Anfrage von Gemeinderat Mag. Seeber an Stadträtin Doris Lang-Mayerhofer betreffend Green Destination und Tourismuszertifizierung

6 · Anfrage · 5. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz

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Status:Beantwortet

Zusammenfassung

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Die Entwicklung von Linz zur Green Destination und die Tourismuszertifizierung mit dem österreichischen Umweltzeichen stehen im Mittelpunkt. Der Hintergrund ist ein Beschluss aus dem Juli 2020, mit dem die Stadt sich zu nachhaltiger Reisedestination und zur Einleitung des Zertifizierungsprozesses bekannt hat. In der Antwort wird auf bereits vorhandene zertifizierte Green-Meeting- und Green-Event-Angebote, auf die laufende Zertifizierung von Lentos und Nordico sowie auf die seit Anfang 2022 geltende Richtlinie für Tourismusdestinationen verwiesen. Der Prozess sei auf Bundesebene positiv abgeschlossen, während die Stadt nun die Bewerbung als Green Destination vorantreiben und Stakeholder breit einbinden solle. Inhaltlich und finanziell wird die Bewerbung mit dem Klimaneutralitätskonzept, der European-Green-Capital-Bewerbung und nachhaltigen Tourismusprojekten wie Donautourismus, Radwegen und Schifffahrt verknüpft.

