Schwerstbrandverletzten-Versorgung für Industriestandort Linz – Resolution

K 15 · Fraktionsantrag · 6. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz

Berichterstatter:

Ergebnis:angenommen

Zusammenfassung

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Gefordert wird eine Evaluierung der Schwerstbrandverletzten-Versorgung in Österreich mit besonderem Blick auf die Herkunft der in Wien behandelten Patientinnen und Patienten. Für den Industriestandort Oberösterreich soll in Abstimmung mit AUVA und Land Oberösterreich eine eigene Abteilung vorgesehen werden, weil nach dem Unfallkrankenhaus Linz seit 2016 keine Brandverletztenstation mehr besteht. Begründet wird dies mit der hohen Industrie- und Arbeitnehmerdichte in Oberösterreich sowie mit dem Hinweis, dass bei schweren Brandverletzungen eine rasche stationäre Behandlung entscheidend sei. Gegen die Forderung wurden die geringen Fallzahlen, die notwendige Spezialisierung und die bereits beschlossene überregionale Versorgung ins Treffen geführt. Die Resolution wurde mit Stimmenmehrheit angenommen; ÖVP, MFG und LinzPlus enthielten sich.

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Gemeinderat Baumann berichtet über den von der SPÖ-Gemeinderatsfraktion eingebrachten Antrag K 15 Schwerstbrandverletzten-Versorgung für Industriestandort Linz – Resolution und führt aus: „Danke schön, die nächste Resolution ist mir persönlich sehr wichtig, weil die Arbeitssicherheit grundsätzlich in allen Branchen und Betrieben an erster Stelle stehen sollte. Ich bin mir ganz sicher, dass das dort so ist, wo starke Betriebsratskörperschaften und starke Personalvertretungen ein Wörtchen mitzureden haben. Leider passiert es trotzdem unter verschiedensten Umständen - und es ist auch im Jänner passiert -, dass ein Linzer Arbeiter in ein 450 Grad heißes Zinkbecken gefallen ist und dann Ende März nach einem langen Leidensweg verstorben ist. Wir wissen oder deutsche Experten sagen uns, dass es gerade bei Brandverletzungen wichtig ist, dass man innerhalb von 45 Minuten eine stationäre Behandlung bekommt, um eine halbwegs optimale Heilung zu schaffen. 2016 ist im Linzer Unfallkrankenhaus die Spezialstation für Brandopfer zugesperrt worden. Das heißt, dass momentan bei einem Unfall alle Verletzten mit dem Hubschrauber nach Wien geflogen werden müssen. Reine Flugzeit im Durchschnitt 44 Minuten. Bei diesem Unfall Anfang des Jahres in Linz, war die Rettungskette am Unfallort perfekt. Die Ersthelfer waren perfekt geschult und die Rettung war innerhalb von drei bis vier Minuten vor Ort. Dann ist das Problem eingetreten, dass der Verletzte auf Grund der Windbedingungen zuerst mit der Rettung von Linz nach Amstetten gefahren werden musste und dort vom Hubschrauber abgeholt werde musste. Das heißt, der Transport hat eineinhalb Stunden gedauert, was viel zu lang ist. Obwohl in der Vergangenheit vom Gesundheitsreferenten und Landeshauptmann a.D. Josef Pühringer angekündigt worden ist, dass es eine Spezialversorgung für die oberösterreichischen ArbeitnehmerInnen geben wird, ist seither nichts passiert. Das ist meiner Meinung nach eine Geringschätzung und eine unnötige Gefährdung der mehr als 50.000 Oberösterreichischen IndustriearbeiterInnen. Deshalb möge der Gemeinderat folgende Resolution beschließen: Der Gemeinderat beschließe: ‚Das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz wird ersucht, die Schwerstbrandversorgung in Österreich zu evaluieren, insbesondere die regionale Herkunft der in Wien jährlich rund 200 behandelten Patientinnen zu prüfen und spätestens mit der allfälligen Neufassung des Strukturplans Gesundheit Österreich in Absprache mit der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) und dem Land Oberösterreich eine entsprechende Abteilung für den Industriestandort Oberösterreich vorzusehen. Die Bedeckung eventuell anfallender Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.‘ Danke.“ (Beifall) Dazu liegen folgende Wortmeldungen vor: Gemeinderätin Mag.a Dr.in Manhal: „Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, der tödliche Unfall, der Anlass für diesen Antrag ist tragisch und unsere Anteilnahme gilt der Familie des Verstorbenen. Dennoch werden wir diese Resolution nicht mittragen. 