Öffentliches Hearing statt Postenschacher

R 6 · Fraktionsantrag · 24. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

KI Generiert

Gefordert wird ein öffentliches Hearing für Bewerberinnen und Bewerber auf Spitzenpositionen beim Magistrat Linz vor der Ernennung. Das Hearing soll Transparenz bei der Besetzung leitender Posten schaffen, Verdachtsmomente vermeiden und den Gemeinderatsfraktionen Vorschlags- und Fragerechte geben. Die Hearings sollen live übertragen und auf der Website der Stadt veröffentlicht werden; auch für die Unternehmensgruppe Linz sollen entsprechende Gespräche geführt werden. Die Kosten sollen durch Umschichtung im Budget gedeckt werden. Der Vorschlag wurde mehrheitlich abgelehnt.

Schlagwörter (10):transparenzpostenbesetzungöffentliches hearingmagistratpersonalpolitikobjektivierungverwaltungunternehmensgruppe linzbudgetumschichtungkommunalpolitik
AntragstextEinblendenAusblenden
Sehr geehrter Herr Vizebürgermeister, werte Kolleginnen und Kollegen von einem FPÖ-Kernthema zu einem NEOS-Kernthema - es geht um die Transparenz. ‚Öffentliches Hearing statt Postenschacher‘, dieser Antrag ist heute aktueller und wichtiger denn je, denn in den letzten Jahren schien bei vielen Postenentscheidungen wichtiger zu sein, wen man kennt als was man kann. Um jeglichen Verdachtsmomenten vorzubeugen und die betroffenen Personen zu entlasten, ist eine vollständige Transparenz bei der Besetzung von Posten im höchsten leitenden Dienst unerlässlich. Daher sollen sich Kandidaten und Kandidatinnen für solch wichtige Ämter einem öffentlichen Hearing im Gemeinderat stellen. Dies ermöglicht den Mitgliedern des Gemeinderats, Fragen zu stellen, um sich ein Bild von den Qualifikationen und der Eignung der Bewerberinnen und Bewerber für diese Position zu machen.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Die amtsführende Vizebürgermeisterin Karin Hörzing wird ersucht, dem Gemeinderat ein Konzept vorzulegen, das ein öffentliches Hearing für Bewerberinnen und Bewerber auf Spitzenpositionen beim Magistrat vorsieht. Dieses Hearing soll verpflichtend vor der Ernennung stattfinden. Dabei erhalten alle im Gemeinderat vertretenen Fraktionen sowohl ein Vorschlags- als auch ein Fragerecht. Die Hearings werden live übertragen und auf der Webseite der Stadt Linz veröffentlicht. Darüber hinaus wird Vizebürgermeisterin Karin Hörzing gebeten, Gespräche mit den zuständigen Personen der Unternehmensgruppe Linz aufzunehmen, damit auch dort öffentliche Hearings eingeführt werden. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.
Wortmeldungen (4)EinblendenAusblenden

Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, lieber Gemeinderat Burgstaller, wir haben heute schon ausführlich über Transparenz oder auch Umstrukturierungen von gewissen Strukturen in Linz gesprochen. Ich möchte kurz erörtern, warum wir diesem Antrag nicht zustimmen. An sich gibt es auch Hearings vor parlamentarischen Gremien, beispielsweise was die EU-Kommission betrifft. Da geht es aber auch um höchste politische Organe. Es obliegt nicht dem Gemeinderat über magistratsinterne Verfahren zur Postenbesetzung zu entscheiden, geschweige denn Vorschläge zu machen. Das liegt eindeutig nicht in der Kompetenz des Gemeinderats, sondern dafür gibt es auch entsprechende interne Bewerbungsverfahren und Objektivierungsverfahren. So soll es auch bleiben. Das sollte nicht dem Gemeinderat, der ja auch politisch wieder besetzt ist, obliegen. Daher werden wir hier nicht zustimmen.

Sehr geehrter geschäftsführender Vizebürgermeister, geschätzte Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderates, im Oberösterreichischen Objektivierungsgesetz steht explizit die Vertraulichkeit des Bewerbungsgesprächs und deren Auswertung fest. Es verpflichtet die Begutachtungskommission zum Stillschweigen, wo keine Verpflichtung zur Auskunft besteht. Damit sich hochqualifizierte Personen - ob extern oder auch intern - bewerben, muss die Gewissheit der absoluten Vertraulichkeit sichergestellt sein. Es ist ein klarer Widerspruch zu den gesetzlichen Bestimmungen. Abgesehen davon ist eine Einbindung der Öffentlichkeit in Hearings-Verfahren mit berechtigten Vertraulichkeitsinteressen und Persönlichkeitsrechten von Kandidat*innen in Einklang zu bringen. Es würde das Feld potenzieller Bewerber*innen einschränken, was zu Wettbewerbsnachteilen auf dem Arbeitsmarkt führen würde. Deshalb werden wir uns enthalten.

Sehr geehrte Damen und Herren, ich finde die Grundintention dieses Antrages sehr gut, weil er versucht ein strukturelles Problem zu lösen, das wir jetzt aufgrund eines Anlassfalles gesehen haben. Wenn wir jetzt einmal ganz blumig sprechen, ist das vielleicht nicht nur in Linz ein Problem, sondern generell ein Problem ist. Ich denke, dass es schon wertvoll wäre zu überlegen, wie wir dieses strukturelle Problem lösen können. Ein konkretes Problem beim vorliegenden Antrag ist, dass er ein Vorschlagsrecht für Fraktionen fordert, ich sehe das als fachlich nicht sinnvoll. Ich denke aber schon, dass man darüber nachdenken sollte, wie man die von Kollegin Decker geäußert Bedenken - lösen kann. Man sollte schon darüber diskutieren, wie man zu einer transparenteren und besseren Bestellungsstruktur in der Stadt Linz, im Magistrat, im Idealfall aber auch in den vorgelagerten Institutionen kommen könnte. Anders als die ÖVP, anders als Herr Gemeinderat Hofer, finde ich die Aussage, dass es so bleiben soll, wie es ist, in diesem Punkt überhaupt nicht richtig. Ich glaube, dass wir hier etwas ändern sollten. Ich werde diesem Antrag daher zustimmen.

Vielen Dank für die Wortmeldungen, vor allem dir Gemeinderat Clemens Brandstetter. Danke, du hast jetzt schon einiges vorweggenommen. Ich habe gesehen, dass ich bei diesem Antrag noch ein bisschen nachschärfen muss. Vielleicht schaffen wir es auf einem anderen Weg, dass wir als Fraktionen besser in die Personalbesetzungen miteingebunden werden. Danke schön.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Der Antrag wird mehrheitlich abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (20), ÖVP (11), Die Grünen (10), FPÖ (7), Gemeinderätin Schachner/MFG