Mit Direktzahlungen die Richtigen entlasten – Resolution
K 17 · Fraktionsantrag · 6. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz
Zusammenfassung
KI GeneriertGefordert wird eine treffsichere Entlastung besonders stark von Teuerungen betroffener Gruppen durch Direktzahlungen bei Wohnen, Energie und Nahrungsmitteln. Begründet wird dies mit der starken Inflation und der Kritik, dass das bundesweite Antiteuerungspaket vor allem Pendlerpauschale und damit eher Besserverdienende sowie Menschen am Land begünstige. Zusätzlich soll die Oberösterreichische Landesregierung die Wohnbeihilfe erhöhen, weil sie als rasch anpassbares und unbürokratisches Instrument für einkommensschwache Haushalte gilt. Von der Bundesregierung werden außerdem Rabatte für PensionistInnen, Familien, Alleinerziehende und Studierende, eine befristete Senkung der Tarifsätze, eine höhere Negativsteuer sowie niedrigere Abgaben auf Kraftstoffe, Erdgas und Strom verlangt. Die Resolution wurde mit getrennten Abstimmungen mehrheitlich angenommen; die Kosten sollen durch Umschichtungen im Budget bedeckt werden.
AntragstextEinblendenAusblenden
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Wortmeldungen (7)EinblendenAusblenden
Danke Herr Bürgermeister, werte Kolleginnen und Kollegen, insbesondere natürlich in der Sozialdemokratie, die grundsätzliche Intention dieses Antrags, zumindest des Antragstitels, tragen wir natürlich mit. Auf Bundesebene ist schon einiges geschehen, das wurde ja berichtet, wenngleich man natürlich in den Einschätzungen nicht nur in den Parteien, sondern auch je nach regionaler Herkunft, unterschiedlicher Meinung sein wird. Wir unterstützen daher die Punkte eins und zwei dieses Antrags, das ist für uns völlig klar. Wir ersuchen aber um getrennte Abstimmung, weil das Ganze beim dritten Punkt schon nicht mehr so einfach ist. Es ist nämlich einigermaßen widersprüchlich, wenn man einerseits sagt, diese Anpassung bei der Pendlerpauschale sei sozial ungerecht, dann aber sagt, dass man eine Steuersenkung auf Kraftstoffe haben will. Das geht sich insgesamt nicht aus. Die Pendlerpauschale wirkt für die Fahrten zum Arbeitsplatz, mit der Senkung der Kraftstoffe entlaste ich aber jene, die am Wochenende mit dem SUV einen Ausflug machen. Das ist jetzt nichts, was ich als besonders treffsicher werten würde. Es passt übrigens auch nicht zum Antragstitel, wo von Direktzahlungen die Rede ist, was ja grundsätzlich ein absolut sinnvolles Instrumentarium ist. Dann geht es aber um pauschale Steuersenkungen, die mich persönlich aus Richtung der Sozialdemokratie doch eher überraschen, weil man schlussendlich einfach den Mehrverbrauch entlastet und nicht die belohnt, die sparen. Zum Beispiel haben auch Menschen die in der Stadt aufgrund fehlender Öffi-Verbindungen mitten in der Nacht für den Arbeitsweg ein Auto brauchen, wiederum fast gar nichts davon, obwohl sie im sonstigen Leben natürlich betroffen sind. Wir haben das so ähnlich schon im letzten Gemeinderat bei einem FPÖ-Antrag diskutiert. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass meines Erachtens beim dritten Punkt die Adressatin wieder falsch ist, weil das nicht Aufgabe der Bundesregierung, sondern des Nationalrates wäre. Mir persönlich ist auch nicht ganz klar, aber vielleicht Frau Kollegin kannst noch darauf eingehen, was der erste Punkt des dritten Punktes, diese Rabatte für den Inflationsausgleich sein sollen? Also Rabatte worauf? Möglicherweise auf die Einkommenssteuer? Da ist dann wieder die Frage, warum man Menschen, die keine Einkommenssteuer zahlen, eine Rabattierung gewähren soll? Für uns ist das soweit entweder inhaltlich wie gesagt widersprüchlich, nicht zielführend bzw. unklar, sodass wir uns beim dritten Punkt der Stimme enthalten würden. Danke schön