2016 wurde in den Gremien der AUVA einstimmig beschlossen die Brandverletztenstation im Unfallkrankenhaus Linz zu schließen, weil die notwendigen Fallzahlen für eine entsprechende qualitativ hochwertige Versorgung nicht mehr annähernd erreicht werden konnten. Zuletzt waren es zehn Fälle pro Jahr und nach medizinisch fachlicher Einschätzung sind mindestens 30 Fälle pro Jahr erforderlich, um die Versorgung dauerhaft in hoher Qualität anbieten zu können. Im österreichischen Strukturplan Gesundheit als zentrales Planungsinstrument wurde eine einstimmige überregionale Lösung für Gesamtösterreich beschlossen. Das spiegelt sich im Regionalstrukturplan Oberösterreich wieder, der übrigens einstimmig von allen im Landtag vertretenen Parteien, also auch von der SPÖ beschlossen worden ist. Wir werden uns deswegen der Stimme enthalten.“ Gemeinderat Dipl.-Ing. Dr. Obermayr: „Danke Herr Bürgermeister, meine Wortmeldung hat sich dahingehend erübrigt, weil ich der Frau Dr.in Manhal vollinhaltlich zustimme. Wenn die Fallzahlen nicht entsprechend sind, hat das gar keinen Sinn, weil die Qualität nicht gewährleistet werden kann. Zentrumsspitäler sind notwendig und wenn es so einen tragischen Fall wie den gegenständlichen gibt, dann ist die Überlebenschance praktisch null, da hilft auch ein Ärztezentrum nicht mehr.“ Gemeinderätin Pühringer: „Danke, sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen, im Vortrag hat es ein paar Insiderinformationen wie z. B. den Transport nach Amstetten gegeben. Ich habe den Antrag genau durchgelesen, aber ich habe keine Literatur- oder Recherchehinweise gesehen. Die hätten mich interessiert, weil manches ein bisschen anders eingeschätzt wird als in der Literatur, die ich zur Verfügung habe oder was ich auch von ExpertInnen erfahren habe. Die European Burns Association empfiehlt pro eine Millionen Einwohner ein Intensivbett auf einer Schwerbrandverletztenabteilung, diese Betten werden in Österreich im Allgemeinen Krankenhaus Wien und im Landeskrankenhaus Universitätsklinikum Graz vorgehalten. Die Verteilung von Schwerbrandverletzten passiert nach der Erstversorgung, meist in einem regionalen Krankenhaus, über ein Zentrum für überregionale Zusammenarbeit. In den Erläuterungen zum Antrag habe ich von einer 45-Minuten-Grenze gelesen, die ich auch in der Literatur gefunden habe, allerdings ist das dort in einem anderen Bezug gemeint. Wenn eine Schwerbrandverletztenabteilung innerhalb von 45 Minuten, ob bodengebunden oder über die Luft zu erreichen ist, dann bringt man den Schwerverletzten gleich dorthin. Wenn die Grenze aber nicht eingehalten werden kann, wird der Schwerverletzte sofort in das nächstgelegene Krankenhaus, das ihn versorgen kann, in dem Fall in Linz in das Unfallkrankenhaus gebracht. Dann wird der Verletzte, in geordneten Verhältnissen sozusagen, nach Wien oder auch nach Graz, je nach freien Kapazitäten, gebracht. Es ist auch nicht so, dass man innerhalb dieser 45 Minuten irgendwie einen Aktionismus an den Tag legen müsste, weil sich die Versorgung von Schwerbrandverletzten im Akutfall nicht wesentlich von der Versorgung anderer Notfallpatienten unterscheidet. Ganz im Gegenteil, sogar im Fachmagazin A&I Online, in dem es um Anästhesie und Intensivmedizin geht, wird explizit erwähnt, dass der Handlungsdruck vor allem präklinisch oft überschätzt wird und geringer ist als bei der Versorgung polytraumatisierter PatientInnen. Natürlich wird man danach trachten, den Schwerbrandverletzten möglichst rasch auf eine spezialisierte Abteilung zu bringen, aber man hat die Zeit in Ruhe zu agieren, im medizinischen Bereich ist das noch einmal etwas Anderes als in Ruhe etwas zu Hause zu machen, das ist klar, aber man hat diese Zeit. Außerdem, Gott sei Dank, gibt es immer weniger industrieassoziierte Brandunfälle, weil der Arbeitsschutz immer besser wird, das verschiebt sich zu Ungunsten des privaten Bereiches. Dr. Obermayr hat schon erwähnt, dass die Versorgung von Schwerbrandverletzten sehr komplex ist und auch Frau Kollegin Manhal hat das bereits gesagt. Es braucht spezialisierte Abteilungen, es braucht viele medizinische Disziplinen, die man zusammenziehen muss, das Personal muss ständig vor Ort sein, das ist wahnsinnig teuer. Es braucht auch bauliche und apparative Infrastruktur, die vorgehalten werden muss