Offenlegung von Inseraten der Stadt Linz – Antrag und Resolution
N 9 · Fraktionsantrag · 14. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz
Zusammenfassung
KI GeneriertDie Offenlegung aller Inseratenausgaben der Stadt Linz und der Unternehmensgruppe der Stadt Linz soll auf der städtischen Webseite vollständig und ohne Bagatellgrenze veröffentlicht werden. Begründet wird dies mit bisherigen Ausgaben von rund 530.000 Euro zwischen Jänner 2020 und 16. Mai 2022, darunter mehr als 130.000 Euro an parteinahe Medien und Vereine. Zusätzlich soll eine einheitliche Richtlinie für Inseratenschaltungen der gesamten Stadtverwaltung erarbeitet und bis 21. September 2023 vorgelegt werden, damit die Regelung ab 2024 gilt. Für die Unternehmensgruppe der Stadt Linz wird eine entsprechende Transparenzmaßnahme per Resolution verlangt, die Kosten sollen durch Budgetumschichtungen gedeckt werden. Der Vorstoß wurde bei Stimmenthaltung von SPÖ, ÖVP und FPÖ mit Stimmenmehrheit abgelehnt.
AntragstextEinblendenAusblenden
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Werter Herr Bürgermeister, geschätzte Kolleg*innen, liebe Zuseher*innen, ich bin mir sicher, ihr könnt euch alle sehr gut erinnern, wo ihr wart und was ihr gemacht habt, als Ibiza ausgebrochen ist. Ich jedenfalls bin im Zug gesessen als diese Nachricht herausgekommen ist und sich wie ein Lauffeuer in diesem Zugwaggon verbreitet hat. Damals war, glaube ich, allen Involvierten klar, dass das ein riesiges politisches Erdbeben ist, das weitreichende Folgewirkungen hat. Das Bild, das bei den Bürger*innen über die Politik und über die Medien entstanden ist und sich dadurch verfestigt hat, ist nicht sehr positiv. Das Vertrauen gegenüber der Politik und den Medien ist mitunter deswegen sehr stark erodiert. Für viele Menschen in unserer Bevölkerung hat sich das Bild gefestigt, dass in der Politik ein Sittenbild der Beeinflussung von Medien, der Manipulation von Wahlen, dass Verstrickung von Wirtschaftsoligarchie mit den Entscheidenden in den Regierungskabinetten gang und gäbe ist, dass etwas – ganz grob gesagt – grob faul ist in unserem Staat. Daraufhin hat natürlich unser Bundespräsident Herr Van der Bellen gesagt, so sind wir nicht und hat uns - das ist entscheidend, darauf möchte ich zurückkommen – uns, die politischen Vertreter*innen eingeladen, das Vertrauen neu aufzubauen. Wie wir wissen, ist die Geschichte weitergegangen, die Koalition ist geplatzt und es hat Neuwahlen gegeben. Im Herbst 2021 ist es dann erst so richtig losgegangen. Dann wurde in Folge dieser Ibiza Untersuchungen, das Handy von Thomas Schmidt ‚geschnappt‘ und wir wussten, dass alles das, von dem die FPÖ auf Ibiza geträumt hat, eins zu eins von der ÖVP umgesetzt worden ist. Ich sage nur, Ibiza Affäre, Casino Affäre, das Österreich Beinschab Tool, wo wir jetzt eine Verurteilung gesehen haben, die ÖBAK Bestellung, die Begünstigung von Privatstiftungen, all diese Interventionen beim ORF, Matthias Schrom, Stichwort Rainer Nowak. All diese dreckigen Machenschaften von Seiten der ÖVP und diese ganze Schmutzwäsche wird jetzt von unseren Institutionen, von der Justiz aufgearbeitet und das ist das Beste von dem Ganzen was passiert ist. Ich glaube, dass auf Grund von Ibiza, als direkte Folge, dieser Antrag entstanden ist. Ohne Ibiza hätte es diesen Antrag nicht gegeben. Wir haben dadurch einen gewissen Fokus auf das, was wir Inseratenkorruption nennen in unserer Republik gelenkt und ich denke, dass dieser Antrag eine Möglichkeit ist, um wieder ein Stück Vertrauen aufzubauen, indem wir einfach Transparenz schaffen. Demokratie braucht Transparenz und in diesem Sinne hoffe ich, dass dieser Antrag breite Unterstützung erfährt.
Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Zuhörer*innen, wir werden uns bei diesem Antrag enthalten. Es gibt ein Medienkooperations- und förderungs-Transparenzgesetz, Daten werden veröffentlich, sogar im Open Goverment Data. Ist das Gesetz perfekt? Nein! Kann man es verbessern? Das muss man sich anschauen, das muss man auf Bundesebene regeln, deswegen die Enthaltung. Danke.
Vor allem nach dem, was Clemens gerade berichtet und erläutert hat, finde ich es sehr schade, dass man teilweise so abwertend reagiert. Es zeigt einfach - die Parteien bekennen bei der Abstimmung Farbe - ob die Parteien für Transparenz sind und ob sie das Vertrauen der Bürger*innen in die Politik wieder gewinnen wollen oder nicht. Wir werden sehen, egal wie die Abstimmung ausgeht, wir werden immer für Transparenz sorgen. Danke schön.
Abstimmungsergebnis
Ergebnis: abgelehnt
Der Antrag wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen von SPÖ (22), ÖVP (11) und FPÖ (8) mit Stimmenmehrheit abgelehnt.