Außenraum beim Donauparkstadion attraktiv gestalten
K 9 · Fraktionsantrag · 31. Sitzung
Zusammenfassung
KI GeneriertGefordert wird eine attraktivere Gestaltung des Außenraums beim Donauparkstadion zur Donau hin. Der Vorplatz wird als versiegelte, teils abgesperrte und als Parkplatz genutzte Fläche beschrieben, obwohl ursprünglich eine offene, grüne und autofreie Aufenthaltszone mit Sitzstufen und guter Beleuchtung kommuniziert worden war. Als Begründung werden der öffentliche Mehrwert des stadteigenen, mit öffentlichen Geldern errichteten Stadions sowie die städtebauliche Bedeutung der Donauachse genannt; herangezogen werden sollen die veröffentlichten Renderings, das Ergebnis der Städtebaulichen Kommission zum Hafenviertel von 2019 und die Expertise des Gestaltungsbeirates. Die Umsetzung soll in Zusammenarbeit mit zuständigen Referaten, der Immobilien Linz GmbH und der Blau-Weiß Linz Sport GmbH erfolgen. Die Kosten sollen durch Umschichtung im Budget gedeckt werden; der Gemeinderat lehnte das Vorhaben mehrheitlich ab.
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Wortmeldungen (7)EinblendenAusblenden
Vielen Dank Herr Bürgermeister, Kollegin Piovesan, nicht nur ich, sondern auch andere Besucherinnen und Besucher sind vom neuen Donauparkstadion immer wieder sehr beeindruckt, was die Kulisse betrifft. Schon beim Eintreffen am Vorplatz entsteht, zumindest an Spieltagen, eine sehr außergewöhnliche Atmosphäre. Das unterscheidet uns auch von anderen in der Stadt. Aber: Gerade bei der Außenraumgestaltung wurde den kommerziellen Interessen und dem Druck nach wirtschaftlicher Verwertung und billigem Parkraum viel zu sehr nachgegeben. Anders als LinzPlus haben wir als KPÖ-Fraktion damals dem Bau des Donauparkstadions zugestimmt. Das finde ich grundsätzlich immer noch richtig, den Deal mit dem Land Oberösterreich, der XXXLutz KG und der Raiffeisen Landesbank schon weniger. Daher können wir eurem Antrag was abgewinnen. Du hast es auch gesagt, das Donauparkstadion steht auf städtischem Grund und wurde mit öffentlichen Geldern errichtet. Was einst mit schönen Visualisierungen – autofrei, grün und offen – versprochen wurde, entpuppt sich jetzt als asphaltierte und trockene Fläche mit Parkplätzen und hitzefördernder Gestaltung. Ich als Radfahrer fahre öfter zu den Spielen. Während Radfahrer*innen weit weg unter der Brücke nach Stellplätzen suchen müssen, können Autofahrer*innen direkt vor dem Eingang parken. Dafür wurde am Donaudamm sogar der öffentliche Geh- und Radweg unterbrochen. Das sehen wir nicht ein und unterstützen daher diesen Antrag.
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren, ich fange mit dem Positiven an. Das Blau-Weiß-Stadion findet allseits große Zustimmung. Es ist ein tolles Objekt. Egal mit wem ich spreche, jeder sagt, es ist ein Schmuckkasterl und es ist richtig schön geworden. Frau Piovesan, an Spieltagen halten sich dort bis zu 5.000 Fußgänger*innen auf. Dass sich dort niemand aufhält, ist einfach Unsinn. Durch die Doppelverwendung – den Bau des Lagers darunter und des Stadions darüber – haben wir zusätzliche Bodenversiegelung vermieden. Das finde ich auch nicht schlecht. Der Fußballverein FC Blau-Weiß Linz entwickelt sich prächtig und ist unbestritten die Nummer 1 in Linz. Das ist sehr erfreulich. Die Gastronomie funktioniert auch hervorragend. Das Team von Tante Kaethe hat dort einen tollen Gastronomiebetrieb errichtet, der ein schönes Aufenthaltserlebnis an der Donau gewährt. Es werden mit der Stadt Linz gemeinsam bereits Pläne für eine weitere Nutzung gewälzt. Man braucht keinen Antrag dazu, da es bereits geschieht. Ich komme zu Ihren Kommentaren zum Rendering. Es wurden in Summe ungefähr doppelt so viele Bäume gepflanzt, als im Rendering dargestellt. Wir haben auch folgende neutrale Punkte: Die Parkplatzlösungen und die Verkehrsführung rund um das Stadion entsprechen behördlichen Vorschriften und waren kein Wunsch der Projektwerber*innen. Auch die Befestigung auf den Wegen entspricht behördlichen Vorgaben, damit Einsatzfahrzeuge zufahren können, falls es einen Notfall gibt. Sämtliche Maßnahmen befinden sich aber derzeit in Überprüfung durch die Behörden. Hier wird es wahrscheinlich in Bälde eine neue Regelung geben. Dann haben wir noch etwas Negatives. Ja, die Sitzstufen sind auf dem Rendering drauf. Wenn wir diese jetzt aber umsetzen, ist das natürlich auch eine weitere Versiegelung und statt Wiese haben wir dann Beton. Überdies ist die Fläche, auf der die Stufen vorgesehen waren, im Eigentum der via donau - Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft mbH. Somit haben wir keinen Zugriff darauf. Wenn ich mir die anderen negativen Punkte anschaue, erspare ich sie mir und Ihnen, im Sinne eines sommerlichen und friedlichen Abschlusses, lieber. Die SPÖ wird sich enthalten.