und auch das ist teuer. Es wurde schon darauf hingewiesen, dass es entsprechende Fallzahlen braucht, damit die Teams laufend trainiert sind und ihre Expertise laufend ausbauen können. Hier macht es Sinn Kompetenzzentren zu haben und wenn man das auch noch übergeordnet auf das ganze österreichische Gesundheitswesen sieht, dann muss man schon das Fazit ziehen, dass die Versorgung von Schwerbrandverletzten in Österreich gesichert ist. Wichtiger wäre der Ausbau der Palliativversorgung, der Kinder- und Jugendpsychiatrie, der Versorgung chronisch Kranker und die Investitionen in mobile Pflege, weitere Community Nurses etc., weil wir jetzt sowieso in einem Umfeld sind, in dem der Krankenhausbereich extrem hoch dotiert ist und auch in die Tiefe gehend ausgeformt ist. Es braucht mehr Versorgungsqualität für die gesamte Breite der Bevölkerung. Das Motto ist: ‚wenig für Viele‘, das sollte die Maxime sein, wenn es um die Verteilung von finanziellen Mitteln geht, damit die Gesundheit von Vielen gefördert wird und nicht zu sehr auf das Reparieren von gesundheitlichen Schäden fokussiert wird.“ Der Vorsitzende erteilt dem Berichterstatter das Schlusswort. Gemeinderat Baumann: „Ich bin froh, dass die Fallzahlen recht gering sind, das ist das Ergebnis von jahrelanger und harter Arbeit im ArbeitnehmerInnenschutz, das ist nicht von allein so gekommen. Vielleicht ein paar Zahlen zum Vergleich. In der chemischen Industrie arbeiten in Wien 1890 ArbeitnehmerInnen, in Oberösterreich sind es 7670, also das Vierfache von Wien. In der metallerzeugenden Industrie arbeiten in Wien 3370 ArbeitnehmerInnen, in Oberösterreich 19.500, also das Sechsfache. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass wir bei uns die Station haben. Die Leute die dort arbeiten, müssen ja nicht dort stehen und warten, dass jemand kommt, sondern die werden in einem Krankenhaus ja auch in anderen Abteilungen mithelfen können. Ein Gesundheitssystem, das von ArbeitnehmerInnen finanziert wird, egal ob es durch Zahlungen an die AUVA-Allgemeine Unfallversicherungsanstalt ist oder durch die Steuern, ein öffentlich finanziertes Gesundheitssystem, muss für den Einzelnen da sein, der es braucht. Mir stellt sich auf jeden Fall nur eine Frage: Steht der Mensch im Mittelpunkt oder ist der Mensch ein Mittel?“ Der Vorsitzende lässt über den Antrag abstimmen. Der Antrag wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen ÖVP (11), MFG (2) und LinzPlus (2) mit Stimmenmehrheit angenommen.
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Der Gemeinderat beschließe: ‚Das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz wird ersucht, die Schwerstbrandversorgung in Österreich zu evaluieren, insbesondere die regionale Herkunft der in Wien jährlich rund 200 behandelten Patientinnen zu prüfen und spätestens mit der allfälligen Neufassung des Strukturplans Gesundheit Österreich in Absprache mit der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) und dem Land Oberösterreich eine entsprechende Abteilung für den Industriestandort Oberösterreich vorzusehen. Die Bedeckung eventuell anfallender Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.‘
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Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, der tödliche Unfall, der Anlass für diesen Antrag ist tragisch und unsere Anteilnahme gilt der Familie des Verstorbenen. Dennoch werden wir diese Resolution nicht mittragen. 2016 wurde in den Gremien der AUVA einstimmig beschlossen die Brandverletztenstation im Unfallkrankenhaus Linz zu schließen, weil die notwendigen Fallzahlen für eine entsprechende qualitativ hochwertige Versorgung nicht mehr annähernd erreicht werden konnten. Zuletzt waren es zehn Fälle pro Jahr und nach medizinisch fachlicher Einschätzung sind mindestens 30 Fälle pro Jahr erforderlich, um die Versorgung dauerhaft in hoher Qualität anbieten zu können. Im österreichischen Strukturplan Gesundheit als zentrales Planungsinstrument wurde eine einstimmige überregionale Lösung für Gesamtösterreich beschlossen. Das spiegelt sich im Regionalstrukturplan Oberösterreich wieder, der übrigens einstimmig von allen im Landtag vertretenen Parteien, also auch von der SPÖ beschlossen worden ist. Wir werden uns deswegen der Stimme enthalten.

