Anfrage von Gemeinderat Rosenmayr an Stadträtin Mag.a Schobesberger betreffend ‚Umstellung des städtischen Fuhrparks auf E-Mobilität‘ von der Gemeinderatssitzung am 27. Juni 2024

10 · Anfrage · 24. Sitzung

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Status:Beantwortet

Zusammenfassung

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Die Umstellung des städtischen Fuhrparks auf E-Mobilität betrifft vor allem den vom Geschäftsbereich Stadtgrün und Straßenbetreuung beschafften Magistratsfuhrpark. Elektrifizierbar gelten derzeit vor allem PKW, Leicht-LKW und Aufsitzrasenmäher, während Schwerfahrzeuge und Kommunalfahrzeuge wegen fehlender geeigneter Modelle, hoher Kosten und technischer Anforderungen noch nicht sinnvoll umgestellt werden können. Von 2020 bis 2023 wurden 85 Fahrzeuge angeschafft, davon sieben elektrisch; im September 2024 umfasste der Fuhrpark 295 Fahrzeuge mit zehn E-Fahrzeugen, drei Hybridfahrzeugen und einem Erdgasfahrzeug. Für 2024 sind fünf alternative Antriebe bei 15 Neuanschaffungen genannt, für 2025 ist der Kauf von bis zu vier elektrischen Leicht-LKW sowie die weitere Umstellung auf HVO100 vorgesehen. Für die vollständige Elektrifizierung wird ein Gesamtkonzept samt Ladeinfrastruktur erarbeitet; ein zusätzlicher Budgetbeschluss soll im nächsten Jahr angestrebt werden, und für die Bewerbung zur Europäischen Umwelthauptstadt 2026 gilt ein elektrifizierter Fuhrpark als positiv, aber nicht ausschlaggebend.

