Anfrage von Gemeinderätin Mag.a Grünn an Vizebürgermeisterin Hörzing betreffend psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen

4 · Anfrage · 5. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz

Fragesteller:
Gerichtet an:

Status:Beantwortet

Zusammenfassung

KI Generiert

Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen steht im Mittelpunkt, vor dem Hintergrund der pandemiebedingten Belastungen und der beschriebenen Zunahme von depressiven Symptomen, Angst, Schlafstörungen sowie weiteren Auffälligkeiten. Die Stadt verweist auf bereits umgesetzte oder laufende Maßnahmen, darunter aufgestockte klinische Psychologie im Institut für Familien- und Jugendberatung, neue therapeutische Gruppenangebote und zusätzliche Sozialarbeit im Familienzentrum Pichling. In den städtischen Kinder- und Jugendeinrichtungen unterstützt eine pädagogisch-therapeutische Fachkraft das Personal, während belastete Kinder und ihre Familien vorrangig psychologische Hilfe erhalten. Für Schulen im Zuständigkeitsbereich von Land und Bund wird auf allgemeine Bemühungen verwiesen, zugleich aber auf begrenzte Einflussmöglichkeiten der Stadt hingewiesen.

Schlagwörter (10):psychische gesundheitkinder und jugendlichepandemiefolgenpsychosoziale unterstützungfamilien- und jugendberatungklinische psychologiesozialarbeittherapieangeboteschulsozialarbeitschulpsychologie
FragetextEinblendenAusblenden
„Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, die negativen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf Kinder und Jugendliche sind seit Monaten wiederkehrendes Thema in Öffentlichkeit und Medien. Studienergebnisse einer Untersuchung der Donauuniversität Krems, am Department für Psychotherapie und Biopsychosoziale Gesundheit zeigen, dass 62 Prozent der Mädchen und 38 Prozent der Jungen eine mittelgradige depressive Symptomatik aufweisen. Depressive Symptome allgemein, Angstsymptome und Schlafstörungen haben sich verfünf- bis verzehnfacht. Barbara Haid, vom Österreichischen Bundesverband für Psychotherapie spricht im Oktober 2021 von einer massiven Zunahme von Essstörungen, Drogenkonsum, Selbstverletzung und Suizidversuchen unter Jugendlichen aufgrund der Corona-Pandemie. Dennoch folgen den alarmierenden Fakten kaum politische Handlungen. ExpertInnen ermahnen dringlich dazu, Angebote und Maßnahmen zu setzen, um diesen Auswirkungen entgegenzuwirken und die psychische Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen zu fördern. Wir sehen einen dringenden Handlungsbedarf und ich ersuche Sie daher die nachstehenden Fragen zu beantworten: 1. Welche zusätzlichen Angebote bzw. Maßnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sind geplant? 2. Wie wird in den städtischen Kinder- und Jugendeinrichtungen dem gestiegenen Bedarf an psychosozialer Unterstützung von Kindern und Jugendlichen nachgekommen? Wie wird das pädagogische Personal zusätzlich unterstützt? 3. Gibt es ein Bemühen seitens der Stadt, zusätzliche personelle Ressourcen (Schulsozialarbeit, Schulpsychologie, UnterstützungslehrerInnen) für Schulen im Verantwortungsbereich des Landes und/oder Bundes zu erwirken? Danke für die Beantwortung der Fragen!"
AntwortEinblendenAusblenden
Zu 1.: Ich darf darauf hinweisen, dass Angebote beziehungsweise Maßnahmen nicht in Planung sind, sondern bereits umgesetzt wurden oder sich in Umsetzung befinden und zwar insofern, dass im Herbst 2021 im Institut für Familien- und Jugendberatung 80 Wochenstunden klinische Psychologie aufgestockt wurden. Im Institut für Familien- und Jugendberatung starten jetzt auch im März und April 2022 therapeutische Gruppenangebote für psychisch belastete und auffällige Kinder. Im Familienzentrum Pichling wurden 2021 40 Wochenstunden Sozialarbeit im Rahmen der Gewaltpräventionsprojekte aufgestockt und für 2022 gibt es auch im Familienzentrum Pichling zusätzliche 20 Wochenstunden Sozialarbeit. Zu 2.: Das Institut für Familien- und Jugendberatung unterstützt eine pädagogisch therapeutische Fachkraft, die die Pädagoginnen und Pädagogen der Kinderbildungs- und –betreuungseinrichtungen mit 20 Wochenstunden unterstützt. Verhaltensauffällige und psychisch belastete Kinder aus den Kinderbildungs- und –betreuungseinrichtungen und deren Familien erhalten vorrangig psychologische Unterstützung im Institut. Zu 3.: Frau Kollegin, Bemühungen gibt es in diesem Bereich immer. Die Bemühungen sind aber auch enden wollend. Wir, als Stadt Linz, sind im Pflichtschulbereich primär Schulerhalter und die Einflussmöglichkeiten im Bildungsbereich sind schon relativ gering. Eine konkrete Einflussnahme auf zweifelsohne wichtige Verbesserungen der Ressourcen im Zuständigkeitsbereich des Landes und des Bundes erfahren sozusagen nicht sofort, ausdrücklich und leicht die Umsetzung, wenn wir uns hier bemühen, Verbesserungen zu erreichen. Da stoßen wir an unsere Grenzen. Soweit meine Anfragebeantwortung.