Anfrage von Gemeinderätin Mag.a Grünn an Vizebürgermeisterin Hörzing betreffend Energiearmut und Energiekosten

3 · Anfrage · 5. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz

Fragesteller:
Gerichtet an:

Status:Beantwortet

Zusammenfassung

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Energiearmut und stark steigende Energiekosten für Haushalte in Linz stehen im Mittelpunkt. Als Ursachen werden die Teuerung bei Strom und Gas, die finanzielle Belastung durch die Corona-Pandemie sowie die schlechte thermische Qualität von Gebäuden genannt. Im Sozialressort liegen dazu keine eigenen Zahlen vor; als wichtigste Gegenmaßnahme wird die Sozialhilfe genannt, während auf Landes- und Bundesebene Heizkostenzuschuss, Energiekostenausgleich und Energieberatung angeführt werden. Für die Stadt werden der Ausbau der Fernwärme durch die Linz AG und thermische Sanierungen durch die GWG als zentrale Schritte zur Senkung von Energieverbrauch und Kosten hervorgehoben.

Schlagwörter (10):energiearmutenergiekostensozialhilfeheizkostenzuschussenergiekostenausgleichenergieberatungfernwärmethermische sanierungwohnenarmutsbekämpfung
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„Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, gegen Ende des Jahres mehrten sich die medialen Berichte über eine massive Steigerung der Energiekosten für EndverbraucherInnen. Die Arbeiterkammer hat für die Ostregion nachgerechnet, dass Haushalte mit einem durchschnittlichen Verbrauch mit einer Mehrbelastung von ca. 420 Euro für das kommende Jahr rechnen müssen. Laut einer Studie der Statistik Austria aus dem Jahr 2019 waren schon ohne diese massiven Energiekostensteigerungen durchschnittlich 3,1 Prozent aller Haushalte in Österreich von Energiearmut betroffen. Das bedeutet nach der Haushaltsstatistik des Landes Oberösterreich von 2019 durchschnittlich ca. 2400 energiearme Haushalte in Linz. Als energiearme Haushalte gelten hier alle Haushalte, die über ein Einkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle verfügen, aber gleichzeitig überdurchschnittlich hohe Energiekosten zu begleichen haben. Mit den aktuellen Teuerungen von beispielsweise Strom und Gas rollt eine neue Belastungswelle auf die Menschen zu. Die Preiserhöhungen sind zusätzlich vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie zu beurteilen, die für viele Haushalte schon ohne die Erhöhung der Energiekosten finanzielle Einbußen und Schwierigkeiten mit sich bringt. Die KPÖ setzt sich seit Jahre für eine Energiegrundsicherung ein, die allen Menschen uneingeschränkten Zugang zu Energie (Wärme, Strom, Warmwasser) garantieren soll. Es muss sichergestellt sein, dass kein Kind oder Erwachsener in Linz aufgrund von Armut frieren muss, kein Warmwasser hat, oder nicht kochen kann. Die Linz AG reagiert auf Schwerefälle mit Kulanz und sinnvollen Maßnahmen wie dem Aussetzen von Energieabschaltungen in den Wintermonaten. Die Absicherung der LinzerInnen kann jedoch nicht vom ,Goodwill‘ der Energieunternehmen abhängen. Es braucht langfristige Lösungen, die Energiearmut generell verhindern. Wir halten ein Handeln in dieser Angelegenheit für unumgänglich und bitten Sie daher die nachstehenden Fragen zu beantworten: 1. Gibt es in Ihrem Sozialressort Zahlen und sonstige Erkenntnisse über die Energiearmut in der Landeshauptstadt? Wie hoch ist beispielsweise die Anzahl der Haushalte in Linz, die von konkreter Energiearmut betroffen sind? In wie vielen Haushalten kam es in den letzten Jahren bei der Energieversorgung in irgendeiner Form zu Abschaltungen? 