Young Carers unterstützen

N 12 · Fraktionsantrag · 14. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz

Berichterstatter:

Ergebnis:ausschuss verwiesen

Zusammenfassung

KI Generiert

Gefordert wird eine gezielte Informationskampagne für Young Carers, also Kinder und Jugendliche, die regelmäßig Angehörige mit Pflegebedarf betreuen. Die Kampagne soll über städtische Medien, Kommunikationskanäle, Pressearbeit und Schulen laufen und den Betroffenen niederschwellige Hilfsangebote sichtbar machen. Zusätzlich sollen Pädagoginnen, Sozialarbeiterinnen, Community Nurses, Hausärztinnen und Überleitungspflegerinnen in Krankenhäusern mit vertieften Informationen sensibilisiert werden, damit sie junge pflegende Angehörige erkennen und Unterstützung einleiten können. Als Begründung werden die oft unsichtbare Pflegeleistung, die psychischen und körperlichen Belastungen sowie die Risiken für Schule und soziale Entwicklung genannt. Der Vorschlag wurde einstimmig dem Ausschuss für Generationen, Soziales und Sport zugewiesen; die Kosten sollen durch Umschichtungen im Budget gedeckt werden.

Schlagwörter (10):young carerspflegende kinderjugendlicheinformatiionskampagnepflegebedarfsoziale unterstützunggesundheitbildungfamilienpflegebudgetumschichtung
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Gemeinderätin Pühringer berichtet über den von der LinzPlus-Gemeinderatsfraktion eingebrachten Antrag N 12 Young Carers unterstützen und führt aus: „Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer auf der Tribüne und zu Hause, der Mai ist der Monat der Pflege und der Pflegenden, der Grund ist der Geburtstag von Florence Nightingale, einer Pionierin der modernen Pflege. Die Pflege hat in letzter Zeit, leider, viel Öffentlichkeit – fast täglich findet man Berichte in den Medien, wie schlimm es nicht um die Pflege steht. Ich halte es trotzdem noch für den besten Beruf den man ergreifen kann, das möchte ich noch öffentlich kundgeben. Allerdings erhält eine Gruppe von Pflegenden zu wenig Aufmerksamkeit und zwar die Young Carers. Wer sind die? Das sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die regelmäßig oder über einen längeren Zeitraum Familienmitglieder mit Behinderung, in Krankheit oder sonstigem Pflegebedarf betreuen. In Österreich hat man festgestellt oder in Studien nachgewiesen, dass wir 43.000 Young Carers haben, hochgerechnet bedeutet das, dass wir tausend Young Carers in Linz haben. Wenn man dann auch noch die Kinder und Jugendlichen dazu zählt, die nach Linz in die Schulen einpendeln, dann haben wir noch viel mehr. Was machen sie alles? Sie leisten Pflege in den Bereichen Essens- und Medikamenteneinnahme, unterstützen bei der Körperpflege, übernehmen Behördenkontakte, übernehmen die Geschwisterbetreuung, machen den Haushalt und spenden Trost und Nähe, demjenigen, den sie betreuen. Das geschieht meistens unsichtbar und unbemerkt von der Öffentlichkeit! Wieso ist das so, dass wir fast nichts über diese jungen Menschen wissen? Weil sie oft selber gar nicht merken, dass sie etwas Außergewöhnliches leisten und das daher überhaupt nicht thematisieren. Sie verschweigen die Probleme, weil sie Angst haben, dass die Familie vom Jugendamt auseinandergerissen wird, wenn die Probleme nach außen dringen. Wir wissen nichts darüber, weil Österreich im europaweiten Vergleich im Bearbeiten der Thematik der Young Carers säumig ist. Wie geht es den Young Carers? Die Pflege fordert natürlich ihren Tribut, sie leiden unter Schlafmangel, können sich schlecht konzentrieren, haben Kopf- und Rückenschmerzen und es kommt zu sozialer Isolation, Depression und geringem Selbstwertgefühl. Leider gibt es auch oft einen schulischen Misserfolg, weil sie sich nicht konzentrieren können und daraus folgen schlechtere Chancen am Arbeitsmarkt. Manche verschwinden nach der Schulpflicht überhaupt daheim und pflegen. Was ist zu tun? Wir müssen den Young Carers ermöglichen, sich Hilfe zu holen! Wie können wir das machen? Wir schlagen vor, eine Informationskampagne in den städtischen Medien und über vielfältige Kommunikationskanäle zu machen um die Young Carers abzuholen. Das soll in der Form passieren, dass diese insbesondere am Schulweg wahrnehmbar ist und wir können Pressearbeit machen um auch die Öffentlichkeit zu sensibilisieren. Es braucht auch eine zweite Schiene, die ist an Pädagog*innen, Sozialarbeiter*innen, Community Nurses, Hausärzt*innen und Ärzte und Überleitungspfleger*innen in Krankenhäusern adressiert, sodass diese in Zukunft Young Carers identifizieren können und ein