Gewährung einer zusätzlichen Subvention an verschiedene private Linzer Theater im Rahmen des Theaterpakets der Stadt Linz für das Jahr 2024; insgesamt 250.000 Euro; Genehmigung einer Kreditüberschreitung

D 6 · Stadtsenatsantrag · 23. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:angenommen

Zusammenfassung

KI Generiert

Gewährt wurde ein zusätzliches Theaterpaket der Stadt Linz für 2024 in Höhe von insgesamt 250.000 Euro an fünf private Linzer Theater. Die Mittel sollen den laufenden Betrieb angesichts von Teuerung, steigenden Betriebs- und Personalkosten sowie wirtschaftlichen Belastungen stabilisieren und die Qualität einzelner Produktionen sichern. Berücksichtigt wurden dafür die betriebswirtschaftliche Lage, Jahresbilanzen, Förderbedarfe und unterschiedliche Organisationsformen der Häuser. Vorgesehen sind 35.000 Euro für das Linzer Kellertheater, 90.000 Euro für das Theater des Kindes, 15.000 Euro für das Theater in der Innenstadt, 50.000 Euro für das Theater Phönix und 60.000 Euro für die Tribüne Linz. Zur Finanzierung wurde eine Kreditüberschreitung von 250.000 Euro genehmigt; der Beschluss wurde einstimmig angenommen.

Schlagwörter (10):theaterförderungkulturförderungfreie szeneteuerungexistenzsicherungbetriebskostenpersonalkostenkulturbudgetkreditüberschreitunglinz
AntragstextEinblendenAusblenden
Meine sehr geehrten Damen und Herren, zuerst einmal bedanke ich mich für die gute, stadtinterne Zusammenarbeit. Damit konnte ich diese zusätzliche Kulturförderung an die Theater noch in den Stadtsenat vergangene Woche einbringen. Das ermöglicht den Beschluss hier im Gemeinderat noch vor der Sommerpause. Warum ist es so wichtig, das jetzt noch zu ermöglichen? Aufgrund der Teuerung brauchen manche Theater eine Existenzsicherung. Dieses Theaterpaket wird auch nur ein erster Schritt sein, das möchte ich auch noch einmal speziell betonen. Wir werden im Herbst über die Drei-Jahres-Förderungen sprechen. Auch da wird es dringend nötig sein, Inflationsanpassungen oder überhaupt Anpassungen des Förderbudgets vorzunehmen. Natürlich ist auch Fair Pay in der Kulturszene ein Thema, das gerade auch bei unserem Kulturentwicklungsplan-Prozess wichtig sein wird. Ich bedanke mich auch dafür, dass hier ein sehr breiter Konsens besteht, dass diese zusätzlichen Mittel für die Theater aufgrund der Teuerungen unbedingt notwendig sind. Immerhin sorgen diese Einrichtungen mit ihren Mitarbeiter*innen auch für eine lebendige Kulturszene in unserer Stadt. Sie sind aus dem Kulturgeschehen natürlich nicht mehr wegzudenken. Mein Dank gilt ganz speziell dem Finanzressort und natürlich allen Beteiligten, die sich engagiert haben, dass die zusätzlichen Budgetmittel für diese Existenzsicherung möglich geworden sind. Wir hätten es aus dem normalen Förderbudget nicht stemmen können, das möchte ich auch noch einmal dazusagen. Das Paket soll im Wesentlichen zur Stabilisierung des laufenden Theaterbetriebes beitragen. Steigende Betriebs- und Personalkosten sollen dadurch teilweise abgefedert werden. Natürlich geht es auch um die Qualität der Durchführung einzelner Produktionen, die damit sichergestellt werden. Ich möchte auch kurz etwas zum Prozedere sagen. Die Kulturdirektion hat sich bereits seit Langem mit diesem Thema auseinandergesetzt, denken wir an die Entschuldung des Kellertheaters im Dezember 2023. Seither werden mit betroffenen Theatern Gespräche geführt, um über die wirtschaftliche Lage zu sprechen und diese zu erheben. Auf Basis der eingereichten Unterlagen dieser Theater, insbesondere der Jahresbilanzen der vergangenen beiden Jahre sowie der Förderbedarfe für das heurige Jahr, ist eine eingehende betriebswirtschaftliche Prüfung von Finanzdirektion und Kulturdirektion gemeinsam erfolgt. Was wurde da genau geprüft? Das möchte ich einmal für diejenigen erklären, die sich noch nicht näher damit beschäftigt haben. Es wurden die jeweiligen betriebswirtschaftlichen Situationen der Theater individuell berücksichtigt sowie die jeweilige Struktur der Theater. Bei unseren privat geführten Theatern in der Innenstadt gibt es unterschiedliche Strukturen. Es wurde also auch die Organisationsform berücksichtigt. Es geht aber auch um die Inanspruchnahme gewisser Förderungen. Es gibt verschiedene Förderschienen in der Stadt Linz, wie beispielsweise unser Antiteuerungspaket, genauso wie auch andere Projektförderungen, die hier alle mitberücksichtigt wurden, um zu einem Ergebnis zu kommen. Unter all diesen Kriterien, die hier von der Kultur- und der Finanzdirektion berücksichtigt wurden, sind folgende Beträge für die einzelnen Theater zustande gekommen. Für das Linzer Kellertheater 35.000 Euro, für das Theater des Kindes 90.000 Euro, für das Theater in der Innenstadt 15.000 Euro, für das Theater Phönix 50.000 Euro und für die Tribüne Linz 60.000 Euro. Das ergibt unser Theaterpaket von insgesamt 250.000 Euro. Ich bedanke mich noch einmal für die kooperative Zusammenarbeit, durch die das möglich geworden ist. Danke.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
1. Die Stadt Linz gewährt den unten anstehenden Förderwerber*innen im Rahmen des ‚Theaterpakets‘ folgende zusätzliche Förderungen für den laufenden Aufwand. Es handelt sich dabei um eine zusätzliche Förderung, die über das jeweilige Volumen, das der Gemeinderat am 17. März 2022 im Rahmen der 3-Jahresförderung bzw. im Falle der Tribüne Linz am 21. März 2024 im Rahmen einer Jahresförderung bereits beschlossen hat, hinausgeht. Förderwerber*in „Theaterpaket der Stadt Linz“ Linzer Kellertheater 35.000 Euro Theater des Kindes 90.000 Euro Theater in der Innenstadt 15.000 Euro Theater Phönix 50.000 Euro Tribüne Linz 60.000 Euro Bei den aufgelisteten Förderbeträgen handelt es sich um Maximalbeträge. Die Stadt Linz gewährt die Förderungen mit der Bedingung der Einhaltung der allgemeinen bzw. speziellen Förderungsrichtlinien. 2. Die Verrechnung der zusätzlichen Förderungen im Rahmen des ‚Theaterpakets der Stadt Linz‘ in Höhe von insgesamt 250.000 Euro laut obiger Aufstellung erfolgt im Rechnungsjahr 2024 auf der Finanzposition 1.757000 (Transfers an private Organisationen) im Fonds 351000 (Kunst- und Kulturförderungen) und auf der Finanzposition 1.755000 (Transfers an Unternehmen) im Fonds 351000 (Kunst- und Kulturförderungen). Eine Kreditüberschreitung in Höhe von 250.000 Euro auf der Finanzposition 1.757000 (Transfers an Organisationen) und 1.755000 (Transfers an Unternehmen) ist erforderlich. Die Bedeckung erfolgt durch Mehreinnahmen auf der Finanzposition 2.871100 (Kapitaltransfers aus Bedarfszuweisungsmittel) im Fonds 940000 (Bedarfszuweisungen).
Wortmeldungen (4)EinblendenAusblenden

