Neue Grünräume fürs Lenauviertel

K 10 · Fraktionsantrag · 31. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

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Geprüft werden soll ein neuer Park im Lenauviertel im Bereich Lastenstraße/Raimundstraße auf den Parzellen 1308/1 und 1308/20. Begründet wird das mit dem starken Strukturwandel und der weiteren Verdichtung im Viertel, wodurch neue Grün- und Freiflächen, kurze Wege, soziale Infrastruktur und klimafitte öffentliche Räume an Bedeutung gewinnen. Die Fläche wird bereits seit Jahren informell als Spielplatz und grüne Freifläche genutzt und soll als öffentlicher Raum erhalten bleiben. Als fachliche Grundlage werden die geringe Ausstattung des Viertels mit Grünflächen sowie Empfehlungen des Örtlichen Entwicklungskonzepts zur Verbesserung des Durchgrünungsgrads und zur Schaffung zusätzlicher Grünflächen und Spielplätze angeführt. Der Gemeinderat lehnte das Vorhaben mehrheitlich ab; die Kosten sollten durch Umschichtung im Budget bedeckt werden.

Schlagwörter (10):lenauviertelgrünräumestadtentwicklungstadtklimaparkfreiflächenverdichtungspielplatzflächennutzungbudget
AntragstextEinblendenAusblenden
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen, wir wechseln das Stadtviertel und begeben uns ins Lenauviertel oder Makartviertel. Es geht darum, dass wir in diesem hochdynamischen Viertel neue Grün- und Freiflächen schaffen. Das Lenauviertel befindet sich stark in Entwicklung und ist wahrscheinlich der Stadtteil mit dem größten Flächenpotenzial in Linz. Dank des dort stattfindenden Strukturwandels stehen viele Grundstücke für die Entwicklung unserer Innenstadt zur Verfügung. Dieses Potenzial und die damit zusammenhängenden Herausforderungen werden aus großer Flughöhe auch in der Städtebaulichen Kommission vom März 2020 beschrieben. Die Dynamik im Viertel fordert uns auch als Stadt. Wenn wir einen lebenswerten, attraktiven und klimafitten Stadtteil schaffen wollen, wo sich insbesondere Familien wohlfühlen, braucht es auch hochwertige öffentliche Räume, übergeordnete Konzepte für den ruhenden Verkehr, kurze Wege, Schutz von gewachsenem Boden für Bäume, soziale Infrastruktur und natürlich Grünräume. Diese freien und grünen Räume sind ganz entscheidend für die Qualität des Stadtteils. Eine Fläche, die sich als neuer Park eignen würde, liegt im Bereich der Lasten- und Raimundstraße. Diese aktuelle Brache wird bereits seit Jahren informell als Spielplatz und grüne Freifläche genutzt. Das sollte erhalten bleiben, denn das Lenauviertel hat – vor allem in Hinblick auf eine weitere Verdichtung – zu wenig dieser öffentlichen Parks. Es reicht ein Blick auf die Flächenwidmung. Diese ist sehr dünn, was Grünflächen betrifft. Dieser Antrag hat ganz konkret zum Ziel, die Machbarkeit eines neuen Parks an der Lastenstraße – das sind die zwei Parzellen 1308/1 und 1308/20 – zu prüfen. Darüber hinaus setzt der Antrag die Notwendigkeit neuer Grünflächen in stark dynamischen und sich verdichtenden Stadtteilen, wie dem Lenauviertel, auf die stadtentwicklerische Agenda. So wird es nötig sein, auch die Flächenpläne im Viertel dahingehend proaktiv zu untersuchen, zu überdenken und nicht als Status quo zu betrachten. Ich glaube, das ist der wichtigste Satz in diesem Erläuterungstext. Wir können die Flächenwidmung nicht einfach so akzeptieren, sondern müssen hier reinarbeiten. Im Sinne dieses wichtigen Stadtteils bitte ich um Zustimmung.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Bürgermeister und Planungsreferent Dietmar Prammer wird ersucht, die Errichtung eines neuen Parks für das Lenauviertel im Bereich Lastenstraße/Raimundstraße (Parzellen 1308/1 und 1308/20) zu prüfen und das Ergebnis der Untersuchung und städtebaulichen Überlegungen im Ausschuss zu präsentieren. Diese Untersuchung soll helfen, das Lenauviertel mit neuen Grünräumen und Parks zu einem stadtklimatisch zukunftsweisenden und familienfreundlichen Stadtteil zu entwickeln. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.
Wortmeldungen (3)EinblendenAusblenden

