Kommunale Ziele und Maßnahmen für ein gesundes Leben in der Stadt Linz - Gesundheitsstrategie Linz; Grundsatzbeschluss

I 1 · Ausschussantrag · 31. Sitzung

Berichterstatter:

Ausschuss:Ausschuss für Sicherheit und Gesundheit

Ergebnis:angenommen

Zusammenfassung

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Beschlossen wurde eine Gesundheitsstrategie für Linz als grundlegende Leitlinie für ein gesünderes und vitaleres Stadtleben. Sie reagiert auf gesellschaftliche und demografische Veränderungen und bündelt 39 Maßnahmen in fünf Themenbereichen, die schrittweise umgesetzt werden sollen. Im Mittelpunkt stehen Prävention, öffentlicher Gesundheitsdienst, der Ausbau von Primärversorgungseinrichtungen sowie ein Linzer Gesundheitskompass als zentrale und dezentrale Anlaufstelle auch in den Stadtteilen. Die Umsetzung soll vom Magistrat koordiniert und von der Unternehmensgruppe der Stadt Linz mitgetragen werden; die erforderlichen Mittel und weiteren Beschlüsse bleiben den zuständigen Organen vorbehalten. Der Beschluss wurde einstimmig angenommen.

Schlagwörter (10):gesundheitsstrategiepräventionöffentlicher gesundheitsdienstprimärversorgunggesundheitskompassgesundheitsversorgungstadtteilesoziale teilhabegesundheitsvereinefinanzierung
AntragstextEinblendenAusblenden
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir haben ein ambitioniertes Ziel. Wir möchten die gesunden Lebensjahre der Linzer erhöhen. Noch etwas euphorischer formuliert, liegt es uns allen am Herzen, dass wir Linz gemeinsam zur gesündesten Stadt Österreichs machen. Dafür müssen alle Beteiligten an einem Strang ziehen, beginnend bei der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) und beim Land Oberösterreich, die für die Spitalsinfrastruktur zuständig sind. Natürlich muss auch die Stadt Linz ihren Beitrag leisten, welcher unter anderem im Bereich der Prävention und des öffentlichen Gesundheitsdienstes sehr wesentlich ist. Daher freut es mich, dass wir nach einem sehr intensiven Prozess heute diese Linzer Gesundheitsstrategie vorlegen können. Es ist die erste Strategie in diesem Umfang. Wir haben uns auf fünf Themenbereiche fokussiert und haben dem Gemeinderat 39 Maßnahmen vorgeschlagen. Ich weise an dieser Stelle darauf hin, dass der weitere Prozess dynamisch sein soll. Das heißt, es liegt an uns, dieses Papier entsprechend mit Leben zu füllen. Wir alle müssen unseren Beitrag leisten, damit die Gesundheitsversorgung für die Linzerinnen und Linzer auch in Zukunft gesichert ist. Ich möchte exemplarisch auf ein geplantes Projekt hinweisen. Das betrifft den sogenannten Linzer Gesundheitskompass, den wir planen. Dieser soll eine zentrale sowie dezentrale Anlaufstelle sein. Wir möchten in weiterer Folge damit auch in die Stadtteile gehen. Der Gesundheitskompass soll eine Anlaufstelle im therapeutischen und im psychosozialen Bereich sein. Es werden alltägliche Dienstleistungen, bei denen es einen Engpass gibt, von der Stadt in Kooperation mit der ÖGK, der Ärztekammer und mit anderen Stakeholdern erbracht. Ansonsten werden wir uns in weiterer Folge natürlich darauf fokussieren, etwa den Ausbau von Primärversorgungseinrichtungen bestmöglich in verschiedensten Dimensionen zu unterstützen. So wie das gerade im Linzer Süden passiert, wo baurechtliche Änderungen notwendig sind. Ich glaube, dass uns auch gemeinsam am ehemaligen Kasernenareal Ebelsberg etwas Gutes gelungen ist. Hier dürfen wir auch finanziell einen Beitrag leisten, aber wir wollen uns nicht nur darauf beschränken. Alles in allem, glaube ich, ist das eine sehr gute Strategie und ich ersuche um Ihre Zustimmung.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
1. Die beiliegende Gesundheitsstrategie wird als grundlegende Leitlinie beschlossen. Die darin definierten Ziele und Prioritäten gelten als strategische Antwort auf gesellschaftliche und demografische Veränderungen sowie als Grundlage für die Weiterentwicklung von Linz zu einer noch gesünderen und vitaleren Stadt und sollen sukzessive umgesetzt werden. 2. Der Gemeinderat beauftragt die zuständigen Geschäftsbereiche des Magistrats mit der Umsetzung der 39 Maßnahmenvorschläge im Rahmen der jeweils vom Gemeinderat in den entsprechenden Voranschlägen zur Verfügung gestellten Budgetmittel. Die übergeordnete Koordination obliegt dem Geschäftsbereich Gesundheit und Sport. 3. Die zur Durchführung der vorgeschlagenen Maßnahmen erforderlichen Beschlüsse, insbesondere der Abschluss allfälliger Verträge, sind dem jeweils zuständigen Organ vorbehalten. 4. Der Gemeinderat ersucht die Mitglieder der Unternehmensgruppe der Stadt Linz an der Umsetzung mitzuwirken und die dafür notwendigen Ressourcen entsprechend einzuplanen (Resolution).
Wortmeldungen (2)EinblendenAusblenden

Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, werte Kolleg*innen, wir stimmen diesem Bekenntnis für ein gesundes Leben in unserer Stadt zu. Die Maßnahmen decken viele zentrale Lebensbereiche ab, von Ernährung über Bewegung bis hin zu sozialer Teilhabe. Das Papier ist breit aufgestellt, fundiert und gut aufbereitet. Der gesundheitliche Zustand der Bevölkerung hängt massiv mit täglicher niederschwelliger Bewegung zusammen. Diese funktioniert am besten, wenn sie gut in den Alltag integriert ist. Dazu braucht es sichere Rad- und Gehwege sowie einen sicheren öffentlichen Raum, der Bewegung fördert. Jede Maßnahme in diese Richtung ist auch eine gesundheitspolitische Maßnahme und sie wirkt ganz nebenbei auch gegen Lärm, Feinstaub und Unfälle. Der entscheidende Punkt scheint uns, wie auch vorhin bei der Sportstrategie erwähnt wurde, die Umsetzung im Alltag, sprich ein konsequentes Verfolgen der Strategien und ihrer Ziele über Jahre hinweg. Wir haben einen ganzen Schrank voller Strategien. Von der Klimahauptstadt über die Fahrradstrategie, zu Bewegung und Sport und jetzt auch zur Gesundheit. Aber diese Strategien müssen raus aus den Schubladen und Computern und rein in die tägliche politische Praxis.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, die ÖVP wird sich natürlich auch anschließen und dem Grundsatzbeschluss gerne zustimmen. Wie bereits meine Kollegin Frau Langbauer zur Sportstrategie angemerkt hat, ist es uns allerdings ein sehr großes Anliegen, dass bei den Förderungen, für die zum Teil kleinen Vereine und Gesundheitsvereine, nicht explizit gespart wird. Im Handlungsfeld 2 der Strategie wird ausdrücklich die Wichtigkeit der Gesundheitsvereine erwähnt und dass sie als Knotenpunkt zur Umsetzung von Gesundheitsprogrammen breitenwirksam und bedarfsgerecht sind. Linz hat den Anspruch, die gesündeste Stadt Österreichs zu werden. Das ist ein hehres und gutes Ziel und dazu benötigt es alle Kräfte von allen Seiten, ob Primärversorgungszentrum (PVZ) oder kleiner Gesundheitsverein.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: angenommen

Der Antrag wird einstimmig angenommen.