsetzung der Teilhabe am städtischen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben verwiesen. Der Vorschlag wurde bei Stimmenthaltung mehrerer Fraktionen mit Stimmenmehrheit abgelehnt.
AntragstextEinblendenAusblenden
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Wortmeldungen (3)EinblendenAusblenden
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, werte Kolleginnen und Kollegen, der Aktivpass hat eine vollkommen andere Zielsetzung. Dieser soll sicherstellen, dass alle BürgerInnen am städtischen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Damit wir darüber nicht einmal nachdenken müssen, sollte die Erhöhung der Sozialhilfe, der Einkommen, aber vor allem die Erhöhung der Pensionen getätigt werden. Darum werden wir uns bei diesem Antrag der Stimme enthalten. Danke.
Dass die Pensionen – gerade bei den Frauen – zu niedrig sind, darüber sind wir uns einig. Nichts desto trotz spielt aber bei vielen alleinlebenden SeniorInnen mit niedrigem Einkommen und MindestpensionistInnen, die eben AktivpassbezieherInnen sind – das betrifft einen großen Teil in Linz – ein Haustier eine wichtige Rolle – also, nicht nur bei denen, aber vor allem bei denen. Dadurch, dass diese Menschen ein Tier besitzen, haben sie oft eine Aufgabe und sind nicht alleine. Aus diesem Grund ist dieser Vorstoß grundsätzlich zu begrüßen, wir schlagen allerdings vor, diesen Antrag im Ausschuss für Generationen, Soziales und Sport zu diskutieren, weil es bis dato noch immer keine Direktzahlungen oder Gutscheine in dieser Form gegeben hat bzw. unklar ist, wie dieser Gutschein aussehen soll. Deshalb würden wir das gerne im zuständigen Ausschuss diskutieren.
Danke für die Wortmeldungen. Es ist richtig, dass die Pensionen gerade für Frauen teilweise wirklich beschämend sind. Es ist auch beschämend, wenn man jemandem ein Tier wegnehmen muss oder wenn jemand ein Tier abgeben muss, weil sich die betroffene Person das Tier nicht mehr leisten kann. Das tut den Menschen im Herz und in der Seele weh. Ich weiß, wovon ich spreche, ich habe schon oft Tiere aus dem Tierheim aufgenommen. Ich habe gerade wieder zwei Katzen genommen, die wegen finanzieller Sorgen abgegeben werden mussten. Es ist ein Drama für den Tierhalter, weil er das Tier abgeben muss, aber auch für das Tier, das komplett orientierungslos ist und sich nicht mehr auskennt. Da spielen sich wirklich seelische Dramen ab. Weil angesprochen worden ist, dass der Aktivpass der Möglichkeit zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben dient: Ja, natürlich, dient er dafür, man muss sich aber auch viele Alleinstehende – gerade MindestpensionistInnen – ansehen, die oft gar nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Deren Mittelpunkt ist ihr Haustier, ihr Hund, ihre Katze, das ist ihr gesellschaftliches Leben, das sie nicht aufgeben möchten. Es ist nett, wenn man billiger in das Museum oder in den Botanischen Garten gehen kann, das machen die aber oft nicht, sie sitzen am Liebsten zuhause mit dem eigenen Tier, das sie einfach nicht mehr hergeben möchten. Die Tierhalter bleiben fit dadurch, sie haben eine Aufgabe, sind beschäftigt und müssen auch fit bleiben, um das Tier zu erhalten. Mit der Zuweisung zum Ausschuss für Generationen, Soziales und Sport könnten wir sehr gut leben, wir wären sehr dankbar, wenn wir dort darüber weiter diskutieren könnten. Wie gesagt, den Menschen, die ein Tier aufgrund finanzieller Sorgen abgeben müssen, möchten wir das nicht mehr zumuten, wir möchten, dass in Zukunft sichergestellt wird, dass niemand in der Stadt Linz seinen Hund oder seine Katze nur aufgrund von finanziellen Sorgen abgeben muss. Danke.
Abstimmungsergebnis
Ergebnis: abgelehnt
Der Antrag wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen von SPÖ (21), ÖVP (11), Die Grünen (10), NEOS (2), MFG (2), KPÖ (2), LinzPlus (2) sowie Gemeinderat Brandstetter, WANDEL, mit Stimmenmehrheit abgelehnt.