Sieben Hektar großes Areal der Brau Union braucht rasch eine Phase Null
R 6 · Fraktionsantrag · 33. Sitzung
Zusammenfassung
KI GeneriertFür das mehr als sieben Hektar große ehemalige Brau-Union-Areal im Makartviertel soll frühzeitig eine „Phase Null“ gestartet werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die innerstädtische Fläche gemeinsam mit der neuen Eigentümerin, der Stadtplanung und externen Expertinnen strategisch entwickelt und genutzt werden kann. Diskutiert werden eine mögliche Mischnutzung mit Businfrastruktur, leistbarem Wohnen, sozialen Einrichtungen, Gewerbe sowie neuen Durchwegungen, Radwegen und Grünflächen. Als Begründung werden die zentrale Lage, die gute Anbindung und das hohe Potenzial für eine verdichtete Stadtentwicklung genannt. Die Zuweisung des Vorhabens wurde mehrheitlich abgelehnt.
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BeschlussformelEinblendenAusblenden
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Sehr geehrter Herr Bürgermeister, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, die LINZ AG ist das zentrale Versorgungsunternehmen der Linzerinnen und Linzer. Sie hat die Chance genutzt, um sich am Standort strategisch weiterentwickeln zu können. Ich bin selbst im Aufsichtsrat der LINZ LINIEN und kann Folgendes berichten. Die Flotte hat aktuell 108 Fahrzeuge. Wir wissen, wir haben schon für die Linie 48 24 Doppelgelenkbusse bestellt und wir haben heute auch schon Beschlüsse gefasst, um weitere anzukaufen. Es wurde heute auch darüber diskutiert, dass wir ab 2026 nur mehr batteriebetriebene Fahrzeuge kaufen dürfen, was natürlich einen enormen Bedarf an Ladeinfrastruktur, Trafoinfrastruktur et cetera schafft. Diese Liegenschaft wird seit mehr als 130 Jahren gewerblich genutzt. Sie bietet jetzt eine zentrale Möglichkeit für die LINZ AG und ihren neuen Betriebshof. Die Busse sind insbesondere nur zwischen Mitternacht und 4 Uhr morgens eingestellt. Zu dieser Zeit werden sie geladen, geputzt und es werden auch kleine Reparaturen gemacht. Auch das könnte auf jeden Fall eine Belastung für Anrainer*innen sein. Man weiß auch, dass gegenüber bei der ÖBB-Liegenschaft auch geplant ist, dort einmal eine technische Werkstatt der ÖBB-Technische Services-GmbH zu errichten. Meine Fraktion wird sich bei diesem Antrag enthalten, weil wir nicht glauben, dass das so in dieser Form gut möglich ist. Danke.
Vielen Dank, sehr geehrter Herr Bürgermeister, lieber Lorenz Potocnik, Danke für den Antrag. Ich schließe mich dem an, dass es natürlich für die LINZ LINIEN eine tolle Gelegenheit ist, sich das Areal gesichert zu haben. Die Lage und die Größe sind eine einmalige Chance. Gleichzeitig reden wir eben über sieben Hektar Kernstadt. Daher sind wir auch der Ansicht, dass man über Mischnutzung in Arealen wie diesen nachdenken sollte. Mischnutzung ist für uns sozusagen der Schlüsselbegriff, weil wir dadurch eine Nutzungsvielfalt erreichen können. Wir haben das Thema, dass wir durch eingeschossige Hallen durchaus sehr viel Fläche verbrauchen. Es gibt auch Beispiele aus anderen Städten, wo betriebliche Businfrastrukturen mit der Stadt verbunden werden. Das kann durch Stapelung oder eine Mischnutzung sein, wo man Werkstatt und Abstellung unten und darüber urbane Programme – wie soziale Einrichtungen, Wohnen oder Bildung – hat. Dazu gibt es ein Beispiel aus Paris, das ‚Centre Bus de Lagny‘, dass durch die Régie Autonome des Transports Parisiens (RATP) umgesetzt wurde. Das ist in Paris die staatliche Betreiberin des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Man hat im Zuge eines Auftrags zu einer Busdepotsanierung überlegt, wie sich der wertvolle Pariser Stadtraum durch die Planung einer gemischt genutzten Bebauung effizienter nutzen lassen würde. Der enorme Platz, der für die Erweiterung von Busparkplätzen und Ladestationen benötigt wurde, ist in den Untergeschossen untergebracht worden. Oberirdisch hat man ein optisch eher auffälligeres Gebäude gestaltet, das ein Verwaltungsbüro für das Unternehmen, aber auch für Drittorganisationen, einen Kindergarten, eine Schule und lokale Geschäfte beherbergt. Man hat es geschafft, verschiedene Nutzungen in einem abgestuften Grundstücksprojekt zusammenzuführen und dadurch Mehrwerte erreicht. Das wäre ein gutes Beispiel dafür, dass ÖPNV-Betreiber*innen und Mobilitätsabteilungen der Städte und der Stadtplanung zusammenarbeiten können, um innovative Lösungen zu finden. Dafür würde sich so eine frühe ergebnisoffene Startphase, wie es Lorenz Potocnik im Antrag formuliert, gut eignen. Wir würden auch sagen, dass man in diese Richtung prüfen könnte. Daher unterstützen wir das ausdrücklich. Natürlich auch unter Anbetracht dessen, dass die LINZ LINIEN durchaus einen Zeitplan haben, auf den man Rücksicht nehmen sollte. Es wäre also eine gute Idee, jetzt einen gut koordinierten Start einzuführen, der Betrieb und Stadtentwicklung zusammenbringt. Deshalb stelle ich noch einmal formell den Antrag – obwohl es in der Beschlussformel schon vorkommt –, dass dieser Antrag in den Planungsausschuss zugewiesen wird, um dort über weitere Schritte zu beraten. Dankeschön.
