Anfrage von Gemeinderat Burgstaller an Bürgermeister Luger betreffend die kommunale Impfkampagne

2 · Anfrage · 12. Sitzung

Fragesteller:
Gerichtet an:

Status:Beantwortet

Zusammenfassung

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Die kommunale Impfkampagne in Linz und die Verwendung der dafür bereitgestellten Bundesmittel stehen im Mittelpunkt. Beantwortet wurde, dass keine Inserate in parteieigenen oder parteinahen Publikationen geschalten und keine gesonderten Informationsveranstaltungen finanziert wurden. Verwendet wurden Mittel für fünf Printmedien sowie für Beachflags und ein digitales Beratungsangebot zur Covid-19-Impfung; genannt wurden dabei Ausgaben von insgesamt rund 800.000 Euro. Eine Erhöhung der Impfquote ließ sich nach Angaben der Stadt nicht empirisch zuordnen, obwohl im Zeitraum der Kampagne im Neuen Rathaus und im Volkshaus Ebelsberg insgesamt 15.000 Impfungen verabreicht wurden. Nicht verbrauchte Mittel müssen nicht an den Bund zurückgezahlt werden, sondern sollen in einen späteren Fördertopf für Personen, Unternehmen und EPU einfließen.

Schlagwörter (10):impfkampagnecovid-19gesundheitsförderungmedienkampagneprintwerbungdigitale beratungbeachflagsfördertopffinanzierungimpfquote
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„Sehr geehrter Herr Bürgermeister, nach § 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes zur Erhöhung der Inanspruchnahme von Impfungen gegen COVID-19, gewährte der Bund den Gemeinden aus dem COVID-19-Krisenbewältigungfonds einen Zuschuss für Aufwendungen im Zusammenhang mit gemeindeeigenen Aktionen zur Erhöhung der Inanspruchnahme von Impfungen gegen COVID-19 in Höhe von insgesamt 75 Millionen Euro (Kommunale Impfkampagne). Auf die Stadt Linz entfielen davon 1.941.769 Euro. Die Mittel aus der kommunalen Impfkampagne sind für gemeindeeigene Aktionen, die ab dem 1. Februar 2022 bis 31. Dezember 2022 durchgeführt wurden und bei denen die Rechnungen bis 31. Dezember 2022 bezahlt wurden. Die Mittel stehen den Gemeinden für Aktionen aller Art zur Verfügung, die dem Ziel einer Erhöhung der Impfquote in der Gemeinde dienen. Das sind gemäß § 1 Abs. 3 Z 1 bis 3 insbesondere folgende: - Kreation, Produktion sowie Verteilung von Printmaßnahmen, insbesondere von Inseraten, Plakaten, Flyern oder Broschüren, oder - Kreation, Produktion oder Bewerbung von Onlinemaßnahmen, insbesondere von Social-Media-Content oder Webseiten, oder - Planung und Durchführung von persönlichen Informationsmaßnahmen, insbesondere von Veranstaltungen oder Informationsständen. Somit zählen zu den zuschussfähigen Aktionen sowohl klassische Werbungen über Inserate, Plakate, Flyer, Broschüren oder Give-aways (darunter auch die Kosten für Layout, Druck und Distribution) als auch OnlineWerbung und Social-Media-Kommunikation sowie die Organisation und Abwicklung von Gesprächsrunden mit Ärztinnen und Ärzten oder Expertinnen und Experten. Des Weiteren können Informationsveranstaltungen inklusive üblicher Aufwendungen für Vereine, Organisationen, Unternehmen oder die Bevölkerung damit finanziert werden. Es wird daher folgende Anfrage gestellt: 1. Wurden Einschaltungen bzw. Inserate in Publikationen geschalten, die im Teil- oder Vollbesitz einer politischen Partei (z.B. Alles Linz (SPÖ Linz) oder Volksblatt (ÖVP)) sind? Wenn ja, bitten wir um eine Aufschlüsselung nach jeweiligem Auftrag, Medium und jeweiliger Summe. 2. In welchen Publikationen von Verbänden bzw. Organisationen, die als parteinah im Bezug zu qualifizieren sind, wurden Einschaltungen bzw. Inserate geschalten? (Um eine Aufschlüsselung nach jeweiligem Auftrag, Medium und jeweiliger Summe wird gebeten.) 3. In welchen weiteren Publikationen wurden Einschaltungen bzw. Inserate geschalten? (Um eine Aufschlüsselung nach jeweiligem Auftrag, Medium und jeweiliger Summe wird gebeten.) 4. Wurden Informationsveranstaltungen inklusive üblicher Aufwendungen für Vereine, Organisationen, Unternehmen oder die Bevölkerung finanziert? Wenn ja, bitten wir um eine Aufschlüsselung nach jeweiliger Maßnahme, Organisation bzw. Verein und jeweiliger Summe. 5. Welche weiteren Maßnahmen wurden aus den Mitteln der kommunalen Impfkampagne finanziert. 6. Konnte im Zusammenhang mit der Kampagne eine Erhöhung der Impfquote festgestellt werden? 7. Wie viel wurde von den rund 1,9 Millionen Euro ausgegeben? 8. Gibt es Entwicklungen, die darauf hindeuten, dass Teile der nicht verwendeten Mittel als Teuerungsausgleich für stark betroffene Bürger*innen genutzt werden können oder sind die nicht nachgewiesenen oder nicht anerkannten Beträge an den Bund zurückzuerstatten?“
