Anfrage von Gemeinderat Mag. Rabengruber an Stadtrat Prammer betreffend „Photovoltaik-Offensive für städtische Gebäude“

3 · Anfrage · 11. Sitzung

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Status:Beantwortet

Zusammenfassung

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Die Photovoltaik-Offensive für städtische Gebäude soll den Ausbau von Solaranlagen auf geeigneten Dächern in Linz vorantreiben und zur Klimaneutralität bis 2040 beitragen. Grundlage ist ein bereits erarbeitetes Konzept, das mit externen technischen, kaufmännischen und rechtlichen Expertinnen entwickelt wurde und die Nutzung erneuerbarer Energiegemeinschaften vorsieht. Dadurch soll Strom auf städtischen Liegenschaften erzeugt und über mehrere Immobilien hinweg wirtschaftlich genutzt werden, etwa wenn Anlagen auf Schulen im Sommer Überschüsse liefern. Geplant ist die Gründung einer Linzer Energiegemeinschaft als Dachstruktur sowie mehrerer Erneuerbarer Energiegemeinschaften; die Errichtungskosten werden mit 15 bis 20 Millionen Euro beziffert, bei einem erwarteten finanziellen Vorteil von rund einer Million Euro pro Jahr. Für die rechtliche Struktur und die Gründung der Gesellschaften sind Beschlüsse im Gemeinderat Anfang 2023 vorgesehen, danach sollen Immobilien Linz GmbH und Linz AG Standorte analysieren, priorisieren, planen und umsetzen.

Schlagwörter (10):photovoltaikerneuerbare energiegemeinschaftenenergiegemeinschaftstädtische gebäudeklimaneutralitäterneuerbare energienimmobilienmanagementenergieeffizienzstadtklimafinanzen
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„Sehr geehrter Herr Stadtrat, jede Photovoltaikanlage ist ein Schritt in Richtung Energieunabhängigkeit, die angesichts der aktuellen Entwicklungen dringender denn je anzustreben ist. Auch in der Stadt Linz herrscht Potential, auf den Dächern städtischer Gebäude den Ausbau von Photovoltaikanlagen voranzutreiben. Im Februar 2021 ist dazu im Ausschuss für Liegenschaften angekündigt worden, dass Gebäude, die für die Errichtung einer Photovoltaik-Anlage in Frage kommen, umfassend geprüft werden sollen. Außerdem ist eine ‚innovative und klimafreundliche Immobilienbewirtschaftung‘ als Teil des strategischen Immobilienmanagements verankert worden, das im Mai 2021 öffentlich präsentiert worden ist. Um den Ausbau von Sonnenkraftwerken weiter voranzutreiben hat die Bundesregierung ermöglicht, Energiegemeinschaften zu gründen. Daher bitte ich um die Beantwortung folgender Fragen: 1. Wann kommt die Photovoltaik-Offensive konkret zur Umsetzung? 2. Was sind die nächsten Schritte dazu? 3. Wie möchte die Stadt Linz die nun möglich gewordenen Energiegemeinschaften umsetzen? Danke für die Beantwortung der Fragen.“
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„Ich beantworte die folgenden Anfragen sehr gerne. Die erste Anfrage stammt von Gemeinderat Markus Rabengruber, sie behandelt das Thema Photovoltaik-Offensive für städtische Gebäude. Leider ist er heute nicht anwesend, aber vielleicht schaut er uns ja online zu oder er kann die Informationen, die ich vortragen werden, auch beim Medienservice der Stadt Linz nachlesen. Sie deckt sich ziemlich mit der Pressekonferenz, die ich letzte Woche gemeinsam mit Direktor Mag. Eidenberger zum Thema der Photovoltaikoffensive 740 gen gegeben habe. Ich darf die Fragen aber dennoch vorlesen und die Informationen dann auch den anderen Gemeinderatsmitgliedern nicht vorenthalten. Zu 1. und 3.: Linz möchte bis 2040 klimaneutral werden und ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg dorthin ist der Umstieg auf erneuerbare Energien. Das wollen wir durch einen großflächigen Ausbau unserer Photovoltaikanlagen auf den städtischen Gebäuden erreichen, die dafür prädestiniert sind. Bürgermeister Luger und ich haben daher dem Geschäftsbereich Gebäudemanagement und Tiefbau und unserer Immobiliengesellschaft den Auftrag gegeben, ein Konzept zu entwickeln. Dieses Konzept wurde in den letzten Monaten mit externen, technischen, kaufmännischen und rechtlichen Expert*innen intensiv erarbeitet. Dadurch wird es uns in den nächsten Jahren möglich sein, im Endausbau mehr als 40 Prozent unseres jährlichen Energieverbrauchs durch eigene Stromerzeugung aus Photovoltaik abzudecken. Das entspricht ungefähr dem 80-fachen dessen, was wir derzeit selbst produzieren. Möglich geworden ist das – und das ist das, wo in Wirklichkeit das meiste Know-how drinnen steckt oder wo die meiste Kopfarbeit in den letzten Monaten geleistet worden ist – durch diese erneuerbaren Energiegemeinschaften, die durch das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz des Bundes machbar wurden. Bisher war es nur möglich, die Stromproduktion, die man auf dem eigenen Grundstück produziert hat, innerhalb dieser Grundstücksgrenze zu verbrauchen. Durch diese Energiegemeinschaften ist es möglich, dass man sie auf dem eigenen Grundstück erzeugt, aber auf einem anderen Grundstück oder bei einer anderen Immobilie wiederverwendet. Ein einprägsames Beispiel ist, dass im Sommer bekanntlich meistens die Sonne scheint, am meisten im Juli und im August. Wenn wir Photovoltaikanlagen auf den Schulen installieren, dann ist der Verbrauch gerade in diesen Monaten in den Schulen eher geringer. Dadurch wird es uns jetzt ermöglicht, dort Strom zu produzieren, den Verbrauch aber in anderen Immobilien der Stadt Linz zu generieren. Dadurch werden diese Photovoltaikanlagen wirtschaftlich tragfähiger. Wir werden daher eine Dachgesellschaft, die Linzer Energiegemeinschaft gründen und mehrere auf dem Stadtgebiet verteilte Erneuerbare Energiegemeinschaften, diese EEGs als Steuereinheiten. Die Errichtungskosten werden in etwa 15 bis 20 Millionen Euro betragen. Zusätzlich zur Amortisation, die wir dadurch generieren können, bekommt die Stadt Linz einen finanziellen Vorteil von ungefähr einer Million Euro pro Jahr. Zu 2.: Der erste Schritt ist, dass der Geschäftsbereich Gebäudemanagement und Tiefbau (GMT) und das städtische Beteiligungsmanagement die rechtliche Struktur schafft und diese Linzer Energiegemeinschaft (LEG) und die EEG’s gründet und aufsetzt. Dafür wird es notwendig sein, im Gemeinderat Anfang 2023 die dementsprechenden Beschlüsse zu fassen. Als zweiten Schritt – damit wir dann innerhalb von vier Jahren den überwiegenden Anteil dieser Anlagen errichten können – werden die Immobilien Linz GmbH (ILG) und die Linz AG gemeinsam Einzelstandorte analysieren, untersuchen, priorisieren und dann planen und letztendlich auch errichten.“