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, werte Kollegen des Linzer Gemeinderates. Wir Freiheitliche sind natürlich auch der Überzeugung, dass es eine vordringliche Aufgabe der Bundesregierung ist, gegen die überproportionale Teuerung die wir jetzt erleben, an sich vorzugehen. Wir sehen es aber nicht als wichtigen Mechanismus, dass man zuerst erhöhte Steuereinnahmen kassiert und danach einen Teil dieser kalten Progressionen wieder zurückgibt. Wir bekennen uns selbstverständlich zur zielgerichteten Hilfe in dieser schwierigen Zeit und werten diesen Antrag als Signal an die Verantwortungsträger in unserer Republik. Wichtig sind für uns aber die Treffsicherheit und der richtige Ansatzpunkt. Daher beantragen wir ebenfalls eine getrennte Abstimmung der drei Punkte und wir werden uns bei Punkt zwei betreffend der Wohnbeihilfe, was ich gleich ausführen werde, der Stimme enthalten. Die Wohnbeihilfe dient nämlich in erster Linie der Kostenabdeckung der reinen Miete ohne die jetzt so steigenden Betriebs- bzw. Energiekosten. Die Wohnbeihilfe dient daraus folgend eben nicht der Abfederung der Lebenshaltungskosten, die jetzt so stark steigen. Schwerpunkt der Freiheitlichen Wohnbaupolitik in Oberösterreich ist daher auch eine Aufstockung der Mittel für die Wohnraumschaf-fung, diese werden heuer 30 Millionen Euro zusätzlich betragen. Das halten wir für sinnvoller, als die bestehenden Wohnbeihilfen um diesen Betrag zu erhöhen. Man darf eben die wahren Kostentreiber im Bereich des Wohnens nicht übersehen. Das sind eben fast ausschließlich die Energie- und Betriebskosten. Hier muss man vordringlich ansetzen, die Kernaufgabe des Wohnbauressorts ist das nicht. Die Energie- und Betriebskosten sind Aufgaben, die die Bundesregierung oder der Nationalrat in den Griff bekommen sollen und diesen Teil der Resolution unterstützen wir natürlich. Danke schön
Danke Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Frau Kollegin Hahn ich halte den ganzen Antrag für eine falsche Maßnahme. Die Frage bei den Direktzahlungen ist, in welcher Höhe und wofür? Ich kann mich dem, was Herr Grabmayr gesagt hat, weitgehend anschließen und ich glaube, dass ich es nicht mehr wiederholen muss. Ich möchte aber auf einen wesentlichen Punkt hinweisen, auf den Ihre Fraktion bei der Budgetsitzung eingegangen ist. Es ist darum gegangen, dass man in den Kindergärten die Reinigung und die Küche ausgliedern will. Ich habe eine Anfrage an Frau Vizebürgermeisterin Blöchl gestellt und – wenn ich mich richtig erinnere – hat sie zwar gesagt, dass keine MitarbeiterInnen gekündigt werden, sondern dass das der natürliche Abgang durch Pensionierungen ist. Diese Arbeiten müssen aber trotzdem irgendwelche Personen machen. Meiner Erinnerung nach hat sie in Bezug auf die Einsparungen gesagt, dass das 17 Prozent sind, ich hoffe ich erinnere mich richtig. Wenn ich davon ausgehe, dass die zwei größten Blöcke das Material und die Löhne sind, kann ich sagen, dass die Lohneinbußen der Leute, die diese Aufgabe neu übernehmen, in einer Größenordnung zwischen 30 und 40 Prozent liegen, weil der Unternehmer einen Gewinn haben will. Das heißt, die sozialistische Fraktion stimmt einer Lohneinbuße von 30 – 40 Prozent zu, sie schafft damit sogenannte ‚Richtige‘ und will für die dann eine Direktzahlung. Ich bin nicht asozial, ich will faire Löhne, faire Pensionen und herausfinden, durch welche steuerlichen oder anderen Maßnahmen man die Menschen entlasten kann, aber nicht durch solche Maßnahmen. Danke.
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen, wir haben das Mittel der Resolution vorhin schon kurz diskutiert, heute kommt es recht häufig zum Einsatz. Es ist aber nicht damit getan, den anderen auszurichten, wie es aus eigener Sicht doch wohl besser oder auch treffsicherer ginge. Natürlich bleibt es legitim und auch allen unbenommen, sich mit Forderungen an die Bundesregierung und/oder auch an die Landesregierung zu wenden. Um es, wie Kollege Gegenhuber formuliert hat, festzuhalten: Wir finden, wir sind noch nicht dort, wo wir hinwollen. Das wird dort dann auch zur Kenntnis genommen und da braucht es keinerlei Mutmaßungen wer wem welche Texte schreibt. Demokratischer Respekt Herr Kollege Redlhammer, ist nämlich keine Einbahnstraße. Es ist legitim, unterschiedliche politische Wege zu gehen oder eben auf andere Pferde zu setzen, lieber Thomas. Denn, falsch ist in der Regel – für den Moment zumindest – eine sehr subjektive Bewertung, die sich erst durch Ergebnisse verifiziert oder falsifiziert. Die Ergebnisse vieler bisheriger Resolutionen haben andere heute schon beschrieben. Das Entlastungspaket in Höhe von zwei Milliarden Euro wurde jedenfalls gerade erst im März beschlossen und wir meinen, dass sollte doch jetzt einmal rasch umgesetzt werden. Es sind immerhin zwei Milliarden Euro für die Bevölkerung und nicht aufgeschnürt und abgeändert, wie im Text gefordert. Verzögerungen sind eher das Letzte, denke ich, was die Menschen in Österreich und in Linz brauchen und am wenigsten treffsicher. Es braucht aber vor allem konkrete und rasche Hilfe und Umsetzungsschritte. Inwiefern