Hilfsangebot machen können. Wir haben uns um den Kummer dieser Kinder zu kümmern. Der Gemeinderat beschließe: ‚Die zuständige Vizebürgermeisterin Karin Hörzing möge veranlassen: Um Young Carers zu erreichen, möge eine gezielte Informationskampagne über die städtischen Medien und Kommunikationskanäle, Pressearbeit sowie über Schulen entwickelt werden. Diese soll von den betroffenen pflegenden Kindern und Jugendlichen selbst wahrgenommen werden. Über diese Wege sollen sie erfahren, wo sie niederschwellig Hilfe erhalten können. https://www.young-carers-austria.at/ https://www.superhands.at/ Eine weitere Schiene der Informationskampagne über Young Carer soll sich an Pädagog*innen, Sozialarbeiter*innen, Community Nurses, Hausärzt*innen und Überleitungspfleger*innen in Krankenhäusern richten. Diese Personengruppen haben - oftmals ohne sich dessen bewusst zu werden - mit Young Carers Kontakt. Mittels vertiefter Informationen über Young Carer und mögliche Anzeichen, dass ein Kind Young Carer ist, können sie betroffene Kinder erkennen und Unterstützungsmaßnahmen einleiten. Etwaige Kosten können durch Umschichtungen im Budget gedeckt werden.‘ Bitte um Zustimmung.“ Bürgermeister Luger übernimmt wieder den Vorsitz. Dazu liegen folgende Wortmeldungen vor: Gemeinderätin Mag.a Ganhör: „Sehr geehrte Damen und Herren, wir als ÖVP haben den Familienzusammenhalt in unserer DNA. Liebe Renate, du greifst hier eine wichtige Thematik auf, die unserer Meinung nach im Sozialausschuss näher diskutiert werden sollte. Young Carers leisten - das ist oft zu wenig sichtbar - enorm viel für ihre Familie. Ich möchte neben den negativen Auswirkungen - da stimme ich dir komplett zu - aber auch die positiven Auswirkungen hervorheben, die diese Familien haben: das hohe Verantwortungsgefühl, die hohe Sozialkompetenz und Empathie und auch den starken Familienzusammenhalt. Dennoch sollte man den Young Carers und ihrem Umfeld durch eine Infokampagne mehr awareness für Unterstützungsangebote geben. Hier bedarf es Begleitungen und Unterstützungen um diese Jugendliche nicht im Regen stehen zu lassen. Die Stadt Linz kann diese Leistungen insofern honorieren, dass man entsprechende Informationen für junge pflegende Angehörige, nicht nur zur Verfügung stellt, sondern auch sichtbar macht. Wir beantragen deswegen die Zuweisung zum Ausschuss für Generationen, Soziales und Sport.“ Vizebürgermeisterin Hörzing: „Sehr geehrte Damen und Herren, werte Kolleginnen und Kollegen, ich bin mit der Zuweisung sehr einverstanden, ich möchte aber schon darauf hinweisen, dass die Arbeiterkammer Oberösterreich gerade eine Studie zu Young Carers durchführt. Ich glaube es ist wichtig diese Erkenntnisse bei den weiteren Beratungen einzuarbeiten. Vielen Dank.“ Der Vorsitzende erteilt der Berichterstatterin das Schlusswort. Gemeinderätin Pühringer: „Danke für die ermutigenden Wortmeldungen, eine Zuweisung zum Sozialausschuss würde uns sehr freuen, um das Thema weiter zu bearbeiten. Ich habe noch eine Aussage einer jungen Frau im Ohr, die ich kennengelernt habe, die seit frühester Jugend den an Demenz erkrankten Vater pflegt. Sie sagt: ‚Es braucht Räume in denen Young Carers einfach nur Kind sein dürfen.‘ Das nehme ich mir als Auftrag in den Ausschuss mit. Danke.“ Der Vorsitzende lässt nun über die Zuweisung des Antrages abstimmen. Der Antrag wird einstimmig dem Ausschuss für Generationen, Soziales und Sport zugewiesen.
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Die zuständige Vizebürgermeisterin Karin Hörzing möge veranlassen: Um Young Carers zu erreichen, möge eine gezielte Informationskampagne über die städtischen Medien und Kommunikationskanäle, Pressearbeit sowie über Schulen entwickelt werden. Diese soll von den betroffenen pflegenden Kindern und Jugendlichen selbst wahrgenommen werden. Über diese Wege sollen sie erfahren, wo sie niederschwellig Hilfe erhalten können. https://www.young-carers-austria.at/ https://www.superhands.at/ Eine weitere Schiene der Informationskampagne über Young Carer soll sich an Pädagog*innen, Sozialarbeiter*innen, Community Nurses, Hausärzt*innen und Überleitungspfleger*innen in Krankenhäusern richten. Diese Personengruppen haben - oftmals ohne sich dessen bewusst zu werden - mit Young Carers Kontakt. Mittels vertiefter Informationen über Young Carer und mögliche Anzeichen, dass ein Kind Young Carer ist, können sie betroffene Kinder erkennen und Unterstützungsmaßnahmen einleiten. Etwaige Kosten können durch Umschichtungen im Budget gedeckt werden.
Wortmeldungen (3)EinblendenAusblenden