Danke Herr Bürgermeister, meine Wortmeldung hat sich dahingehend erübrigt, weil ich der Frau Dr.in Manhal vollinhaltlich zustimme. Wenn die Fallzahlen nicht entsprechend sind, hat das gar keinen Sinn, weil die Qualität nicht gewährleistet werden kann. Zentrumsspitäler sind notwendig und wenn es so einen tragischen Fall wie den gegenständlichen gibt, dann ist die Überlebenschance praktisch null, da hilft auch ein Ärztezentrum nicht mehr.

Danke, sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen, im Vortrag hat es ein paar Insiderinformationen wie z. B. den Transport nach Amstetten gegeben. Ich habe den Antrag genau durchgelesen, aber ich habe keine Literatur- oder Recherchehinweise gesehen. Die hätten mich interessiert, weil manches ein bisschen anders eingeschätzt wird als in der Literatur, die ich zur Verfügung habe oder was ich auch von ExpertInnen erfahren habe. Die European Burns Association empfiehlt pro eine Millionen Einwohner ein Intensivbett auf einer Schwerbrandverletztenabteilung, diese Betten werden in Österreich im Allgemeinen Krankenhaus Wien und im Landeskrankenhaus Universitätsklinikum Graz vorgehalten. Die Verteilung von Schwerbrandverletzten passiert nach der Erstversorgung, meist in einem regionalen Krankenhaus, über ein Zentrum für überregionale Zusammenarbeit. In den Erläuterungen zum Antrag habe ich von einer 45-Minuten-Grenze gelesen, die ich auch in der Literatur gefunden habe, allerdings ist das dort in einem anderen Bezug gemeint. Wenn eine Schwerbrandverletztenabteilung innerhalb von 45 Minuten, ob bodengebunden oder über die Luft zu erreichen ist, dann bringt man den Schwerverletzten gleich dorthin. Wenn die Grenze aber nicht eingehalten werden kann, wird der Schwerverletzte sofort in das nächstgelegene Krankenhaus, das ihn versorgen kann, in dem Fall in Linz in das Unfallkrankenhaus gebracht. Dann wird der Verletzte, in geordneten Verhältnissen sozusagen, nach Wien oder auch nach Graz, je nach freien Kapazitäten, gebracht. Es ist auch nicht so, dass man innerhalb dieser 45 Minuten irgendwie einen Aktionismus an den Tag legen müsste, weil sich die Versorgung von Schwerbrandverletzten im Akutfall nicht wesentlich von der Versorgung anderer Notfallpatienten unterscheidet. Ganz im Gegenteil, sogar im Fachmagazin A&I Online, in dem es um Anästhesie und Intensivmedizin geht, wird explizit erwähnt, dass der Handlungsdruck vor allem präklinisch oft überschätzt wird und geringer ist als bei der Versorgung polytraumatisierter PatientInnen. Natürlich wird man danach trachten, den Schwerbrandverletzten möglichst rasch auf eine spezialisierte Abteilung zu bringen, aber man hat die Zeit in Ruhe zu agieren, im medizinischen Bereich ist das noch einmal etwas Anderes als in Ruhe etwas zu Hause zu machen, das ist klar, aber man hat diese Zeit. Außerdem, Gott sei Dank, gibt es immer weniger industrieassoziierte Brandunfälle, weil der Arbeitsschutz immer besser wird, das verschiebt sich zu Ungunsten des privaten Bereiches. Dr. Obermayr hat schon erwähnt, dass die Versorgung von Schwerbrandverletzten sehr komplex ist und auch Frau Kollegin Manhal hat das bereits gesagt. Es braucht spezialisierte Abteilungen, es braucht viele medizinische Disziplinen, die man zusammenziehen muss, das Personal muss ständig vor Ort sein, das ist wahnsinnig teuer. Es braucht auch bauliche und apparative Infrastruktur, die vorgehalten werden muss und auch das ist teuer. Es wurde schon darauf hingewiesen, dass es entsprechende Fallzahlen braucht, damit die Teams laufend trainiert sind und ihre Expertise laufend ausbauen können. Hier macht es Sinn Kompetenzzentren zu haben und wenn man das auch noch übergeordnet auf das ganze österreichische Gesundheitswesen sieht, dann muss man schon das Fazit ziehen, dass die Versorgung von Schwerbrandverletzten in Österreich gesichert ist. Wichtiger wäre der Ausbau der Palliativversorgung, der Kinder- und Jugendpsychiatrie, der Versorgung chronisch Kranker und die Investitionen in mobile Pflege, weitere Community Nurses etc., weil wir jetzt sowieso in einem Umfeld sind, in dem der Krankenhausbereich extrem hoch dotiert ist und auch in die Tiefe gehend ausgeformt ist. Es braucht mehr Versorgungsqualität für die gesamte Breite der Bevölkerung. Das Motto ist: ‚wenig für Viele‘, das sollte die Maxime sein, wenn es um die Verteilung von finanziellen Mitteln geht, damit die Gesundheit von Vielen gefördert wird und nicht zu sehr auf das Reparieren von gesundheitlichen Schäden fokussiert wird.

