Reform im inneroberösterreichischen Finanzausgleich-Resolution
K 13 · Fraktionsantrag · 6. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz
Zusammenfassung
KI GeneriertGefordert wird eine Reform des inneroberösterreichischen Finanzausgleichs, weil Linz nach eigener Darstellung rund 80 Millionen Euro an Transferzahlungen zu viel an das Land leistet. Die Neugestaltung soll zu einer faireren Lastenverteilung und einer sofortigen Entlastung der Stadt führen und die in einer Anlage genannten Kritikpunkte und Vorschläge berücksichtigen. Begründet wird das mit einer als strukturell ungerecht beschriebenen und von mehreren Seiten als nicht fair und nicht nachvollziehbar bewerteten Finanzbeziehung zwischen Stadt und Land. Als mögliche Folge wird auch angesprochen, dass die Stadt derzeit bei Projekten als Bittsteller auftreten müsse, obwohl sie diese teils selbst finanzieren könnte. Die Resolution wurde mit Stimmenmehrheit angenommen; die ÖVP-Fraktion enthielt sich.
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Sehr geehrte Damen und Herren, ich stimme den Ausführungen von Herrn Redlhammer zu und ich stimme den Ausführungen von Herrn Bürgermeister Luger und von Herrn Gegenhuber zu, dass es sich um eine strukturelle Ungerechtigkeit handelt. In diesem Sinn werden wir dieser Resolution zustimmen. Ich möchte noch hinzufügen, dass ich glaube, dass das Lamentieren und sagen, dass die ÖVP böse ist und das Land böse ist oder sonst irgendwelche Meinungen darüber, eines ist. Ich glaube aber auch, dass die Vergangenheit gezeigt hat, dass das nie recht erfolgreich funktioniert hat. Insofern stimme ich Herrn Hajart zu, dass er sagt, wir sollten einen anderen Weg einschlagen und auf andere Pferde setzen. Da gebe ich ihm ganz recht. Ich sehe das ein bisschen anders, ich glaube, dass man viel eher dem Land klare Konsequenten zeigen muss, wenn nicht gewisse Veränderungen passieren. Insofern habe ich das bei der Budgetrede auch schon gesagt, dass es zwischen dem Land und der Stadt gewisse asymmetrische Machtbeziehungen gibt. Wenn sich auf Dauer nichts ändert, dann müssen wir bereit sein, zumindest Signale anzudrohen, dass es eine Bewegung gibt. Ich glaube das ist einfach ein bisschen die Art und Weise wie man manchmal kommunizieren muss. Insofern denke ich, dass z. B. eine City Maut zur Finanzierung des öffentlichen Verkehrsausbaus eine Möglichkeit wäre, um hier Bewegung herbeizuführen. Das wäre die Sache, die ich insbesondere dem Herrn Bürgermeister nahelegen würde, zu überlegen. Ich glaube wir hätten eine Mehrheit in diesem Haus.
Herr Gemeinderat ich möchte Sie nicht frustrieren, aber mein Gefühl sagt mir, dass wir in diesem Haus derzeit keine Mehrheit fänden.
Sofern sich die SPÖ bewegt
Sie bewegt sich immer Herr Kollege
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrter Herr Bürgermeister, wir haben schon vorher ein bisschen diskutiert, aber ich finde die Metapher auf welches Pferd man setzt, können wir noch einmal ganz sachlich und nüchtern durchdenken. Ich glaube, wir sind uns alle einig, wenn Oberösterreich erfolgreich sein soll, geht es um die Symbiose von Stadt und Land und dass man gemeinsam zielgerichtet arbeitet. Es geht auch darum wie man miteinander umgeht und wie das Verhältnis ist. Natürlich ist ein Finanzausgleich ein in Zahlen gegossenes Verhältnis. Jetzt ist noch die Frage zu beantworten, auch von der ÖVP, ob der Finanzausgleich fair ist, ob er sachlich ist und vor allem auch, ob er auch betriebswirtschaftlich nachvollziehbar ist. Jetzt kann man sagen, dass es einige gibt, die sagen: Nein. Das sind auch teilweise die Expertinnen das ist der Landesrechnungshof, das Kontrollamt, der Finanzdirektor, der Städtebund das sind andere wie Graz oder das KDZ die sagen: Das ist in dieser Form nicht fair und nicht nachvollziehbar. Im Gemeinderat sagen die SPÖ, Die Grünen, FPÖ, NEOS, KPÖ, LinzPlus, MFG und auch Herr Brandstetter, sagt: Das ist in dieser Form nicht fair und nicht nachvollziehbar. Dann ist wirklich die Frage: Wer sitzt hier wirklich auf dem falschen Pferd?
Ich verstehe natürlich die Logik der ÖVP und leider, es sind jetzt leider einmal wirklich die Bösen, da muss ich jetzt wirklich dem Clemens Brandstetter das Wort nehmen. Die Stadt muss übermäßig hohe Transferleistungen zahlen, weil wir ja in der Vergangenheit in einigen Bereichen dem Land unseren Geldhahn zugedreht haben, so verstehe ich es. Mit dem Faustpfand von 80 Millionen Euro kann man auch großherzig Förderungen für tolle Projekte wie z. B. SOKO Linz mit 500.000 Euro gewähren und die Stadt muss mit Projekten, die sie eigentlich selber finanzieren könnte, nun als Bittsteller an das Land herangehen. So geht es natürlich auch, aber umgekehrt würde es auch gehen. Wir behalten unser Geld und zahlen einige Projekte aus der eigenen Tasche. Wir wissen, Herr Landeshauptmann Stelzer will eigentlich mit einem freundlichen Brief diese Resolution abschmettern und wird es auch tun. Wahrscheinlich wurde sie auch von den ÖVP-Kollegen der Stadt Linz bereits vorgeschrieben, aber und ich wiederhole meine Anregung anlässlich der Rede zum Budget im Dezember: ‚Herr Bürgermeister, begeben Sie sich mit Landeshauptmann Thomas Stelzer in Klausur, schaffen Sie eine neue Farbenlehre, aus Rot und Türkis kann weißer Rauch werden, der dann aufsteigt.‘ Vielen Dank.
Abstimmungsergebnis
Ergebnis: angenommen
Der Antrag wird bei Stimmenthaltung der ÖVP-Fraktion (11) mit Stimmenmehrheit angenommen.