2. Welche Maßnahmen planen Sie, um Energiearmut in Linz langfristig zu verhindern und eine sichere und leistbare Energieversorgung für alle umzusetzen? 3. Welche Maßnahmen zum Schutz der EndverbraucherInnen verorten Sie auf Landes- bzw. Bundesebene? Welche Initiativen wollen Sie ergreifen, um nötige Maßnahmen auf Landes- bzw. Bundesebene voranzutreiben? 4. Gibt es Vorhaben bzw. Projekte seitens der Stadt zur schnellen Unterstützung betroffener LinzerInnen zur Reduzierung der Energiekosten, wie beispielsweise den geförderten Austausch von Endgeräten im aktuellen Jahr? 5. Welche Maßnahmen setzt die Stadt Linz, um den Energieverbrauch und damit die Kosten für private Haushalte zu verringern? Danke für die Beantwortung der Fragen!“
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Zu 1.: Dazu liegen im Sozialressort keine Zahlen vor. Zu 2.: Es ist sozialpolitisch nicht sinnvoll, die Energiearmut isoliert zu betrachten. Es geht immer um die Frage gesamt, ob sich Menschen das Leben und die Teilhabe an der Gesellschaft leisten können. Die weitreichendste und wirksamste Maßnahme nicht nur gegen Energiearmut, sondern gegen Armut insgesamt ist die Sozialhilfe. Mit Hilfe der Sozialhilfe sollen auch alle anspruchsberechtigten Bürgerinnen und Bürger gegen Armut abgesichert werden. Einen Einfluss auf Energiepreise hat das Sozialressort nicht. Zu 3.: Dem Sozialressort sind sicherlich nicht alle Maßnahmen die auf Landes- beziehungsweise Bundesebene getätigt werden, bekannt, daher kann ich nur einige Beispiele dazu nennen. Das Land fördert einkommensschwache Haushalte mittels eines gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent erhöhten Heizkostenzuschusses und auf Bundesebene gibt es einen Energiekostenausgleich im Jahr 2022 in Höhe von 150 Euro für praktisch alle Haushalte bis zur Höchstbeitragsgrundlage. Zusätzlich erhalten Arbeitslose, NotstandshilfebezieherInnen und BezieherInnen der Sozialhilfe etc. zusätzlich noch einmal 150 Euro extra. Über weitere Maßnahmen wird bereits diskutiert, wir kennen das alles auch aus den Medien. Neu im Konsumentenschutzausschuss auf Bundesebene ist auch der seitens der Regierungskoalition eingebrachte Entschließungsantrag für die Ausarbeitung eines niederschwelligen Angebots zur Energieberatung sowie für begleitende Maßnahmen gegen Energiearmut. Da diese Maßnahmen bereits in Kraft beziehungsweise in Umsetzung sind, ist hier auch keine weitere diesbezügliche Initiative erforderlich. Es ist daher davon auszugehen, dass das Thema der steigenden Energiekosten und die damit einhergehende Belastung der Bevölkerung bereits ausreichend bei den politisch Verantwortlichen von Bund und Land angekommen sind. Zu 4. und 5.: ,Generell ist die Hauptursache der hohen Energiekosten energiearmer Haushalte die schlechte thermische Qualität der Gebäudehülle und der Einsatz eines teuren Energieträgers für die Wärmebereitstellung.‘ - Quelle dieses Zitates ist der integrierte nationale Energie- und Klimaplan für Österreich für die Periode 2021 bis 2030 vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, der sich unter anderem auch mit Maßnahmen zur Überwindung von Energiearmut beschäftigt. Diesbezüglich darf ich seitens der Stadt auf das jahrelange Engagement der Linz AG hinweisen, welches den Ausbau der Fernwärme konsequent vorantreibt beziehungsweise auch auf thermische Sanierungen durch die GWG. Gerade die Fernwärme stellt auf längere Zeit die kostengünstigere, umweltschonendste und sicherste Form der Energieversorgung dar. Da haben wir im Bereich mit der Initiative der Linz AG sicher eine Vorreiterrolle.“,