Baumallee für den Aubrunnerweg - Resolution

R 11 · Fraktionsantrag · 33. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

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Gefordert wird eine Baumallee am Aubrunnerweg zwischen der Sportanlage, dem Europagymnasium und der Mira-Lobe-Schule. Vorgesehen sind 14 bis 16 standortgerechte Bäume, die jeden sechsten Parkplatz ersetzen und den versiegelten Straßenraum klimatisch verbessern sollen. Begründet wird das mit der früheren Allee, der starken Versiegelung, der Hitzeentwicklung und dem Wunsch nach einem sichereren und angenehmeren Schulweg. Die Bundesimmobiliengesellschaft soll die Pflanzung in enger Abstimmung mit den zuständigen Stellen der Stadt Linz in die Wege leiten; die Kosten sollen durch Umschichtung im Budget bedeckt werden. Die Resolution wurde mehrheitlich abgelehnt.

Schlagwörter (10):baumalleestadtbegrünungklimaanpassunghitzehotspotschulwegparkplätzeversiegelungverkehrssicherheitaubrunnerwegbudgetumschichtung
AntragstextEinblendenAusblenden
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, werte Kolleg*innen, gleich zu Beginn möchte ich mich bei Eva Schobesberger, Lucia Straßer-Kreisel und den Grünen allgemein für die Zusammenarbeit bei diesem Antrag bedanken. Ich bin in die Volksschule (VS) 51 im Aubrunnerweg - die heutige Mira-Lobe-Schule - gegangen und mein Schulweg führte damals durch eine kleine Allee bis zur Schule. Wo früher eine Baumallee stand, stehen allerdings heute lediglich drei sehr schmale Bäumchen in ganz winzigen Erdkoffern. Das ist viel zu wenig, um stadtklimatisch wirksam zu sein oder den Schulweg an heißen Tagen angenehmer zu machen. Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) hat vor gar nicht allzu langer Zeit diese Allee gefällt. Damit komme ich zum springenden Punkt. Die Stadt Linz unternimmt für viel Geld viel für Klimaschutz, Stadtbegrünung und kühlende Maßnahmen in der Stadt. Doch auch andere Akteur*innen, wie die BIG, Wohnbaugenossenschaften, private Projektentwickler*innen oder Grundstückseigentümer*innen müssen mitziehen. Nur wenn alle ihren Beitrag leisten, kann eine spürbare Abkühlung erreicht werden. Der Aubrunnerweg ist heute - nicht zuletzt durch den neuen Kreisverkehr und die Baumfällungen der letzten Jahre - eine riesige, heiße, versiegelte Straße. Bei diesem Hitze-Hotspot dominieren rund 100 Lehrer*innenparkplätze das Bild. Laut Beobachtungen von Anrainer*innen sind diese Stellplätze jedoch nie zur Gänze ausgelastet. Von Parkdruck kann also keine Rede sein. Hier ließe sich mit geringem Aufwand wieder eine Allee herstellen. Wenn jeder sechste Parkplatz durch einen Baum ersetzt wird, könnten wir 14 bis 16 neue standortgerechte Bäume pflanzen. Somit würde der Aubrunnerweg wieder zur grünen Achse und der Schulweg sicherer und angenehmer werden. In diesem Zusammenhalt stellt die LinzPlus-Gemeinderatsfraktion folgenden Antrag. Ich freue mich auf Ihre Zustimmung.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Die BIG (Bundesimmobiliengesellschaft) als Eigentümerin der Parkplätze im Aubrunnerweg (von der Sportanlage entlang des Europagymnasiums bis zur Mira-Lobe-Schule) wird ersucht, in enger Absprache mit den zuständigen Stellen der Stadt Linz (zum Beispiel Stadtgrün und Straßenbetreuung, Verkehrsplanung...) die Pflanzung einer Baumallee (14 bis 16 Bäume, jeden 6. Parkplatz) im Aubrunnerweg in die Wege zu leiten. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.
Wortmeldungen (4)EinblendenAusblenden

Ich kündige an, dass wir uns bei diesem Antrag wegen einiger Überlegungen enthalten. Es werden in diesem Antrag verschiedene Dinge dargestellt, die so nicht zutreffen. Wenn ich dort vorbeigehe, was ich die letzten Wochen regelmäßig und auch heute am Vormittag gemacht habe, sind diese 100 Lehrer*innenparkplätze zu 90 Prozent belegt. 104 Selbst wenn wir dort eine Baumpflanzung veranlassen würden, würde das sicher am Widerstand der Lehrerinnen und Lehrer scheitern, die dort natürlich Parkbedarf haben. Es wurde auch extra eine eigene Parkkarte dafür ausgegeben. Es stimmt auch nicht, dass dort ein Hitze-Hotspot ist. Es ist korrekt, dass die Bäume vor vielen Jahren gefällt wurden, um die Parkplätze nutzbar zu machen. Wenn man auf die andere Straßenseite schaut, dann sieht man dort eine grüne Insel. Man erkennt das auch auf dem im Antrag mitgelieferten Übersichtsbild. Das heißt also, dass genau auf der anderen Seite viele Bäume und Büsche stehen. Es ist auch ein Spielplatz dort unter den Bäumen. Auch daher ist diese Gegend kein Hitze-Hotspot. Übrigens sind dort auch etwa 60 Parkplätze von Anrainer*innen, die ich aber nicht abgezählt habe. Damit wollte ich nur klarstellen, warum wir gegen diesen Antrag sind. Man kann natürlich überall immer wieder noch mehr Hecken und Bäume fordern und pflanzen. Das kann man auch durchaus diskutieren. Uns erscheint das in diesem Fall aber nicht sinnvoll. Wir enthalten uns daher.

Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, wir haben diesen Antrag natürlich auch intensiv diskutiert und Verständnis für den Wunsch nach einer Baumallee. Es würde dadurch dort sicher auch eine Aufwertung stattfinden. Wir haben aber - das war mir wichtig - auch das direkte Gespräch mit der Schule gesucht und gefragt, wie sie diesen Antrag sehen. Es ist in der Tat so, dass im Schulzentrum Auhof 260 Lehrkräfte und 21 Personen im Verwaltungsbereich tätig sind. Diesen insgesamt 281 Mitarbeiter*innen stehen 112 Parkplätze und 25 angemietete Stellplätze zur Verfügung. Aktuell haben 130 Personen Bedarf an einem Parkplatz angemeldet. Vonseiten der Schule wurde uns kommuniziert, dass ein Bedarf an diesen Parkplätzen da ist und es Situationen gibt, wo sie damit nicht auskommen. Gleichzeitig wurde uns versichert, dass man sich natürlich auch in anderen Bereichen bemüht und Maßnahmen wie zum Beispiel das Anlegen von Wildblumenwiesen et cetera getroffen werden. Womöglich werden am Schulgelände auch noch Bäume gepflanzt. Auf Basis der Rückmeldung der Schule, die hier eine zentrale Akteurin ist, werden wir als SPÖ-Fraktion dieser Resolution nicht nähertreten und uns enthalten.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Kollegen und Kolleginnen, Danke für die Möglichkeit der Wortmeldung. Nachdem wir mit LinzPlus gemeinsam diesen Antrag gestellt haben, möchte ich schon noch etwas dazu sagen. Erstens in Bezug auf die Parkplätze: Ja, sie werden gebraucht, aber sie sind bei Weitem nicht voll. Das weiß ich, da ich Direktorin der dortigen ‚Schule für Alle‘ bin. Das heißt, Platz wäre genug. 105 Zweitens finde ich, dass es auch ein Zeichen ist. Es geht wieder einmal um ‚Parkplätze gegen Bäume‘. Diese Diskussion hier herinnen haben wir jetzt schon sehr oft gehabt. Dass wieder eher für den Autoverkehr als für das Klima plädiert wird, sind wir schon gewohnt. Drittens möchte ich darauf aufmerksam machen, dass es in diesem Antrag auch darum geht, andere dazu aufzufordern, etwas für das Klima zu tun. In diesem Fall wäre das die BIG. Es wäre einmal zu überdenken, ob nicht immer nur die Stadt Linz, sondern vielleicht auch andere etwas fürs Linzer Klima beitragen könnten. Danke.

Danke sehr, vielen Dank für die Wortmeldungen und Danke auch an Lucia Straßer-Kreisel für die Wortmeldung und die zustimmenden Worte. Herr Rosenmayr, Sie sagen, die Parkplätze sind zu 90 Prozent belegt. Ich finde, da steht Beobachtung gegen Beobachtung. Für mich überwiegt eigentlich das öffentliche Interesse. Dieser Hitze-Hotspot ist da, denn die Kinder gehen nicht auf der gegenüberliegenden Seite. Es wäre meiner Meinung nach auch gefährlich, wenn sie von der Straßenbahn kommen und dann ständig hin und her wechseln, wenn Autos durch die Straße fahren. Das sehe ich als einen wirklich kritischen Punkt, weil dieses Queren auch gefährlich für die Kinder wäre. Zu Ihnen, Herr Gegenhuber: Wir haben als Stadt das erklärte Ziel, zu begrünen, zu entsiegeln und uns gegen die Hitze zu wappnen. Das ist das öffentliche Interesse und das schaffen wir nicht allein. Da bin ich ganz der Meinung von Lucia Straßer-Kreisel. Wir brauchen die Mithilfe aller, die in dieser Stadt bauen, Grundstücke verwalten und pflegen. Genau deshalb richten wir diese Resolution an die BIG, die wir hier gerne in die Verantwortung nehmen würden. Ich habe jetzt noch ein anderes Beispiel. Meine Kinder gehen in die Khevenhüller Schule. Dort ist der Parkplatz vor dem Khevenhüller Gymnasium seit Jahren immer wieder ein Thema bei den Eltern. Wenn ich den Direktor fragen würde, was er braucht, dann würde er sagen, er braucht diese fünf oder sechs Parkplätze für seine Lehrer*innen. Aber das städtische Interesse sieht meiner Meinung nach anders aus. Was wiegen fünf Parkplätze gegen das Wohlbefinden und einen einladenden Eingangsbereich – zum Beispiel in der Khevenhüller Schule – für rund 800 Schüler*innen? Dasselbe sehe ich bei der Mira-Lobe-Schule oder beim Schulzentrum Auhof. Danke. Ich freue mich auf Ihre Zustimmung.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Der Antrag wird mehrheitlich abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (21), ÖVP (11), FPÖ (9), NEOS (2), ehem. MFG (1)