Monatliche Mobilitätstage - Bürgerantrag

K 6 · Fraktionsantrag · 18. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

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Gefordert wurde die Prüfung regelmäßiger monatlicher Mobilitätstage, an denen die Linzer Innenstadt für den Autoverkehr weitgehend gesperrt und stärker auf Fußverkehr, Radverkehr und öffentliche Verkehrsmittel ausgerichtet wird. Begründet wurde dies mit Stau, Durchzugsverkehr, Lärm und Luftverschmutzung sowie dem Ziel, Lebensqualität, Aufenthaltsqualität und Innenstadthandel zu stärken. Als Argumente wurden ein Reallabor für neue Verkehrsformen, mehr Raum für Veranstaltungen und eine Belebung des öffentlichen Raums genannt. Der zuständige Stadtrat für Mobilität sollte dazu ein Konzept ausarbeiten und im Ausschuss vorlegen; die Kosten sollten durch Umschichtung im Budget gedeckt werden. Der Gemeinderat lehnte das Vorhaben mehrheitlich ab.

Schlagwörter (10):mobilitätstageverkehrsberuhigunginnenstadtautoverkehrfußverkehrradverkehröffentlicher verkehrluftverschmutzunginnenstadthandelbudgetumschichtung
AntragstextEinblendenAusblenden
und führt aus: „Danke für das Wort, sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, immer noch stauen jeden Tag tausende Autos stundenlang durch die Innenstadt. Wir sind immer noch nicht entschlossen genug, diesen Durchzugs- und Schleichverkehr zugunsten der Lebensqualität, der Atmosphäre und des Innenstadthandels wesentlich einzubremsen. Wir haben das Thema heute schon mehrmals gehabt. Ein erster Schritt und eine sanfte, sowie kostengünstige Möglichkeit, die Innenstadt vom motorisierten Individualverkehr zumindest probeweise zu befreien, wären regelmäßige autofreie Tage. Mit dieser Idee ist der junge und engagierte Architekt XXXXXXXX XXXXXX an LinzPlus herangetreten und wir wiederum bringen sein Anliegen hiermit als Bürgerantrag auf die Tagesordnung. XXXX XXXXXX hat eine Petition dazu gestartet und bis dato haben sogar 414 Menschen unterschrieben, das sind sechsmal mehr Menschen als hier im Gemeinderat sitzen. In der Petition heißt es: „Wir setzen uns für die Einführung von regelmäßigen Mobilitätstagen in Linz ein. Einmal im Monat möchten wir die Innenstadt für den Autoverkehr weitgehend sperren und so den Fokus auf Lebensqualität und Platz für Flanieren, Radfahren und die Nutzer*innen des öffentlichen Verkehrs legen. Inspiriert von erfolgreichen Veranstaltungen in anderen Städten und dem Marathon oder dem Pflasterspektakel sollen diese Tage zu Festtagen für die Stadt, den öffentlichen Raum und aktive Mobilität werden. Regelmäßige Mobilitätstage in Linz bedeuten: Nachhaltige Mobilität: Die Mobilitätstage fördern eine umweltfreundliche Fortbewegung und ermutigen dazu, alternative Verkehrsmittel zu nutzen. Dies trägt zur Reduktion des Verkehrsaufkommens, des Lärms und der Luftverschmutzung bei, während die Lebensqualität steigt. Lebendige Innenstadt: Sie schaffen Raum für Gemeinschaft, Begegnung und den Handel. Die Menschen können die Innenstadt zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden und erleben. So wird Linz zu einem lebendigeren Ort. Gesunder Lebensstil: Die Mobilitätstage ermutigen zu mehr Bewegung und frischer Luft für die ganze Familie, Kinder und Alte, was zu einem gesünderen Lebensstil beiträgt. Tage der Veranstaltungen: Durch die Einführung dieser Tage können verschiedene Aktivitäten im Zusammenhang mit Mobilität und Belebung der Innenstadt koordiniert werden. Straßenfeste, Reparaturwerkstätten, das Pflasterspektakel oder Rad-Demos beispielsweise können effektiv und harmonisch ablaufen. Die Mobilitätstage bieten so die Möglichkeit ein umfassendes, koordiniertes Format zu schaffen und verschiedene Kräfte zu bündeln. Wir haben, wenn wir diese Tage veranstalten, ein Real-Labor, wo wir uns anschauen können, wie die Menschen reagieren und wo vielleicht noch Themenfelder sind, die wir bearbeiten müssen. Da geht es nicht um eine Ideologie oder Grabenkämpfe oder so, sondern es geht einfach darum, schauen wir einmal auf diese Thematik hin. Die Idee soll im Mobilitätsausschuss untersucht und geprüft werden, der Antragstext lautet:"
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der Gemeinderat beschließt: „Der zuständige Stadtrat für Mobilität möge untersuchen lassen, ob, wann und wie solche regelmäßigen Mobilitätstage möglich wären und ein entsprechendes Konzept im Ausschuss zur Diskussion und Abstimmung vorlegen. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.“
Wortmeldungen (4)EinblendenAusblenden
Vera Schachnerehem. MFG-Mitgl.