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen und Zuschauerinnen und Zuschauer, wir, die Grünen, begrüßen die Entscheidung für eine zusätzliche Förderung für die Theaterhäuser in der Stadt Linz. Es gibt - wie von Stadträtin Doris Lang-Mayerhofer angesprochen - die praktische, alltägliche Seite. Die Kosten, ein Haus zu betreiben, sind schon ziemlich hoch. Die Anpassung der Personalkosten, die Fair Pay-orientiert sein sollen, kostet auch etwas. Die Produktionskosten, die zusätzlichen Kosten, einfach alle Kosten steigen gewaltig, man sieht das nur nicht. Die Künstlerinnen und Künstler, die vor und hinter den Kulissen arbeiten, sind hoch zu loben. Linz ist ein Stadtlabor für viele, viele internationale Künstlerinnen und Künstler geworden. Das macht uns stolz. Danke an das Kulturbüro der Stadt Linz und den Stadtkulturbeirat, dass sie kontinuierlich bei Problemen und Erfolgen da sind. Durch ihre Arbeit für den neuen Kulturentwicklungsplan gibt es viele neue zeitgemäße Änderungen. Wenn die finanziellen Probleme geringer werden, ist das eine gute Basis für die Theaterhäuser, sodass sie weiterhin mit professionellen und freischaffenden Künstlerinnen und Künstlern arbeiten können. Wir plädieren auch dafür, nicht zu vergessen, dass Kultur etwas kostet, aber ohne Kultur fehlt uns Weiterentwicklung und nicht zu vergessen unsere Identität. Danke.