Schlagwörter (10):green destinationtourismuszertifizierungumweltzeichennachhaltiger tourismusklimaneutralitäteuropean green capitaldonautourismusradverkehrkulturstandortebürgerbeteiligung
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„Sehr geehrte Frau Stadträtin, mit einstimmigem Beschluss in der Gemeinderatssitzung des 2. Juli 2020 wurde der Antrag der Grünen Gemeinderatsfraktion einstimmig angenommen, dass: - sich die Stadt Linz zur Entwicklung als Green Destination bekennt - es Ziel ist, sich als nachhaltige Reisedestination zu etablieren. - die zuständige Stadträtin für Tourismus und Beiziehung von Stakeholdern und ExpertInnen den Zertifizierungsprozess einleitet. In der Diskussion wurde besonders auch darauf hingewiesen, dass es im Vorfeld bereits konstruktive Abstimmungsarbeit zwischen dem Antragsteller Gemeinderat Bernhard Seeber, der zuständigen Stadträtin Doris Lang-Mayerhofer sowie dem Tourismusdirektor Georg Steiner gegeben hat. Als Folge dessen wäre das Bekenntnis Linz zu einer Green Destination zu entwickeln bereits im Tourismuskonzept 2020 nachzulesen. Das ist alles sehr erfreulich und mit dem einstimmigen Beschluss wurde der wichtige erste Schritt gesetzt und ein weiter Baustein gelegt, Linz als Klimahauptstadt zu positionieren. Allerdings sind seither mehr als eineinhalb Jahre vergangen und im Voranschlag 2022/2023 ist kein Hinweis auf die Dotierung von Mitteln für dieses Projekt zu erkennen. Deshalb ersuchen wir um die Beantwortung folgender Fragen: 1. Was ist der aktuelle Stand des Projektes? 2. Wann fand die erste und wann die bisher letzte Projektsitzung statt? Was sind deren Ergebnisse? 3. Mit welchen Personen und Abteilungen in den zuständigen Ministerien haben Sie Kontakt aufgenommen? Wer konkret ist dort für die Abstimmung in diesem Projekt zuständig? 4. Wen konkret (Namen und Funktion) haben Sie als weitere Stakeholder zu Projektentwicklung hinzugezogen? 5. Wann ist mit der Umsetzung zu rechnen und wie kann man sich den Projektablauf/die Meilensteine der Umsetzung konkret vorstellen? 6. Welche finanziellen Mittel werden für die Projektumsetzung veranschlagt? 7. Wie tragen Sie persönlich Sorge für die Umsetzung des Projektes? Danke für die Beantwortung der Fragen.“
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„Zu 1.: Ich nehme an, dass die Frage in erster Linie auf die Zertifizierungsmöglichkeit mit dem österreichischen Umweltzeichen im Tourismusbereich abzielt. Das touristische Angebot in Linz ‚Green Meeting‘ oder ‚Green Events‘ durchzuführen, ist seit langem gegeben. Das Design Center ist, wie viele sicherlich wissen, sogar Zertifizierungsstelle für ‚Green Meetings‘ und zertifizierte vor Corona rund sieben bis zehn Veranstaltungen jährlich. Gemeinsam mit dem Kaufmännischen Vereinshaus ist das Design Center mit dem Umweltzeichen eine zertifizierte Veranstaltungslocation. In Linz gibt es viele mit dem österreichischen Umweltzeichen zertifizierte Hotels, Caterer, Reiseveranstalter und auch buchbare Reiseangebote für Linz, insbesondere Radreisen. Denken wir zum Beispiel an Traunmüller. Es gibt auch zwei Neuigkeiten zu berichten. Erstens bewirbt sich die Museums GmbH derzeit um das österreichische Umweltzeichen für das Lentos bzw. das Nordico. Die Begrünung des Nordico-Vorplatzes ist ein wichtiger Baustein und ein sichtbares Zeichen dafür. Die zweite Neuerung bezieht sich direkt auf den Beschluss vom Juli 2020, dass seitens des Bundes auch ein Umweltzeichen für ganze Tourismusdestinationen eingeführt werden sollte. Genau das ist nun umgesetzt worden. Das Umweltministerium hat das österreichische Umweltzeichen für Tourismusdestinationen eingeführt. Seit Jahresanfang 2022 gibt es eine 53 Seiten umfassende Richtlinie mit Kriterien für die sechs Bereiche, nämlich Management, Sozioökonomie, Umwelt- und Klimaschutz, Biodiversität, Natur- und Landschaftsschutz, Mobilität und Kultur. Zu 2. und 3.: Wie berichtet, ist die Forderung mit den neu eingeführten Richtlinien positiv abgeschlossen. Der Prozess erfolgte auf Bundesebene. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) wurde im Dezember 2020 vom Umweltzeichenbeirat mit der Entwicklung einer entsprechenden Richtlinie betraut. Seitens Oberösterreich war der Oö. Tourismusverband sogar ganz eng einbezogen. Das Vorhaben, Österreich als grüne Destination zu positionieren, ist im österreichischen Masterplan für Tourismus – nämlich im Plan T – als Ziel verankert. Mit einer Nachhaltigkeitszertifizierung für Tourismusdestinationen als Ergänzung zu den bestehenden Umweltzeichen für Betriebe und Reiseangebote, wird ein wesentlicher Teil in der Zertifizierungskette touristischer Angebote geschlossen. Zu 4., 5. und 6.: Nun liegt die Herausforderung bei der Stadt, sich als Green Destination um das Umweltzeichen zu bewerben. Wir haben hier als Industriestadt ganz andere Voraussetzungen, als vielleicht andere Tourismusverbände, die beispielsweise mit Bergen, Tälern oder Naturparks und grünen Landschaften werben. Ich sehe aber dennoch eine große Chance, auch touristisch als Green Destination zu überzeugen. Der neue Linzer Gemeinderat hat sich im November letzten Jahres in einem Leitlinienbeschluss für die neue Gemeinderatsperiode das noch viel ambitioniertere Ziel gesetzt und konkretisiert sich bis 2024 um den Titel als European Green Capital, also als grüne Hauptstadt Europas für das Jahr 2025 zu bewerben. Wir fassen heute im Gemeinderat unter K 1 einen Grundsatzbeschluss für die Entwicklung eines gesamtstädtischen Klimaneutralitätskonzeptes inklusive sektorspezifischer Maßnahmen für die Stadt Linz, die dem Gemeinderat bis Juni vorgelegt werden sollen. Wenn es uns gemeinsam gelingt, die Zielsetzungen bezüglich Klimaneutralität, Nachhaltigkeit und Umwelt mit Leben zu erfüllen und österreichische bzw. europäische Vorzeigeprojekte in Linz umzusetzen, werden wir auch als Stadt eine Green Destination werden können, für die sich die Gäste begeistern können. In Absprache mit dem Bürgermeister darf ich noch berichten, dass wir das UGL-Plenum als Forum nützen wollen – ja, das haben wir besprochen -, um alle Stakeholder der Stadt in diesen Green Destination Prozess einzubeziehen. Ich glaube, dass das ganz wichtig ist, dass wir da eine breite Einbeziehung machen. Leider konnte das UGL-Plenum Corona-bedingt bisher nicht stattfinden. Inhaltlich und finanziell ist aber eine enge Abstimmung mit dem Bewerbungsprozess für die ,Grüne Hauptstadt Europas‘ sinnvoll und entscheidend, darüber sind wir uns einig, dass man das gemeinsam sieht. Ich darf hier auch Stadträtin Schobesberger um gute Zusammenarbeit mit dem Tourismus ersuchen. Sie ist im Bereich der Natur und Umwelt und natürlich im Bereich des Klimas ganz intensiv beschäftigt und deswegen glaube ich, ist es sehr naheliegend, mit dem Tourismus zu kooperieren. Ich würde mich sehr darüber freuen. Zu 7.: Persönlich halte ich den Donautourismus für eine große Chance für Linz als Green Destination, das betrifft in erster Linie natürlich Radtouristen. Gemeinsam mit der Werbegemeinschaft Donau wird heuer auch der Donau-Radweg mit Rad-Rundrouten entlang der Donau erweitert. Auch für Linz wird eine solche Rad-Rundroute ausgeschildert und beworben, um die Aufenthaltsdauer von Radtouristen in unserer Stadt zu erhöhen. Ich sehe auch im Schifffahrtstourismus eine große Chance und auch eine nachhaltige Entwicklung, die noch viel mehr Wertschöpfung für Linz bringen kann und wird. Eine saubere Donau und saubere Donauschifffahrt mit Landstrom und verbesserter Entsorgungsinfrastruktur, die auch heute im Gemeinderat auf der Tagesordnung steht, sind wichtige Verbesserungen dafür, Stadtrat Prammer wird heute noch darüber berichten. Ein dritter Bereich, für den ich mich als Kulturstadträtin persönlich sehr eingesetzt habe, ist die Begrünung des Vorplatzes beim Nordico. Wie erwähnt, bemühen sich die Museen gerade um die Zertifizierung, um sich mit dem österreichischen Umweltzeichen auch im Sinne einer Green Destination vorzustellen. Ich hoffe, die Fragen ausreichend beantwortet zu haben und bedanke mich.“