Vielen Dank, ich glaube wir sind uns alle einig, dass dieses Areal ein wichtiges Entwicklungsgebiet ist. Allerdings ist die ‚Phase Null‘ mit dem Erwerb durch die LINZ AG eigentlich schon eingeläutet. Es gibt nicht mehr so viel zu diskutieren. Wir haben heute die Linien 13 und 14 einstimmig beschlossen. Wie Gemeinderat Koppler schon gesagt hat, brauchen diese Busse wieder Platz. Wenn wir es mit dem öffentlichen Verkehr ernst meinen, dann brauchen wir auch die nötige Infrastruktur. Wer A sagt, muss in diesem Fall auch B sagen. Wir gehen aber auch davon aus, dass eine Abstimmung zwischen der LINZ AG und der Stadtplanung in diesem Fall sowieso unumgänglich ist. Die ‚Phase Null‘ braucht es aber nicht mehr, sondern eine baldige und abgestimmte Umsetzung. Wir enthalten uns daher.
Danke Dietmar Prammer, was ist dieser Antrag? Erstens ist dieser Antrag eine Aufforderung, zehn, 20 Jahre vorauszuschauen und eine Vision für dieses Gebiet zu entwickeln. Mehr ist es nicht. Ich bitte wirklich darum, nicht einfach aus dem Hier und Jetzt zu agieren, sondern eine Vision zu entwickeln und stadtentwicklerisch vorauszuschauen. Zweitens – bis das Areal übergeben wird, vergeht noch ein Jahr. Bis dort irgendetwas gebaut wird, vergehen zwei Jahre. Die ‚Phase Null‘ ist also bei Weitem noch nicht eingeläutet, sondern die muss man einläuten. Mit dem Kauf ist noch gar nichts passiert. Im Gegenteil, wir wissen nur, wer es besitzt und dass es Wünsche nach einer Bushalle gibt. Ich meine aber, es werden nicht sieben Hektar mit einer Bushalle zubetoniert werden. Drittens – es gibt international zahlreiche Beispiele. Danke Helge Langer, dass du Paris genannt hast. In Zürich gibt es mehrere, wie zum Beispiel die Kalkbreite. Und auch in Wien gibt es schon einige solcher Bauten. Dort wird gerade an einem großen Projekt – der Remise – von der Soravia Investment Holding GmbH gebaut. Warum machen die das? Weil dadurch – viertens – leistbare Grundstücke entstehen. Wir reden seit Jahren von leistbarem Wohnraum. Der Kostenreiber beim Schaffen von Wohnraum ist der Mangel an Grundstücken. Hier könnten wir, indem wir überbauen, diesen Baugrund billigst herstellen. Das dürfen wir uns nicht entgehen lassen. Das heißt, allein aus dieser Motivation, aus diesem städtischen Interesse leistbaren Wohnraum zu schaffen, müssen wir unbedingt mit der LINZ AG zusammenarbeiten. Diese Flächen müssen wir für leistbaren Wohnraum gemeinsam mit den Genossenschaften und vielleicht auch privaten Akteur*innen mobilisieren. Fünftens - nutzen wir doch die gute Mutter-Tochter-Beziehung zwischen uns hier in der Stadt und der Holding beziehungsweise der LINZ AG. Arbeiten wir jetzt sofort intensiv mit der Stadtplanung, mit allen Stakeholder*innen zusammen und entwickeln ein herausragendes Projekt. Ich bitte um Zustimmung für die Zuweisung. Das wäre zumindest ein Anfang.
Abstimmungsergebnis
Ergebnis: abgelehnt
Die Zuweisung des Antrages an den Ausschuss für Planung, Integration und Verfassung wird mehrheitlich abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (21), ÖVP (11), FPÖ (9), NEOS (2) Der Antrag wird mehrheitlich abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (21), ÖVP (11), FPÖ (9), NEOS (2)