Ich bin froh, dass die Fallzahlen recht gering sind, das ist das Ergebnis von jahrelanger und harter Arbeit im ArbeitnehmerInnenschutz, das ist nicht von allein so gekommen. Vielleicht ein paar Zahlen zum Vergleich. In der chemischen Industrie arbeiten in Wien 1890 ArbeitnehmerInnen, in Oberösterreich sind es 7670, also das Vierfache von Wien. In der metallerzeugenden Industrie arbeiten in Wien 3370 ArbeitnehmerInnen, in Oberösterreich 19.500, also das Sechsfache. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass wir bei uns die Station haben. Die Leute die dort arbeiten, müssen ja nicht dort stehen und warten, dass jemand kommt, sondern die werden in einem Krankenhaus ja auch in anderen Abteilungen mithelfen können. Ein Gesundheitssystem, das von ArbeitnehmerInnen finanziert wird, egal ob es durch Zahlungen an die AUVA-Allgemeine Unfallversicherungsanstalt ist oder durch die Steuern, ein öffentlich finanziertes Gesundheitssystem, muss für den Einzelnen da sein, der es braucht. Mir stellt sich auf jeden Fall nur eine Frage: Steht der Mensch im Mittelpunkt oder ist der Mensch ein Mittel?

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: angenommen

Der Antrag wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen ÖVP (11), MFG (2) und LinzPlus (2) mit Stimmenmehrheit angenommen.