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Zu 1.: In keiner, nicht nur bei diesen beiden erwähnten, auch in keiner anderen Publikation, die einer politischen Partei teilweise oder zur Gänze gehört, wurde inseriert, also nein. Zu 2.: Sie möchten eine Aufschlüsselung haben, das geht ganz einfach: Es wurden keine Inserate und Publikationen in parteinahen Verbänden oder Organisationen geschalten. Zu 3.: Das können Sie nicht im Detail wissen, aber ich kann darauf verweisen, dass dem, was ich jetzt berichte, Stadtsenatsbeschlüsse zu Grunde liegen: Folgende Unternehmensgruppen, bzw. Bieter, haben Aufträge bekommen: Der Korrektheit halber sage ich dazu, dass die Beträge exklusive Umsatzsteuer und auch exklusive Werbeabgabe sind, da später noch Fragen betreffend Medien, Hörfunk oder Fernsehen kommen, wo die Beträge exklusive sind. Damit die Summen vergleichbar sind, also exklusive Umsatzsteuer und Werbeabgabe: MediaPrint 48.556 Euro, Wimmer Medien 51.076 Euro, Regional Medien Oberösterreich GmbH 20.250 Euro, die Tips Zeitung GmbH 13.437 Euro und die AHVV Verlags GmbH - vulgo Heute - 9900 Euro. Das waren fünf Printer, mehr gab es nicht. Zu 4.: Es wurden keine gesonderten Informationsveranstaltungen finanziert, es ist nichts geflossen. Zu 5.: Um die Aufmerksamkeit rund um die Covid-19 Impfungen zu erhöhen, haben wir mittels Beachflags geworben, die wir z. B. in Seniorenzentren aufgestellt haben. Auch Sportvereine und der Verein Jugend und Freizeit oder auch der Verein für Sozial- und Gemeinwesenprojekte haben diese Form der Kampagne mitgetragen. Neben diesen Beachflags hatten wir noch zusätzlich ein digitales Angebot zur Beratung über die Covid-19 Impfungen. Die digitalen Impfberater, die heute auch noch einmal Thema sein werden, wurden auf linz.at aus dieser Kampagne organisiert und finanziert. Zu 6.: Das ist schwierig, weil wir keine empirische Ursachenforschung betrieben haben. Aber ich kann Sie darüber informieren, dass es in dem Zeitraum, in dem diese Kampagne gelaufen ist - von Mitte September bis Anfang Dezember letzten Jahres - im Neuen Rathaus und im Volkshaus Ebelsberg insgesamt 15.000 Impfungen gegeben hat. Wir wissen nicht, wie viele Impfungen es bei niedergelassenen Ärzten gegeben hat, weil wir über diese Zahlen nicht informiert werden. Das entzieht sich unserer Kenntnis, sodass ich hier auch beim besten Willen keine Bewertung vornehmen könnte. Zu 7.: Hier handelt es sich um etwa 800.000 Euro, das haben wir in einem anderen Zusammenhang, bereits im November letzten Jahres, über ein Medienservice kommuniziert. Zu 8.: Zu unserer riesengroßen Überraschung müssen wir nicht zurücküberweisen. Das ist das erste Mal in der Geschichte der 2. Republik, dass man das, was man nicht direkt verbraucht hat, nicht an den Bund zurückzahlen muss. Wir haben uns jedoch - das wird im nächsten Gemeinderat ein Thema sein - dazu committet, dass wir einen Fördertopf - ähnlich wie bei Covid - für Personen, Unternehmen, aber auch Ein-Personen-Unternehmen (EPU), beschließen werden. Die nicht gebrauchten Gelder kommen, für genau diese Hilfsmaßnahmen, in diesen Fördertopf. Ich habe vor kurzem öffentlich angekündigt, dass ein Vorschlag seitens der Finanzdirektion erarbeitet wird, der dann selbstverständlich dem Gemeinderat vorgelegt wird. Das ist ein bisschen komplizierter als manche das praktizieren, weil ich kein Freund der Gießkanne bin – außer im Garten natürlich. Das ist aber auch deshalb sehr kompliziert, weil es einige Förderungen gibt, die der Bund gemacht hat und die auch gegriffen haben und wir immer das Prinzip haben, dass wir nicht duplizieren. Ziel ist es, dass wir die Regeln und die Inhalte eines solchen Fonds im März-Gemeinderat zur Verfügung haben.