Transparente Parteienfinanzierung und Bezüge gewählter FunktionärInnen

T 17 · Fraktionsantrag · 5. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz

Berichterstatter:

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

KI Generiert

Gefordert wurde eine leicht auffindbare, laufend aktualisierte Darstellung aller öffentlichen Förderungen für im Linzer Gemeinderat vertretene Fraktionen und Parteien sowie der Bezüge aller gewählten FunktionsträgerInnen auf der Website der Stadt Linz. Zusätzlich sollten die Berechnungslogik und die tatsächlich ausbezahlten Beträge in leichter Sprache veröffentlicht werden, um die öffentliche Finanzierung politischer Tätigkeit transparenter zu machen. Als Begründung wurde angeführt, dass BürgerInnen rasch ein klares Bild über die Geldflüsse und die Höhe der Bezüge erhalten sollen und dass dies technisch mit geringem Aufwand umsetzbar sei. Die Kosten sollten durch Umschichtung im Budget bedeckt werden. Der Beschluss wurde mit Stimmenmehrheit abgelehnt.

Schlagwörter (9):transparenzparteienfinanzierungbezügeförderungendigitale veröffentlichungleichte sprachebudgetumschichtungpolitische finanzierungoffenlegung
AntragstextEinblendenAusblenden
Gemeinderat Brandstetter, WANDEL, berichtet über den von Gemeinderat Mag. Schmida, KPÖ, unterstützten Antrag T 17 Transparente Parteienfinanzierung und Bezüge gewählter FunktionärInnen und führt aus: „Sehr geehrte Damen und Herren, es freut mich sehr, unseren ersten Antrag einbringen zu dürfen. Ich möchte mich als Erstes bei Gemeinderat Michi Schmida bedanken, der uns hier in einer feinen demokratiepolitischen Geste unterstützt hat. In dem Antrag geht es uns im engeren Sinne darum, dass man als Bürger in dieser Stadt, wenn man sich über die öffentliche Finanzierung von politischer Tätigkeit informieren will, in kurzer Zeit ein relativ klares Bild hat, wie die öffentliche Finanzierung von politischer Tätigkeit funktioniert und wie hoch die Bezüge der gewählten FunktionärInnen dieser Stadt sind. Sie alle kennen bestimmt den Subventions- und Transferbericht. Dort ist löblicherweise die MandatarInnenförderung, die die Stadt Linz an die im Gemeinderat vertretenen Parteien ausbezahlt, angeführt. Die Parteienfinanzierung seitens des Landes Oberösterreich sowie das Schulungsgeld, das vom Land Oberösterreich ausbezahlt wird, ist darin aber nicht ersichtlich. Darüber hinaus wäre es uns ein Anliegen, dass die Bezüge der gewählten FunktionärInnen der Stadt klar ersichtlich sind. Das Beste überhaupt wäre, wenn auf dieser Seite die Transparenzberichte der Parteien verlinkt werden, damit die BürgerInnen auch ein Bild davon bekommen können, wofür die verschiedenen Parteien ihre Gelder ausgeben. Das alles auf der Homepage der Stadt Linz übersichtlich nachlesbar zu machen, wäre technisch leicht umsetzbar und von den Kosten, glaube ich, relativ niedrig. Ich glaube des Weiteren, dass es wahrscheinlich noch einige umfassendere Bemühungen brauchen wird, um in Österreich und auch in Linz, aber in erster Linie in Österreich, eine neue Kultur der Transparenz zu erschaffen. Ich glaube auch, dass das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik momentan nicht gerade auf einem hohen Niveau ist. Insofern denke ich, dass wir jetzt genau den richtigen Zeitpunkt haben, um ein klares und deutliches Signal an die Linzer Bevölkerung zu senden, dass wir es mit Transparenz ernst meinen. Der Gemeinderat beschließe: ,Sämtliche öffentliche Förderungen für im Gemeinderat der Stadt Linz vertretene Fraktionen und Parteien sowie die Bezüge aller gewählten FunktionsträgerInnen der Stadt Linz werden transparent, in leichter Sprache und laufend aktualisiert im digitalen Auftritt der Stadt Linz leicht auffindbar dargestellt. Hierbei werden sowohl die Berechnungslogik, als auch die tatsächlich ausbezahlten Beträge dargestellt.‘ Bedeckungsvorschlag: Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen. Im Sinne einer neuen Kultur der Transparenz und einer neuen Kultur des Vertrauens, die auf dieser Transparenz wachsen kann, bitte ich um Zustimmung zu diesem Antrag.“
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Der Gemeinderat beschließe: ,Sämtliche öffentliche Förderungen für im Gemeinderat der Stadt Linz vertretene Fraktionen und Parteien sowie die Bezüge aller gewählten FunktionsträgerInnen der Stadt Linz werden transparent, in leichter Sprache und laufend aktualisiert im digitalen Auftritt der Stadt Linz leicht auffindbar dargestellt. Hierbei werden sowohl die Berechnungslogik, als auch die tatsächlich ausbezahlten Beträge dargestellt.‘ Bedeckungsvorschlag: Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.
Wortmeldungen (4)EinblendenAusblenden

