Modernisierung der Innenstädte – Resolution
T 19 · Fraktionsantrag · 5. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz
Zusammenfassung
KI GeneriertGefordert wird eine Modernisierung der Innenstädte durch steuerliche Erleichterungen für Renovierungs-, Modernisierungs- und Herstellungskosten bei innerstädtischen Handels- und Gastronomiebetrieben. Begründet wird dies mit den Folgen der Corona-Pandemie, dem Druck durch den Onlinehandel und der Sorge vor verödeten Stadtzentren. Zusätzlich soll ein Digitalisierungsfonds für Innenstädte mit jährlich 100 Millionen Euro für drei Jahre geschaffen werden, um Betriebe bei der digitalen Sichtbarkeit und beim Strukturwandel zu unterstützen. Die Kosten sollen durch Umschichtungen im Budget bedeckt werden. Beide Punkte wurden mit Stimmenmehrheit angenommen.
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Wortmeldungen (4)EinblendenAusblenden
Schauen wir, ob die Erwartungshaltung auch eintritt.
Sehr geehrte Damen und Herren, ich glaube, Sie haben vollkommen Recht, dass man dort, wo es schön ist, gerne einkaufen geht, da setzt man sich gerne in einen Gastgarten, da verbringt man einfach gerne Zeit. Das ist ein sehr naheliegender Schluss. Stellen Sie sich einmal vor, Sie sind in der Urfahraner Hauptstraße und dann stellen Sie sich vor, Sie sind in der Herrenstraße. Dann kommen Sie darauf, dass der Unterschied zwischen diesen zwei Straßen darin liegt, dass in der Herrenstraße eine Verkehrsberuhigung stattgefunden hat. Das Schöne ist, dass wir als Stadt Linz den Bereich Verkehr und den Bereich Raumplanung grundlegend beeinflussen können. Ich glaube in Wirklichkeit, dass das Aussterben der Stadtkerne und das triste Ausschauen von einigen Einkaufsstraßen, wo sehr viel Potenzial vorhanden wäre, an einer verfehlten Raumplanungs- und Verkehrspolitik liegt. Ich kann insofern nicht verstehen, wieso man quasi eine Resolution an die Bundesregierung stellt, wenn man im eigenen Haus die Mittel und in erster Linie die Macht hätte, das zu ändern, was notwendig ist. Insofern stimmen wir diesem Antrag nicht zu, sondern lehnen ihn ab.
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Kollegen und Kolleginnen, wir würden die Punkte dieses Antrages gerne getrennt abstimmen. Der erste Punkt ist für uns, ehrlich gesagt, eher eine Themenverfehlung. Wir sehen keinen Sanierungsstau, insbesondere nicht im Zusammenhang mit der Geschäfts- und Innenstadt. Ich glaube, die Innenstadt ist schön saniert, da sehen wir ganz andere Möglichkeiten, als das. Beim zweiten Punkt sind wir zwar nicht so 100-prozentig überzeugt, weil wir auch da glauben - so wie Clemens gerade gesagt hat –dass die Stadt Linz so viel selbst machen könnte, Lösungen könnten hybrid, digital, lokal usw. sein. Es gäbe so viele Ideen, die alle auf dem Tisch liegen und die die Stadt aus eigener Kraft umsetzen könnte. Wir sind auch nicht so überzeugt, dass wir sozusagen die Verantwortung an den Bund abgeben müssen. Solange da nicht die Millionen fließen, können wir eigentlich nichts tun. Wir enthalten uns beim ersten Punkt der Stimme und beim Punkt 2 werden wir zustimmen, weil es schon ein global großes Phänomen ist, und da wahrscheinlich Unterstützung von Bundesseite Sinn machen kann.
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, wir werden dem Antrag natürlich zustimmen. Ich möchte nur noch ganz kurz ein paar Worte ergänzend sagen, weil ich glaube, dass der Adressat noch nicht genannt wurde. Damit wir die Innenstädte, nicht nur Linz, sondern alle in Oberösterreich retten, wäre eigentlich das Land Oberösterreich das Wichtigste, weil die dieses ganze Haus mit einer verfehlten Raumordnungspolitik seit beinahe 70 Jahren zum Einstürzen bringen und noch immer keine Kehrtwende machen. Wir bauen auf der grünen Wiese mit Einkaufszentren munter darauf los. Dabei haben wir jetzt schon 50 Prozent mehr Handelsfläche, als andere Länder in Europa. Der digitale Handel wird das Übrige dazu tun, dass immer mehr Städte, auch die großen, auch Linz, davon betroffen sein werden, dass die Innenstädte veröden. Das heißt, nur mit der Gießkanne irgendwelche Förderungen zu vergeben, macht wenig Sinn. Das heißt, auf der anderen Seite braucht es vor allem eine richtige Raumordnung und eine richtige Verkehrspolitik, damit die Innenstädte wieder lebenswert und zukunftsfähig sind. Danke.
Abstimmungsergebnis
Ergebnis: angenommen
Der Pkt.1 des Antrags wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen von MFG (2), KPÖ (2), LinzPlus (2) und bei Gegenstimme von Gemeinderat Brandstetter, WANDEL, mit Stimmenmehrheit angenommen. Der Pkt. 2 des Antrags wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen von MFG (2), KPÖ (2), und bei Gegenstimme von Gemeinderat Brandstetter, WANDEL, mit Stimmenmehrheit angenommen.