Erleichterung der Anerkennung von ausländischen Berufsqualifikationen - Resolution
C 1 · Stadtsenatsantrag · 17. Sitzung
Zusammenfassung
KI GeneriertBeschlossen wurde eine Resolution zur Erleichterung der Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen in Pflege, Gesundheitsberufen, Kinderbildung und ärztlicher Tätigkeit. Im Mittelpunkt stehen der Abbau bürokratischer Hürden, die stärkere Berücksichtigung von Berufserfahrung, vorläufige Beschäftigungsmöglichkeiten während laufender Anerkennungsverfahren und eine bessere finanzielle sowie organisatorische Unterstützung der Betroffenen. Begründet wird dies mit dem Fachkräftemangel, besonders im Gesundheitswesen und in der Kinderbetreuung, sowie mit dem Ziel, vorhandene Ressourcen am Arbeitsmarkt besser zu nutzen. Die Resolution richtet sich an den Oö. Landtag und mehrere Bundesministerien und fordert unter anderem gesetzliche Anpassungen, bundesweit einheitliche Qualifikationsmaßnahmen und erleichterte Zugänge zur Rot-Weiß-Rot-Karte. Angenommen wurde der Beschluss mit Stimmenmehrheit, bei einzelnen Enthaltungen.
AntragstextEinblendenAusblenden
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Wortmeldungen (3)EinblendenAusblenden
Vielen Dank, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, Zuseherinnen und Zuseher, auch via Stream, vielen Dank für diesen Antrag. Wir glauben, dass er in eine gute Richtung geht, denn wir glauben, dass die Frage der qualifizierten Zuwanderung eine ganz zentrale Frage ist, um uns als Standort zu positionieren und um uns auch im Vergleich zu anderen Ländern, die hier natürlich um Fachkräfte aus aller Welt werben, zu positionieren. Wir glauben, dass es vor allem in den angesprochenen Berufsgruppen auch Personen braucht - Gesundheitspersonal, Pflegepersonal, Betreuungspersonal. Wichtig ist aber aus unserer Sicht - und darum werde ich darlegen, warum wir uns bei ein, zwei Unterpunkten enthalten -, dass bei den Personen, die zu uns kommen, die Qualität gesichert ist. Ich würde es ganz kurz darlegen. Vor allem beim ersten Punkt „Resolution an den Landtag“ halten wir eine Passage für ganz zentral. Diese ist, dass die Qualifikation auch dann anerkannt werden soll, wenn auch im Ausstellungsland die Voraussetzungen zur Ausübung des Berufes gegeben sind. Das halten wir für nicht richtig, denn es ist jetzt so, dass bei einer Anerkennung des Abschlusses immer die inländische Ausbildung der Standard ist und das soll auch so bleiben. Es gibt tatsächlich skurrile Fälle aus den Achtzigerjahren, wo es Heimleiter*innen aus der UdSSR gibt, die hier versuchen, einen Antrag zu stellen. Ich glaube nicht, dass das die Niveau ist, das wir uns bei unseren Betreuungen wünschen. Darum werden wir uns enthalten. Wir halten den zweiten Punkt für gut und stimmen hier auch zu. Dem Punkt I.2., stimmen wir nicht zu, hier geht es um die Sprachkenntnisse, die in einem bestimmten Ausmaß noch nicht vorliegen müssen. Wir halten die Sprachkenntnisse gerade in den erwähnten Berufsgruppen für ganz zentral, sei es beim Pflege-, beim Gesundheitspersonal, weil davon ja auch die Verständigung, die Kommunikation mit den Personen betroffen ist. Wir enthalten wir uns daher, stimmen aber bei den Punkten drei bis fünf, Resolutionen an die Bundesminister, zu. Die entsprechenden Reformen der Rot-Weiß-Rot-Karte im letzten Jahr möchte ich besonders positiv erwähnen. Alles was die Rot-Weiß-Rot-Karte für potenzielle Fachkräfte aus dem Ausland attraktiver macht, halten wir für gut. Auch die Unterstützung bei der Antragstellung, das Vereinfachen von Verfahren und die teilweise Kostenübernahme - sofern das möglich ist - finden wir positiv. Daher unterstützen wir die entsprechenden Punkte. Vielen Dank.