Schlagwörter (10):e-mobilitätfuhrparkelektrofahrzeugeleicht-lkwladeinfrastrukturklimaneutralitäthvo100budgetumwelthauptstadt 2026stadtgrün
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„Sehr geehrte Frau Stadträtin, 2023 waren in Österreich 20 Prozent der PKW-Neuzulassungen E-Autos und weitere 7 Prozent Plug-In-Hybride. Im Zusammenhang mit der Umstellung des städtischen Fuhrparks auf E-Mobilität darf ich um Beantwortung folgender Fragen, soweit es Ihren Geschäftsbereich betrifft bzw. soweit es in der Klimastabstelle ein Gesamt-Monitoring zu dieser vom Gemeinderat im November 2019 und März 2024 beschlossenen Maßnahme gibt, ersuchen: 1. Im November 2019 hat der Gemeinderat in der Linzer Klimastrategie beschlossen, dass mit Schwerpunkt auf PKW der gesamte Fuhrpark der Unternehmensgruppe Linz auf E-Mobilität weitgehend umgestellt werden soll. Wie viele Elektro-Kraftfahrzeuge - aufgeschlüsselt nach PKW und anderen Nutzfahrzeug-Kategorien - wurden von 2020 bis 2023 angeschafft und wie hoch ist der Anteil an, in diesem Zeitraum, angeschafften Fahrzeugen und am Gesamtbestand in den jeweiligen KFZ-Kategorien und wie sehen die Planungen für 2024 und 2025 aus? 2. Im März 2024 hat der Gemeinderat mit dem Klimaneutralitätskonzept erneut die Elektrifizierung des städtischen Fuhrparks als Maßnahme Nr. 40 beschlossen. Mit dem Hinweis auf den Beschluss der Klimastrategie 2019 wurde darin im März beschlossen, dass es einen Grundsatzbeschluss durch den Gemeinderat für die Bereitstellung eines Zusatzbudgets geben soll? Wann ist dieser Grundsatzbeschluss geplant und welches Zusatzbudget wird dafür 2024 und 2025 angestrebt? 3. Inwieweit soll die Umstellung des städtischen Fuhrparks auf E-Mobilität ein Vorzeigeprojekt bei der Bewerbung für die Europäische Umwelthauptstadt 2026 sei? Welche konkreten Maßnahmen sind hierzu geplant? Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen.“
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Diese Anfrage ist von der letzten Gemeinderatssitzung und noch offen und muss daher beantwortet werden und ich mache das auch gerne. Ich versuche das jetzt möglich kurz zu machen, auch wenn die Fragen umfangreich sind. Zu 1.: Kurz zur Erklärung: Die folgenden Zahlen beziehen sich auf den Teil des Magistratsfuhrparks, der vom Geschäftsbereich Stadtgrün und Straßenbetreuung (SGS) beschafft wird. Die Fahrzeuge werden in folgende Fahrzeugtypen eingeteilt: PKW, Leicht-LKW, Aufsitzrasenmäher, Schwerfahrzeuge (LKW, Baumaschinen, Traktoren) und Kommunalfahrzeuge, das sind Vielzweckfahrzeuge und Straßenreinigungsfahrzeuge. Die Typen PKW, Leicht-LKW und Aufsitzrasenmäher sind aus heutiger Sicht elektrifizierbar. Hier erklärt die Fachdienststelle, wo nach dem derzeitigen Stand der Technik Elektromobilität sinnvoll ist. Das heißt, es gibt bereits ein geeignetes Angebot mit E-Antrieb auf dem Markt. Die restlichen Typen sind aktuell noch nicht sinnvoll aus Sicht der Fachdienststelle als elektrifizierbar zu bewerten. Das heißt, es gibt davon noch kein passendes Angebot an E-Fahrzeugen auf dem Markt, entweder noch gar keine E-Modelle oder nur solche mit unverhältnismäßig hohen Anschaffungskosten, unzureichender Leistung oder unzureichender Laufzeit bzw. Reichweite. Im Vergleich zu elektronisch angetriebenen PKW und Leicht-LKW müssen Nutzfahrzeuge, Schwerfahrzeuge, Kommunalfahrzeuge weitere Herausforderungen meistern. Sie sind schwerer und brauchen deshalb von vornherein größere und leistungsfähigere Akkus. 30 Prozent der SGS-Fahrzeuge sind zusätzlich im Winterdienst im Einsatz und müssen im Schichtbetrieb sieben Tage und 24 Stunden einsetzbar sein. Das sind sehr hohe Anforderungen an diese Fahrzeuge und entsprechend schwierig ist es, die entsprechende Leistung zu finden. Kommunalfahrzeuge wie Kehrmaschinen befinden sich noch in der Entwicklungsphase. Sowohl die Leistung als auch die Akkuleistung steigert sich von Generation zu Generation. Bei den LKW bilden die Elektrolastwagen derzeit noch eine Nische, jedoch laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC Österreich GmbH - das ist Stand 16. September 2023 - könnten bis 2040 90 Prozent der LKW elektrisch betrieben sein. Berechnet wird, dass 2030 einen Kipppunkt darstellen wird, in dem sich die Transformation der Branche, angetrieben durch Vorschriften zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes von LKW, schnell beschleunigen wird. Der