Ein sehr ambitionierter Antrag unseres jüngsten Gemeinderates, den wir gerne unterstützen. Mit der Transparenz wurde in unserer eigenen Fraktion in der vergangenen Periode, sagen wir, sehr kreativ umgegangen, das ist bekannt, das wird so nicht mehr passieren. Wir wüssten auch sehr gerne Transparenz um alle Einkommen, wissen aber auch, dass dies so leider nicht umsetzbar ist, dennoch, Wandel beginnt im Kleinen.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister und werte Kolleginnen und Kollegen, wenn auch die Intention des Antrags des Gemeinderates Brandstetter durchaus nachvollziehbar ist, so können wir dem Antrag in der vorliegenden Form nicht zustimmen. Zum einen macht es keinen Sinn, sämtliche öffentliche Förderungen, das heißt, auch jene vom Land Oberösterreich gewährten Förderungen auf der Homepage der Stadt Linz zu veröffentlichen. Konkret müsste der Antrag wohl darauf abzielen, dass nur die seitens der Stadt Linz gewährten Förderungen dargestellt werden. Ansonsten würde sich nämlich genau die Intention ,mehr Transparenz‘ ad absurdum führen, weil die Darstellung sämtlicher Förderungen vermutlich keinen überschaubaren Überblick mehr bieten würde. Zum anderen möchte ich noch festhalten, dass die Forderung dahingehend inhaltlich nicht korrekt ist, dass die Stadt Linz keine Förderung der Parteien vergibt, gemeint sind vermutlich Fraktionen bzw. MandatarInnen. Wir werden uns daher bei diesem Antrag der Stimme enthalten.

Ich halte grundsätzliche eine maximale Transparenz gerade im Bereich der Politik für notwendig und sinnvoll, das muss eigentlich gefordert und nicht nur gefördert werden. Allerdings greift der ganze Antrag dahingehend zu kurz, wenn man z.B. anschaut, welche Mitglieder der Stadtregierung oder der früheren Stadtregierung in welchen Aufsichtsräten sitzen und damit gewisse Interessen vertreten. Ich glaube, dass es auch notwendig ist zu wissen, wer welche Interessen in welcher Funktion vertritt. Danke.

Vielen Dank für die Rückmeldungen. Zu Frau Decker möchte ich sagen, versetzen Sie sich doch in einen/eine BürgerIn der Stadt Linz. Wenn Sie nach Informationen suchen, ist es im Endeffekt egal, aus welchen Finanzierungssträngen die Gelder fließen. Entscheidend ist die Endsumme, die politische Organisationen ausgeben können. Ich denke, unser Antrag sagt sehr klar, dass die Berechnungslogik und die tatsächlichen Summen aufgelistet werden. Das heißt, dass auch klar vermerkt wird, dass das Geld aus der Parteienfinanzierung des Landes Oberösterreich ist und es ein Beschluss des Landes Oberösterreich ist, dass Schulungsgelder an MandatarInnen ausbezahlt werden. Ich denke, dass gerade das im Sinne eines gesamtheitlichen Bildes über die öffentliche Finanzierung von Parteien, die im Linzer Gemeinderat vertreten sind, erhellend ist. In diesem Sinne bitte ich um Zustimmung.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Der Antrag wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen von SPÖ (21), ÖVP (9) und FPÖ (7) mit Stimmenmehrheit abgelehnt.