Anfrage von Gemeinderätin Grünn an Vizebürgermeisterin Blöchl betreffend ‚Integrative Berufsausbildung im Magistrat und Linz Holding‘

9 · Anfrage · 14. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz

Fragesteller:
Gerichtet an:

Status:Beantwortet

Zusammenfassung

KI Generiert

Im Mittelpunkt steht die integrative Berufsausbildung im Magistrat Linz mit Blick auf Lehrlinge, Förderbedarf und Übernahmechancen in den regulären Dienst. Beantwortet wurde, dass aktuell 157 Lehrlinge im Magistrat ausgebildet werden, davon 55 mit Förderbedarf und 36 in einem integrativen Ausbildungsverhältnis. Integrative Berufsausbildung ist grundsätzlich in allen Berufsfeldern möglich; genannt werden unter anderem Bürokauf, Garten- und Grünflächengestaltung, Informationstechnologie, Installations- und Gebäudetechnik, Metalltechnik und Tischlerei. Beschrieben werden individuelle Begleitung, Berufsausbildungsassistenz, Förderunterricht, Lernbegleitung, therapeutische Unterstützung sowie Befragungen und jährliche Evaluierungen; die Abbruchzahl liegt bei acht pro Jahr, und im Schnitt werden 41 Prozent der Lehrlinge sowie der integrativ Ausgebildeten übernommen. Ein weiterer Ausbau wird derzeit nicht angestrebt, weil bereits viele Bewerbungen vorliegen und der hohe Förder- und Betreuungsbedarf berücksichtigt wird.

