Ein Konzept für niedrigschwellige Frauenberatung vor Ort
R 9 · Fraktionsantrag · 24. Sitzung
Zusammenfassung
KI GeneriertGeprüft werden soll ein Konzept für niedrigschwellige Frauenberatung vor Ort in Linz. Begründet wird das Vorhaben mit bestehenden Benachteiligungen und Lebensrisiken für Frauen sowie damit, dass Informationen über vorhandene Unterstützungsangebote viele Betroffene wegen der zunehmenden Digitalisierung nicht erreichen. Als Vorbild wird ein Grazer Projekt genannt, bei dem Frauen in Parks, auf Spielplätzen und Märkten direkt über Beratungsangebote informiert werden. Das zuständige Mitglied des Stadtsenats soll gemeinsam mit dem Linzer Frauenbüro ein entsprechendes Konzept entwickeln und umsetzen; die Kosten sollen durch Umschichtung im Budget bedeckt werden. Die Zuweisung an den Ausschuss für Klima, Stadtgrün, Frauen und Bildung wurde einstimmig angenommen.
AntragstextEinblendenAusblenden
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Wortmeldungen (1)EinblendenAusblenden
Sehr geehrter Herr Vizebürgermeister, werte Kollegen und Kolleginnen, wir finden den Vorschlag grundsätzlich positiv, würden aber um eine Zuweisung in den Ausschuss für Klima, Stadtgrün, Frauen und Bildung bitten. Warum? Das möchte ich kurz ausführen: Kollegin Grünn hat gerade gesagt, dass es in Linz bereits sehr viele etablierte Beratungsstrukturen gibt. Wir sind natürlich auch der Meinung, dass gerade in Zeiten von sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen keine Frau das Gefühl haben darf, dass ihr der Zugang zu dringend benötigter Unterstützung verwehrt bleibt. Ich möchte aber trotzdem kurz anführen, welche Projekte es bereits gibt. Zu nennen ist zum Beispiel das Projekt ‚StoP - Stadtteile ohne Partnergewalt‘, welches in Linz in Kooperation zwischen dem Sozialressort, dem Frauenbüro und dem Bundesministerium umgesetzt wird. ‚StoP‘ verfolgt einen innovativen Ansatz, in dem es die Nachbarschaft als Akteurin in die Prävention von Partnergewalt einbindet. Ziel ist es, Menschen in der unmittelbaren Umgebung zu sensibilisieren und als Multiplikatoren zu gewinnen, um Gewalt an Frauen frühzeitig zu erkennen und einzuschreiten. Dieses Projekt zeichnet sich zum Beispiel schon einmal durch seine niedrige Zugangsschwelle aus, da keine formelle Beratungsanfrage notwendig ist und es auf eine aktive Gemeinschaft setzt. Neben ‚StoP‘ stehen in Linz mehrere Beratungsstellen für Frauen zur Verfügung, die kostenlose und vertrauliche Beratung anbieten. Diese Angebote richten sich sowohl an Frauen, die bereits von Gewalt betroffen sind, als auch an jene, die sich über Rechte und Möglichkeiten informieren möchten. Das Frauenbüro der Stadt Linz ist hierbei eine zentrale Anlaufstelle und arbeitet eng mit verschiedenen Organisationen zusammen, um eine flächendeckende Unterstützung sicherzustellen. Besonders wertvoll ist, dass dies auch anonym und barrierefrei in Anspruch genommen werden kann und Frauen so ermutigt sind, ohne Angst vor Stigmatisierung oder bürokratischen Hürden Hilfe zu suchen. Für akut betroffene Frauen gibt es in Linz auch spezielle Notrufnummern und Krisentelefone, die rund um die Uhr erreichbar sind. Diese niederschwelligen Angebote gewährleisten, dass Frauen in Notsituationen sofort Hilfe bekommen, sei es durch psychologische Beratung oder durch die Vermittlung an sichere Schutzunterkünfte. Linz setzt nicht nur auf die direkte Unterstützung, sondern auch auf Prävention und Aufklärung, um Gewalt gegen Frauen langfristig zu bekämpfen. Regelmäßige Kampagnen, öffentliche Informationsveranstaltungen und Workshops - auch in Schulen und Vereinen - tragen dazu bei, das Bewusstsein für das Thema zu schärfen und die Zivilgesellschaft zu mobilisieren. Man kann aber sicher evaluieren, ob Anpassungen und Verbesserungen vorzunehmen sind, beziehungsweise ob es tatsächlich eventuelle Lücken, vor allem im niederschwelligen Beratungsangebot, zu schließen gibt, um dann, wenn notwendig, ein Konzept zu erstellen. Darum noch einmal die Bitte um die Zuweisungen an den zuständigen Ausschuss. Danke.
Abstimmungsergebnis
Ergebnis: angenommen
Die Zuweisung des Antrages an den Ausschuss für Klima, Stadtgrün, Frauen und Bildung wird einstimmig angenommen.