Danke, sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, sehr geehrte Damen und Herren, der angesprochene tägliche Stau wird wohl zu einem nicht unerheblichen Teil durch den Berufsverkehr verursacht. Er ist mangelhafter Infrastruktur, wie zum Beispiel keiner ausreichenden öffentlichen Verkehrsstruktur für Pendler, geschuldet. Die angeführte Petition weist mit 11. Dezember 2023 aktuell 413 Unterschriften auf, dieser Wert scheint nicht unbedingt repräsentativ zu sein. Die Innenstadt monatlich für den Autoverkehr zu sperren, wird das Problem zusätzlich verschärfen, da der Verkehr in andere Stadtteile verdrängt wird. Auch dem Handel im Zentrum wird das nicht dienlich sein, weil es Einkäufe gibt, die eine geeignete Transportmöglichkeit erfordern. Es ist vielmehr zu erwarten, dass die Einkäufe dann in den Einkaufszentren am Rande der Stadt getätigt werden. Wie will man effizient informieren, wann und wo gesperrt wird und wo soll es dann Ausweichrouten geben. Allein der beabsichtigte Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel funktioniert nur mit entsprechend attraktiver Infrastruktur und nicht mit Absperrungen. So ist zum Beispiel das Pflasterspektakel mit Sicherheit ein seit Jahren erfolgreiches Kulturevent, allerdings nur einmal im Jahr. Es ist daher kein geeignetes Beispiel für eine monatliche Abriegelung der Innenstadt. Linz hat in einigen Bereichen deutliche Verkehrsprobleme, die nachhaltig gelöst werden müssen, jedoch nicht mit Absperrungen und Verboten. Danke.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich stimme heute Frau Schachner nicht oft zu, aber in diesem Falle schon. Ich teile zwar das Ansinnen der Verkehrsberuhigung in der Innenstadt, ich kann dem Bedürfnis natürlich etwas abgewinnen. Verkehrsberuhigung, Luftemissionen reduzieren usw. ist wichtig. Aber die Lösung sind nicht Mobilitätstage, wo man einmal im Monat die gesamte Innenstadt absperrt. Im Antrag fehlt im Übrigen die Erklärung, was als Innenstadt definiert ist. Ist das nur die Landstraße, sind das die umliegenden Straßen auch, ist es der statistische Bezirk ‚Innere Stadt‘ oder was auch immer. Ich glaube, dass man durch das Abriegeln mehr Unsicherheit, Unklarheit und vor allem auch eine Destabilisierung produziert und dementsprechend stimmen wir heute gegen diesen Antrag. Wir können zwar der Grundintention in Richtung Verkehrsberuhigung etwas abgewinnen, aber sicher nicht durch ein hermetisches Abriegeln der Innenstadt. Dafür gibt es keine Zustimmung von meiner Seite und meiner Fraktion.

Danke Frau Vizebürgermeisterin, ich sehe die Vorstellung, unsere Innenstadt tageweise für den motorisierten Individualverkehr zu sperren als absolut chaotisch und für den innerstädtischen Einzelhandel nicht fördernd. Zudem werden in diesem Antrag Tage für Veranstaltungen genannt, bei der die Einführung dieser autofreien Tage sinnvoll genutzt werden könnten. Genannt wird zum Beispiel das Pflasterspektakel, da fährt ja dann sowieso kein Auto, dafür brauchen wir keine monatlichen Mobilitätstage. Außerdem ist als Argument angeführt, dass man dann die Innenstadt zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden kann. Das geht jetzt auch schon. Wir werden uns daher bei diesem Antrag enthalten. Danke.

Danke für diese Diskussion, die zeigt, dass wir noch sehr anachronistisch unterwegs sind. Das finde ich furchtbar. Das ‚Reallabor‘, das ich angesprochen habe oder das ‚Jour-fixe der Mobilität‘ ist ja etwas Lustvolles. Niemand hat von Absperren und hermetischem abriegeln gesprochen, überhaupt nicht. Vielleicht sollte man einmal schauen, was los ist, wenn zum Beispiel für den Marathon abgesperrt wird. Ich bin an diesen Tagen am allerliebsten mit dem Rad unterwegs. Es ist dann einfach geil, wenn es nicht so laut ist, wenn es nicht so gefährlich ist und wenn auch Platz für das Rad ist. Wir können das einfach einmal ausprobieren. Herr Hajart, Sie haben selbst gesagt, wir müssen uns das anschauen und wir müssen den Mobilitätsmix verändern. Das wäre eine Möglichkeit, sich das anzuschauen. Ich bitte noch einmal um Zustimmung, auch wenn ich jetzt nicht mehr sehr viel Hoffnung habe.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Der Antrag wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen von SPÖ (21), FPÖ (8) und NEOS (2) sowie Gegenstimmen der ÖVP-Fraktion (10) und von Gemeinderätin Schachner von MFG mit Stimmenmehrheit abgelehnt.