Anfrage von Gemeinderat Potocnik an Bürgermeister Luger betreffend 'Raiffeisenlandesbank OÖ Campus Goethestraße - Wer trägt die Kosten für die Folgen?'

2 · Anfrage · 18. Sitzung

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Status:Beantwortet

Zusammenfassung

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Im Mittelpunkt stehen die Kosten und Folgen des geplanten RLB-Campus in der Goethestraße, insbesondere der Neubau der verlegten Straße, die neue Busspur in der Blumauerstraße, Lärmbelastungen für Anrainerinnen und der Umgang mit öffentlichem Grund. Die Stadt verweist bei den Straßen- und Busspurmaßnahmen auf § 20 des OÖ. Straßengesetzes und ordnet die Gesamtkosten dem Bauträger zu, sodass der Stadt Linz keine Kosten entstehen. Die Lärmauswirkungen wurden im Bebauungsplan auf Basis eines Gutachtens bewertet; zusätzliche Maßnahmen wie eine 30-km/h-Zone werden als noch im Verfahren befindlich genannt, weitere Fragen zu Schallschutz und Fassadenschutz bleiben offen. Für die Grundinanspruchnahme wird ein flächengleicher Tausch mit zwei Kaufverträgen angestrebt, die Flächen werden über die Bauplatzbewilligung festgelegt, und die konkreten Verträge sollen später in den zuständigen Gremien beschlossen werden. Für den Freiraum und die öffentliche Nutzung wurde ein Gestattungsvertrag zwischen der Real Treuhand Gesellschaft und der Stadt Linz vereinbart, während bei den Bäumen 36 betroffen sind, 20 verpflanzt wurden und für 16 nicht verpflanzbare Bäume 47 Ersatzbäume samt Anwuchspflege von der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich zu bezahlen sind.

