Erledigung des Antrages der Grünen-Gemeinderatsfraktion vom 23. März 2023 „Umweltticket OÖ für Linzer*innen: Um 1 Euro pro Tag mit den Öffis durch ganz OÖ“

G 5 · Ausschussantrag · 17. Sitzung

Berichterstatter:

Ausschuss:Ausschuss für Finanzen und Integration

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

KI Generiert

Gefordert wurde eine Förderung für das Klimaticket OÖ, damit Hauptwohnsitz-Linzerinnen um 365 Euro pro Jahr alle öffentlichen Verkehrsmittel in ganz Oberösterreich nutzen können. Das Vorhaben sollte das bestehende Linzer Umweltticket ergänzen und den Umstieg auf klimafreundliche Öffis attraktiver machen. Als Begründung wurden Gespräche mit den relevanten Akteurinnen sowie eine Finanzierung durch Umschichtung im Budget oder in künftigen Voranschlägen genannt. Die LINZ AG bezifferte die erwarteten Mehrkosten auf 5,2 Millionen Euro jährlich, weshalb die Stadt die Zuständigkeit bei Land und Bund sah. Der Gemeinderat lehnte die Förderung mit Stimmenmehrheit ab; die SPÖ enthielt sich.

Schlagwörter (10):klimaticket oööffentlicher verkehrumweltticketmobilitätklimaschutzförderungfinanzenbudgetumschichtungstadt linzland oberösterreich
AntragstextEinblendenAusblenden
Gemeinderat Svoboda berichtet über G 5 Erledigung des Antrages der Grünen-Gemeinderatsfraktion vom 23. März 2023 „Umweltticket OÖ für Linzer*innen: Um 1 Euro pro Tag mit den Öffis durch ganz OÖ" und führt aus: „Sehr geehrter Herr Bürgermeister, werte Kolleginnen und Kollegen, geschätzte Zuseherinnen und Zuseher, der vorliegende Antrag wurde, wie auf der Tagesordnung erkenntlich ist, schon am 23. März 2023 im Gemeinderat behandelt und danach auch in den Ausschüssen. Das Anliegen des Antrages war, dass man das sehr erfolgreiche Linzer Umwelt ticket mit einem ebenso preislich günstig gestalteten Umwelt ticket Oberösterreich 590 ergänzt, damit der Umstieg auf die klimaschonenden Öffis in dieser Stadt noch attraktiver wird. Dieser Antrag ist, wie gesagt, in den Ausschüssen behandelt worden und ich darf um Zustimmung ersuchen.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der Gemeinderat beschließe: „Die sachlich in Betracht kommenden Mitglieder der Stadtregierung, Herr Bürgermeister Klaus Luger, Frau Vizebürgermeisterin, Finanzreferentin Tina Blöchl und Umweltstadträtin Eva Schobesberger, werden ersucht, die Ausarbeitung für eine Förderung für das ‚Klimaticket OÖ‘ in die Wege zu leiten und dazu mit den relevanten Akteur*innen Gespräche zu führen. Ziel soll es sein, dass alle Hauptwohnsitz-Linzer*innen künftig um 365 Euro pro Jahr alle öffentlichen Verkehrsmittel in ganz Oberösterreich nutzen können. Die Bedeckung eventuell anfallender Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen bzw. in kommenden Voranschlägen berücksichtigt werden.“
Wortmeldungen (3)EinblendenAusblenden

Danke, Frau Vizebürgermeisterin, nur eine kurze Anmerkung von mir, weil dieser Antrag heute nicht positiv enderledigt wird. Ich möchte nur noch einmal auf das hinwiesen, was ich schon bei meiner ersten Wortmeldung zu diesem Antrag gesagt habe: Das ‚Klimaticket Steiermark Classic Graz‘ für Personen mit Hauptwohnsitz in Graz wird von der Stadt Graz zusätzlich gefördert und kostet nur 368 Euro. Was in der Steiermark möglich ist, ist in Oberösterreich anscheinend eine Unmöglichkeit und das hängt, glaube ich, damit zusammen, dass in Oberösterreich ein erbitterter Konkurrenzkampf zwischen dem Land Oberösterreich und der Stadt Linz herrscht und gegenseitige Behinderung vorherrscht. Das alles geht zulasten der Bevölkerung und der Benutzer und Benutzerinnen des öffentlichen Verkehrs. Diese Enderledigung, so wie sie jetzt passieren wird, ist eigentlich ein trauriges Beispiel dafür. Danke.

Die SPÖ wird sich bei diesem Antrag enthalten. Eine attraktive Preisgestaltung eines überregionalen Tickets obliegt den übergeordneten Gebietskörperschaften, Land Oberösterreich und Bund in diesem Fall. Die Stadt Linz bietet in ihrem Wirkungsbereich bereits seit vielen Jahren ein sehr attraktives Umweltticket für die Linzerinnen und Linzer an. Die Prognose der LINZ AG ergibt, bei einer allfälligen Umsetzung dieses Antrags, einen finanziellen Verlust von 5,2 Millionen Euro im Jahr. Dies wurde auch von externen Expert*innen bestätigt und auch im Finanzausschuss präsentiert. Anstatt die von übergeordneten Gebietskörperschaften zu leistenden Subventionen zu kompensieren, schlagen wir vor, die finanziellen Mittel der LINZ AG und der Stadt Linz zu schonen und stattdessen diesen Antrag, wie gesagt, abzulehnen. Ich ersuche um Ablehnung dieses Antrags, damit wir uns wirklich auf unseren Wirkungsbereich als Stadt Linz weiter fokussieren und mit den Steuergeldern auch 591 sorgsam umgehen. Mit der Ablehnung des Antrags tragen wir dazu bei, eine weitere Verstärkung der Schieflage des Finanzausgleichs zulasten der Stadt Linz zu verhindern.

Geschätzte Frau Vizebürgermeisterin, ich finde, das Argument, das du da vorgebracht hast, ist ein ganz hervorragendes. Ich schlage vor, dass wir das Fokussieren auf den Wirkungsbereich dann einmal beginnen, wenn es um Zuschüsse zu Autobahnen und Autobahnanschlüssen geht. Möglicherweise muss man zur Kenntnis nehmen, dass in dieser Stadt stets Geld für Straßen da ist, auch wenn man sie nicht einmal selbst baut. Wenn es um die ‚Öffis‘ geht, ist das Geldbörsel meistens zu. Ich ersuche trotzdem um Zustimmung.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Der Antrag wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen von SPÖ (21), FPÖ (9), NEOS (2) und MFG (2) mit Stimmenmehrheit abgelehnt.