Danke Herr Bürgermeister, wie meine Vorrednerinnen bereits angesprochen haben, ist die Lage der Linzer Theater ernst. Ihre Existenz ist wirklich bedroht. Das ist nicht von den Theatern selbst verursacht, sondern hat sich über Jahre aufgebaut. Die Theater kämpfen nach wie vor mit den Nachwirkungen von Corona, mit den Lockdowns in den Jahren 2020/21, wo wirklich zwei Jahre fast nicht gespielt werden konnte. Damals mussten Rücklagen aufgelöst und Schulden angehäuft werden. Jetzt, wo der Theaterbetrieb wieder anspringt und Kultur und Tourismus wieder in Schwung kommen, baut man Schulden ab, aber die Teuerung und die Inflation schlagen zu. Das heißt, man kommt von dem Schuldenrucksack gar nicht so schnell weg. Die fünf angesprochenen Theater haben sich auch untereinander verständigt, dass ein gewisser Eintrittspreis - um damit die Einnahmen zu erhöhen - nicht überschritten wird, denn die Leute sind teilweise gar nicht in der Lage, höhere Eintrittspreise zu bezahlen. Alle fünf Theater, mit denen ich gesprochen habe, haben gesagt, dass die Eintrittskarten bei rund 40 Euro maximal 42 Euro pro Person liegen. Wenn man zu zweit unterwegs ist und dann noch etwas trinkt, ist man auf 100 Euro. Das ist für Herrn und Frau Linzer der absolute Schlusspunkt beim Geldausgeben, wenn man fortgeht. Das bewahrheitet sich immer wieder, mehr als 100 Euro sind für zwei Personen einfach nicht mehr drinnen. Die Theater können die Preise daher natürlich nicht x-beliebig in die Höhe schrauben. Das Bild der Förderungen ist ja sehr unterschiedlich. Die Kulturdirektion und die Finanzdirektion haben es auch sehr korrekt begründet. Es geht auf der einen Seite um die vorgelegten Bilanzen und auf der anderen Seite auch um die Rechtsform der Firma. Drei Theater werden als Verein geführt, die anderen beiden als privatwirtschaftlicher Betrieb. Sei es, wie es sei, wir wissen, dass die Theater auf jeden Fall eine Existenzsicherung brauchen. Das haben wir im Kulturausschuss auch ausführlich diskutiert. Alle fünf Theater müssen jetzt für den Herbst planen. Der Spielplan für Herbst und Winter muss gesichert sein. Sie müssen Technik, Kulissen und Requisiten anschaffen. Das passiert mit diesem Theaterpaket, darum werden wir auch vollinhaltlich zustimmen.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, ich darf für die sozialdemokratische Fraktion festhalten, dass wir die Tatsache, dass dieser Antrag heute auf der Tagesordnung steht, sehr begrüßen. Vor wenigen Wochen haben wir ja, auch medial nachlesbar, unsere Vorstellungen der Kulturförderung öffentlich gemacht. Es ist sehr erfreulich, dass so rasch reagiert wurde. Und es ist aus unserer Sicht auch sehr erfreulich, dass eine sehr breite Zustimmung zu diesem Theaterpaket avisiert wurde. Es ist in Wahrheit ein Bekenntnis des Linzer Gemeinderates zur freien Linzer Theaterszene. Das ist sehr begrüßenswert. Ich möchte aber auch festhalten, dass die Ausschüttung dieser 250.000 Euro im Rahmen des Theaterpakets nicht die Lösung, sondern eine Notwendigkeit darstellt. Eine Notwendigkeit, die das Überleben der Theater sichert. Die Alternative wäre gewesen, dass diese fünf Theater mit Ende der Spielzeit ihren Spielbetrieb einstellen hätten müssen. Das muss man sich einmal vorstellen in einer Kulturstadt wie Linz. Man muss sich einmal vorstellen, was es bedeutet hätte, wenn das Theater des Kindes zum Beispiel den Spielbetrieb einstellen müssen. Dieses Theater hat ja nicht nur eine Unterhaltungsfunktion, sondern auch eine theaterpädagogische und bildungspolitische Funktion. Das wäre ein kulturpolitisches Fiasko für die Stadt Linz gewesen. Das kann mit diesem Theaterpaket abgefangen und verhindert werden und das ist gut so. Es ist aber - und das möchte ich auch festhalten - nicht nur ein Problem der Theater in dieser Stadt, es ist ein Problem der gesamten freien Szene. Wir werden uns in den nächsten Wochen und Monaten intensiv damit auseinandersetzen müssen, dass andere Kulturinitiativen, Kulturvereine et cetera auch entsprechend von der Stadt Linz unterstützt werden. Damit, wie schon angesprochen wurde, inflationsbedingt, teuerungsbedingt, energiekostenbedingt eine Unterstützung erfolgen kann. Wir werden uns auch im Rahmen der Neuausarbeitung des Kulturentwicklungsplanes entsprechend mit dieser Thematik auseinandersetzen. Wie schon gesagt wurde, werden wir uns vor allem auch bei der Thematik der Drei-Jahres-Förderung intensiv der freien Szene widmen. Es ist der Sozialdemokratie ein großes Anliegen, die freie Szene entsprechend zu unterstützen. Wir begrüßen dieses Theaterpaket als ersten Schritt und freuen uns, wenn nächste Schritte folgen. Herzlichen Dank.

Vielen herzlichen Dank für diesen breiten Konsens. Ich glaube, wir haben heute einen wichtigen Schritt gesetzt. Damit können wir Existenzen sichern und unmittelbar helfen. Danke.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: angenommen

Der Antrag wird einstimmig angenommen.