Schlagwörter (10):integrative berufsausbildunglehrlingsausbildungmagistrat linzförderbedarfberufsorientierungausbildungsbegleitungberufsausbildungsassistenzlehrlingsmanagementarbeitsmarktintegrationpersonalentwicklung
FragetextEinblendenAusblenden
„Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, Fachkräftemangel ist derzeit ein vieldiskutiertes Thema. Demographische Veränderungen, aber auch niedrige Gehälter, fehlende Kinderbetreuungseinrichtungen oder unzumutbare Arbeitsbedingungen erschweren das Rekrutieren von Fachkräften. Auch haben viele Unternehmen verabsäumt, rechtzeitig das Personal von morgen im eigenen Betrieb auszubilden. Besonders Jugendliche mit Lernschwächen, sonderpädagogischem Bedarf oder sozialen/emotionalen Beeinträchtigungen haben es nach wie vor schwer, eine reguläre Berufsausbildung zu durchlaufen und werden als wertvolles Fachkräftepotential zu wenig wahrgenommen. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für eine integrative Berufsausbildung mit einer verlängerten Lehrzeit bzw. einer Absolvierung mit Teilprüfungen sind vorhanden und es stehen auch Institutionen, wie etwa die Berufsausbildungsassistenz der Caritas, als Unterstützung zur Verfügung. Auch der Linzer Magistrat und die Linz Holding bieten Lehrausbildungen an. Laut Homepage sind es 200 Lehrstellen beim Magistrat und 100 Lehrstellen bei der Linz Holding. Auch die Möglichkeit zur integrativen Berufsausbildung wird angeführt. Ich stelle daher laut Statut Linz § 12 nachstehende Anfrage: 1. Wie viele Lehrlinge bilden derzeit der Magistrat Linz und die Unternehmen der Linz Holding aus? Wie viele Lehrlinge davon befinden sich in einer integrativen Berufsausbildung beim Magistrat und in den Unternehmen der Linz Holding? 2. In welchen Berufsfeldern werden beim Magistrat und den Unternehmen der Linz Holding integrative Berufsausbildungen angeboten? 3. Welche Unterstützungs- und Begleitungsstruktur finden die Jugendlichen im Magistrat oder in den Betrieben der Holding vor? Gibt es qualitative Befragungen, wie zufrieden Jugendliche nach ihrem Abschluss mit ihrer Ausbildung waren? Wenn Jugendliche abbrechen, welche sind die Hauptgründe für einen Abbruch? 4. Wie lauten die Rückmeldungen der Ausbildner*innen zu diesem wertvollen Angebot der integrativen Lehre, wie könnten sie unterstützt werden, um die Jugendlichen noch besser zu begleiten? 5. Wie viel Prozent der beim Magistrat bzw. bei der Linz Holding ausgebildeten Lehrlinge werden in den regulären Dienst (Maßstab ist eine Behaltezeit von drei Jahren) übernommen? 6. Wie viel Prozent der beim Magistrat bzw. bei der Linz Holding ausgebildeten Lehrlinge mit integrativer Berufsausbildung werden in den regulären Dienst (Maßstab ist eine Behaltezeit von drei Jahren) übernommen? 7. Welche Überlegungen gibt es, Jugendliche mit dem Bedarf nach einer integrativen Lehre offensiver für eine Berufsausbildung im Magistrat oder Linz Holding zu gewinnen? Danke für die Beantwortung der Fragen!“
AntwortEinblendenAusblenden
„Diese Anfrage war auch an die Unternehmensgruppe der Linz Holding GmbH gerichtet, da diese Frage nicht zulässig ist, werde ich mich nur auf den Magistrat Linz beziehen. Zu 1.: Aktuell befinden sich 157 Lehrlinge in einem aufrechten Lehrverhältnis zum Magistrat Linz, 55 dieser Jugendlichen werden mit Förderbedarf ausgebildet und 36 im Rahmen eines integrativen Ausbildungsverhältnisses. Zu 2.: Eine integrative Berufsausbildung ist grundsätzlich in allen Berufsfeldern möglich. Aktuell werden Lehrlinge in folgenden Berufsfeldern in einem integrativen Lehrverhältnis ausgebildet: Bürokauffrau und –mann, Garten- und Grünflächengestaltung, Gartenbau, Informationstechnologie, Systemtechnik, Installations- und Gebäudetechnik, Koch und Köchin, Metalltechnik, Straßenerhaltungsfachfrau/-mann und Tischlerei. Zu 3.: Hier gibt es einige: Die individuelle Begleitung einerseits, das Lehrlingsmanagement begleitet alle Lehrlinge während der gesamten Ausbildungszeit individuell. Eine Berufsausbildungsassistenz ist ein zusätzliches Bindeglied zwischen Arbeitgeber, Berufsschule und Lehrling bei all jenen, die eine integrative Berufsausbildung absolvieren. Abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse der Jugendlichen wird Förderunterricht in Kleingruppen organisiert. Es gibt aber auch ein intensive individuelle Lernbegleitung während des Berufsschulbesuchs. Dies kann bei Bedarf organisiert werden. Ziel aller dieser Maßnahmen ist ein positiver Abschluss der Berufsschule. Jeder Lehrling erhält im Bedarfsfall darüber hinaus in Abstimmung mit der Arbeitsmedizin den kostenfreien Zugang zu therapeutischer Einzelbetreuung, sofern das erforderlich ist. Dieses Angebot fördert in schwierigen Situationen den erfolgreichen Lehrabschluss und eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt. Durch das Seminarprogramm, das auch für alle Lehrlinge zugänglich ist, sollen soziale Kompetenzen, digitale Fertigkeiten und Persönlichkeitsbildung vermittelt werden, um bestmöglich auf das Berufsleben vorzubereiten. Zu den qualitativen Befragungen: In den letzten Jahren gab es mehrere studentische Projektarbeiten in Kooperation mit der Fachhochschule Oberösterreich, wo Befragungen durchgeführt wurden. Darüber hinaus findet aber auch eine innerbetriebliche jährliche Evaluierung und Zufriedenheitsbefragung statt. Zum Lehrabbruch: Die Anzahl der Lehrabbrüche, das muss man auch sagen, sind sehr gering, es sind acht im Jahr. Die Gründe liegen großteils an einem mangelnden Interesse am konkreten Lehrberuf bzw. auch an der Aufgabe des Lehrberufs oder an einem Eintritt in eine weiterführende Schule. Zu 4.: Das Angebot der integrativen Berufsausbildung wird von den Ausbilder*innen geschätzt und unterstützt, wir haben dazu mehrere Aussagen bekommen. Es gibt grundsätzliche Grundausbildungen, damit man diese Begleitung überhaupt machen darf. In weiterer Folge gibt es laufenden Austausch dazu und Reflexionsmöglichkeiten im Rahmen von Klausuren. Zu 5. und 6.: In den letzten vier Jahren wurden durchschnittlich 41 Prozent sowohl der Lehrlinge, als auch der Lehrlinge in einem integrativen Berufsausbildungskonzept in den regulären Dienst übernommen. Zu 7.: Zu Lehrstellen finden grundsätzlich sehr viele Bewerbungen statt, nämlich auf Informationsveranstaltungen an den Pflichtschulen, bei Berufsmessen und auf der Homepage der Stadt Linz. Grundsätzlich muss man sagen, dass unter Berücksichtigung des sehr hohen Anteils an Jugendlichen mit intensivem Förder- und Betreuungsbedarf derzeit kein weiterer Ausbau dieser integrativen Berufsausbildung notwendig ist und angestrebt wird.“