Durchführung des Projekts „Code.Fusion - Coding Ausbildung für Asylwerber*innen“; Vergabe des Auftrages; 107.800 Euro für das Rechnungsjahr 2024

D 1 · Ausschussantrag · 18. Sitzung

Berichterstatter:

Ausschuss:Ausschuss für Wirtschaft, Innovation und Verfassung

Ergebnis:angenommen

Zusammenfassung

KI Generiert

Genehmigt wurde die Vergabe des Dienstleistungsauftrags „CODE.FUSION - CODING Ausbildung für Asylwerberinnen“ an das Berufsförderungsinstitut OÖ/CODERS.BAY. Das Projekt soll Asylwerberinnen eine Coding- und Programmierausbildung ermöglichen und damit auf den Fachkräftemangel im IT-Sektor reagieren. Als Begründung wird auf einen erheblichen Bedarf an IT-Arbeitskräften in Oberösterreich und bundesweit sowie auf bereits positive Erfahrungen mit ähnlichen Ausbildungsformaten verwiesen. Die Auftragssumme beträgt 107.800 Euro inklusive USt für das Rechnungsjahr 2024 und wird aus dem IT-Bereich der Stadt verrechnet. Der Beschluss wurde mit Stimmenmehrheit angenommen, bei Stimmenthaltung von FPÖ und MFG.

Schlagwörter (10):codingausbildungasylwerberit-fachkräftemangelprogrammierausbildungberufsqualifizierungwirtschaftsförderungdigitalisierungarbeitsmarktintegrationtabakfabrikfinanzierung
AntragstextEinblendenAusblenden
Bürgermeister Luger berichtet über und führt aus: „Ich darf Sie um Zustimmung zu folgendem Projekt und damit zur Vergabe von folgendem Dienstleistungsauftrag bitten: Bekannt ist, dass wir allein in Oberösterreich einen Fehlbestand von ca. 7.000 Arbeitskräften im IT-Sektor haben. Die Wirtschaftskammer schätzt diesen Bedarf bundesweit bis 2030 sogar auf bis zu 30.000 Personen. Wir wissen, dass derzeit jährlich von den einschlägigen Ausbildungsstätten, ob das Höhere Technische Lehranstalten, Fachhochschulen oder Universitäten sind, derzeit nur ca. 2.100 Absolvent*innen aus unseren eigenen bestehenden Potentialen rekrutiert werden können. Daraus ergibt sich, dass wir durch unbesetzte Stellen enorme Wertschöpfungsverluste haben. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass wir alle möglichen Register ziehen müssen, um diesen Arbeitskräftemangel zu bekämpfen. Eine Möglichkeit ist, verstärkt Menschen für eine Codingausbildung, also eine Programmierausbildung zu gewinnen. Mit dem vorliegenden Antrag geht es vor allem darum, dass wir Asylwerberinnen und Asylwerber, die bereits bei uns sind und auch länger hierbleiben werden, in dieses System bringen wollen. Wir haben mit anderen Berufsgruppen in Zusammenarbeit mit „Coders.Bay“ und dem Berufsförderungsinstitut bereits sehr positive Erfahrungen am Standort Tabakfabrik gemacht. Hier gibt es die Expertise, das Know-how. Deshalb ersuche ich um Ihre Zustimmung zum folgenden Antrag. Der Gemeinderat beschließe:"
BeschlussformelEinblendenAusblenden
1. Zuschlagsentscheidung / Vergabe: Nach dem Ergebnis des nach dem Bundesvergabegesetz 2018 durchgeführten Vergabeverfahrens wird der Dienstleistungsauftrag „CODE.FUSION - CODING Ausbildung für Asylwerber*innen“ zu den aus dem beiliegenden Auftragsschreiben ersichtlichen Konditionen wie folgt vergeben: Für den Zuschlag vorgesehener Bieter / Auftragnehmer: Berufsförderungsinstitut OÖ/CODERS.BAY Muldenstraße 5 4020 Linz Auftragssumme: Angebotspreis in (inklusive USt) 107.800 Euro Der Magistrat der Landeshauptstadt Linz, Abt Organisation und Digitalisierung, wird mit der Umsetzung dieses Beschlusses (Zuschlagserteilung) beauftragt. 2. Bedeckung / Verrechnung Die Verrechnung der Kosten in Höhe von 107.800 Euro inklusive USt (10 Prozent) für das Rechnungsjahr 2024 erfolgt auf der FiPos 1.728200 (Entgelte für sonstige Leistungen) mit dem Funktionsbereich 11 (IT-Projekte) im Fonds 899500 (Informations- und Kommunikationstechnologie).
Wortmeldungen (2)EinblendenAusblenden

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren, wir verstehen jeden Unternehmer, der sich über eine neu ausgebildete Fachkraft in diesem Bereich freut. Wir verstehen auch die Stadt Linz, die dieses Problem erkennt und an Lösungen mitwirken will. Was wir allerdings nicht verstehen, ist, dass in diesem Fall rund 110.000 Euro in eine Personengruppe investiert werden, deren Aufenthaltsrecht noch nicht einmal rechtlich gesichert ist. Aus unserer Sicht wäre es besser, wenn man in interessierte Linzer investiert oder vielleicht in Linzer, die beim Bildungsweg auf der Strecke geblieben sind. Dort wäre das Geld besser investiert und auch sicher langfristig hilfreicher. Wir werden uns deshalb bei diesem Asylunterstützungspaket der Stimme enthalten.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren, ich finde diesen Antrag dem Grunde nach gut bis sehr gut. Allerdings scheinen mir 100.000 Euro für ein fünfmonatiges Pilotprojekt mit zehn Teilnehmern ein bisschen viel. Wäre dieses Projekt, statt von der Stadt Linz nicht eigentlich von der Wirtschaftskammer oder der Industrie zu finanzieren? Ich glaube nicht, dass es Aufgabe der Stadt Linz ist, ich werde mich daher bei diesem Antrag der Stimme enthalten.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: angenommen

Der Antrag wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen von FPÖ (8) und MFG (2) mit Stimmenmehrheit angenommen.