Den Austausch mit der Bevölkerung stärken: Plattform „Schau auf Linz“ wieder ausbauen!
R 10 · Fraktionsantrag · 24. Sitzung
Zusammenfassung
KI GeneriertGefordert wird der Wiederaufbau der städtischen Feedbackplattform „Schau auf Linz“ als Webversion mit Kommentarfunktion zusätzlich zur Smartphone-App. Begründet wird dies mit der besseren Zugänglichkeit für unterschiedliche Nutzergruppen, mit Barrierefreiheit sowie mit der Möglichkeit, Anliegen, Beschwerden und Anregungen einfacher einzubringen und zu diskutieren. Kritisiert wird, dass nach dem Relaunch die Webeinreichung, die Unterstützungsfunktion und das Forum entfallen sind und damit der demokratische Austausch über städtische Themen eingeschränkt wurde. Als Gegenargument wird auf den höheren Wartungsaufwand einer Dual-Lösung und auf problematische Forum-Inhalte verwiesen. Die Finanzierung soll durch Umschichtung im Budget erfolgen; die Zuweisung an den Ausschuss und der Antrag selbst wurden mehrheitlich abgelehnt.
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Danke, sehr geehrter Herr Vizebürgermeister, ich beginne meine Wortmeldung damit, auf den aktuellen Stand der Dinge rund um die Nutzung digitaler Geräte einzugehen. Alle gängigen und kürzlich veröffentlichten Studien sowie Berichte zeigen einen eindeutigen Trend beim Verhalten der User bzw. der Bürger im Hinblick auf die Nutzung von Mobileweb hin zur native App. Das heißt, dass dort wo beide Varianten parallel existieren, eindeutig die native App dominiert. Die durchschnittliche Nutzungsdauer der App ist fast doppelt so hoch wie die Nutzung der mobilen Website. Die Anzahl der Bildschirmaufrufe in der App ist weit höher als die Anzahl der Seitenaufrufe auf der mobilen Webseite. Das hat sich auch bei der internen Analyse von ‚Schau auf Linz‘ gezeigt. Die Seitenaufrufe von ‚Schau auf Linz‘ sind über die Jahre hinweg signifikant zurückgegangen. Schlussfolgerung ist, dass die Webpräsenz nicht mehr von Bedeutung ist, wenn eine native App vorhanden ist. Wozu also etwas fortsetzen, das nachweislich nicht mehr genutzt wurde bzw. nicht mehr genutzt wird. Ich fand auch folgenden Satz irritierend, ich zitiere: ‚Moderne Implementierungen bieten jedoch die Möglichkeit Dual-Lösungen technisch unkompliziert zu realisieren.‘ Das wage ich doch sehr zu bezweifeln und da spricht der Softwareentwickler in mir. Es gibt keine modernen Implementierungen, die so generisch sind, dass eine duale Lösung technisch unkompliziert zu realisieren wäre. Jedes Projekt ist anders und muss im Einzelnen bewertet, eigenständig spezifiziert und letztendlich separat behandelt werden. Für den Fall einer zusätzlichen webbasierten Lösung ist neben einem Appentwickler auch ein Webentwickler zu beschäftigen. Ist es heutzutage zwar üblich und gewöhnlich, dass eine Person beides kann, ist der Aufwand trotzdem höher. Da reden wir aber noch gar nicht von der Wartung und der Weiterentwicklung. Zwei verschiedene Plattformen zu warten, ist entsprechend aufwändiger und kostet mehr. Zum Forum: Ich weiß nicht, wer von euch die Diskussionen dort überflogen bzw. gelesen hat. Was dort teilweise diskutiert wurde, war weder konstruktiv noch objektiv. Dieses Forum ist über die Jahre hinweg zu einer Plattform für Frust, Beschimpfungen und allerlei Themen geworden, die nichts mehr mit dem eigentlichen Zweck von ‚Schau auf Linz‘ zu tun hat. Und das muss man auch sagen und laut sagen, Mitarbeiter des Magistrates wurden in diesem Forum beschimpft und beleidigt, teils mit negativen Auswirkungen auf ihren Gemütszustand und die emotionale Verfassung. Schließlich ist der Zweck von ‚Schau auf Linz‘ Anliegen und Beschwerden zu konkreten Wahrnehmungen im Stadtgebiet direkt vor Ort schnell und einfach deponieren zu können, damit die Mitarbeiter des Magistrats rasch reagieren können. Die Möglichkeit Infrastrukturprobleme schnell zu melden, geht heutzutage, mag es dem einen oder anderen missfallen, mit einer native App viel schneller und intuitiver. Aus diesen und vielen weiteren hier nicht genannten Gründen wird sich die SPÖ bei diesem Antrag enthalten. Danke.
