Nein zu monatlichen Abrechnungen der Stromkosten - Resolution

P 12 · Fraktionsantrag · 22. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:angenommen

Zusammenfassung

KI Generiert

Gefordert wird, den Abrechnungszeitraum für Stromkosten weiterhin jährlich zu belassen und monatliche Rechnungen nur auf Wunsch der Kundinnen und Kunden zu ermöglichen. Begründet wird dies mit möglichen finanziellen Belastungen für Haushalte mit wenig Spielraum, weil höhere Kosten in den Wintermonaten und zusätzlicher Aufwand bei der Rücklage von Geld erwartet werden. Außerdem werden mehr Bürokratie, höhere Abwicklungskosten in Kundencentern und ein zusätzlicher Ressourcenverbrauch durch zwölf Rechnungen pro Jahr angeführt. Die Bundesministerin soll § 35 des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes entsprechend abändern; die Kosten sollen durch Umschichtung im Budget bedeckt werden. Der Beschluss wurde mehrstimmig angenommen, bei Enthaltung von KPÖ und LinzPlus.

Schlagwörter (10):stromkostenstromabrechnungelektrizitätswirtschaftsgesetzenergiearmuthaushaltsbelastungbürokratiekundencenterbudgetumschichtungressourcenschonungenergiepolitik
AntragstextEinblendenAusblenden
Meine sehr geehrten Damen und Herren, werte Gemeinderätinnen und Gemeinderäte, aktuell kommt die Stromrechnung einmal pro Jahr, nur wer möchte, erhält sie monatlich. Man zahlt pauschale Monatsbeträge, die immer gleich sind und einmal pro Jahr gibt es eine Abrechnung, wo es entweder zu einer Nachzahlung oder zu einer Gutschrift kommt. Mit 1. Jänner 2025 soll das anders sein, punktgenaue, monatliche Rechnungen sollen zum Standard werden. Das soll mittels Elektrizitätswirtschaftsgesetz umgesetzt werden, den entsprechenden Regierungsbeschluss dazu gibt es bereits. Konkret bedeutet dies, dass den Kundinnen und Kunden die anfallenden Kosten monatlich verrechnet werden. Das bedeutet, dass höhere Kosten in den Wintermonaten zu erwarten sind und niedrigere in den Sommermonaten. Bei finanziell schwächeren Haushalten ist zu befürchten, dass das Geld für stärkere Monate nicht rechtzeitig zur Seite gelegt werden kann und somit prekäre finanzielle Situationen weiter verschärft werden. Die Umstellung dürfte auch einen weiteren zusätzlichen Aufwand mit sich bringen. Es ist mit massiven Kosten für Abwicklungen in Kundencentern zu rechnen sowie mit zusätzlichem bürokratischem Aufwand für den Energielieferanten. Natürlich ist es auch ein zusätzlicher enormer Kostenfaktor, wenn Rechnungen nun zwölf Mal pro Jahr erstellt werden. Ressourcenschonend und nachhaltig geht anders. Ich ersuche den Resolutionstext dem Protokoll beizufügen und um Annahme. Die monatliche Abrechnung soll zwar auf Wunsch der Kundinnen und Kunden ermöglicht werden, aber die grundsätzliche Linie, wie sie bekannt ist, beibehalten werden. Vielen Dank.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Bundesministerin Leonore Gewessler wird ersucht, § 35 des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes betreffend Abrechnungszeitraum dahingehend abzuändern, dass die Abrechnungen weiterhin jährlich erfolgen. Eine monatliche Abrechnung soll allerdings auf Wunsch der Kundinnen und Kunden ermöglicht werden. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.
Wortmeldungen (2)EinblendenAusblenden

Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, wir werden uns hier enthalten. Wir sehen, dass die Kostenschwankungen zwischen Winter und Sommer, gerade im städtischen Bereich, eher gering sind. Kaum jemand heizt mit Strom oder hat eine Wärmepumpe. Eine Nachzahlung bei einer Jahresabrechnung, vor allem bei einem Wohnungswechsel, kann mehr belasten. Damit wären wir bei dem, unserer Meinung nach, viel gravierenderen Problem. Das ist die ungerechte Bepreisung von Energie beziehungsweise Strom, die vor allem kleine Verbraucher*innen und Haushalte belastet und den Energiekonzernen große Profite beschert. Da sollte aus unserer Sicht etwas geändert werden.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, wir werden uns bei diesem Antrag enthalten. Wir sind der Meinung, dass im Rahmen des Gesetzgebungsprozesses im Parlament beziehungsweise im zuständigen Ausschuss genug Möglichkeiten bestehen, um die von Ihnen vorgebrachten, beachtenswerten Vorschläge einzubringen.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: angenommen

Der Antrag wird mehrstimmig angenommen. Enthaltung: KPÖ (2), LinzPlus (2)