Ich finde auch, dass die Außenraumgestaltung einer dringenden Überarbeitung bedarf. Es ist ein Armutszeugnis, dass man das beim Bau eines neuen Stadions nicht mehr ordentlich gestaltet, wenn man zu wenig Geld zur Verfügung hat. Da hat sich niemand etwas überlegt. Ich kann mir nicht vorstellen - es kann auch keine Ausrede sein -, dass es wegen ein paar Parkplätzen und irgendwelcher Vorgaben von Behörden so ausschauen muss. Das zeigt einmal mehr, dass der Fokus auf dem motorisierten Individualverkehr liegt. Ich habe beim letzten Stadionbesuch nicht einmal einen Radparkplatz gefunden und mein Rad dann an eine Laterne anhängen müssen. Es ist ein Problem, wenn an einem schönen Tag viele mit dem Rad kommen wollen, dann aber nicht einmal eine Abstellanlage finden. Wir können auf jeden Fall dem Antrag sehr viel abgewinnen. Ich glaube, auch die SPÖ weiß, dass es dort eine Verbesserung braucht. Es wäre also durchaus an der Zeit, dass man über die Stadtplanung noch einmal prüft, was man verbessern und schöner machen kann. Vielleicht kann man auch den einen oder anderen Parkplatz noch wegbringen. Danke.
Falls jemand, der Fan ist, oder vielleicht einmal Fan werden möchte, es nicht weiß und davon noch nie etwas mitbekommen hat - es gibt jede Menge Fahrradabstellplätze unter der Eisenbahnbrücke. Mir ist noch nie untergekommen, dass ich dort keinen Platz bekommen hätte. Man muss aber über die Stufen drübergehen und das ist wirklich ein Aufstieg, den nur fitte Menschen schaffen. Ich möchte aber trotzdem darauf hinweisen, dass sich etwas tut. Wenn Sie vor ein paar Tagen vorbeigefahren sind, ist Ihnen im Einfahrtsbereich beim Schranken vielleicht eine kleine Baustelle aufgefallen. Wir beschäftigen die Baufirmen nicht nur aus Jux und Tollerei. Es geht um eine neue Verkehrslösung, die es nicht mehr notwendig machen soll, um das Stadion herumzufahren. Man soll bei der Schrankenanlage reinfahren und wieder rausfahren können. Dadurch wird die Umfahrung nicht mehr notwendig. Das heißt, wir können diese Fläche bei der Tante Kaethe und die andere Fläche zum Stehplatzsektor auch von Autos freibekommen, so wie es im Rendering zu sehen ist. Somit sind wir hier schon in Arbeit. Dass Renderings nie genau der Realität entsprechen, ist die Realität. Das ist manchmal auch Ärgernis, aber in diesem Fall muss man sagen, dass der einzige große sichtbare Unterschied zum Rendering die nicht verwirklichte Treppenstufe ist. Das hatte natürlich auch finanzielle Gründe. Soweit ich weiß, hat es ursprünglich auch Gespräche mit einem Sponsor gegeben. Das ist dann aber nichts geworden und deswegen hat man diese Treppen - die zum Teil nicht auf städtischer Fläche, sondern auf jener der „via donau“ gewesen wären - nicht umgesetzt. Nichtsdestotrotz sind wir auch mit der Tante Kaethe im Gespräch, um die Grünflächen unter dem Lokal von der „via donau“ erwerben zu können. Man könnte diese dann der Tante Kaethe zur Verfügung stellen, damit dort von der Gastronomie ein schönerer Raum - mit Sitzgelegenheiten und einer schöneren Aufenthaltsfläche - kuratiert werden kann.