Liebe Kolleginnen und Kollegen, aus unserer Sicht wäre ein neuer Park nicht nur klimatisch gesehen ein Gewinn für alle Linzerinnen und Linzer, sondern insbesondere für alle Bewohnerinnen und Bewohner im Lenauviertel ein großer Zugewinn. Aber aufgrund des notwendigen Ausbaus der vierspurigen Zugtrasse der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) enthalten wir uns hier bei diesem Antrag. Danke.

Vielen herzlichen Dank, jetzt hat mir der Vorredner das Argument schon abgenommen. Wir sind wieder beim Thema Fläche. Lorenz Potocnik, die ÖBB könnte möglicherweise rein rechtlich Eigentümer*innen enteignen. Wir als Stadt können das nicht. Das Grundstück befindet sich im Eigentum der ÖBB und es ist auch nicht das erste Mal, dass wir in diesem Haus darüber diskutieren. An der Eigentümer*innenschaft hat sich nichts geändert, deshalb werden wir uns hier auch enthalten.

Danke für die kurzen und knappen Meldungen. Was die ÖBB betrifft, habe ich natürlich gestern schon im Telefonat mit Stefan Giegler gehört, dass offenbar Bedarf am Gleisausbau herrscht. Das ist für mich schwer nachvollziehbar, aber muss ich so akzeptieren. Es klingt vielleicht für einige hier im Raum provokant, aber ich glaube, wir haben die Aufgabe, auch stadtplanerisch und stadtentwicklerisch über ein Eigentum hinweg Ziele und Visionen zu setzen. Wir müssen Widmungen ändern, was ja auch unsere hoheitliche Aufgabe ist. In diesem Fall heißt das, auch einmal keine Rücksicht auf die Eigentümer*innenschaft zu nehmen, sondern zu sagen, wir wollen hier Parks, weil es nötig ist. Ein Grundstück von den ÖBB ist ja de facto auch öffentlich. Im Umkehrschluss gedacht, wenn wir alle Eigentümer*innen respektieren, können wir im kompletten Viertel nichts mehr machen und die Widmung nicht mehr ändern, wenn ich das richtig interpretiere. Ich glaube, das ist keine Stadtentwicklung. Ich möchte auch noch auf etwas anderes hinweisen. Ich habe mir noch einmal das Örtliche Entwicklungskonzept (ÖEK) von 2013, das immer noch gültig ist, zu Gemüte geführt. Das beinhaltet auf drei Seiten - Seite 24, 28 und 30 - zahlreiche Empfehlungen für zusätzliche Grünflächen. Es wimmelt regelrecht davon. Ein paar möchte ich vorlesen, was aber ein bisschen schwierig ist, da es immer nur stichpunktartig ist. Es gibt das Ziel, den festgestellten mangelhaften Durchgrünungsgrad zu verbessern. Als Maßnahme dafür sollen unter anderem die Grünflächenanteile bei unbebauten Flächen vergrößert, zudem entsprechende stadtklimatische Untersuchungen zur Unterstützung der Flächenwidmungs- und Bebauungsplanung vorgenommen werden. Dazu kommt der Erhalt und Ausbau kleinräumiger Grünanlagen im dicht verbauten Stadtgebiet. Ebenso liest man über die Flächenvorsorge für die Neuschaffung von Grünflächen und Spielplätzen bei Umnutzungen sowie über die Prüfung der Erweiterung bestehender oder Schaffung neuer Kinderspielplätze. 128 Es steht im ÖEK auf drei Seiten eigentlich alles drinnen. Ich glaube, wir müssen hier wirklich als Stadt und als Stadtplanung den Mut haben, in bestehende Flächenwidmungen einzugreifen. Das ist dort im Viertel besonders wichtig, weil es dort früher zu einem großen Teil Betriebswidmungen und Kerngebiet waren. Der Strukturwandel ist dort so stark, dass wir eingreifen müssen. Ich bitte um Zustimmung.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Der Antrag wird mehrheitlich abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (21), ÖVP (11), Die Grünen (8), FPÖ (9), NEOS (2), ehem. MFG (2), KPÖ (2), Gemeinderat Brandstetter