Sehr geehrte Damen und Herren, wir als ÖVP haben den Familienzusammenhalt in unserer DNA. Liebe Renate, du greifst hier eine wichtige Thematik auf, die unserer Meinung nach im Sozialausschuss näher diskutiert werden sollte. Young Carers leisten - das ist oft zu wenig sichtbar - enorm viel für ihre Familie. Ich möchte neben den negativen Auswirkungen - da stimme ich dir komplett zu - aber auch die positiven Auswirkungen hervorheben, die diese Familien haben: das hohe Verantwortungsgefühl, die hohe Sozialkompetenz und Empathie und auch den starken Familienzusammenhalt. Dennoch sollte man den Young Carers und ihrem Umfeld durch eine Infokampagne mehr awareness für Unterstützungsangebote geben. Hier bedarf es Begleitungen und Unterstützungen um diese Jugendliche nicht im Regen stehen zu lassen. Die Stadt Linz kann diese Leistungen insofern honorieren, dass man entsprechende Informationen für junge pflegende Angehörige, nicht nur zur Verfügung stellt, sondern auch sichtbar macht. Wir beantragen deswegen die Zuweisung zum Ausschuss für Generationen, Soziales und Sport.

Sehr geehrte Damen und Herren, werte Kolleginnen und Kollegen, ich bin mit der Zuweisung sehr einverstanden, ich möchte aber schon darauf hinweisen, dass die Arbeiterkammer Oberösterreich gerade eine Studie zu Young Carers durchführt. Ich glaube es ist wichtig diese Erkenntnisse bei den weiteren Beratungen einzuarbeiten. Vielen Dank.

Danke für die ermutigenden Wortmeldungen, eine Zuweisung zum Sozialausschuss würde uns sehr freuen, um das Thema weiter zu bearbeiten. Ich habe noch eine Aussage einer jungen Frau im Ohr, die ich kennengelernt habe, die seit frühester Jugend den an Demenz erkrankten Vater pflegt. Sie sagt: ‚Es braucht Räume in denen Young Carers einfach nur Kind sein dürfen.‘ Das nehme ich mir als Auftrag in den Ausschuss mit. Danke.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: ausschuss verwiesen

Der Antrag wird einstimmig dem Ausschuss für Generationen, Soziales und Sport zugewiesen.