Vielen Dank Herr Bürgermeister, ich erlaube mir noch kurz etwas zu den Radabstellanlagen beim neuen Donauparkstadion zu sagen. Anscheinend sind diese nicht so nah, wenn sie Kollege Rabengruber gar nicht gesehen hat. Es geht nicht nur darum, an Spieltagen, wo natürlich mehr Leute mit dem Rad fahren, einen Abstellplatz unter der Eisenbahnbrücke zu haben. Es arbeiten auch Menschen im Stadion und es gibt dort die Gastronomie. Deshalb finde ich es schon angebracht, dass oben, wo die Autos stehen und wo man essen gehen kann, zumindest eine Radabstellanlage vorgesehen wird. Es würde dann eine Gleichwertigkeit bestehen, die noch fehlt. Ich finde, da kann man noch etwas tun. Danke.
Danke für die angeregte Diskussion. Michael Roth-Schmida, ich freue mich über die Zustimmung. Du hast den Stadioncharme und die Atmosphäre erwähnt. Das lasse ich mir auf der Hinterseite einreden, aber vorne zur Donau gehört ein bisschen mehr Charme her. Da sind wir einer Meinung. Zu Herrn Schauberger möchte ich sagen, dass das ja keine Kritik am Stadion ist. Wir wollen ja insgesamt die Atmosphäre und die Situation beim Stadion verbessern. Wenn ich jetzt höre, dass der Platz bei der Tante Kaethe gegebenenfalls sogar erworben wird, dann freut es mich und begrüße ich das. Herr Schauberger, Sie haben vorher gesagt, dass 5.000 Leute unterwegs sind. Es geht mir aber auch um die Zeit, wo keine Fußballspiele sind. Wenn ich dort mit meinen Kindern mit dem Rad vorbeifahre, dann will ich nicht absteigen müssen, sondern durchfahren. Ich möchte nicht aufpassen müssen, damit meine Kinder dort nicht von einem Auto niedergefahren werden. Insgesamt möchte ich noch ganz offen sagen, dass das Stadion für mich, so wie es verkauft wurde, noch nicht fertig ist. Zumindest nicht so, wie es der Öffentlichkeit präsentiert worden ist. Diese Renderings haben für mich schon eine Bedeutung. Meiner Meinung nach ist es ein Versprechen und eine Art Täuschung der Öffentlichkeit, wenn man herzeigt, wie etwas ausschauen soll und es dann aber nicht so wird. Ich finde auch, dass das städtebauliche Potenzial nicht gehoben ist und wir eine Chance vertun, den Donauraum aufzuwerten. Wir nehmen das so wahr und das tut auch weh. Ich habe vorhin schon die Städtebauliche Kommission erwähnt. Sie hat schon vor sechs Jahren, 2019, festgehalten und erkannt, dass die Achse zur Donau hin überregional bedeutend ist. Dass sie belebt, begrünt, zugänglich und einladend werden soll. Das gehört aufgegriffen, damit wir nicht nur wieder Strategien oder Papieren produzieren. Man sollte das Gute, dass wir überall haben, einfach in die politische Praxis integrieren. Ich denke, mit der ‚via donau‘ kann man Gespräche führen. Wie Sie sagen, wird vielleicht ein Grund dazugekauft und jemand erklärt sich vielleicht auch bereit, Sitzstufen oder andere Möglichkeiten zu finden. Insgesamt geht es darum, dass wir das weiter- und fertigbauen müssen, nicht mit weiteren Gitterstäben und Asphaltbecken, sondern mit Bäumen, Schatten, Wasserzugang und Aufenthaltsqualität. Dafür braucht es Geld und auch den Willen, die Fantasie und den Blick auf einen echten Mehrwert für die Allgemeinheit und für alle Linzer*innen. Nicht nur an den Matchtagen, sondern auch an allen anderen Tagen. Danke, ich freue mich auf Zustimmung.
Ich möchte tatsächlich berichtigen. Wir führen bereits seit geraumer Zeit diesbezüglich Gespräche mit der ‚via donau‘.
Abstimmungsergebnis
Ergebnis: abgelehnt
Der Antrag wird mehrheitlich abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (21), FPÖ (9), NEOS (2), Gemeinderätin Schachner/ehem. MFG