Preissteigerung für Strom, Gas und Benzin die Bevölkerung in der Stadt stärker treffen als die Bevölkerung am Land, hat sich mir zwar noch nicht ganz erschlossen, aber es wird wahrscheinlich nicht das letzte Paket gewesen sein. Im demokratischen Meinungsbildungsprozess kann man also sicher diese Standpunkte einbringen. Kollege Svoboda hat schon darauf hingewiesen, dass sich Direktzahlungen und Steuersenkungen vielleicht nicht ausschließen. Ich brauche auch nicht darauf eingehen, dass Direktzahlungen gut sind und Steuersenkungen pauschal wirken. Die Abfederung der kalten Progression wird im Finanzministerium diskutiert, das konnte man heute den Medien entnehmen, das ist auch eine feine Sache. Aus allen diesen Gründen, die auch andere schon genannt haben, enthalten wir uns bei diesem Antrag der Stimme. Ich möchte als kleine Fußnote – ich kann es mir fast nicht verhalten – festhalten, dass man natürlich als Opposition auf Bundesebene mit zwei Milliarden Euro nicht zufrieden sein muss und die allgemeine Teuerung beanstanden kann. Das ist nachvollziehbar, auch wenn – wie gesagt – das nicht das letzte Paket war, das geschnürt wurde. Mehr Treffsicherheit zu fordern, ist ebenfalls in Ordnung. Aber ernsthaft, ein bisschen lächeln musste ich heute schon, als ich die Kronen Zeitung aufgeschlagen und gelesen habe, dass sich die SPÖ auf der einen Seite über Teuerungen beklagt, auf der anderen Seite aber im eigenen Wirkungsbereich eine Erhöhung für notwendig erachtet, was in Ordnung ist - Parteiinterna möchte ich nicht diskutieren und nicht kommentieren. Man sieht aber, welcher Spagat zwischen Ausgaben und Einnahmen notwendig ist und den muss man erst einmal schaffen. Den muss jetzt offenbar Kollege Koppler einmal schaffen und in seiner Funktion bewältigen, wofür ich ihm viel Erfolg wünsche, weil im Wirtschaftskreislauf nun einmal gilt, dass Teuerungen zu hohen Kosten und damit zu höheren Preisen führen. Wir werden nicht alles abfedern können, weder in einer politischen Organisation, noch in einer Stadt, noch auf Bundesebene. Ich wünsche Florian Koppler auf alle Fälle die nötige Gelenkigkeit für diesen Spagat und möglichst wenige ‚Quasi-Resolutionen‘ von SPÖ-Fraktionen aus verschiedenen Gemeinden.
Es wäre mir beinahe auf der Zunge gelegen zu sagen, dass nicht alle Parteien über hervorragende Inserateneinnahmen wie im Westen Österreichs verfügen.
Habe ich letztens nicht einmal etwas von der LINZ AG gehört? Aber zu einem anderen Thema: Wir werden bei diesem Antrag, aufgrund ähnlicher Argumentation wie jener des Kollegen Svoboda, jedenfalls eine getrennte Abstimmung vornehmen. Wir werden den dritten Punkt ablehnen, den anderen Punkten werden wir zustimmen, einfach deswegen, weil der dritte Punkt in der Anreizstruktur unserer Meinung nach so nicht sinnvoll ist. Insbesondere sendet der Punkt mit dem Kraftstoff aus ökologischen Betrachtungen die falschen Signale aus. Danke schön.
Liebe Kollegin Hahn, ich hoffe ich nehme dir jetzt nicht zu viel von deinem Schlusswort vorweg, weil ich replizierend auf Kollegen Grabmayr noch auf Folgendes hinweisen wollte: Es ist natürlich recht und schön, wenn man von der Bundesebene Zahlungen einfordert. Aber es ist klar, nachvollziehbar und gerecht, dass das Land Oberösterreich entsprechende Unterstützungsleistungen macht, wenn es im Land bedingt durch die Inflation Mehreinnahmen gibt. Dafür bietet sich die Wohnbeihilfe natürlich total an, weil damit schon ein treffsicheres Instrumentarium da ist, welches schnell und unbürokratisch angepasst werden kann und man nicht etwas Eigenes erfinden muss. Es gibt eine Fraktion, die Ihnen nicht fernsteht, Herr Grabmayr, die heute schon gemeint hat, man sollte eine Leistung an den Aktivpass koppeln, weil damit schon ein treffsicheres und gutes Instrumentarium da ist und das ist sozusagen die Entsprechung auf Landesebene. Von daher kommt diese Verteidigung des Punkt 2 des Antrages. Danke.
Abstimmungsergebnis
Ergebnis: angenommen
Der Punkt 1 des Antrags wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen ÖVP (11) sowie MFG (2) mit Stimmenmehrheit angenommen. Der Punkt 2 des Antrags bei Stimmenthaltung der Fraktionen ÖVP (11), FPÖ (9) sowie MFG (2) mit Stimmenmehrheit angenommen. Der Punkt 3 des Antrags wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen ÖVP (11), Die Grünen (10), NEOS (2), MFG (2), LinzPlus (2) sowie Gemeinderat Brandstetter, WANDEL, mit Stimmenmehrheit angenommen.