Lustbarkeitsabgabe für Veranstaltungen prüfen und auf neue Beine stellen

N 8 · Fraktionsantrag · 26. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:ausschuss verwiesen

Zusammenfassung

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Die Lustbarkeitsabgabe für Veranstaltungen in Linz soll auf ihre Sinnhaftigkeit, ihren Verwaltungsaufwand und ihr Kosten-Nutzen-Verhältnis überprüft werden. Begründet wird dies mit der Belastung kleiner Kulturinitiativen und dem Hinweis, dass die Abgabe historisch gewachsen ist und nur begrenzt zur Einnahmenerzielung beiträgt. Als Vergleich wird auf Salzburg verwiesen, wo eine ähnliche Vergnügungssteuer abgeschafft wurde, während in Linz Befreiungen für Wirtshauskultur sowie gemeinnützige und mildtätige Zwecke bereits bestehen. Der Bericht soll nach Veranstaltungs-Kategorien erfolgen und auch die Abwicklung der Einhebung darstellen. Die Zuweisung an den Ausschuss für Finanzen und Integration wurde einstimmig angenommen; Spielapparate und Wettterminals sollen jedenfalls weiterhin besteuert werden.

Schlagwörter (10):lustbarkeitsabgabeveranstaltungsabgabekulturförderungverwaltungsaufwandfinanzenbudgetwettterminalsspielapparatesteuerprüfungveranstaltungslandschaft
AntragstextEinblendenAusblenden
Vielen Dank, Herr Vizebürgermeister, bei diesem Antrag sprechen wir über eine Abgabe, die in verschiedenen Städten immer wieder für politische Diskussionen sorgt, so auch in Linz. Wir haben in Linz eine Lustbarkeitsabgabe auf Veranstaltungen und auch auf Wettautomaten und Spieleapparate. Wir haben in der Linzer Lustbarkeitsabgabe zwar schon eine Befreiung für Veranstaltungen der sogenannten Wirtshauskultur und es sind auch Befreiungen für gemeinnützige und mildtätige Zwecke möglich. Aus unserer Sicht wäre es jedoch an der Zeit, diese Abgabe, die einst dazu gedacht war, Einnahmen für die Stadt zu generieren, wieder einmal kritisch zu hinterfragen. Der Verwaltungsaufwand – das haben wir auch in einer Anfragebeantwortung von Frau Stadträtin Blöchl gehört – für die Erhebung ist relativ hoch, sowohl für die Stadt als auch für die Veranstalter*innen. Besonders kleine Kulturinitiativen, die ohnehin schon oft am finanziellen Limit arbeiten, werden durch diese Abgabe zusätzlich belastet. Ein Blick nach Salzburg zeigt uns einen Weg, wie es möglicherweise gehen kann. Dort ist mit Beschluss im Gemeinderat vom gestrigen Tag die mit der Lustbarkeitsabgabe vergleichbare Vergnügungssteuer ab dem kommenden Jahr abgeschafft worden. Es ist natürlich wichtig, die Einnahmen der Stadt zu sichern. Doch wir müssen uns fragen, ob diese Abgabe auf Veranstaltungen tatsächlich einen relevanten Beitrag leistet oder ob wir diese Einnahmen nicht durch eine belebte Veranstaltungslandschaft und die damit verbundenen positiven wirtschaftlichen Effekte ohnehin kompensieren können. Wir schlagen daher vor, eine umfassende Analyse der Lustbarkeitsabgabe durchzuführen. Basierend auf den Ergebnissen sollte man eine Novellierung vorbereiten. Jedenfalls bestehen bleiben soll die Lustbarkeitsabgabe für Spielapparate und Wettterminals. Ziel soll sein, einen Beitrag zur Stärkung von Kultur und Lebensqualität in Linz leisten zu können. Ich bitte, den Antragstext ins Protokoll zu übernehmen, möchte in formeller Hinsicht auch gleich avisieren, dass ich einen Antrag auf Zuweisung dieses Antrages an den Ausschuss für Finanzen und Integration stelle und bitte dafür um Zustimmung.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Das für Finanzen zuständige Mitglied der Stadtregierung, Stadträtin Tina Blöchl, wird ersucht, dem Ausschuss für Finanzen und Integration über die Einhebung der Lustbarkeitsabgabe zu berichten. Der Bericht soll, soweit mit vertretbarem Aufwand realisierbar, anhand von Veranstaltungs-Kategorien erfolgen und über die Abwicklung der Einhebung informieren. Basierend auf dem Bericht soll der Ausschuss über eine Novellierung der Lustbarkeitsabgabe beraten, wobei die Abgabe für Spielapparate und Wettterminals jedenfalls bestehen bleiben soll. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.
Wortmeldungen (4)EinblendenAusblenden