Schlagwörter (10):raiffeisenlandesbankgoethestraßestraßenverlegungbusspurlärmschutzöffentlicher grundgrundtauschgestattungsvertragbaumfällungstadtplanung
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Sehr geehrter Herr Bürgermeister, der in Planung befindliche Campus der Raiffeisenlandesbank OÖ in der Goethestraße zieht weitreichende Folgen nach sich. Einige davon wirken sich stark auf den öffentlichen Raum, die Gesundheit und Lebensqualität der Anrainer*innen, die Straßenplanung und den öffentlichen Verkehr aus. Auslöser ist der Wunsch der Bank, den Raum zwischen der zukünftigen und der bestehenden Zentrale (aktuell die Goethestraße) von Verkehr und Lärm zu befreien. Genau das zieht jedoch einen Rattenschwanz an Konsequenzen nach sich. So wird - ähnlich eines Bypasses - die Goethestraße hinter die neue Zentrale gebaut, die aktuelle Straßenführung für den Verkehr gesperrt und deshalb eine neue Busspur (Blumauerstraße) in die bisherige Grünfläche verlegt. Die Einfahrt und Teile der Tiefgarage kommen unter öffentlichen Grund, dadurch fallen wiederum viele Bäume. Nun stellt sich auch die Frage, wer für all diese Folgeerscheinungen und Umbaumaßnahmen finanziell aufkommt. 1. Wie hoch sind die Kosten für den Neubau der verlegten Goethestraße mit allem, was dazu gehört wie Beleuchtung und Gehsteigen usw.? Wer trägt die Kosten dafür? 2. Wie hoch sind die Kosten für die neue Busspur in der Blumauerstraße und die Verlegung der Haltestelle? Wer trägt die Kosten dafür? 3. Die Verlegung der Goethestraße bringt mit einem Schlag sehr viel Verkehrslärm (Tag und Nacht) für die Anrainer*innen westlich der neuen Zentrale. Da hilft auch leider der angekündigte Erdwall nichts, weil der Schall an der harten Glasfassade der zukünftigen Zentrale reflektiert wird. Daher: Sind neue Schallschutzfenster für die rund 180 Anrainer*innen geplant? Wenn ja, wer zahlt diese Maßnahmen? Sind spezielle Schallschutzmaßnahmen an der Glasfassade geplant, um die Reflexion zu verringern? 4. Durch den Neubau der Goethestraße rückt das Bauwerk der neuen Zentrale nach Osten. Auch wird der bisherige Straßenraum und öffentliche Grund zum Teil durch eine Tiefgarage und die Tiefgarageneinfahrt unterbaut. Wie viele Quadratmeter öffentlicher Grund werden durch die Tiefgarage und die Ein- und Ausfahrt unterbaut? Wieviel Entschädigung zahlt die Raiffeisenlandesbank OÖ dafür? Wird durch den Neubau öffentlicher Grund bebaut? Wenn ja, wieviel? Und was bezahlt die Raiffeisenlandesbank OÖ für die nötigen Grundablösungen? 5. Öffentlicher Grund, bisher die Goethestraße und kleine Parkflächen an der Blumauerstraße, werden in Zukunft Teil eines semiprivaten Bereichs und Freiraums. Welche Regeln gelten hier? Wurde hierfür ein Vertrag erarbeitet oder bereits beschlossen? Welche Anforderungen für die Aufenthaltsqualität, z. B. Sitzmöglichkeiten, stellt die Stadt? Wer trägt in Zukunft die Kosten für die Reinigung und Pflege dieser Flächen? 6. Bei einigen Bäumen (auf öffentlichem Grund), die wegen der Baustelle und/oder der Tiefgarage weichen müssen, wird versucht, diese umzupflanzen. Was sind die Vereinbarungen, wenn diese Umpflanzungen nicht gelingen?
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Hier geht es um den geplanten Campus in der Goethestraße der Raiffeisenlandesbank (RLB) und um die konkrete Frage, wer die Kosten für die Folgen trägt. Zu 1.: Da die beschriebenen Maßnahmen - all das, was hier angesprochen und inkludiert ist - eindeutig gemäß § 20 des OÖ. Straßengesetz identifiziert wurde und dem Verursacher zuzuordnen ist, sind die Gesamtkosten auch von diesem zu tragen. Der Stadt Linz fallen in diesem Zusammenhang keine Kosten an, diese sind ausnahmslos vom Bauträger zu bezahlen. Zu 2.: Auch diese Baumaßnahmen sind den Gesetzesbestimmungen § 20 des OÖ. Straßengesetzes zuordenbar und damit vom Bauwerber zu tragen. Zu 3.: Es geht hier darum, dass die neue Goethestraße objektiv näher zur Starhembergstraße rückt. Die daraus resultierende Lärmemissionserhöhung wurde im Zuge der Erstellung des Bebauungsplans auf Basis des prognostizierten Verkehrs mittels Gutachten bewertet. Aus dem bisherigen Behördenverfahren liegen mir bislang keine Informationen vor, dass die beschriebenen Maßnahmen seitens der Behörde vorgeschrieben worden seien. Durch die Neugestaltung des gesamten Starhembergparks wird auch die Geländemodellierung neu vorgenommen. Mit dieser Maßnahme ist es sogar möglich, Lärmemissionsreduktionen direkt auch für die Bewohner der Starhembergstraße zu bewirken. Alle anderen Aspekte kann ich zum heutigen Zeitpunkt nicht beantworten, da ich einem Behördenverfahren nicht vorgreifen kann. Meines Wissens - nur zur Information - ist jedenfalls angedacht, die Verkehrsemissionen auch durch die Verordnung einer 30-km/h-Zone zu reduzieren. Auch das ist noch im Verfahren. Zu 4.: Für die beschriebenen Maßnahmen wird derzeit vertraglich ein flächengleicher Tausch angestrebt. Es gibt formal zwei Kaufverträge. Die konkreten zu verkaufenden, respektive zu kaufenden Quadratmeter werden über die behördliche Bauplatzbewilligung festgelegt. Die entsprechenden Schätzgutachten und in Folge auch Kaufverträge, sind in Ausarbeitung. Über den Abschluss der konkreten Verträge - das glaube ich, brauche ich nicht zu betonen - wird dann selbstverständlich eine entsprechende Beschlussfassung im jeweiligen städtischen Gremium erfolgen. Zu 5.: Der Bereich zwischen dem Altbestand der Zentrale der Raiffeisenlandesbank und dem neuen Gebäude sowie auch der Bereich östlich des neuen Gebäudes bis zur neuen Bushaltestelle werden für den gesamten öffentlichen Gebrauch uneingeschränkt nutzbar sein. Auf gekennzeichneten Bereichen wird sowohl Radfahren als auch Gehen möglich sein. Weiters wird auch sichergestellt, dass, wie bisher, die Rahmenbedingungen für den öffentlichen Verkehr - primär geht es um die Umkehrschleife der Linie 17 - gewährleistet bleiben. All diese Rahmenbedingungen und auch die Wartung wurden in einem Gestattungsvertrag zwischen der Real Treuhand Gesellschaft und der Stadt Linz vereinbart. Zu 6.: Von den Baumaßnahmen an dieser Stelle sind insgesamt 36 Bäume betroffen. 20 Bäume wurden von einer Fachfirma innerhalb, meines Wissens aber auch ein wenig außerhalb des Areals an neue Standorte umgesetzt. Für die 16 Bäume, bei denen eine Verpflanzung nach fachlicher Prüfung nicht erfolgsversprechend ist, pflanzt die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich 47 neue Bäume. Pro gefällten Baum werden also durchschnittlich drei neue gepflanzt. Ich kann Sie auch darüber informieren, dass die neu gepflanzten Bäume im Straßenraum nach dem Schwammstadtprinzip in den Boden verpflanzt werden. Selbstverständlich hat die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich sämtliche Kosten für diese Maßnahmen, auch für die Anwuchspflege der 20 verpflanzten Bäume, zu begleichen. Ich gehe davon aus oder hoffe zumindest, dass alle Verpflanzungen erfolgreich sein werden, deswegen kann ich einen Teil der hypothetischen Fragen nicht beantworten.