Sehr geehrter Herr Vizebürgermeister, sehr geehrte Kolleg*innen, danke an die KPÖ-Fraktion für diesen Antrag, den wir unterstützen. Ich möchte die Argumente des Kollegen Roth-Schmida noch ergänzen. Es wurde leider wieder darauf verzichtet im Vorfeld der Veränderungen der Plattform ‚Schau auf Linz‘ die Barrierefreiheit mitzudenken. Wieder wurden Betroffene, in diesem Fall insbesondere Blinde und Menschen mit Sehbehinderung, nicht in die Entwicklung der App miteinbezogen. So geht das nicht. Wieder muss etwas repariert werden, obwohl die nötige Expertise vorhanden ist und von einschlägigen Institutionen gerne zur Verfügung gestellt wird. Es wurde nicht auf diese Ressource zurückgegriffen. Außerdem eröffnen digitale Technologien viele Chancen, grenzen gleichzeitig aber Menschen aus, die, insbesondere aufgrund ihres Alters, nicht mehr in der Lage sind neue Technologien zu nutzen. Und ja, man kann im Bürgerservice anrufen und wird dort von den Mitarbeiter*innen geduldig und achtsam durch das Programm geführt und die Meldungen werden aufgenommen. Das bindet aber auch wertvolle Ressourcen. Außerdem macht es Menschen, die die App nicht bedienen können zu Bittstellern, weil sie eben um Hilfe bitten müssen, um ein Service zu nutzen, welches sie vor kurzem noch selbständig nutzen konnten. Wir schlagen eine Zuweisung in den zuständigen Innovationsausschuss vor, um die notwendige Überarbeitung der App dort vorzunehmen.
Vielen Dank, ich möchte mich auch bei Kollegen Roth-Schmida für den Antrag bedanken. Was Kollege Balihodzic gesagt hat, stimmt natürlich. Die Nutzung der Webversionen solcher Plattformen geht grundsätzlich zurückgeht, weil die Durchdringung von Smartphones im Laufe der letzten Jahre höher geworden ist, und die Benutzer*innenführung auf Smartphone-Systemen auch besser geworden ist. Man muss aber dazu sagen, dass es nach wie vor Bevölkerungsgruppen gibt, die einfach gerne PC und auch Webversionen von Portalen nutzen. Nicht umsonst ist ‚Schau auf Linz‘ auch als Bürger*innenbeteiligungsplattform von anderen Städten in der Vergangenheit gelobt worden und wird das auch in der Gegenwart noch. Darum denke ich, dass es uns Wert sein sollte, zusätzlich in eine Lösung zu investieren, die ja die Kosten der mobilen Lösung nicht verdoppelt. Teile der bestehenden Software funktionieren im Sinne einer dualen Lösung bereits, es ist möglich das Backend zu verwenden und einfach eine Web-Frontend dazu zu entwickeln. Im Sinne einer breiteren Beteiligung und einer Erhöhung der Zugänglichkeit, sollte es uns das Wert sein. Danke schön.
Vielen Dank für die Wortemeldungen. Kollege Balihodzic, ich sehe das logischerweise nicht ganz so, wie du. Es geht um zwei Punkte, das erste ist die Zugänglichkeit. Auch wenn sich das Verhalten der Nutzer*innen in der letzten Zeit verändert hat, bin ich nach wie vor der Meinung, dass auch die Webvariante eine Rolle spielt. Es ist einfach so, dass die neue Variante z. B. keine Suchfunktion mehr hat. Darum wünschen sich einige die Webversion wieder zurück. Es ist auch für mich als Gemeinderat nicht von Nachteil gewesen, nachschauen zu können, welche Anregungen oder auch Missstände von der Bevölkerung gemeldet werden. Das hat meine Arbeit als Gemeinderat leichter gemacht. Das kann ich jetzt, mit der neuen Smartphone-App, nicht mehr so leicht machen. Kurz zu den Kommentaren: Ja, natürlich ist das teilweise mühsam und wir wissen auch, dass das missbraucht wird und dass in der digitalen Welt natürlich nicht nur positive Kommentare und positives Feedback gegeben werden. Aber auch damit kann man technisch umgehen. Man kann z. B. ein Voting System einführen und wenn es nur um Hasskommentare geht, werden diese einfach ausgefiltert. Auch wenn jetzt angedeutet wird, dass das Geld kostet, bin trotzdem für eine duale Ausführung und eine Erweiterung der Funktionalität, weil es um den demokratischen und offenen Austausch mit der Bevölkerung geht. Das sollte uns auch etwas wert sein, weil das wirklich ein Punkt ist, wo die Stadt, die Politik und die Verwaltung mit der Bevölkerung direkt in Kontakt treten kann. Es ist wichtig, dass es Diskussionen gibt und es ist auch wichtig, dass die Bevölkerung die Möglichkeiten hat sich einzubringen. Mit der neuen App sehe ich das nicht so verwirklicht, deshalb bringen wir diesen Antrag ein. Ich bitte noch einmal um Zustimmung, danke. Einer Zuweisung werden wir natürlich auch zustimmen.
Abstimmungsergebnis
Ergebnis: abgelehnt
Die Zuweisung des Antrages an den Ausschuss für Wirtschaft, Innovation und Verfassung wird mehrheitlich abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (20), FPÖ (7), NEOS (2) Der Antrag wird mehr mehrheitlich abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (20), ÖVP (11), FPÖ (7), NEOS (2)