Sehr geehrter Herr Vorsitzender, werte Kolleginnen und Kollegen, lieber Helge Langer in Vertretung für den Kollegen Svoboda, es freut mich außerordentlich, dass meine Anfrage zur Lustbarkeitsabgabe in der letzten Sitzung so inspirierend gewirkt hat. Man könnte fast sagen, meine Idee hat jetzt offiziell eine grüne Patenschaft erhalten. Der Antrag, so wie er jetzt vorliegt, ist inhaltlich genau das, was wir uns vorgestellt haben, und trifft den Punkt. Wir sehen also keinen Grund, dem Antrag nicht zuzustimmen und freuen uns, wenn am Ende des Tages alle davon profitieren, egal welche Farbe der Antrag hatte. Der Zuweisung stimmen wir natürlich auch sehr gerne zu. Danke schön.

Sehr geehrter Herr Kollege Langer, ja, sie ist dafür geschaffen worden und sie ist noch immer dafür da, Einnahmen für die Stadt zu generieren. Die Einnahmen aus der Lustbarkeitsabgabe für Veranstaltungen - ich möchte es heute noch einmal wiederholen – haben für die Stadt im Jahr 2023 469.000 Euro ausgemacht. Diese Lustbarkeitsabgabe ist eine wesentliche Einnahmequelle für das städtische Budget. Als Finanzreferentin muss ich schon sagen, dass wir als Gemeinderat mit unseren sehr vielfältigen Maßnahmen und Vorschlägen auf diese finanziellen Mittel unbedingt angewiesen sind. Da die Lustbarkeitsabgabe aber historisch gewachsen ist und die Zuständigkeit über die letzten Jahrzehnte von einem Politiker zum nächsten gegangen ist, sehe ich es auch so, dass sie einmal evaluiert gehört. Wir stimmen deswegen dieser Zuweisung des Antrages zum Finanzausschuss zu.

Danke, Herr Vizebürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen, ob das jetzt eine ‚grüne Patenschaft‘ ist, oder wie wir heute schon gehört haben, von Georg Redlhammer von den NEOS, ein ‚kopierter Antrag‘, das ist doch alles ‚Schall und Rauch‘. Im Endeffekt geht es um den Inhalt und darum, ob wir das brauchen oder nicht. Es ist okay, wenn man seine Claims absteckt, auch wir haben dieses Thema Lustbarkeitsabgabe schon mehrfach abgeritten und auch in Anträgen formuliert. Demokratie ist, dass man sich darüber unterhält, dass man diskutiert und dass man dann nachher zu einem Ergebnis kommt. Hoffentlich so wie vorher bei einem Antrag von uns, wo es eine Einstimmigkeit gegeben hat. Das wäre doch das Schönste. Insofern begrüßen wir den Antrag der Grünen und stimmen ihm natürlich zu. Es geht wirklich darum, diese Lustbarkeitsabgabe auf ihre Sinnhaftigkeit hin zu prüfen und dann zu sagen, was wir nehmen und was nicht. Wir haben selbstverständlich auch im Finanzausschuss darauf hingewiesen und auch eine Erhöhung beschlossen. Die Wettterminals sollten dementsprechend besteuert werden, weil damit auch ein Lenkungseffekt erzielt wird. Das ist durchaus in Ordnung. Daher von uns eine Unterstützung. Wir stimmen zu.

Vielen Dank für die avisierten Zustimmungen, die offenbar in verschiedener Ausgeprägtheit vorhanden sind. Bei Kollege Burgstaller ist eine unfassbar große Großzügigkeit vorhanden, die dahin geht, dass wir feststellen, dass wir uns alle gegenseitig inspirieren. Ich finde, das ist wirklich gut und auch im Sinne der Demokratie und dieses Hauses, dass man sich nicht ständig streitet, sondern vielleicht auch einmal ähnliche Ideen hat. Es geht ja nicht um Kopien und welche Farbe jemand hat. Das ist ein bisschen mühsam, aber ich werde nicht zu viele Worte darüber verlieren, weil es natürlich erfreulich ist, wenn wir uns einmal auf ein Thema einigen können. Deshalb komme ich auf den sachlichen Faktor zurück. Da es sich, wie Frau Kollegin Blöchl gesagt hat, um eine historisch gewachsene Maßnahme handelt, sollte man wieder einmal evaluieren und sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis in aller Ruhe ansehen. Dann kann man ein politisches Commitment dazu finden. Ich bedanke mich für die Zustimmung.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: ausschuss verwiesen

Die Zuweisung des Antrages an den Ausschuss für Finanzen und Integration wird einstimmig angenommen.