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, wir sehen den Antrag naturgemäß relativ kritisch. Ich kann einigen Kritikpunkten der ÖVP auch etwas abgewinnen. Wir müssen uns aber die Lage, in der wir uns gerade in diesen Fachbereichen, wo wir diese Mangelberufe haben, genauer ansehen und schauen warum es überhaupt so weit gekommen ist. Die Lage ist so, weil man es über Jahrzehnte verabsäumt hat, die richtigen Maßnahmen zu treffen und weil diese Bereiche sehr gering geschätzt sind und es an der Entlohnung fehlt. Darum sind wir in dieser Misere. Ich bin sehr wohl auch dabei, dass man gewisse Punkte in dieser Resolution vielleicht auch kritisch sehen kann, nur die aktuelle Situation erlaubt es uns nicht, dass wir einen anderen Ansatz wählen, weil wir jetzt Lösungen brauchen. Kollegen von der ÖVP, an eurer Kritik fehlt mir ein Lösungsansatz. Gerade im Bereich der Qualifikation - weil ja die Ausbildungen in diesen Drittstaaten oft nicht eins zu eins mit jenen in Österreich vergleichbar sind - ist es schwierig, sicherzustellen, dass die österreichischen Qualifikationsansprüche erfüllt werden. Wir sehen diesen Punkt entsprechend kritisch und werden das auch kritisch beobachten, aber auf Grund der Situation, dass wir diese Leute jetzt benötigen - werden wir diesem Antrag zustimmen.
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren, ich sehe diese Resolution ein bisschen zwiespältig. Ich bin nicht ganz einverstanden damit und werde mich enthalten. Ich war über viele Jahre Mitglied der Studienkommission an der Technischen Universität Graz. Mein damaliger Chef, Professor Wohinz, war der Vorsitzende und ich musste damals alle Nostrifizierungen vorbegutachten. Was damals alles zur Nostrifizierung eingereicht wurde, hat den Anforderungen einer österreichischen Ausbildung nicht entsprochen. Ich sehe weniger die Notwendigkeit, die Nostrifizierung zu machen, sie stellt nur eine scheinbare Qualifikation dar. Ich sehe es als wesentlich wichtiger an, dass man die tatsächliche Qualifikation erfasst und feststellt und sich damit eine Möglichkeit gibt, diese Personen bei uns arbeiten zu lassen. Für mich geht es vielmehr darum, die Reglementierung dieser reglementierten Berufe zu verändern und zu sagen: Unter welchen Umständen darf eine Person in diesen reglementierten Berufen arbeiten? Das soll nicht von einer Nostrifizierung abhängig gemacht werden, die eine Scheinqualifikation darstellt. Das Zertifikat ist damit für mich keine Bestätigung einer tatsächlichen Qualifizierung. Wenn ich jetzt Zeit hätte, könnte ich genügend Beispiele bringen, die das bestätigen. Ein anderer Aspekt ist, dass wir einen Arbeitskräftemangel haben und jetzt mit Gewalt versuchen, Leute aus dem Ausland zu holen. Das ist auf der einen Seite durchaus gut, auf der anderen Seite bleibt aber immer unbeachtet, wie sich das auf die Länder auswirkt aus denen diese Personen kommen? Es führt aus meiner Sicht zu einer weiteren Migration und damit ist für mich die ganze Resolution zweifelhaft, ich werde mich enthalten. Danke.
Abstimmungsergebnis
Ergebnis: angenommen
Der Antrag wird bei Stimmenthaltung der ÖVP-Fraktion (11) bei Punkt 1, Punkt 2/I/2 und Punkt 2/II/2 und von Gemeinderat Dipl.-Ing. Dr. Obermayr, MFG, mit Stimmenmehrheit angenommen.