Geschäftsbereich Stadtgrün und Straßenbetreuung beobachtet laufend den Markt und testet regelmäßig neue Fahrzeugmodelle mit E-Antrieb, um die Elektrifizierungsmöglichkeiten stetig zu erweitern. Ein Test hat zum Beispiel vor kurzem stattgefunden. Es wurden zwei neue Fahrzeuge vorgeführt, die auch getestet werden. Im Zeitraum 2020 bis 2023 wurden 85 Fahrzeuge angekauft, davon sieben mit E-Antrieb, das entspricht acht Prozent. Aktuell - Stand September 2024 - enthält der Fuhrpark zehn E-Fahrzeuge, drei Hybridfahrzeuge und ein erdgasbetriebenes Fahrzeug von insgesamt 295 Fahrzeugen. Demnach sind derzeit fünf Prozent des Fuhrparks Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Zusätzlich werden - gerade aktuell - vier LKW mit dem Kraftstoff HVO100 (100% Hydrotreated Vegetable Oil) betrieben. Das ist ein alternativer Kraftstoff für Dieselmotoren, der zu 100 Prozent aus erneuerbaren Stoffen generiert wird. Er wird überwiegend aus Altölen beziehungsweise Reststoffen hergestellt. Im Jahr 2024 werden bei insgesamt 15 Neuanschaffungen, fünf Fahrzeuge mit alternativen Antrieben beschafft. Das im Rahmen der üblichen notwendigen Fuhrparkerneuerung bestehende Elektrifizierungspotenzial wurde zu 42 Prozent ausgeschöpft. Das heißt, der Anteil an E-Fahrzeugen an den gesamten Neubeschaffungen in der Kategorie elektrifizierbar lag bei 42 Prozent. Für 2025 ist der Kauf von bis zu vier Leicht-LKW mit E-Antrieb geplant. Dabei ist allerdings auch auf die, sich im Laufe des Jahres ergebenen, tatsächlichen Neuanschaffungsbedarfe Rücksicht zu nehmen, wodurch sich die Zahl verändern kann. Zusätzlich ist die Umstellung weiterer bestehender Fahrzeuge auf HVO100 geplant, sobald diese von den Herstellern für diesen neuartigen Kraftstoff freigegeben werden. Das passiert übrigens gerade laufend. Ich bitte um Entschuldigung, ich habe vergessen die Tabelle vorzulesen: PKW Neuanschaffungen Zeitraum Anzahl gesamt Anzahl alternative Antriebe 2020-2023 10 3 elektrisch 2024 2 2 hybrid Bestand September 2024 32 3 elektrisch, 2 hybrid Leicht-LKW Neuanschaffungen Zeitraum Anzahl gesamt Anzahl alternative Antriebe 2020-2023 31 3 elektrisch 2024 8 2 elektrisch Bestand September 2024 106 6 elektrisch, 1 Erdgas Aufsitzrasenmäher Neuanschaffungen Zeitraum Anzahl gesamt Anzahl alternative Antriebe 2020-2023 12 1 elektrisch 2024 2 1 hybrid Bestand September 2024 33 1 elektrisch, 1 hybrid Schwerfahrzeuge Neuanschaffungen Zeitraum Anzahl gesamt Anzahl alternative Antriebe 2020-2023 14 0 2024 3 0 Bestand September 2024 90 0 Kommunalfahrzeuge Neuanschaffungen Zeitraum Anzahl gesamt Anzahl alternative Antriebe 2020-2023 18 0 2024 0 0 Bestand September 2024 34 0 Neuanschaffungen gesamt Zeitraum Anzahl gesamt Anzahl alternative Antriebe 2020-2023 85 7 elektrisch 2024 15 2 elektrisch, 3 hybrid Bestand September 2024 295 10 elektr., 3 hybrid, 1 Erdgas Zu 2.: Die Umstellung des gesamten Fuhrparks auf E-Mobilität ist ein umfassendes Vorhaben, das sich nicht nur auf den Ankauf von Fahrzeugen beschränkt. So gilt es etwa auch an allen Standorten die entsprechende Ladeinfrastruktur zu schaffen, um den rund 300 Fahrzeuge fassenden Fuhrpark innerhalb kurzer Zeit laden zu können. Dies ist wiederum nur an jenen Standorten sinnvoll, die in fernerer Zukunft noch als Standorte des Geschäftsbereiches Stadtgrün und Straßengestaltung genutzt werden können und sollen. Um ein breitgestelltes Zusatzangebot gezielt verwenden zu können, bedarf es daher eines Gesamtkonzepts für die schrittweise Umstellung auf 100 Prozent E-Mobilität. Ein solches Konzept wird derzeit erarbeitet. Ziel ist es, im nächsten Jahr einen Beschluss über zusätzliches Budget erwirken zu können und diesen dann, in die im nächsten Jahr anstehende neue Budgetplanung einfließen zu lassen. Zu 3.: Bei der bereits erfolgten erstmaligen Bewerbung zur europäischen Umwelthauptstadt wurde auch die Elektrifizierung des Fuhrparks berücksichtigt, allerdings mit dem Schwerpunkt der Erneuerung der LINZ LINIEN-Busflotte bzw. den Ausbau der O-Busse, sowie der Stadtbahn. Die generelle Einschätzung des Geschäftsbereichs Planung, Technik und Umwelt, der diese Bewerbungen durchführt, ist, dass ein elektrifizierter Fuhrpark bei einer Bewerbung zwar positiv gesehen werden würde oder gesehen wird, aber nicht entscheidend für die Erlangung des Titels sein wird. Ich hoffe, ich habe damit die gestellten Fragen zur Zufriedenheit beantwortet.